Kategorien
Allgemein Destinationen Dienstleister MaFo/ Marktentwicklung

Service Design: Tools, Tasks und Best Practices!

Vor kurzem war ich beim ServiceExperienceCamp in Berlin, einem Barcamp rund um Service Design.

Service Design? Was ist das denn? Der Name verrät es bereits: Hier wird ein Service designt, also eine Dienstleistung gestaltet. Das Ziel sind Dienstleistungen, welche den Anforderungen der Kunden sowie des Marktes entsprechen. Die Bedürfnisse von diesen stehen somit im Mittelpunkt allen Handelns.

Service Design ist damit das absolute Gegenteil von „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Denn mit Hilfe von Service Design wird Bestehendes hinterfragt und weiterentwickelt.

Service Design bei uns? Na klar!

Service Design spielt auch in unseren eigenen Beratungen eine wesentliche Rolle. Der Kunde steht im Mittelpunkt des Handelns und der konzipierten Aktivitäten. Wir erstellen hierfür Persona-Profile, durchlaufen die Customer Journey der – gewünschten – Kunden, führen qualitative und quantitative Interviews durch… All das sind Tools des Service Designs.

Im Rahmen des Zielgruppenprozesses Rheinland-Pfalz spielte Service Design beispielsweise eine wesentliche Rolle. Ebenso bei der Website-Entwicklung für das Allgäu oder der Österreich Werbung. Bei allen Projekten standen vor allem Personas und deren Customer Journey im Mittelpunkt. Ein anderes Gebiet in diesem Zusammenhang ist der Einsatz mobiler Ethnografie wie z.B. in unserem Pilotprojekt auf Juist.

Auch für interne Prozesse und Entwicklungen setzen wir auf Methoden des Service Designs.

Was bei dem Besuch einer Konferenz oder eines Barcamps eigentlich nie ausbleibt: Natürlich hat auch das ServiceExperienceCamp wieder für viel Inspiration gesorgt. Es sind einige neue Ideen zum Einsatz von Service Design bei Tourismuszukunft entstanden, die jetzt intern auf- und umgesetzt werden und die dann natürlich auch euch zu Gute kommen.

Service Design – die wesentlichen Tasks

Es gibt einige relevante Aspekte beim Thema Service Design, die sowohl in den Gesprächen mit unseren Kunden immer wieder eine Rolle spielen, aber ebenso auf dem ServiceExperienceCamp immer wieder in den Fokus rückten.

1. Beim Service Design steht der Kunde im Mittelpunkt

Service Design: Just ask your f***ing customer!
Service Design und Marktforschung: Die Aufkleber von More than Metrics bringen es auf den Punkt.

Es geht generell nicht darum, etwas zu entwickeln, was ihr mögt. Der Kunde soll die gestaltete Dienstleistung mögen. Und Dienstleistung ist hier zum einen die Infrastruktur, aber auch, wie die Leute vor Ort mit dem Kunden interagieren, wie Informationen gestaltet sind etc. Um so wichtiger, dass es solide Grundlagen gibt, auf welche im Service-Design-Prozess zurückgegriffen wird. Marktforschungsdaten sowie der Input von denjenigen, die tatsächlich mit dem Kunden in Kontakt treten, sind absolut notwendig.

Und diese Marktforschung ist sowohl als Basis zur Entwicklung von Personas & Co relevant, als auch zur nachträglichen Validierung der entwickelten Informationen.

2. Service Design ist ein Mittel zum Zweck

Service Design: Post its
Service Design Tools: Post its sind ein wesentlicher Bestandteil im Prozess.

Ein Persona-Profil, eine Customer Journey etc. dienen nicht dem Selbstzweck. Sie sind nur Tools, Hilfsmittel, um basierend auf diesen klare Entscheidungen für die eigenen Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen zu treffen, sowie eben auch für die Gestaltung der Dienstleistungen.

3. Service Design ist ein Prozess

Service Design ist nichts, bei dem man sich ausruhen kann.
Service Design ist nichts, bei dem man sich ausruhen kann.

Nach der Erstellung einer Customer Journey ist nicht Schluss. Diese sollte stattdessen immer weiter entwickelt und auf neue Entwicklungen oder Ideen angepasst werden. Gerade deshalb braucht es Tools zur Visualisierung, die von den Mitarbeitern auch tatsächlich im Arbeitsalltag einsetzbar sind.

