Kategorien
Destinationen Gesellschaftliche Trends Reiseveranstalter Veranstaltungen Webinare

Zukunftstag zum Thema Nachhaltigkeit am 16. Juni

Nach unseren Zukunftstagen am 4. Juni (Reisevertrieb) und am 5. Juni („New normal’“ für Destinationen) veranstalten wir diesen Monat einen eigenen Zukunftstag zum dem Nachhaltigkeit im Tourismus.

Warum ein eigener Zukunftstag zu diesem Thema?

Wir glauben, dass jetzt ein idealer Zeitpunkt ist, um sich diesem Thema noch intensiver zu widmen und die verschiedenen Facetten eines nachhaltigen Handels im Tourismus aufzuzeigen. Mit der Coronakrise hat das Thema aus unserer Sicht noch mehr an Bedeutung gewonnen, da sich grundsätzliche Rahmenbedingungen in fast allen Segmenten des Tourismus verändern und sich dahingehend ein Teil der Nachfrage langfristig anpassen wird (muss). Die Krise bietet somit eine einmalige Chance, das eigene Handeln und Denken zu hinterfragen und die neuen Anforderungen an ein sicheres, bewussteres und damit auch anderes Reisen in erfolgreiche Konzepte zu gießen.

Rechtzeitig hinschauen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern. Foto:Greg Snell

Worum geht es beim Zukunftstag zum Thema Nachhaltigkeit?

Mit dem ersten Zukunftstag zum Thema Nachhaltigkeit wollen wir einerseits einen Überblick über aktuelle Projekte im Tourismus geben und damit konkrete Einblicke gewähren, wie das Thema in Destinationen sowie bei Reiseveranstaltern umgesetzt wird. Ergänzt wird dieser praktische Teil durch zwei Workshops, die das Thema zum einen unter den aktuellen Covid-19-Anforderungen betrachten sowie zum anderen auf der strategischen Ebene. Letzterer im Hinblick auf eine veränderte Vision, Leitbild sowie Werte und daraus ableitenden Konsequenzen für das eigene Unternehmen und die Marke.

Bei den Zukunftstagen schauen wir natürlich immer in die Zukunft. Foto: Greg Snell

Andererseits geht es uns aber auch um einen ganzheitlichen Blick bzw. Ausblick und in diesem Zusammenhang diskutieren wir mit namhaften Expert*innen über generelle Veränderungen und deren Auswirkungen auf das Reisen mit Corona sowie auch danach.

Alle detaillierten Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung für die verschiedenen Formate findest du hier.

Den Vormittag beginnen wir wie immer mit einem übergreifenden Panel zum Thema:

  • 9:00 Uhr – 9:45 Uhr Kick-off Panel: Ist bzw. wird Nachhaltigkeit ‘the new normal’ in Zeiten von Corona?
  • 10:15 Uhr – 11:00 Uhr Corona und Nachhaltigkeit – Wie Reiseveranstalter mit dem Thema umgehen
  • 11:30 Uhr – 12:15 Uhr Praxisbeispiel aus Destination – Schleswig-Holstein

Nach der Mittagspause (12:15 – 13:00 Uhr) wird es immer praktischer und zum Abschluss wollen wir wieder einen Blick in die Zukunft wagen.

  • 13:00 Uhr – 13:45 Uhr Praxisbeispiel aus Destination – Kreta
  • 14:00 Uhr – 15:30 Uhr 1. Workshop: Aus den notwendigen Covid-19-Maßnahmen Chancen generieren
  • 14:00 Uhr – 15:30 Uhr 2. Workshop: Strategische Auswirkungen eines nachhaltigen Handels entlang des Tourismuszukunft-Ringmodells
  • 15:45 Uhr – 17:00 Uhr Expertengespräch: Post-Corona – Eine nachhaltigere Welt? 

Ein Überblick über unser komplettes Programm (Detail-Infos & Anmeldung –> HIER!). Die Veranstaltungen laufen alle über die Videokonferenz-Software Zoom.

Gerade wenn der Weg noch nicht ganz klar ist, gilt es ihn zu zeichnen. Foto: Greg Snell

Danke an unsere Partner und Unterstützer

Auch dieser Zukunftstag wäre ohne die Unterstützung unserer Partner sowie den verschiedenen Akteuren aus der Branche nicht möglich. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Übernahmen von Moderation, die Teilnahme an Diskussionen, die Bewerbung der Veranstaltung oder auch das Teilen der Inhalte durch Live-Streams auf eigenen Facebook-Seiten. Im Speziellen sind hier dieses Mal zu nennen: blueContec, Weitsicht – Büro für zukunftsfähige Wirtschaft und die Leuphana Universität Lüneburg.

 

Kategorien
Change Management Destinationen eLearning Gesellschaftliche Trends Marke Technologie Trends Touristische Trends

Change4Destination – Was hat sich seit unserem Thesenpapier getan?

Ihr erinnert Euch sicher noch: 2016 veranstalteten wir einen Think Tank zusammen mit Innovation Norway. Wir luden verschiedene Experten aus der Reiseindustrie nach Hamburg ein und diskutierten zwei Tage lang die Zukunft des öffentlich finanzierten Tourismusmarketings.

Schon vor diesem Think Tank war uns klar, dass sich das Destinationsmarketing bzw. das Management von Destinationen – aus unserer Sicht kann eine reine Marketingrolle nicht mehr existieren – sich ändern muss, um im Wettbewerb mit globalen Playern zu bestehen bzw. eine – durchaus – neue Rolle zu besetzen.

Fragen wie die folgenden standen auf unserer Liste und wurden in großer sowie kleineren Runden besprochen:

  1. Wie müssen sich Destinationen zukünftig aufstellen, um online gegen globale Wettbewerber zu bestehen sowie offline zu überzeugen?
  2. Wie sind Organisationsstrukturen anzupassen, um mit den ständigen Veränderungen im digitalen Zeitalter Schritt zu halten?
  3. Welche Aufgaben fallen eher weg und welche kommen dazu oder müssen sich ändern?
  4. Was brauchen Managementorganisationen in Destinationen? Speziell an Know-how, technischen Infrastrukturen sowie Budget?
  5. Wie muss „Tourismus“ zukünftig gedacht werden, um nicht nur Touristen zu gefallen, sondern auch in den Orten nachhaltig zu wirken?

Resultat ist unser Whitepaper Change4Destination mit 13 Thesen.

Der Change4Destination Think Tank in Hamburg, 2016
Change4Destination Think Tank in Hamburg, 2016

Wie so oft im Leben ist es schön, wenn irgendwo etwas geschrieben steht. Die Frage ist jedoch: Ändert es auch tatsächlich das Tun? Und wenn ja, dann wie? Um diesen Fragen nachzugehen, habe ich mich bei meinen Netzwerkkolleg*innen umgehört bzw. einen Blick auf unsere Projekte sowie die Branche geworfen. Und siehe da, ich konnte eigentlich zu fast jeder These etwas finden. Mir ist bewusst, dass die nun folgenden Beispiele nur einen Ausschnitt dessen darstellen, was derzeit passiert. Insofern lade ich jede*n Leser*in ein, weitere hinzuzufügen.

Je nach derzeitigen Entwicklungsstand habe ich die einzelnen Thesen mit * markiert. Die Anzahl der Sterne steht dabei für den Grad der Entwicklungs- bzw. Veränderungsstufe.

*** hoch  |  **mittel  |  *niedrig

 

1. STANDORTE DER ZUKUNFT SIND ENABLER STATT FULFILLER **

Im Bereich des Enabling hat sich einiges getan. Viele DMOs – sei es auf Landes-, Stadt-, Regions- oder Ortsebene – verstehen sich immer mehr als „Wegbereiter“ in die digitale Zukunft und investieren in diese wichtige Rolle. Im Fokus stehen dabei die Vermittlung von Wissen und damit die Weiterbildung in verschiedenen Bereichen.

Ein erwähnenswertes Projekt in diesem Zusammenhang ist die „Digitale Sprechstunde“ des Tourismusclusters Brandenburg, der Tourismusakademie Brandenburg und der Tourismus-Marketing Brandenburg sowie einigen IHKn. Neben den bereits in digitaler Form vorliegenden Lerninhalten innerhalb des Tourismusnetzwerkes sollte es nun auch landesweit Vor-Ort-Schulungen geben. Nachdem genau eruiert wurde, welche Themen in welcher Region und auf welchem Niveau vermittelt werden sollten, fanden in den ersten Monaten dieses Jahres bereits 25 Präsenz-Seminare in verschiedenen Reiseregionen Brandenburgs mit über 400 Teilnehmer*innen statt. Mehr zu diesem Projekt gibt es hier zu erfahren.

 

2. NUR WER AUCH FEHLER IN KAUF NIMMT, KANN ETWAS VERÄNDERN *

Bei dieser These geht es im Kern darum, agile Freiräume zu schaffen, in denen man sich traut, neu zu denken – vielleicht auch ein wenig zu spinnen – und dadurch Dinge anzustoßen. Das beinhaltet eigentlich immer, dass man diese neuen Denkanstöße oder Ideen auch wieder verwirft bzw. verwerfen kann oder nach einiger Zeit merkt, dass man eine andere Richtung einschlagen sollte. In diesem Sinne sollte man dann auch gar nicht von Fehlern sprechen, sondern z.B. von einem anderen möglichen Weg.

Wichtig ist, dass man etwas tut und entsprechende Freiräume dafür hat. In vielen Organisationen gibt es diese Freiräume leider (noch) nicht. Das tägliche Tun „überlagert“ oft alles und gibt kaum Luft, anders zu denken. Hier müsste sich noch viel an den jetzigen internen Strukturen ändern, um die vielfältigen Potenziale – die auf jeden Fall da sind – aus den Organisationen herauszuheben.

Ein Ansatz bzw. eine Art von Freiraum können Barcamps sein. Wir haben hier schon einige realisiert und sind immer wieder positiv überrascht, mit wie viel Kreativität, Offenheit und Engagement Neues erst besprochen, dann konzipiert und letztlich auch umgesetzt wurde. Nicht alles war für immer, doch darum geht es wie oben erwähnt auch nicht. Alleine das Tun selbst hat vieles andere angestoßen.