4. Service Design betrifft alle

Beschäftigt sich ein Unternehmen mit Service Design, so ist dies nicht auf eine einzelne Abteilung beschränkt. Service Design zieht sich durch alle Prozesse, alle Abteilungen, alle Hierarchieebenen. Entsprechend  notwendig ist es, alle im Unternehmen – und vor allem auch alle Betroffenen über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus – in die Prozesse zu integrieren.

 

Ihr seht: Service Design verändert. Es verändert enorm viel. Weil es die Gesamt-Perspektive wechselt. Das muss jedem bewusst sein, der sich hierauf einlässt.

Oder wie es Dr. Anne Stenros, die als Service Designerin für die City of Helsinki arbeitet,  formulierte:

I am going to be Chief Disruption Officer. A sheep in a wolf’s costume.

Traut ihr euch?

Tools des Service Designs

Um das Thema Service Design noch ein bisschen konkreter zu bekommen, hier eine lose, ungeordnete Liste an Tools, die nützliche Instrumente im Service Design sind.

  • Business Model Canvas: Template, um das eigene Geschäftsmodell auf einen Blick übersichtlich darzustellen: Partnerstruktur, Werte, Kosten, Einnahmen und mehr finden hier ihren Platz
  • Stakeholder Map: Dieses Diagramm zeigt, welche Stakeholder/Partner es in dem gesamten System gibt und wie deren Beziehungen untereinander aussehen.
  • Persona: Über ein Persona-Profil wird/werden die eigene/n Zielgruppe/n konkretisiert, zu idealtypische Personen geformt.
  • Quantitative Interviews: Diese sorgen für eine große Basis an Datenmaterial, aus welcher generelle Ableitungen getroffen werden können.
  • Qualitative Interviews: Diese genügen bereits in einer recht kleinen Anzahl und sind vor allem sinnvoll, um kleinere Unterpunkte, Serviceprozesse zu hinterfragen.
  • Mobile Ethnographie: Visualisierung & Dokumentation der Service-Mängel & Stärken durch eine App;
  • Customer Journey: Das Durchlaufen der Reise des Kunden beginnt nicht erst, wenn dieser durch die Hoteltür tritt. Auch im Alltag gibt es wesentliche Kontaktmomente (Touchpoints), um den Kunden überhaupt erst einmal für die Reise zu inspirieren bzw. ihm Möglichkeiten zur Information zu bieten.
  • Service Blueprint: In diesem Template werden Aktivitäten zusammengestellt, die einerseits für den Kunden sichtbar sind (z.B. die Bedienung im Restaurant) sowie Aktivitäten, die hinter den Kulissen passieren (z.B. der Koch etc.). Passen müssen sowohl die Aktionen und die Kommunikation auf beiden Ebenen.

Allein dieser kleine Einblick zeigt schon die Vielfalt und auch die Kraft, die in Service Design steckt. Noch mehr Tools gewünscht? Dann schaut doch mal bei servicedesigntools.org vorbei.

 

Kategorien
Allgemein Destinationen Touristische Trends

Interview André Kretzschmar: „Es braucht sehr spezialisierte Fachkra?fte.”

Nach Tobias Woitendorf konnten wir André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund, zu den 13 Thesen zur Zukunft des öffentlichen Tourismusmarketings befragen. 

bildschirmfoto-2016-11-16-um-10-10-27

 

Herr Kretzschmar sieht die DMO als Visions-Entwickler, Werte-Schu?tzer und Marken-Fu?hrer mit dem Bewusstsein, dass noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist, um diese Rolle zu schärfen. Für ihn steht momentan der Aufbau einer zukunftsgerichteten Arbeitsorganisation im Mittelpunkt aller Überlegungen.

 

Tourismuszukunft: Was war Ihr erster Gedanke nach Durchsicht der 13 Thesen?

André Kretzschmar: Beim Lesen des Titels dachte ich: „Ach bitte nicht noch mehr Thesen zur U?berflu?ssigkeit von Tourismusorganisationen in dieser scho?nen neuen digitalen Welt.“ Bei der Auseinandersetzung mit dem Inhalt war aber schnell zu erkennen, dass es bei diesen Thesen glu?cklicherweise nicht darum geht, nur den Spiegel vorzuhalten und Defizite aufzuzeigen. Man spu?rt vielmehr die Intention Antworten auf neue An- und Herausforderungen zu geben.