An dieser Stelle seien zwei Beispiele genannt:

Thüringer Barcamp Tourismus in Erfurt

Dieses Barcamp wurde vom Wirtschaftsministerium des Landes Thüringen im Mai dieses Jahres organisiert und vereinte Studierende und Azubis aus dem Tourismus sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Thema war, die Zukunft im Tourismus zu gestalten – speziell was das Arbeitsumfeld angeht – und zu besprechen, wie dieses aussehen könnte. Kristine hat dieses Barcamp moderiert und besonders gefiel ihr, dass der Austausch sehr offenen war und die Diskussion der Jugendlichen dadurch sehr wertvoll. Probleme und Herausforderungen in der Ausbildung wurden klar angesprochen und durchaus auch kritisch diskutiert. Ein Resultat des Barcamps: Das Wirtschaftsministerium wird eine Imagekampagne bezüglich der Verbesserungsansätze für das Arbeiten im Tourismus aufsetzen. Mehr Einblicke bekommt Ihr in diesem Video:

Das Niedersachsencamp

Diese Camp wird von den AboutCities mit Unterstützung durch TourismusMarketing Niedersachsen organisiert und existiert seit 2017.
Am Camp nehmen schwerpunktmäßig Akteure aus dem Städtetourismus der Tourismusbranche in Niedersachsen teil. Zum Start 2017 ging es im Kern um Städte & Kultur. Was hat das Barcamp bewegt? Das Niedersachsencamp brachte Tourismus- und Kulturleute zusammen, zeigte gemeinsame Herausforderungen sowie auch Missverständnisse auf und schaffte dadurch eine Zusammenarbeit mit gleichen Zielen.
Mehr Informationen gibt es hier.
Gestalter statt Getriebener sein - These aus dem Thesenpapier Change4Destination
Nicht treiben lassen, sondern führen und mitgestalten.

3. GESTALTER STATT GETRIEBENER SEIN **

Wer gestalten möchte, benötigt dazu die entsprechenden Ressourcen, sei es finanzieller Art oder durch entsprechendes Wissen. Beide Faktoren sind bekanntermaßen – speziell in öffentlichen Strukturen – nicht immer ausreichend vorhanden. Ändern kann man daran – aus unserer Erfahrung heraus – nicht immer etwas, aber oft. Und hier wären wir beim Willen. Im globalen Wettbewerb braucht es einen starken Willen, etwas gestalten und nicht nur verwalten zu wollen. So einfach sich das anhört, so schwer ist es oft.

Dieser Wille ist unabdingbar damit verbunden, ob man voran geht oder hinterherläuft. Sehr oft sehen wir, dass es z.B. finanzielle Ressourcen sowie den Zugang zu Know-how gibt, jedoch nicht den Willen, voran zu gehen oder Dinge einfach einmal anzugehen und aufzubauen. In diesem Zusammenhang geht es gar nicht mal um die ganz großen neuen Projekte, Strukturen oder Technologie-Prozesse, es geht viel mehr erst einmal darum, das zu nutzen, was grundsätzlich schon da ist bzw. mit vorhanden Kapazitäten umgesetzt werden könnte.

Ein gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang der Hochschwarzwald. Vieles von dem, was dort konsequent umgesetzt wird, ist nicht unbedingt neu. Es ist jedoch die Konsistenz und Leidenschaft, die der Region einen Vorsprung, zum Beispiel bei der Nutzung von Kundendaten, verschafft. Sie ist damit in der Lage, ihre Produkte passgenau anzupassen, online auszuspielen sowie offline erlebbar zu machen. Damit wird sie zum wirklichen Gestalter in der Destination und zum Liebling der Kunden.

Mehr Informationen: Im Rahmen des Thüringer Tourismustages habe ich mich kurz mit Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, unterhalten können. In den Podcast reinhören. (Für Android-Nutzer hier) Des Weiteren ist seine Präsentation vom Tourismustag hier zu sehen.

 

4. INKUBATOR-ROLLE: BRUT- STATT SCHAUKASTEN *

Crowdfunding Projekte – sicher nicht zu vergleichen mit der Finanzierung von Inkubatoren, jedoch ein Weg zur Förderung – gibt es einige im Tourismus, aber auch noch nicht sehr viele. Dabei ist diese Art der Finanzierung durchaus prädestiniert für touristische Projekte. Dazu empfehle ich auch meinen Artikel zum Thema.

Ein tolles Projekt in diesem Zusammenhang ist die FlämingSchmiede sowie die einzelnen Projekte, die hier Unterstützung erhalten haben. Im Sommer 2017 startete der Fläming diesen Crowdfunding-Wettbewerb für die touristische Produktentwicklung. Wichtiger Bestandteil dieses Projektes: Nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die integrierten Qualifizierungsmaßnahmen für Produktentwicklung, Social-Media-Nutzung/-Kommunikation etc. Außergewöhnliche Geschäftsideen sollten eine Förderung finden und damit auch eine Bühne um zu wachsen. Das ist in diesem Rahmen auf jeden Fall gelungen und das sogar so gut, dass das Projekt Modell ist für eine landesweite Umsetzung.

 

5. SCHNELL FRISST LANGSAM *

Diese These ist in ihrer Aussage übergreifend zu verstehen. Es ist, glaube ich, kein Geheimnis, dass sich vor allem technologische Entwicklungen in ihrer Akzeptanz und Nutzung in der breiten Masse immer rasanter vollziehen. Das hat Implikationen auf viele Dinge, so auch auf das eigene organisatorische Modell bzw. Geschäftsmodell. Diese Implikationen möglichst schnell in Kontext setzen zu können und darauf zu reagieren, ist entscheidend für das zukünftige Fortbestehen. Wir wissen um die Herausforderungen – speziell in öffentlichen Strukturen – sehen aber auch, dass es geht. Die im Folgenden genannten Projekte sind dafür sehr gute Beispiele.

Fokus Umsetzung statt monatelange Analyse und Abwägung
Heutzutage ist es nicht unbedingt der Klügere, der, der einen entscheidenen Vorteil hat, sondern der, der schneller in der Umsetzung ist.

6. – 8. DATENQUALITÄT IST KERNAUFGABE/ ÖFFNET DIE DATENSILOS/ DAS ENDE DER WEBSITE ***

Aus unserer Sicht hat sich hier einiges getan. An dieser Stelle seien zwei Projekte explizit zu nennen.

Das erste ist die DACH KG. Hierzu hat Florian schon einige Artikel veröffentlicht, darüber hinaus gibt es auch ein offizielles Dokument zum Nachlesen. 

Was ist die DACH KG?

Die DACH-KG ist ein Zusammenschluss aus Vertretern der Deutschen Zentrale für Tourismus, Österreich Werbung, IDM Südtirol, Tirol Werbung, Vorarlberg Tourismus, Thüringen Tourismus, Tourismus-Marketing Brandenburg, Rheinland-Pfalz Tourismus, AboutCities Niedersachsen, Allgäu, LTS Südtirol und der Hochschule Kempten.

Es geht darum, einen touristischen Knowledge Graph für den DACH-Raum zu schaffen, d.h. einen Wissensgraph, in dem alle semantisch ausgezeichneten touristischen Informationen an einem Ort zugänglich sind. Dieser Knowledge Graph wird aus den jeweiligen dezentralen Datenbankstrukturen Inhalte aggregieren (Crawling) und in einer Graphen-Datenbank visualisieren. Mehr Informationen gibt es hier.

Auf Destinationsebene ist die ThüCAT – Thüringer Content Architektur für Tourismus – hervorzuheben.

Was ist die ThüCAT?

Die ThüCAT ist eine übergreifende Datenbanklösung, um digitalen Content aller touristischen Partner aus Thüringen nachhaltig zu organisieren.

Sämtliche touristische Inhalte (wie Bilder, Informationen, Produkte, Veranstaltungen usw.) werden zentral an einem Ort gebündelt und den großen Plattformen (z.B. Booking.com oder Google) einfach zugänglich gemacht, um damit die Auffindbarkeit im Netz zu erhöhen. Die Inhalte der Datenbank sind für Akteure aller Ebenen frei zugänglich (Open Data) und können für alle Kanäle genutzt werden. Mehr Informationen.

Warum sind beide Projekte sinnvoll?

Eine gemeinsame Standardsprache, eine gemeinsame Auszeichnung von Inhalten bzw. die Schaffung einer gemeinsamen Wissensbasis (Knowledge Graph) für den DACH-Raum und auf Landesebene bieten – neben der Sicherstellung der Verfügbarkeit von Daten über Systemgrenzen hinweg – einen Nährboden für Innovationen. Durch die vernetzte Nutzung der Daten werden neue Anreize und Mehrwerte geschaffen und damit einhergehend auch neue Produkte und Dienstleistungen. Darüber hinaus erhöhen sie die Chance auf echten Wettbewerb zu den großen Playern.

Was hat das mit dem Ende der Website zu tun?

Sehr viel, denn letztlich landet genau dort ein Großteil des in den Organisationen vorliegenden Contents und dort bleibt er dann meist auch. Leider. Das gilt es zu ändern und wie in den oben genannten Beispielen zukünftig anders zu machen.

 

9. DAS IMAGE IST TOT – ES LEBE DIE IDENTITÄT **

Wie lange reden wir schon über das Image. Wir machen Image. Wir machen Imagewerbung. Wir verkaufen Image. Ja, in Ordnung – oder eben nicht.

Was soll das eigentlich genau bedeuten?

Das Image ist das Fremdbild und damit die Außensicht auf etwas, also das Gesamtbild oder der Gesamteindruck von Personen auf einen Meinungsgegenstand. Diese Außensicht ist oft sehr subjektiv. Natürlich kann man diese Außensicht beeinflussen, aber man kann sie nicht im eigentlichen Sinne kreieren. Und da besteht der große Unterschied in der Wahrnehmung und letztlich auch im Tun.

Wenn ich glaube, Image zu „machen“, verpasse ich die eigentliche Chance, eine wirkliche Identität aufzubauen. Nur die Identität prägt ein Image nachhaltig. Nur die Identität kann ein Vorstellungsbild, eine Wahrnehmung, bei relevanten Zielgruppen etablieren und festigen. Image ohne Identität ist wie das Überraschungsei ohne Inhalt – vielleicht ganz lecker, aber sinnfrei. Insofern steht der Aufbau einer Markenidentität mit Vision, gemeinsamen Werten, Geschichten und einer gelebten Kultur am Anfang von jeglichem Tun, speziell im Kontext der Digitalisierung.

Wir – insbesondere Johannes – durften in diesem Zusammenhang schon einige Markenprozesse begleiten. An dieser Stelle seien zum Beispiel der Chiemgau oder Grömitz genannt. In Grömitz gibt es auch einen schönen Markenleitfaden. Reinschauen lohnt sich!

Image braucht Identität und nicht andersherum. #Change4Destination
Ohne Identität kein Image oder andersherum – Image ohne Identität funktioniert nicht.

10. DER KUNDE IST GRENZENLOS *

Die Grenzenlosigkeit des Kunden spiegelt sich in vielen Aspekten wieder. Am deutlichsten wird sie sicher im heutigen Medienkonsum und Kommunikationsverhalten. Ich kann zu jeder Zeit, an jedem Ort (blenden wir mal kurz die Netzabdeckung in Deutschland aus…), mit fast jedem auf dieser Welt (hypothetisch) in Kommunikation treten. Grundsätzlich wäre das möglich.

Das ist eine noch nie da gewesene Dimension der Interaktionsmöglichkeiten, des Wissensaustausches sowie des direkten Zugangs zu Informationen. Allein diese digitalen täglichen „Grenzüberschreitungen“ machen vielen Organisationen und Unternehmen gelegentlich noch Bauchschmerzen.