Tourismuszukunft: Welche angesprochenen Punkte innerhalb der Thesen sind fu?r Sie im Hinblick auf eine zukunftweisende Entwicklung die relevantesten?

André Kretzschmar: Es sind die Punkte 1, 6, 9, 11 und 7/8. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Denn diese Punkte beantworten in meinen Augen die Frage nach der essentiellen Aufgabe der DMO recht pra?zise. Reduziert man diese Punkte auf ihre Kernaussage, erha?lt man folgende Funktionsbeschreibung: Die DMO ist Visions-Entwickler, Werte-Schu?tzer und Marken-Fu?hrer, die mit einer digitalen Dateninfrastruktur authentische – also mehr auf Identita?t als Image basierende – Qualita?tsprodukte distribuiert. Als Kernaufgabe ku?nftigen (und eigentlich bereits jetzigen) Destinations- oder auch Standortmarketings ist das fu?r mich absolut plausibel.

Natu?rlich ko?nnen und werden sich, aus horizontaler oder vertikaler Distribution ergebende, Aufgaben daran angliedern. Dies und das WIE wird in den anderen Thesen gut umrissen.

Tourismuszukunft: Was ist nach Ihrer Meinung entscheidend, damit ein zukunftsgerichteter Wandel u?berhaupt stattfinden kann?

André Kretzschmar: Tourismusorganisationen sind – wenngleich mit unterschiedlicher regionaler Auspra?gung – recht stark vertriebsorientiert ausgerichtet. Oft basieren Finanzierungsstrategien zu einem hohen Grad auf, von der Organisation selbst erwirtschafteten, Eigenmitteln. Dies schafft Abha?ngigkeiten, la?uft Gefahr zum Selbstzweck zu werden und fu?hrt durch die rasante Digitalisierung des touristischen Marktplatzes dazu, dass Konkurrenzsituationen entstehen, denen diese Organisationen nicht gewachsen sind. Die aus den Thesen abgeleitete Kernaufgabe aus Frage 2 la?sst sich mit einem solchen Finanzierungshintergrund schlichtweg nicht erfu?llen.

Und selbst wenn Touristiker dieses Problem la?ngst ausgemacht haben, wird das nicht automatisch auch von den Akteuren wahrgenommen, die politische Verantwortung fu?r o?ffentlich finanziertes Tourismusmarketing tragen. Es ist also neben der eigentlichen Aufgabenstellung Standortmarketing viel Aufkla?rungsarbeit zu leisten, um Tourismusmarketing mit dieser „neuen“ Ta?tigkeitsbeschreibung als freiwillige kommunale Leistung zukunftsfa?hig auszurichten und zu finanzieren.

Tourismuszukunft: Welche Ableitungen aus den 13 Thesen ergeben sich unmittelbar fu?r Ihre Organisation?

André Kretzschmar: Als o?rtliche Tourismuszentrale sind wir neben der Vermarktung der Destination natu?rlich intensiv mit der Ga?stebetreuung bescha?ftigt. Tatsa?chlich nimmt diese Ta?tigkeit den gro?ßten Raum ein. Umso wichtiger ist es, uns im Bereich des Destinationsmarketing effektiv aufzustellen.

Wir stellen die Frage: Welche Aufgaben kann, muss, oder sollte ich im Unternehmen selbst wahrnehmen und welche erbringe ich unter Zuhilfenahme von Partnern wie zum Beispiel u?bergeordneten Tourismusorganisationen oder Agenturen und Freiberuflern. Denn um den Herausforderungen der Digitalisierung auf Augenho?he begegnen zu ko?nnen braucht es sehr spezialisierte Fachkra?fte. Profis, die nicht nur zum Zeitpunkt Ihrer Einstellung auf der Ho?he der Zeit sind, sondern es auch bleiben.

Das stellt große Anforderungen nicht nur an die Mitarbeiter, sondern auch und vor allem an das Unternehmen. Es gibt Aufgaben die zwingend vor Ort erledigt werden mu?ssen – bei denen lokales Wissen und Handeln den entscheidenden Vorsprung ausmacht – und es gibt Aufgaben, bei denen es u?berhaupt keine Rolle spielt wo sie erledigt werden. Vor diesem Hintergrund steht fu?r uns aktuell also die Frage nach der Arbeitsorganisation (und natu?rlich der Finanzierung dieser Aufgaben) im Mittelpunkt aller U?berlegungen.