Wo es keine wirklichen Kommunikationsgrenzen mehr gibt, kann es eigentlich auch gar keine lokalen Grenzen mehr geben. Der Kunde ist im Zweifelsfall dem jeweiligen Anbieter um einen Klick voraus. Insofern liegt die Zukunft im grenzenlosen, speziell im Kontext des Erlebens vor Ort. Ein schönes Beispiel dafür ist das #URBANANA – Projekt in Nordrhein-Westfalen.

Vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet erstreckt sich eine bananenförmige 10-Millionen-Metropole, die sich lieber grenzenlos, offen und gemeinsam vermarktet, als klein und allein. Es geht auch darum die jeweiligen Highlights herauszustellen, aber vor allem die Vielfalt deren Kombinationen.

„An einem Wochenende im Belgischen Viertel in Köln einkaufen, klönen und feiern. Vormittags dann in Düsseldorf am Rheinstrand erholen und in die Galerieszene abtauchen, um dann am Sonntag – endlich mal – das neue Ruhrgebiet zu entdecken.“ Das ist #URBANANA – das ist grenzenlos.

 

11. DIE PRODUKTQUALITÄT IST ENTSCHEIDEND *

Für mich persönlich ist diese These eine der wichtigsten im ganzen Paper. Wenn wir über Digitalisierung sprechen, sind wir immer ganz schnell bei Plattformen, Daten, Technologien oder sogar beim neuen Social-Media-Account. Sicher, diese Dinge gehören zur Digitalisierung, sie sind aber letztendlich nur Mittel zum Zweck. Eine mittelmäßige oder sogar schlechte Produktqualität ist nicht nur enttäuschend für den Kunden, sie ist auch schädlich für das Unternehmen bzw. die Destination. Der Kunde ist grenzenlos – siehe vorherige These – und das besonders (leider), wenn es um die Kommunikation von unzureichender Qualität geht. Es kann sich heutzutage eigentlich keiner mehr erlauben, nur mittelmäßig zu sein.

Der Fokus hin zum Produkt ist daher ein entscheidender und einige Organisationen/Destinationen sind hier schon sehr gut unterwegs. Thüringen zum Beispiel mit seinen Leitprodukten. Zukünftig werden nicht mehr breite Themen wie Kultur, Natur und Gesundheit vermarktet, sondern Produkte, Angebote sowie Events aus allen Themenbereichen – passend zu ausgewählten Zielgruppen und Reisemotiven. Jede Zielgruppe hat dabei ein Reisemotiv, dem ein exzellentes Leitprodukt zugeordnet ist. Mehr zu diesem Thema findet sich hier.

 

12. HERAUSRAGENDE LEADER INSPIRIEREN AKTEURE **

Wenn Daniel Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming, von seiner FlämingSchmiede erzählt, geht es schwerpunktmäßig um Kreativität, genau gesagt um ein Kreativ-Netzwerk. Denn das hat sich aus dem Crowdfunding-Wettbewerb (siehe oben) nun herausgebildet und wird den Fläming weiter mit Innovationen füttern. Und genau darum geht es. Etwas starten, aufbauen, weiterführen. Leute animieren und involvieren. Menschen zu neuen Ideen inspirieren.

Führen und dabei inspirieren - dadurch lassen sich Leute motivieren. Change4Destination Whitepaper
Führen bedeutet eigentlich zu motivieren und zwar die, die man zu führen glaubt.

13. GANZHEITLICHE UND GRENZÜBERSCHREITENDE PRODUKTENTWICKLUNG **

Es gibt in diesem Zusammenhang zahlreiche Projekte, besonders auf europäischer Ebene. Oft im Zusammenhang mit Grenzregionen. Ich möchte daher an dieser Stelle ein Projekt vorstellen, dass man vielleicht nicht auf den ersten Blick hier einordnen würde. Es handelt sich dabei um das Projekt „#EuroFoodTrip: Collaboration over competition“.

Warum ist es besonders? Weil es zwei Regionen – Costa Brava Pirineu de Girona Tourist Board (Spanien) und Apt Servizi Emilia-Romagna Regional Tourist Board (Italien) – aus verschiedenen Ländern betrifft, die eine große Leidenschaft vereint: sehr gutes Essen. Beide Regionen beherbergen u.a. jeweils eines der erfolgreichsten Restaurants auf der Welt und dementsprechend war es sinnvoll, diese Gemeinsamkeit und damit das Thema „Food“ mit all seinen lokalen Produkten innerhalb einer internationalen Kampagne zu vermarkten. Die Kampagne gewann 2017 den World Travel Award for Europe’s Leading Marketing Campaign Mehr Informationen.

Wir sollten mehr in Gemeinsamkeiten denken und weniger in Unterschieden.

 

So, Gratulation an alle, die es bis hierhin geschafft haben. Mir ist bewusst, dass dies viel Input war – doch in unserer Branche tut sich halt auch viel und das ist gut so. Es freut mich persönlich auch sehr, zu sehen, dass unser Whitepaper Change4Destination immer noch im Gespräch ist. Bei vielen unserer Projekte kommt es regelmäßig zur Sprache oder ist manchmal auch Ausgangspunkt um loszulegen. Genau deshalb haben wir uns 2016 zusammen gesetzt.

Habt Ihr weitere Projekte, die hier Erwähnung finden sollten? Dann immer her damit – gerne auch per E-Mail: c.fischer@tourismuszukunft.de

Bis ganz bald, Eure Catharina

 

Kategorien
Gesellschaftliche Trends Marke Team

Wir leben und lieben New Work – Netzwerke sind für uns die Zukunft des Arbeitens

Das Thema New Work – ein sogenannter Megatrend – trifft den Nerv der Zeit. Die Gesellschaft ist im Wandel und das nicht nur aufgrund der vorschreitenden Digitalisierung. Die Generation Y und Z, haben kein Interesse an der ‚alten’ Arbeitswelt mit festen Strukturen und strengen Hierarchien. Mit der Globalisierung zum Weltbürger herangewachsen, verlangen sie nach offenen Strukturen, Flexibilität und Selbstbestimmung. Die viel zitierte Work-Life-Balance muss stimmen, erst dann das Gehalt. Die Digitalisierung und die damit einhergehende allumfassende Vernetzung macht in diesem Zusammenhang neue Arbeitsmodelle möglich und manche irgendwann auch überflüssig. Sie spielt jedoch nicht – wie oft falsch verstanden – die Hauptrolle beim Thema New Work, sondern der Mensch steht im Zentrum der neuen Arbeitswelt. 

New Work ist die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten. Foto: Greg Snell

 

Für Tourismuszukunft ist New Work kein Megatrend mehr, sondern ein Lebensmodell

Warum? Weil

1.) wir davon überzeugt sind, dass Menschen ihre eigene Persönlichkeit mit in die Arbeit einbringen müssen, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

2.) ohne Selbstbestimmung und Sinnstiftung kein kreatives Denken und Handeln möglich ist und damit keine Innovation.

3.) heterogene und dynamische Netzwerke das bestmögliche Ergebnis erzielen und nicht Abteilungen mit homogenen Strukturen und Expertenwissen.

4.) das Vertrauen in den Einzelnen der Grundstein für eine tiefe Zufriedenheit ist, die letztendlich eine wirkliche Identifikation mit der Arbeit bzw. dem Arbeitgeber ermöglicht.

„Werte kann man sich nicht aneignen, sondern nur leben.“

Catharina Fischer , Netzwerkpartnerin Tourismuszukunft

Ein heterogenes Netzwerk aus Individuen mit unterschiedlichen Fähigkeiten = bestmögliche Ergebnisse. Foto: Greg Snell

Wie sieht New Work bei uns im Alltag aus? Das zeigt Euch unser Netzwerkpartner Pascal.

Was bedeutet New Work für den Tourismus?

  1. Steigerung der Reiseintensität – Das Arbeiten an verschiedenen Orten wird Alltag und ist keine Ausnahme mehr. Das Reisen und erleben neuer Orte ist somit Teil der Arbeit bzw. des Arbeitsprozess.
  2. Neue Nachfragegruppen – Steigende Nachfrage nach neuen Raum- Lebens- und Erleben-Konzepten die beides vereinen – Leben und Arbeiten.
  3. Die Life Balance rückt weiter in den Vordergrund. Steigende Ausgaben, um diese stetig zu verbessern und fortwährend aufrechtzuerhalten.
  4. Das Arbeiten in heterogenen und dynamischen Netzwerken – ‚mixed Teams‘ mit Vielfalt an Perspektiven – reduziert Fachkräftemangel.

Du willst auch New Work leben?

Auf was wartest Du? Wir suchen neue Netzwerkpartner – oder helfen auch gerne Dir in der Umsetzung in Deinem Unternehmen.

Kategorien
Allgemein Destinationen Marketing & Vertrieb Publikationen Touristische Trends Veranstaltungen

Interview Tobias Woitendorf: „Die Thesen motivieren zum weiteren Handeln.“

Beim 1. fvw Roundtable in Rostock konnte ich die 13 Thesen zur Zukunft des öffentlich finanzierten Tourismusmarketings zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Es entstand eine rege und offene Diskussion und damit der von uns gewünschte Austausch über zukünftige Aufgaben der Standortvermarktung und damit einhergehende Veränderungen.

Diese Diskussion möchten wir weiterführen und werden daher im Verlauf der nächsten Wochen verschiedene Akteure zu den 13 Thesen befragen und deren Antworten hier auf unserem Blog veröffentlichen.

Den Anfang macht Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Marketing & Kommunikation des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Er war Initiator des 1. fvw Roundtables und stand im Nachgang zur Veranstaltung für ein Interview bereit. 

fvw Roundtable in Rostock in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.
fvw Roundtable in Rostock in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.

Tourismuszukunft: Was war Ihr erster Gedanke nach Durchsicht der 13 Thesen? 

Tobias Woitendorf: Dass die Thesen noch einmal pointieren, was Destinationsmanagern seit Längerem durch den Kopf geht: Ein Weiter-so im Sinne des Verwaltens von Strukturen kann es nicht oder zumindest nicht mehr lange geben. Dass sie zum Denken und Handeln motivieren. Dass es einen Königsweg nicht gibt, dass aber der Veränderungsdruck fast überall zunimmt und nach Antritt und Lösungen verlangt. Und dass die 13 Thesen natürlich zum Teil auch dem Zeitgeist entspringen und daher nicht als absolut, allumfassend und abgeschlossen gelten können. Dennoch bringen sie frischen Wind in eine Diskussion, die intensiv zu führen sich mehr denn je lohnt. Das haben wir übrigens auch an der Anteilnahme zum 1. fvw Roundtable in Rostock gemerkt, bei dem die Thesen erstmals vor Publikum vorgestellt wurden.

Tourismuszukunft: Welche angesprochenen Punkte innerhalb der Thesen sind für Sie im Hinblick auf eine zukunftweisende Entwicklung die relevantesten?