Tourismuszukunft: Wie sieht nach Ihrer Meinung die Standortvermarktung 2020 aus?

André Kretzschmar: Nun, 2020 ist in ziemlich genau 3 Jahren. Mir fehlt der Glaube an eine vollsta?ndig vera?nderte Situation des o?ffentlich finanzierten Tourismusmarketings in so kurzer Zeit. Doch es wird mehr Orte und Regionen geben, die sich mit zukunftssicherer Finanzierung und effektiven Netzwerken an die sich vera?ndernden Rahmenbedingungen angepasst haben. Je erfolgreicher diese Orte und Regionen in der Vermarktung ihres touristischen Produktes bis dahin sind, desto schneller werden andere diese Strukturen und Aufgaben fu?r die eigene Organisation u?bernehmen.

Zur Person:

André Kretzschmar leitet seit 2010 die Tourismuszentrale Stralsund. Vorherige Stationen waren die Usedom Tourismus GmbH sowie der Tourismusverband Vorpommern. 

André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund
André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund
Kategorien
Allgemein Destinationen Marketing & Vertrieb Publikationen Touristische Trends Veranstaltungen

Interview Tobias Woitendorf: „Die Thesen motivieren zum weiteren Handeln.”

Beim 1. fvw Roundtable in Rostock konnte ich die 13 Thesen zur Zukunft des öffentlich finanzierten Tourismusmarketings zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Es entstand eine rege und offene Diskussion und damit der von uns gewünschte Austausch über zukünftige Aufgaben der Standortvermarktung und damit einhergehende Veränderungen.

Diese Diskussion möchten wir weiterführen und werden daher im Verlauf der nächsten Wochen verschiedene Akteure zu den 13 Thesen befragen und deren Antworten hier auf unserem Blog veröffentlichen.

Den Anfang macht Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Marketing & Kommunikation des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Er war Initiator des 1. fvw Roundtables und stand im Nachgang zur Veranstaltung für ein Interview bereit. 

fvw Roundtable in Rostock in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.
fvw Roundtable in Rostock in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.

Tourismuszukunft: Was war Ihr erster Gedanke nach Durchsicht der 13 Thesen? 

Tobias Woitendorf: Dass die Thesen noch einmal pointieren, was Destinationsmanagern seit Längerem durch den Kopf geht: Ein Weiter-so im Sinne des Verwaltens von Strukturen kann es nicht oder zumindest nicht mehr lange geben. Dass sie zum Denken und Handeln motivieren. Dass es einen Königsweg nicht gibt, dass aber der Veränderungsdruck fast überall zunimmt und nach Antritt und Lösungen verlangt. Und dass die 13 Thesen natürlich zum Teil auch dem Zeitgeist entspringen und daher nicht als absolut, allumfassend und abgeschlossen gelten können. Dennoch bringen sie frischen Wind in eine Diskussion, die intensiv zu führen sich mehr denn je lohnt. Das haben wir übrigens auch an der Anteilnahme zum 1. fvw Roundtable in Rostock gemerkt, bei dem die Thesen erstmals vor Publikum vorgestellt wurden.

Tourismuszukunft: Welche angesprochenen Punkte innerhalb der Thesen sind für Sie im Hinblick auf eine zukunftweisende Entwicklung die relevantesten?

Tobias Woitendorf: Ich nehme mal eine heraus: Das Ende der Website ist eine provokante und überspitzte These. Ich habe jedoch selbst seit Längerem ausgedrückt, dass man sich in der Frage des Kanals oder Ortes von Informationen nicht ideologisieren lassen sollte. Dort, wo sich die eigenen Markenwerte nahtlos am besten entfalten und vermitteln lassen, sollte man sich bewegen. Das wird unter uns Datengetriebenen wohl nicht wieder die Schiefertafel sein, aber in alle Zukunft hinein bestimmt auch nicht die eigene Website.

Tourismuszukunft: Was ist nach Ihrer Meinung entscheidend, damit ein zukunftsgerichteter Wandel überhaupt stattfinden kann?