Tobias Woitendorf: Ich nehme mal eine heraus: Das Ende der Website ist eine provokante und überspitzte These. Ich habe jedoch selbst seit Längerem ausgedrückt, dass man sich in der Frage des Kanals oder Ortes von Informationen nicht ideologisieren lassen sollte. Dort, wo sich die eigenen Markenwerte nahtlos am besten entfalten und vermitteln lassen, sollte man sich bewegen. Das wird unter uns Datengetriebenen wohl nicht wieder die Schiefertafel sein, aber in alle Zukunft hinein bestimmt auch nicht die eigene Website.

Tourismuszukunft: Was ist nach Ihrer Meinung entscheidend, damit ein zukunftsgerichteter Wandel überhaupt stattfinden kann?

Tobias Woitendorf: Erstens der Wille und das Mandat, einen Prozess der Veränderung mit möglicherweise im Verlauf anzupassenden Zielstellungen zu starten und zu kuratieren. Zweitens der Mut, aus dem hierarchischen und bürokratischen Denken herauszukommen, offen für neue Wege zu sein und gegebenenfalls auch mal abbiegen oder umkehren zu dürfen, ohne über Gebühr geprügelt zu werden. Drittens die Erkenntnis, dass Veränderung und kreative Zerstörung geschaffene Werte nicht auflösen, sondern deren Sicherung und dem Finden neuer Maßstäbe und Chancen dienen – und davon abgeleitet letztlich auch der Legitimation von DMOs. Wer an seinem Existenzrecht nicht aktiv arbeitet, kann und sollte seiner zukünftigen Existenz nicht sicher sein.

Tourismuszukunft: Welche Ableitungen aus den 13 Thesen ergeben sich für Ihre Organisation?

Tobias Woitendorf: Sie passen zu unseren Zielen. Wir befinden uns seit längerem in einem Prozess der inhaltlichen Fokussierung, der inneren Ordnung, der finanziellen Sicherung sowie der Arbeitsteilung mit unseren Partnern vor allem auf der regionalen Ebene. Dieser Prozess läuft nicht im Eiltempo. Manchen Hoch- und Übermotivierten stellen sich Ergebnisse nicht schnell genug ein, andere sind sich nicht sicher, ob es Fortschritt geben muss oder geben kann, wieder anderen verschafft die Offenheit des Ansatzes mehr Unbehagen als Freude.

Und natürlich gibt es auch noch diejenigen, die grundsätzlich an der Zukunft von DMOs zweifeln. Demgemäß steht ein Verband wie unserer auch in der Frage der zukünftigen Aufstellung vor der steten Herausforderung, unterschiedlichste Interessen und Perspektiven in Einklang zu bringen – hoffentlich auch in der aktuellen Situation mit Erfolg.

Tourismuszukunft: Wie sieht nach Ihrer Meinung die Standortvermarktung 2020 aus?

Tobias Woitendorf: 2020 ist ja schon morgen. Ich gehe nicht davon aus, dass dann allerorten Prozesse so weit umgestellt sind und sein müssen, dass sich die DMOs von 2016 nicht mehr wiedererkennen ließen. Folgende Aufgaben bleiben im Kern: 1. Marke schützen, entwickeln und kommunizieren, 2. Datenhoheit sichern, 3. Ordnung und Struktur im eigenen System optimieren, 4. politischen Rahmen beeinflussen.

2020 werden wir aber sehen, dass das Rennen der Innovatoren um die vorderen Plätze im digitalen Cockpit voll entbrannt ist. Ich glaube wiederum nicht, dass diejenigen, die dann nicht vorn sind, gänzlich verloren sein müssen. Wenn sie einigermaßen clever sind, können sie von den Erfahrungen und Erfolgen der explorativen Vorkämpfer profitieren. Und auch aus deren Misserfolgen, denn man kann ja auch aus den Fehlern anderer lernen. Hektik und Aktionismus sind also unangebracht. Wer nicht abhebt, sondern einen Fuß vor den nächsten setzt, läuft weniger Gefahr, sich zu weit von seiner Basis zu entfernen. Denn diese muss integrativ mitgenommen und mitqualifiziert werden.

Auf allen Ebenen bedarf es technischer Kompetenzen ebenso wie eines gemeinsamen Verständnisses vom Sinn des Wandels. Wer Daten sammelt und gewinn- und reichweitebringend weitergeben will, muss ihre Qualität sichern. Zu lange sollte man allerdings mit dem Aufbruch auch nicht warten. Sonst spülen einen die Veränderungen in der Außenwelt womöglich in das Meer der nutzlosen Dinge.

Zur Person: 

Seit 2007 arbeitet Tobias Woitendorf für denTourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Er leitet die Marketing- und Kommunikationsabteilung und ist seit 2008 auch stellvertretender Geschäftsführer. Er studierte an der Humboldt-Universität in Berlin. 

Tobias Woitendorf, Stellv. Geschäftsführer /Leiter Marketing & Kommunikation, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern
Tobias Woitendorf, Stellv. Geschäftsführer /Leiter Marketing & Kommunikation, Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, Foto TMV/Duerst
Kategorien
News & Infos Veranstaltungen

Tourismuscamp Eichstätt – das war´s…

Das war die Schock-Nachricht der ersten Minuten des Camps: das letzte Tourismuscamp in Eichstätt – und was für eins!!! Zum Teil mehr als 220 Personen auf der Teilnehmerliste – obwohl wir nur 150 Teilnehmer (inkl. Orga) zum Camp zulassen – mehr Nachfrage als jemals zuvor. Das Camp lebt auch bei der neunten Auflage. Und trotzdem braucht es Veränderung – auch Tourismuszukunft hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt.