Tobias Woitendorf: Erstens der Wille und das Mandat, einen Prozess der Veränderung mit möglicherweise im Verlauf anzupassenden Zielstellungen zu starten und zu kuratieren. Zweitens der Mut, aus dem hierarchischen und bürokratischen Denken herauszukommen, offen für neue Wege zu sein und gegebenenfalls auch mal abbiegen oder umkehren zu dürfen, ohne über Gebühr geprügelt zu werden. Drittens die Erkenntnis, dass Veränderung und kreative Zerstörung geschaffene Werte nicht auflösen, sondern deren Sicherung und dem Finden neuer Maßstäbe und Chancen dienen – und davon abgeleitet letztlich auch der Legitimation von DMOs. Wer an seinem Existenzrecht nicht aktiv arbeitet, kann und sollte seiner zukünftigen Existenz nicht sicher sein.

Tourismuszukunft: Welche Ableitungen aus den 13 Thesen ergeben sich für Ihre Organisation?

Tobias Woitendorf: Sie passen zu unseren Zielen. Wir befinden uns seit längerem in einem Prozess der inhaltlichen Fokussierung, der inneren Ordnung, der finanziellen Sicherung sowie der Arbeitsteilung mit unseren Partnern vor allem auf der regionalen Ebene. Dieser Prozess läuft nicht im Eiltempo. Manchen Hoch- und Übermotivierten stellen sich Ergebnisse nicht schnell genug ein, andere sind sich nicht sicher, ob es Fortschritt geben muss oder geben kann, wieder anderen verschafft die Offenheit des Ansatzes mehr Unbehagen als Freude.

Und natürlich gibt es auch noch diejenigen, die grundsätzlich an der Zukunft von DMOs zweifeln. Demgemäß steht ein Verband wie unserer auch in der Frage der zukünftigen Aufstellung vor der steten Herausforderung, unterschiedlichste Interessen und Perspektiven in Einklang zu bringen – hoffentlich auch in der aktuellen Situation mit Erfolg.

Tourismuszukunft: Wie sieht nach Ihrer Meinung die Standortvermarktung 2020 aus?

Tobias Woitendorf: 2020 ist ja schon morgen. Ich gehe nicht davon aus, dass dann allerorten Prozesse so weit umgestellt sind und sein müssen, dass sich die DMOs von 2016 nicht mehr wiedererkennen ließen. Folgende Aufgaben bleiben im Kern: 1. Marke schützen, entwickeln und kommunizieren, 2. Datenhoheit sichern, 3. Ordnung und Struktur im eigenen System optimieren, 4. politischen Rahmen beeinflussen.

2020 werden wir aber sehen, dass das Rennen der Innovatoren um die vorderen Plätze im digitalen Cockpit voll entbrannt ist. Ich glaube wiederum nicht, dass diejenigen, die dann nicht vorn sind, gänzlich verloren sein müssen. Wenn sie einigermaßen clever sind, können sie von den Erfahrungen und Erfolgen der explorativen Vorkämpfer profitieren. Und auch aus deren Misserfolgen, denn man kann ja auch aus den Fehlern anderer lernen. Hektik und Aktionismus sind also unangebracht. Wer nicht abhebt, sondern einen Fuß vor den nächsten setzt, läuft weniger Gefahr, sich zu weit von seiner Basis zu entfernen. Denn diese muss integrativ mitgenommen und mitqualifiziert werden.

Auf allen Ebenen bedarf es technischer Kompetenzen ebenso wie eines gemeinsamen Verständnisses vom Sinn des Wandels. Wer Daten sammelt und gewinn- und reichweitebringend weitergeben will, muss ihre Qualität sichern. Zu lange sollte man allerdings mit dem Aufbruch auch nicht warten. Sonst spülen einen die Veränderungen in der Außenwelt womöglich in das Meer der nutzlosen Dinge.

Zur Person: 

Seit 2007 arbeitet Tobias Woitendorf für denTourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Er leitet die Marketing- und Kommunikationsabteilung und ist seit 2008 auch stellvertretender Geschäftsführer. Er studierte an der Humboldt-Universität in Berlin. 

Tobias Woitendorf, Stellv. Geschäftsführer /Leiter Marketing & Kommunikation, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern
Tobias Woitendorf, Stellv. Geschäftsführer /Leiter Marketing & Kommunikation, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, Foto TMV/Duerst
Kategorien
Allgemein Destinationen Kommunikation Marketing & Vertrieb Social Media Technologie Trends Veranstaltungen

#TheVideoSummit – A SUCCESS STORY

Vor genau einem Monat waren wir noch mit den letzten Vorbereitungen für den Video Summit in Leipzig beschäftigt. Wie die Zeit vergeht.

Zwischenzeitlich waren wir nicht untätig und haben Photos gesichtet, unsere Kommunikation ausgewertet und einige Statements eingefangen. Darüber hinaus haben einige der teilnehmenden Blogger Videos geschnitten und online gestellt.

Aus der Fülle an Content wollen wir an dieser Stelle das Beste präsentieren und damit die ‘success story’ des ersten Video Summits ‘erzählen’. Die komplette Zusammenfassung findet Ihr hier.

Der Video Summit in Zahlen

Zum Video Summit in Leipzig durften wir insgesamt 150 Teilnehmer begrüßen. Die Mehrheit, 95 Teilnehmer kamen aus Deutschland, 55 aus der ganzen Welt. Wir hatten Videoblogger, Filmemacher und Speaker aus den USA, Kanada, Südamerika, Frankreich, UK sowie den Niederlanden vor Ort.

Unter dem Hashtag #TheVideoSummit wurde auf Twitter, Facebook und Instagram fleißig kommuniziert und das Live Reporting meines Kollegen Günter Exel erzielte während des Summits über 1.400 Views. Weitere Zahlen gibt es hier.

#TheVideoSummit Photo Greg Snell
#TheVideoSummit Photo Greg Snell

Die spannendsten Vorträge des Video Summits

Der Video Summit bot zwei Tage lang ein volles Programm für die anwesenden Video-Profis sowie die teilnehmenden Akteure aus der Tourismusindustrie.

Einige der besten Vorträge und Panels haben wir nicht nur live übertragen, sondern auch aufgenommen. Ihr findet sie hier.

KEYNOTE: THE FUTURE OF THE INTERNET WILL BE VIDEO, Nicolas Chibac
KEYNOTE: THE FUTURE OF THE INTERNET WILL BE VIDEO, Nicolas Chibac, Photo Greg Snell

Die Video Summit-Kollaboration

Über 15 der anwesenden Videoblogger und Videographer blieben nach dem Summit in Leipzig und produzierten zu verschiedenen Themen Videos. Diese Kollaboration diente einerseits des Austausches untereinander sowie andererseits der Produktion von Bewegtbildmaterial um und zu Leipzig. Eine kleine Auswahl an Videos findet Ihr hier:

TravelingJules: https://youtu.be/3qSz7kJIf5s 

Mike Corey: https://youtu.be/u-Xn7wr6K6o  

Kristen Sarahhttps://youtu.be/9VF83LiDlI0  

Hey Nadine: https://youtu.be/g44vv17eOX8 

Das Summit-Video

Last but not least wurde natürlich auch zum Summit selbst ein Video produziert. Greg Snell, der auch die Bilder zum Video Summit gemacht hat, hat die besten Momente eingefangen. Ihr findet es hier.

PANEL DISCUSSION SNAPCHAT
PANEL DISCUSSION SNAPCHAT, Photo Greg Snell

Fazit

Der Video Summit war die erste Konferenz mit ausschließlichem Fokus auf das Thema Bewegtbild und Travel. Speziell der Mix aus Videoproduzenten, Videoblogger sowie Interessierten aus der Branche machte die Konferenz für beide Seiten sowie für Leipzig selbst zu einem Erfolg. Und dieser lässt sich am besten durch Statements derer transportieren, die auch dabei waren. Mehr findet Ihr hier.

The Video Summit, October 4-5 2016
The Video Summit, October 4-5 2016

Interessant ist, dass hier beim Summit Experten aus aller Welt zusammenkommen und man so die Möglichkeit hat, bei einem Kaffee miteinander zu diskutieren. Das ist eine sehr gute Gelegenheit, sich in der Branche weiterzuentwickeln. –Juliana Broste aus Denver

Ich bin sehr begeistert von der Konferenz insgesamt, ich dachte nicht, dass es so cool wird. Aber all die kreativen Menschen inspirieren mich tatsächlich sehr. – Rachel Rye aus Colorado

Mir gefällt die Bedeutung des Ganzen hier. Der Summit ist wirklich wichtig für unsere Zeit und das, was wir alle tun. Die Unterhaltungen waren sehr informativ. – Ajay Mantri Nord-Kalifornien