Tourismuscamp 2016

Entlokalisierte Barcamps für noch mehr Innovation

Wir sind nicht mehr lokal in Eichstätt verankert, sondern ein entlokalisiertes Netzwerkunternehmen – unser Camp entsprach nicht mehr zu 100% unseren Werten: das Streben nach Wandel, Innovation und Neugier ist eine Essenz unserer Unternehmenskultur. Bestehen bleiben soll das Format des Tourismuscamps, denn die Offenheit von Barcamps ist ein zentraler Erfolgsfaktor.  In Folge kann nur ein neuer Ort, mit neuen soziotechnischen Konstellationen und vielleicht ein paar neuen Gesichtern einen Schlüssel zur Innovation darstellen – wir freuen uns schon riesig darauf.

Tourismuscamp Eichstätt – es war uns ein Fest

Das neunte Tourismuscamp war wohl das schönste Camp in Eichstätt. Das lag auch am Wettergott, der den Russischen Eistauchern (leider nur in kleiner Besetzung aber dafür mit extra langen Programm vor Ort) alle Ehre machte. Ein fantastischer Schneefall am Freitag ermöglichte ein wildromantische Fackelwanderung zum Hotel Schönblick über den Dächern Eichstätts. Aber auch der Partyabend im Braugasthof Trompete war ein Erlebnis – tolle Musik, leckere Schäuferle und zahlreiche Hochmoorgeist-Runden – sie werden uns fehlen.  Aber auch auf inhaltlicher Ebene gab es wieder viele tolle Diskussionen – während und abseits der Sessions.

Zukunftstrends im Tourismus

Das Team des Unstrut Radweges hat in einer Storify das Camp inhaltlich zusammengefasst; gleiches hat auch das Anja Wendling für das Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz gemacht – herzlichen Dank hierfür. Zusätzlich haben wir auch in diesem Jahr ein Video mit Statements der Teilnehmer produziert.

Tourismuscamp 2017 – Bewerbungsphase gestartet…

Eichstätt ist Geschichte – nun suchen wir eine neue Heimat für das Tourismuscamp nächstes Jahr. Und ihr könnt Euch darauf bewerben – egal ob Destination, Hotel oder touristisches Unternehmen. Auf der Tourismuscamp-Seite haben wir zusammengefasst, was wir uns vom Gastgeber für die 10. Jubiläumsausgabe 2017 wünschen und welche Vorteile und Mehrwerte sich für den Gastgeber ergeben.

Wir würden uns freuen, wenn wir bei Euch die Innovationen im Tourismus diskutieren können!

Kategorien
Destinationen Immer wieder TZonntags Kommunikation Marketing & Vertrieb Offtopic Technik/ Web & Tech Technologie Trends Veranstaltungen Webinare

Immer wieder TZonntags: Voting Deutscher Tourismuspreis | Peeple – Bewertungsplattform für Menschen | Kostenfreies Webinar Whats APP im Tourismus | Facebook testet Video-Profilbilder | Brückenbau durch Tourismus | Der selbstauffüllende Kühlschrank | Botschafter Kampagne 2015 | Bits & Pretzels

20150904-IWTZ9 Beiträge die Ihr am Sonntagmorgen lesen könnt:

 

Kategorien
Destinationen Dienstleister Hotel Intermediäre MaFo/ Marktentwicklung Marketing & Vertrieb News & Infos Reiseveranstalter Technik/ Web & Tech Technologie Trends Termine Touristische Trends Veranstaltungen

VDR-TrendsPort 2013 – User Centered Mobility als Zukunftstrend?

Rund drei Tage vor Beginn der Veranstaltung „TrendsPort“ des VDR kam der Anruf – kurzfristig wäre ein Platz frei geworden. Nach den bereichernden Erfahrungen im letzten Jahr fiel meine Zusage innerhalb von Minuten. Das Motto „Zukunft denken und handeln“ beschäftigte dann vom 18. bis 20. Juli rund 20 Travelmanager, Mitarbeiter von Suppliern und technischen Dienstleistern. Abwechslungsreich moderiert und unter Verwendung von Methoden der Szenariotechnik wurden in diesen drei Tagen konkrete Handlungsansätze für die zukünftige Optimierung und Veränderung von Geschäftsreisemobilität erarbeitet.

Im ersten Schritt wurde die Perspektive sehr weit geöffnet und gesellschaftliche Trends und Entwicklungsstränge betrachtet und definiert. In sechs Feldern (Wirtschaft, Politik, Technik, Gesellschaft, Umwelt sowie Kunden und Märkte) wurden dann verschiedene Szenarien zu diesen übergeordneten Entwicklungen erarbeitet und heruntergebrochen auf konkrete Chancen und Risiken für den Bereich Business Travel. Um konkreten praktischen Nutzen zu sichern, wurden am Samstag in fünf Gruppen aus den Szenarien und Ergebnissen des Vortages Handlungsansätze für die Praxis abgeleitet. Bei der Vorstellung dieser Ansätze fühlte ich mich immer wieder an unser EU-Forschungsprojekt „service design in tourism“ erinnert – weil es auch hier am TrendsPort immer stärker darum geht, den einzelnen Reisenden in den Mittelpunkt zu stellen und seine Geschäftsreise durch IT-gestütztes experience design zu perfektionieren. Einige dieser Ansätze möchte ich gerne kurz vorstellen: