Kategorien
Destinationen Strategie

Lebensraumentwicklung gut und schön – aber wie umsetzen?

Von der Lebensraumperspektive haben wir hier im Blog schon öfter geschrieben. Dabei ging es einmal um die Utopie vom Lebensraum, der uns alle glücklich macht, ein andermal haben wir dir verschiedene Fragen zum Thema Lebensraum mit auf den Weg gegeben. Aber wie setzt man dies nun um? Wo fängt man an?

Gerne möchten wir dir hierbei helfen und skizzieren dir deshalb in diesem Beitrag ein mögliches Vorgehen, wie du zu ganz konkreten Maßnahmen für deine eigene, individuelle Lebensraumperspektive kommst.

In zwei offenen Workshops „What the Lebensraum?“ im März und April haben Anna & Andrea sowie Christoph & ich uns den Fragen gemeinsam mit euch gewidmet. Hierauf baut dieser Beitrag auf. In den Workshops hatten wir nur anderthalb Stunden Zeit. Um ganz konkret deine eigene Perspektive und deine eigenen Maßnahmen zu entwickelt, musst du definitiv tiefer eintauchen.

 

1. Klarheit bekommen: Was bedeutet Lebensraumperspektive?

Fragt man einmal, welche Stichworte Menschen im Tourismussektor beim Thema Lebensraum einfallen, fallen in erster Linie folgende Begriffe (Klick auf diese und alle weiteren Grafiken für eine größere Anzeige):

Workshop 1 „What the Lebensraum?“
Workshop 2 „What the Lebensraum?“

Auf den ersten Blick sind hier viele allgemeine und eher emotionale Begriffe zu finden: Wohlfühlen, Lebensqualität, Freude, Authentizität, Heimat, Akzeptanz, Miteinander. Du brauchst dies konkreter. Bevor du dich damit beschäftigst, was die Lebensraumperspektive für dich und deine Arbeit bedeutet, ist es notwendig, tiefer in diese Materie einzutauchen.

Frag dich:
Verstehe ich den Begriff Lebensraumperspektive
und seine Bedeutung?

Auf unserer Seite zum Lebensraum-Management haben wir einige vertiefende Informationen für dich aufbereitet, inklusive diverser relatierter Blogposts. Schau hier einmal ganz in Ruhe durch.

 

2. Handlungsfelder identifizieren

In unserem Workshop haben wir die Teilnehmenden unsere impulse4travel Lebensraum Map gezeigt und sie gebeten, grüne Punkte auf die für sie relevanten Themen und Handlungsfelder zu verteilen und schwarze Punkte auf die irrelevanten.

Das Ergebnis:

Workshops „What the Lebensraum?“ – relevante Handlungsfelder

Was deutlich wird: nahezu alle Themenfelder werden als relevant identifiziert. Die schwarzen Punkte wurden zum Teil im Sinne von „irgendwo muss ich ja auch noch einen schwarzen Punkt platzieren“ gesetzt (beispielsweise bei der „Globalisierung“ als direktem Gegenpart zur als überaus relevant bestimmten „Regionalität“). Der Megatrend „Gendershift“ wurde stark mit genderneutraler Sprache assoziiert. Letztlich geht es hierbei jedoch ebenso um das Aufbrechen tradierter Rollen, um mehr Diversität in Wirtschaft und Politik sowie gendergerechte Kommunikation und Angebote. Liest man dies, wird der Part plötzlich ebenso relevant.

Kurz: Letztlich spielen tatsächlich alle Megatrends und Perspektiven eine Rolle. Allerdings sind diese je nach Stadt bzw. Region und den bestehenden Rahmenbedingungen unterschiedlich ausgestaltet.

Frag dich:
Wie ist der aktuelle Status für die einzelnen Themenfelder bei mir
und welche Zielvorgaben sehe ich für diese?

Geh in Ruhe all die Punkte auf der impulse4travel Lebensraum Map durch – die großen wie die kleinen. Notiere dir alles, was dir hierzu einfällt: Aktuelle Maßnahmen und Projekte. Offene Fragen. Ideen. Beispiele anderer.

Definiere jeweils ein oder mehrere Ziele für die verschiedenen Handlungsfelder: Wie sollen diese im Sinne der Lebensraumperspektive zukünftig gestaltet sein?

 

3. Bewusstsein für die Chancen entwickeln

Um andere von der Lebensraumperspektive überzeugen zu können, musst du erst einmal selbst von dieser überzeugt sein.

Die Ergebnisse unserer Workshops, welche Chancen sich in dieser Ausrichtung verbergen, siehst du hier. Findest du dich selbst hierin wieder? Welche weiteren Chancen nimmst du diesbezüglich wahr?

Frag dich:
Was sind konkrete Chancen
für meine bereits definierten Handlungsfelder?

Erweitere am besten deine eigene Übersicht der Handlungsfelder und ihrer Ziele mit jeweils hieran gekoppelten Chancen.

 

4. Bewusstsein für die Herausforderungen entwickeln

Die Lebensraumperspektive ist allerdings nicht nur eitel Sonnenschein. Und so stehen den Chancen – gerade zum derzeitigen Zeitpunkt – ebenso noch viele Herausforderungen gegenüber:

Aspekte, welche hier besonders auffallen:

  • Der Zeitfaktor: Wie schaffe ich es, mich regelmäßig weiterzubilden und über all diese Handlungsfelder zu informieren? Wie nehme ich die Zeit zum Austausch mit allen her?
  • Der Gemeinsamkeitsfaktor: Wie schaffe ich es, tatsächlich die externen Akteur*innen einzubinden? Wie schaffe ich es, dass alle Gehör finden? Großes Stichwort hierbei: Tourismusakzeptanz.

Zu ersterem Punkt fällt mir direkt ein Satz ein, den ich oft im Zusammenhang mit dem Thema Fokus verwende: „Es ist nicht nur wichtig, was du tust. Fast noch wichtiger ist, was du nicht mehr tust.“ Wenn du mehr Zeit für etwas aufwenden willst, muss diese Zeit woanders herkommen. Was kann reduziert werden (bspw. innerhalb der Marketingaktivitäten)? Was ist eigentlich gar nicht deine Aufgabe, sondern liegt an sich eine Organisationsebene über oder unter dir?

Frag dich:
Was sind konkrete Herausforderungen
für meine bereits definierten Handlungsfelder?

Erweitere deine Übersicht der Handlungsfelder und ihrer Ziele wie bereits mit den Chancen ebenso mit jeweils hieran gekoppelten Herausforderungen.

 

5. Entwicklung konkreter Maßnahmen

Du bist die verschiedenen Handlungsfelder durchgegangen. Hast ihren aktuellen Status, Chancen und Herausforderungen zu ihnen notiert. Welche konkreten Maßnahmen ergeben sich hieraus? Vermutlich sind dir bereits bei den obigen Arbeitsschritten ganz viele Ideen gekommen.

Frag dich:
Welche ganz konkrete Maßnahmenideen
ergeben sich hieraus?

Was im Rahmen unserer Workshops auffiel: Es müssen nicht immer die riesengroßen Maßnahmen sein. Auch kleine Schritte bringen das Thema voran. Beispiele gewünscht?

  • Berührungspunkte schaffen zwischen Gästen und Einheimischen: Das kann eine Tourist-Information sein, die über ein attraktives Café verfügt. Das kann ein offener Coworking-Space sein. Oder angebotene Rundgänge mit Einheimischen.
  • Dank an die Einheimischen: Führe eine Lange Nacht oder einen Offenen Tag der Tourist-Info für die Einheimischen durch. Biete Einheimischen die Möglichkeit, sich kostenlos die touristischen Angebote vor Ort anzuschauen, sodass sie diese selbst besser verstehen können. Feiere ein gemeinsames Abschlussfest nach der stressigen Saison.
  • Feedback der Einheimischen einholen: Führe eine Umfrage durch, damit nicht nur die Lauten zu Wort kommen. Sorg für die öffentliche Information über geplante Maßnahmen – sowohl online über Website und Social-Media-Kanäle der Stadt und Region, aber auch offline, über Aushänge oder Informationsveranstaltungen auf dem Marktplatz.
  • Naturschutz: Schaff Wegekonzepte und ein Management der Besuchenden, welche Einheimischen, der Natur und den Gästen gleichermaßen zu Gute kommen. Kommuniziere Mehrwerte („dieser Weg ist kürzer und sicherer“) statt Verbote („auf diesem Weg störst du die brütenden Vögel“).
  • Aufgaben klar aufteilen: Neue Funktionsbeschreibungen für die Mitarbeitenden in touristischen Organisationen sind wichtig. Ebenso eine engere Kooperation mit Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung (längerfristig gesehen vielleicht sogar in Form einer gemeinsamen Organisationsstruktur?).

 

6. (bzw. 1.) Austausch & Zusammenarbeit

Viele Ideen stehen auf deinem Papier. Aber ging es nicht um das Gemeinsame? Den Austausch? Genau. Eine Lebensraumperspektive für deine Stadt oder deine Region entwickelst du nicht alleine am Schreibtisch. Dies hilft dir vor allem, selbst mehr Klarheit für das Thema zu finden.

Um eine Lebensraumperspektive tatsächlich in die Umsetzung zu bringen, brauchst du alle Akteur*innen mit am Tisch. Was hierfür notwendig ist:

  • Klarheit über die wesentlichen Akteur*innen: Die Lebensraumperspektive geht deutlich über deine gewohnten Partner hinaus. Weißt du beispielsweise, welcher Verkehrsverbund und Bürgerverein, welche Mitarbeitenden der Wirtschaftsförderung und welche ehrenamtlichen Helfer*innen bereits in relevanten Themenbereichen aktiv sind? Genau diese musst du mit an den Tisch holen, um eine tragbare Lebensraumperspektive zu entwickeln.
  • Hol dir Inspiration: Schau dir an, was andere machen. Nimm an entsprechenden Angeboten und (Online-)Präsentationen oder Tagungen teil. Tausch dich mit Vereinen und Verkehrsunternehmen aus.
    Natürlich möchten wir dich an dieser Stelle gerne auch noch mal auf unsere Open Week (28.5.-4.6.22 in Fischen im Allgäu) hinweisen. Denn Inspiration und Know-how rund um die Lebensraumperspektive bekommst du hier auf jeden Fall.

Und dann geht die richtige Arbeit erst los. Gemeinsam gilt es, konkrete Handlungsfelder zu identifizieren, Ziele festzulegen, Chancen und Herausforderungen ebenso wie relevante Akteur*innen zu benennen sowie ganz konkrete Aufgaben und Maßnahmen hiervon abzuleiten. Und dabei auf keinen Fall vergessen: Es sind immer auch die vielen kleinen Schritte, die wichtig sind. Fang am besten schon morgen damit an.

Wir sind sicher: Der Aufwand lohnt sich.

Und vielleicht sehen wir uns ja tatsächlich auch bei der Open Week und können dies miteinander weiter diskutieren?

In unserer OpenWeek diskutieren wir mit Euch über Lebensraum-Konzepte.
Open Week (CC BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler)

 

Kategorien
Change Management Destinationen Nachhaltigkeit im Tourismus Touristische Trends

Lebensraum – von Utopien, Zukünften und der Suche nach Glück.

Wir leben heute in einer komplexen Welt. Populisten versuchen zwar immer wieder mit einfachen Antworten zu signalisieren, dass es Abkürzungen gäbe, diese existieren aber nicht. Nicht in der Politik (siehe Afghanistan) oder bei den großen Themen unserer Zeit (siehe Klimawandel). Alles hängt mit allem zusammen, so auch in unserem Beritt. Lange Zeit war der Tourismus eine Insel der Glückseligkeit – oder besser gesagt: Wir haben uns das erfolgreich selbst vorgemacht.  Wir liebten unsere Branche für ihre Wirkung. Unser Tenor:

  • wir tun was für die Welt, indem wir Geld in die Regionen bringen, die es am nötigsten brauchen.
  • wir tun was für die Welt, auch indirekt durch Völkerverständigung, interkulturellen Austausch und Bewusstseinsbildung
  • wir tun was für die Welt, indem wir Regionen stabilisieren, sozial schwächer gestellte unterstützen und Wohlstand sichern
  • ganz nebenbei gestalteten wir den Reisenden die „schönste Zeit des Jahres“ – kurz: wir arbeiteten in der schönsten Branche der Welt!

Viele liebten es in dieser Branche zu arbeiten; wir waren die Guten, wir kümmerten uns um die unbeschwerten Sonnenseiten des Lebens. Aber dieses ungetrübte Selbstbild hat Risse bekommen. Verwerfungen und blinde Flecken, die wir nicht nur in unserer Branche nicht länger ausblenden können, sondern die auch von außen zunehmend sichtbar werden.

Die schöne, heile Scheinwelt ist nicht mehr.

So schrieb unlängst der STANDARD: „Eine Neuorientierung scheint im Tourismus wegen der Erderhitzung unausweichlich. Gewachsene Strukturen machen das zu einem Kraftakt sondergleichen“.  Aber nicht nur der Klimawandel erzeugt in der Tourismusbranche Veränderungsdruck und beeinflusst die Wahrnehmung. Auch während der Corona-Krise war der Tourismus „der Schuldige“ für die globale Ausbreitung bzw. die Reiserückkehrer häufig der Grund für weitere Wellen und Einschränkungen.

Abwehrhaltung

Overtourism oder Crowding erzeugen nicht erst seit Start der Pandemie Probleme in tourismusintensiven Regionen. Amsterdam, Venedig oder auch in unseren heimischen Gefilden – der Aufstand der Bereisten ist da und er wird politisch instrumentalisiert. Der Tourismus ist weit weg von der Insel der Glückseligkeit. Er ist auf dem Weg zur Zigarette des 21. Jahrhunderts – wenn wir nicht den notwendigen Wandel vollziehen! Mit der von uns initiierten impulse4travel-Initiative und dem Manifest haben wir in einem ersten Schritt mögliche Handlungsstränge und Optionen identifiziert, die auch Du für Dein Unternehmen oder Deine Region adaptieren kannst – hier geht es zum Zukunfts-Check.

Reisen ist nicht per se gut – und wird nicht mehr für alle verfügbar sein (können).

Der Tourismus hatte schon immer seine Schattenseiten. Insbesondere der Massentourismus mit seinen austauschbaren, identitätslosen Nicht-Orten in Form von Flughäfen, Bettenburgen und Resorts, hat Formen des Tourismus geschaffen, die alles andere als funktionierende Regionen und Märkte erzeugt hat. Mal abgesehen davon, dass die Touristik selbst unter den kleinen Margen gelitten hat und heute noch leidet. Der Anspruch, für alle gesellschaftliche Schichten den idealtypischen Urlaub am Meer – überall auf diesem Planeten – bieten zu können, bzw. zu müssen, ist schlicht überholt.

Bahnreisende

Es ist schon jetzt absehbar, dass Reisen – insbesondere die Flugreise – teurer werden muss, bzw. ein weniger massenverfügbareres Gut wird. Und das vollkommen zu recht – Der Tourismus ist Teil des Problems, solange die wahren, global-gesellschaftlichen Kosten nicht eingepreist werden. Das Reisen und insbesondere die Flugreise ist Treiber des Klimawandels – und grünes Fliegen noch in weiter Ferne. Eine Verlagerung auf erdgebundene Reisen mit klimafreundlichen Antriebsformen ist unausweichlich, wenn wir das 1,5 Grad Ziel von Paris einhalten wollen. Damit werden sich auch die Zielgruppen, Reiseströme und das Reiseverhalten verändern. Der Wandel ist gekommen um zu bleiben – und bringt wie immer, neben Angst und Skepsis, auch große Chancen für die Aufgeschlossenen mit sich!

Die Utopie vom Lebensraum, der uns alle glücklich macht!

Der Tourismus ist also kein einfaches Phänomen, in dem Tourist*innen durch eine simple räumliche Veränderung an einem anderen Ort ihre Zeit verbringen und erholt wieder zurückkehren, ohne Einfluss auf den besuchten Lebensraum zu haben. Und die Verwicklungen mit dem Umfeld, der Umwelt und den sozialen Gefügen nehmen zu und werden komplexer, je mehr wir die Nicht-Orte des Massentourismus verlassen. In unseren Breitengraden will die lokale Bevölkerung diese Nicht-Orte meist nicht mehr haben. Die Widerstände gegen Neuansiedlungen von Bettenburgen und Resorts oder Erweiterungen von Flughäfen und anderer flächenintensiver Infrastruktur nehmen zu. Bürgerentscheide sprechen z.B. im Fränkischen Seenland oder durch die vielen kritischen Stimmen bei jeder Bewerbung um internationale Sport-Großevents, eine deutliche Sprache.

Der Schutz der Lebensqualität bzw. der eigenen Heimat, des Lebensraums steht immer öfter über kurz- und mittelfristigen, ökonomischen Interessen der Branche. Der Schrei nach langfristigen Perspektiven, aktiver Steuerung und Besucherlenkung, wird ebenso immer lauter. Die schlechten (Tages-)Tourist*innen sind dabei immer die anderen. Aber auch für die braucht und gibt es passende Angebote. Wir müssen uns nur endgültig davon verabschieden, mit einem Angebot oder in einer Region alle glücklich machen zu wollen, sondern Entscheidungen treffen. Für was stehen wir? Welche Formen des Tourismus wollen wir? Wie sollen unsere Lebensräume in Zukunft aussehen und wie wollen wir den Weg dorthin gestalten?

Integrierte, ganzheitliche Strategien mit einer Vision und konsequenten Werten.

Lebensräume - Ganzheitliche Tourismus- und Wirtschaftsräume
Lebensräume – Ganzheitliche Tourismus- und Wirtschaftsräume (CC-BY 2.0 Realizing Progress)

Viele Regionen konzipieren und strukturieren ihr Handeln in Sektoren und entwickeln Strategien im Kontext des jeweilig dominierenden Megatrends oder Sektors. Oft mit deutlichen Zielkonflikten und ohne innere Kohäsion. Die Zeit dieser Silo- oder Trichter-Denke muss spätestens seit Corona vorbei sein. Die Pandemie hat uns gezeigt, wie sehr die Herausforderungen dieser Welt miteinander verwoben sind. Außerdem hat sie viele Entwicklungen derartig beschleunigt und unser Verhalten so weit verändert, dass wir endgültig mit den althergebrachten Denkweisen und Paradigmen nicht mehr zukunfts- und handlungsfähig sind.

Umso wichtiger ist es, Regionen als vollintegrierte, ganzheitliche Lebensräume zu verstehen und zu steuern. Nur so können wir die Veränderungen der Zukünfte, die auf uns warten, sinnvoll bewältigen. Resilienz entsteht durch Robustheit, Flexibilität & Lernfähigkeit. Wir haben es jetzt in der Hand, die Utopie von Lebensräumen, die einen Großteil der Bevölkerung (auf Zeit) umfassend glücklich machen, mit Leben zu füllen. Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen!

 

Kategorien
Change Management Touristische Trends Veranstaltungen

Fehler, Learnings und noch viel zu tun!

Dietrich Bonhoeffer hat es so gesagt: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ Im Rahmen unseres Zukunftstages #Perspektive2025 haben wir viele Fehler gemacht – aber nur wer Fehler macht, kann daraus lernen. Lernen kann man aber auch von den Kompetenzen eines starken Netzwerks – das hat der Zukunftstag ebenso gezeigt. Unsere zentralen Learnings dieses Tages findest Du in diesem Artikel.

Wenn du Prozesse veränderst, rechne mit allem.

Ja, wir haben wieder etwas Neues ausprobiert und dabei richtig „ins Klo gegriffen“. Wir hatten für unseren Zukunftstag mehr als 500 Anmeldungen; für einen Tag, der sich nicht mit der #PerspektiveJetzt oder #Überbrückungshilfe und Co. beschäftigt, sondern mit morgen, nein übermorgen! Also ein toller Erfolg, so viele Menschen für einen Zukunftstag auf Basis von #impulse4travel – unseres Manifests zur Zukunft der Tourismusbranche – zu begeistern.

Wir starteten also mit viel Elan in den Tag. Aber falsch gedacht. Vorab hatten wir uns lange Gedanken gemacht, wie wir den Anmelde- und Kommunikationsprozess rund um den Zukunftstag noch besser gestalten können. Wir haben dafür Webinarpress als Lösung identifiziert und getestet, und dieses Tool auch bereits bei anderen kleineren Kundenprojekten eingesetzt. Aber dann kam der Ansturm und unser Server mit der Webinarpress-Lösung ging in die Knie. Niemand konnte mehr auf den Teilnahmelink klicken; nicht mal mehr wir die Liste der Teilnehmenden aus Webinarpress exportieren. Dann stehst du da… mit gerade mal 70 Teilnehmer*innen, die zu Beginn via Zoom mit dabei waren. Und dann passierte etwas Wunderbares: das Tourismuszukunft-Team hielt zusammen und alle taten, was notwendig war. Die Kommunikationsmaschine wurde angeschmissen, Anmeldelisten exportiert, Newsletter aufgesetzt, auf allen Kanälen persönliche Nachrichten versandt. Das Tourismuszukunft-Team zeigte, was echte Flexibilität und Offenheit ist. Mit dem Ergebnis: mehr Teilnehmende als eigentlich angemeldet waren letztendlich dabei – laut Zoom-Statistik  des Webinars 794 Teilnehmer*innen verteilt über den Tag.

Manchmal bringt dich etwas aus dem Tritt – aber es ist eine Frage der Haltung, wie man mit dieser Krise umgeht.

Wenn du einen Zukunftstag machst, zeichne ihn auf.

Ja, wir wissen, dass nicht alle jederzeit mit dabei sein konnten. Wir haben deshalb die einzelnen Sessions zum Direktabruf im Nachgang zur Verfügung gestellt, damit jede*r auch nachträglich mit dabei sein kann. Dies gilt explizit für folgende Sessions:

  • Ein Masterplan für den Tourismus – Der gemeinsame Weg für die Branche mit Frau Mag. Ulrike Rauch-Keschmann von der Sektion V – Tourismus und Regionalpolitik des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in Österreich (Video bei Youtube).

  • Zukunftsweisende Tourismuspolitik in Deutschland mit Markus Tressel, Grüner Bundestagsabgeordneter für das Saarland und Mitglied im Ausschuss für Tourismus (Video bei Youtube).

  • Lightning Talks zu Best Practices in der Umsetzung des notwendigen Wandels im Sinn von #impulse4travel (Video bei YouTube)

Wenn Du mehr über Dich lernen willst, mach den Zukunfts-Check.

Du kannst auch die Abkürzung nehmen, indem Du unseren Zukunfts-Check im Sinn von #impulse4travel durchläufst. Damit kannst Du Dir die Frage beantworten, wie gut Dein Unternehmen für die Zukunft aufgestellt ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Wie Du siehst, es ist noch viel zu tun, um auch Dein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Wenn Du wissen willst, was wir noch gelernt haben.

  • Der Wandel in unserer Branche ist erst am Anfang: Es gibt viel zu tun – im Großen wie im Kleinen. Gerne wird die Verantwortung weitergereicht, aber jede*r kann bei sich selbst starten. Der Wandel ist in uns – wir sind der Wandel – und wir haben es in der Hand: day one or one day. Corona hat uns gezeigt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, Dinge anders zu machen. Heute ist dieser Tag, heute ist day one. Fangen wir an.
  • Ohne Dialog kein Wandel – Beteiligung ist das A und O: In mehreren Gesprächsrunden wurde im Zukunftstag deutlich, dass Beteiligung der zentrale Schlüssel zum Erfolg ist – egal ob man sich im Kleinen z.B. mit Führung im Unternehmen auseinandersetzen oder im Großen beispielsweise die Gestaltung von Lebensräumen angehen will. Alleine und top down ist zum Scheitern verurteilt. Umso wichtiger ist es, die richtigen Beteiligungsformate und Tools zu nutzen.
  • Routine ist unser aller Feind: Wir haben jetzt so viele Zukunftstage (20!) organisiert, dass wir uns zu sehr auf unsere Erfahrung verlassen haben. Gestern wurde uns das (fast) zum Verhängnis. An unterschiedlichen Stellen hätten wir durch ein Mehr an Kommunikation im Vorlauf das Events den gesamten Zukunftstag entspannter gestalten können. So mussten wir flexibel und kreativ werden. Können wir auch, aber muss ja nicht sein, wenn es auch anders geht. Und egal, ob die Referent*innen dir sagen, dass sie das mit Zoom jetzt schon können – nein, ein Techniktest muss sein.
  • Unser Manifest hat noch nicht genügend Unterstützer*innen: Ja, es sickert in der Branche; aber im gleichen Atemzug, wenn wir einen Zukunftstag zur #Perspektive2025 machen, blickt ein Großteil der Branche sehr kurzfristig auf morgen. Alte Logiken werden schnell wieder Einzug halten. Wir brauchen deshalb noch mehr Botschafter*innen für die richtigen und sinnvollen Ideen. Dich hat das Manifest überzeugt? Hier kannst Du Dich selbst zum Botschafter der Ideen machen.
  • Die Touristik muss in Lebensräumen denken: Viele DMOs, Hotels und auch die politischen Akteur*innen haben die Zusammenhänge und Verknüpfungen der Branche mit anderen Teilen des öffentlichen Lebens erkannt und managen diese aktiv. Es wird Zeit, dass sich auch die ewig gestrigen Akteur*innen der Branche ihrer Verantwortung bewusst werden – und ich meine nicht die Verantwortung gegenüber ihren Aktionär*innen oder Stakeholder*innen. Sondern den Menschen, Einheimischen, Mitarbeiter*innen, unserem Planeten und nicht zuletzt dem Image unserer Branche.

Wir als Tourismuszukunft – Realizing Progress nehmen das Manifest ernst. Wenn wir als Zukunfts- und Lebensraumgestalter wahrgenommen werden wollen, dann braucht es Haltung – Haltung denen gegenüber, die das nicht tun. Wir sind für eine offenere und nachhaltigere Welt und setzen uns auch dafür ein. Wir freuen uns über alle, die an unserer Seite stehen und mit uns Windmühlen bauen. Warum? Darum:

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“

(Chinesisches Sprichwort)

Kategorien
Change Management Destinationen Dienstleister Produktentwicklung Reiseveranstalter

Perspektive 2025: Die Zukunft jetzt aktiv gestalten

Am Freitag ging die letzte Podcast-Episode unserer futureWeek online. Mit täglichen Podcastfolgen bei Travelholics sowie abendlich hieran anschließenden Clubhouse-Talks haben wir uns letzte Woche verschiedene Aspekte des impulse4travel-Manifests etwas genauer vorgenommen und uns mit euch ausgetauscht. Was wir immer wieder gefragt werden: „Was kann ich selbst denn jetzt genau tun? Wie packe ich das Thema als Unternehmen bzw. Organisation nun an?“ Wir geben dir in diesem Beitrag ein paar Impulse und Antworten auf diese Fragen. Das echte Tun liegt dann aber natürlich dennoch bei dir.

1. Einen Überblick verschaffen: Worum geht es überhaupt?

Das große Ganze im Blick

Hast du das impulse4travel-Manifest schon gelesen? Nein? Dann fang am besten mal damit an. Das impulse4travel-Manifest fungiert wie ein Wegweiser in das Jahr 2025. Die dortige Vision sagt, dass der Tourismus zu diesem Zeitpunkt als Zukunfts- und Lebensraumgestalter in einer offenen und nachhaltigen Welt auftritt. In dem Manifest wird diese Vision mit acht Aspekten unterbaut.

Das Manifest inklusive seiner Aspekte wird zum Teil als recht abstrakt und komplex wahrgenommen. Deshalb findest du eine Vertiefung und erste operative Ableitung hierzu in diesem Blogpost sowie in diesem PDF.

2. Den Weg in die Zukunft mitgestalten: als Botschafter*in oder Unterstützer

Lass uns die Zukunft gemeinsam gestalten.

Frei nach dem Motto „Der Tourismus sind wir“ ist es notwendig, dass sich alle mit ihrer eigenen Rolle auseinandersetzen, die sie selbst übernehmen wollen. Ein erster Schritt kann dabei sein, das impulse4travel-Manifest zu unterstützen und aktiv an der Gestaltung der Tourismusbranche im eigenen Unternehmen oder als Privatperson mitzuarbeiten.

Ob mit deinem Unternehmen bzw. deiner Organisation als Unterstützer oder als einzelne Person als Botschafter*in – trage dich in die Liste ein. Damit machst Du sichtbar, dass dein Unternehmen oder Du selbst für die Vision des Tourismus als Zukunfts- und Lebensraumgestalter stehst und diese aktiv auch mit gestaltest. Für letzteres werden wir Dir immer wieder über unser Netzwerk Möglichkeiten anbieten.

Save the date: Am 4. Mai 2021 findet z. B. unser Zukunftstag #Perspektive2025 statt, zu dem wir dich hiermit schon recht herzlich einladen. Das konkrete Programm folgt in den nächsten Wochen.

3. Ein erster Check: Wie steht es um dein Unternehmen / deine Organisation?

Wie sieht es eigentlich bei mir selbst konkret aus?

Die in dem obigen Blogpost und PDF genannten Punkte sind noch immer sehr umfangreich und dir vielleicht auch noch immer zu wenig umsetzungsorientiert. Wie gut aber bist du konkret mit deinem Unternehmen für die Zukunft aufgestellt? Um diese Frage zu beantworten, haben wir einen kostenlosen #impulse4travel Zukunfts-Check erstellt. In diesem Fragebogen bekommst du 22 kurze Fragen über deine Unternehmenskultur, zum Thema Nachhaltigkeit sowie Offenheit und Digitalisierung gestellt. Du schätzt selbst ein, wo du aktuell stehst. Am Ende bekommst du eine Bewertung deines Selbst-Checks angezeigt.

Du hast Fragen, was du konkret anders oder besser machen kannst und vor allem auch wie? Sprich uns gerne an und lass uns gemeinsam dein Unternehmen etwas genauer unter die Lupe nehmen und  impulse4travel in seiner Gesamtheit auf dein Unternehmen anwenden.

4. Ins konkrete Tun kommen: Richte dein Unternehmen neu aus

Aktuell beschäftigen sich viele Unternehmen sehr stark mit dem Hier und Jetzt. Und natürlich sorgt Corona dafür, dass gegenwärtig viele Entscheidungen just in dem Moment getroffen werden müssen. Das nimmt dich aber nicht aus der Verantwortung, dein Unternehmen auch langfristig zu denken und für eine nachhaltige und offene Welt – gemäß des impulse4travel-Manifests – auszurichten.

Bei unserem Zukunftstag am 4. Dezember 2020 haben wir die einzelnen strategischen Schritte & Fragestellungen noch einmal verdeutlicht, mit denen du dich nicht nur für den Moment, sondern für deine langfristige Ausrichtung beschäftigen musst. In Kurzform bedeutet dies:

  • Wer bin ich eigentlich, wofür stehe ich und was macht mich aussergewöhnlich – jetzt und in der Zukunft?
  • Wer ist mein Wunschgast und welche Bedürfnisse und Anforderungen bringt dieser mit?
  • Was bedeutet dies für meine gesamte Produkterlebnisgestaltung?
  • Welche Stakeholder sind in dem Prozess selbst, aber auch generell zu beachten und zu integrieren?

Schau hierzu gerne auch noch mal in dieses Video rein. Ab Minute 20:45 konzentrieren wir uns auf genau diese strategischen Fragestellungen und tauchen noch etwas tiefer in die Thematik ein. Ab Minute 37:20 stehen dann eher kleinere, inhabergeführte Unternehmen im Fokus – was sind bei diesen Fragestellungen, die angegangen werden müssen?

 

Du siehst, es gibt einiges zu tun. Jetzt liegt es an dir. Mach den ersten Schritt.

 

Kategorien
Change Management Destinationen Gesellschaftliche Trends Touristische Trends

futureWeek 22.-26.03.2021: impulse4travel Podcasts & Clubhouse-Talks

Nächste Woche geht es mal wieder um die Zukunft. Natürlich nicht um irgendeine, sondern die unserer Branche. In einer Podcast-Reihe zusammen mit Roman Borch von Travelholics tauschen wir uns zu weiteren Themen des impulse4travel Manifests aus. Jeden Tag präsentieren wir Euch einen spannenden futureTalk und parallel dazu am Abend eine Clubhouse-Runde. Idee dahinter: Am Morgen reinhören und am Abend mitdiskutieren.

Die Zukunft beginnt jetzt

Um welche Themen geht es?

1. In der Krise liegt die Chance – Resiliente Geschäftsmodelle im Tourismus: Resiliente Geschäftsmodelle und damit Unternehmen besitzen einen strategischen Orientierungsrahmen, der nicht nur Antworten auf ökonomische Fragestellungen ermöglicht, sondern auch auf ökologische und soziale Herausforderungen. Speziell letztere verändern unsere moderne Gesellschaft seit Jahren und führen zu Wandlungsprozessen, die Unternehmen bewerten und für sich gestalten sollten. Im Gespräch mit Ingo Lies, Geschäftsführer Chamäleon Reisen GmbH, tauschen wir uns zu den Herausforderungen und Chancen eines resilienten Geschäftsmodells aus.

2. Nachhaltigkeit schafft Zukunft: Der Tourismus als Querschnittsbranche nimmt verschiedene Rollen im Kontext der Nachhaltigkeit ein. Aktuelle Themen wie Besucherlenkung oder die Gestaltung der Belange von Gästen und Einheimischen, sowie generelle Aspekte wie fortschrittliche Mobilitätskonzepte oder die lokale Wertschöpfung sind gleichermaßen relevant. Wie kann das für die Tourismusbranche eines Landes umgesetzt werden? Wie funktioniert das in der Praxis? Diese und weitere Fragen besprechen wir mit Ulrike Rauch-Keschmann, Leiterin der Sektion „Tourismus und Regionalpolitik“, Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in Österreich

3. Mitarbeiter*innen der Zukunft – Vorwärtsdenker und Zukunftsgestalter: Die Zukunft unserer Branche liegt in den Händen des Nachwuchses. Möglichkeiten der Teilhabe, des Ausprobierens und des Mitmachens schaffen Perspektiven, ein Bewusstsein für die eigene Berufung sowie Attraktivität der Branche. Können derzeitige Ausbildungsstrukturen und -ansätze das liefern? Braucht es ein Umdenken in Berufsschulen und Universitäten? Wie muss die heutige Ausbildung gestaltet sein, um die Vorwärtsdenker von morgen zu fördern? Das besprechen wir mit Dr. Florian Aubke, Head of Study Programs Tourism & Hospitality Management Department of Management an der FH Wien der WKW.

4. Auf Augenhöhe – der Tourismus als politischer Gestalter und Berater: Der Tourismus gestaltet auf politischer Bühne aktiv mit. So die Zukunftsvision von impulse4travel. Wie kommen wir als Branche dahin? Was und wen braucht es dafür? Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit Michael Buller, Vorstand VIR – Verband Internet Reisevertrieb e.V.

5. Work-Life-Blending – Tourismus wird durchlässig: Die Vermischung von beruflichen und privaten Belangen sowie die fehlende Abgrenzung von Arbeitszeit mit Zwischenmenschlichem machen die Grenzen zwischen Tourismus und Nicht-Tourismus durchlässiger. Workation als abgeleitete Lebensform wird nicht nur von digitalen Nomad*innen gelebt, sondern gehört in vielen gesellschaftlichen Schichten bereits zum natürlichen Verhalten. Der Tourismus schafft hierfür glaubwürdige und wertschöpfende Angebote. Wie solche Angebote aussehen können und welche Chancen sie gerade in ländlichen Regionen eröffnen, besprechen wir mit Veronika Engel, Vorstandsvorsitzende, CoWorkationAlps Initiative.

In die Podcast-Folgen könnt Ihr nächste Woche jeden Morgen ab 09:00 Uhr reinhören. Es gibt auch einen eigenen RSS Feed. Oder Ihr abonniert direkt den Travelholics-Podcast über die üblichen Podcast-Apps. Außerdem veröffentlichen wir jeden Morgen die aktuelle Folge auf unseren Social-Media-Kanälen.

Am Abend geht es auf Clubhouse weiter

Einladung zum Mitreden auf Clubhouse

Zu jeder Podcast-Episode wird es vom 22. bis 26. März einen abendlichen Clubhouse-Talk geben. Immer um 18:00 Uhr:

Seid Ihr eigentlich schon im Clubhouse-Club „Tourismus neu denken“?

Action speaks louder than words

Machen statt nur reden

Nach soviel Gesprächsstoff wollen wir ins Tun kommen. Nach einer kleinen Oster-Pause laden wir Euch am 12. April 2021 zu unserem impulse4travel Future-Camp ein. Was erwartet euch hier? Das gemeinsame Arbeiten an konkreten Ideen zur Umsetzung. Zu den oben genannten Themen sowie weiteren – von Euch vorgeschlagenen – werden wir Ideen-Räume aufmachen und gemeinsam mögliche Zukunftsperspektiven denken. Antworten statt Fragen, konkret statt abstrakt.

 

Kategorien
News & Infos Team

Digitalexperte Alexander Mirschel wird Netzwerkpartner bei Tourismuszukunft

„Du bist ja völlig verrückt … stell dir mal vor, das geht schief!?“

Solche und ähnliche Nachrichten bekam ich quasi im Minutentakt zu hören. Damals, anno 2013. Ich hatte den Entschluss gefasst, mein bisheriges Berufsleben komplett hinter mir zu lassen und den sicheren Hafen des öffentlichen Dienstes für immer zu verlassen. Beamtenstatus, gut bezahlte Position im gehobenen Dienst, ein Lehrauftrag als seinerzeit jüngster Dozent in Hessen – auf eigenen Wunsch erklärte ich alledem meinen Abschied.

Schon am nächsten Tag saß ich im Zug nach Frankreich, von wo aus meine fast elfmonatige Weltreise zunächst in die Karibik und später quer über die Kontinente folgen sollte. Der Ruf nach Veränderung, nach dem Wiederfinden der eigenen Träume und dem Neuerfinden meiner selbst war größer als jede Angst. Tja, stell dir mal vor, das geht schief. Zu meinem eigenen Erstaunen kamen diese Zweifel nur von außen, nie aus meiner eigenen Gefühlswelt.

Rückblickend betrachtet möchte ich ohnehin keine dieser Entscheidungen missen. Denn sie bescherten mir nicht nur unzählige Momente und Eindrücke, die ich zu Lebzeiten nicht mehr vergessen werde. Sie öffneten mir auch die Augen für meine eigenen Fähigkeiten, meinen weiteren Lebensweg und meine Ziele. Heute blicke ich auf sieben Jahre Selbstständigkeit zurück und freue mich, als neuer Netzwerkpartner bei Tourismuszukunft das nächste Kapitel in meiner durchaus ungewöhnlichen Biographie aufzuklappen.

Alexander Mirschel

Digitalisierung ist keine Gefahr, sondern Chance

In den letzten Jahren habe ich die fortschreitende Digitalisierung im Tourismus aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben dürfen. Ich habe eigene Onlineprojekte erfolgreich am Markt etabliert und meinen persönlichen Reiseblog niedblog.de zwischenzeitlich sogar zu einem der einflussreichsten Luxus-Reisemedien in Deutschland entwickeln können. Ich habe Startups von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Launch begleitet und dabei mitgewirkt, wie sich teils stark angestaubte Traditionsunternehmen völlig neu erfinden konnten.

Ich habe Reisebüros geschult und ihnen die richtigen Werkzeuge an die Hand gegeben, um das Internet und Digitalthemen nicht mehr als Gefahr wahrzunehmen, sondern als Chance. Und nicht zuletzt habe ich als Gern- und Vielreisender auch aus der ganz persönlichen Gastperspektive erleben dürfen, wie unterschiedlich Leistungsträger und Destinationen überfällige Prozesse angehen und umsetzen. Dazu gehört natürlich Mut, Neugierde und die Bereitschaft, alte Mauern einzureißen, um neue Wege zu gehen.

„Stell dir mal vor, das geht schief“ ist für wichtige Zukunftsentscheidungen nie ein guter Ansatz. Es geht nicht darum, auf jeden erdenklichen Trend aufzuspringen. Niemand soll seine eigene Identität aufgeben und Dinge tun, vor denen er Angst hat. Vielmehr geht es darum, Veränderungen so zu gestalten, dass man sich in seinem zukünftigen „Ich“ mit neuem Tatendrang wohlfühlt und wiederfindet. Und dieses Zukunfts-Ich am Markt erfolgreich bestehen kann. Das gilt für jeden von uns selbst, aber auch für Unternehmen, Produkte, Marken und Destinationen.

Alexander Mirschel auf Safari in Afrika

Gemeinsam die Zukunft realisieren

Heute betreue ich vor allem Projekte, bei denen es um passende Content-Strategien, digitale Kommunikationslösungen und moderne Vermarktung geht. Von Bloggen und Social Media über Videoproduktionen bis hin zu neuen Ansätzen in der Kundenakquise und dem Vertrieb. Ich freue mich darauf, meine Expertise fortan im Netzwerk von Tourismuszukunft einzubringen und den Wandel aktiv mitzugestalten. Dabei begeistern mich der Innovationsgeist des tollen Teams und die gelebte New Work Philosophie gleichermaßen, denn trotz der räumlichen Trennung stehen alle Netzwerkpartner im täglichen Austausch und nutzen selbst die zahllosen Möglichkeiten der Digitalisierung.

Gleichwohl darf das physische Miteinander nicht zu kurz kommen, weshalb neben den vielen Projekten auch die mindestens zweimal jährlich stattfindenen Co-Livings zum festen Bestandteil von Tourismuszukunft zählen. Für mich persönlich gehört das eigene Home Office in meiner Heimatstadt Frankfurt, gemischt mit ortsunabhängigem Arbeiten, ohnehin seit Jahren zur Realität.

Und wenn ich auf der Suche nach neuer Inspiration und völliger Entspannung bin, dann findet man mich möglicherweise einige Tausend Kilometer weiter südlich in irgendeiner Savanne, Steppe oder Wüste in Afrika. Denn nirgendwo sonst auf der Welt kann ich so gut abschalten und zu mir selbst finden wie auf einer Safari mit wilden Elefanten, Löwen und Giraffen. Dort, im gefühlten Nirgendwo der Zivilisation und fernab von Trubel und Digitalisierung, kommen mir häufig die besten Impulse und Ideen.

Lust auf Zukunft bekommen? Lass mich gerne wissen, welche Herausforderung wir gemeinsam angehen können. Ich freue mich auf deine Nachricht.

 

Kategorien
Destinationen Gesellschaftliche Trends Reiseveranstalter Veranstaltungen Webinare

Zukunftstag zum Thema Nachhaltigkeit am 16. Juni

Nach unseren Zukunftstagen am 4. Juni (Reisevertrieb) und am 5. Juni („New normal’“ für Destinationen) veranstalten wir diesen Monat einen eigenen Zukunftstag zum dem Nachhaltigkeit im Tourismus.

Warum ein eigener Zukunftstag zu diesem Thema?

Wir glauben, dass jetzt ein idealer Zeitpunkt ist, um sich diesem Thema noch intensiver zu widmen und die verschiedenen Facetten eines nachhaltigen Handels im Tourismus aufzuzeigen. Mit der Coronakrise hat das Thema aus unserer Sicht noch mehr an Bedeutung gewonnen, da sich grundsätzliche Rahmenbedingungen in fast allen Segmenten des Tourismus verändern und sich dahingehend ein Teil der Nachfrage langfristig anpassen wird (muss). Die Krise bietet somit eine einmalige Chance, das eigene Handeln und Denken zu hinterfragen und die neuen Anforderungen an ein sicheres, bewussteres und damit auch anderes Reisen in erfolgreiche Konzepte zu gießen.

Rechtzeitig hinschauen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern. Foto:Greg Snell

Worum geht es beim Zukunftstag zum Thema Nachhaltigkeit?

Mit dem ersten Zukunftstag zum Thema Nachhaltigkeit wollen wir einerseits einen Überblick über aktuelle Projekte im Tourismus geben und damit konkrete Einblicke gewähren, wie das Thema in Destinationen sowie bei Reiseveranstaltern umgesetzt wird. Ergänzt wird dieser praktische Teil durch zwei Workshops, die das Thema zum einen unter den aktuellen Covid-19-Anforderungen betrachten sowie zum anderen auf der strategischen Ebene. Letzterer im Hinblick auf eine veränderte Vision, Leitbild sowie Werte und daraus ableitenden Konsequenzen für das eigene Unternehmen und die Marke.

Bei den Zukunftstagen schauen wir natürlich immer in die Zukunft. Foto: Greg Snell

Andererseits geht es uns aber auch um einen ganzheitlichen Blick bzw. Ausblick und in diesem Zusammenhang diskutieren wir mit namhaften Expert*innen über generelle Veränderungen und deren Auswirkungen auf das Reisen mit Corona sowie auch danach.

Alle detaillierten Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung für die verschiedenen Formate findest du hier.

Den Vormittag beginnen wir wie immer mit einem übergreifenden Panel zum Thema:

  • 9:00 Uhr – 9:45 Uhr Kick-off Panel: Ist bzw. wird Nachhaltigkeit ‘the new normal’ in Zeiten von Corona?
  • 10:15 Uhr – 11:00 Uhr Corona und Nachhaltigkeit – Wie Reiseveranstalter mit dem Thema umgehen
  • 11:30 Uhr – 12:15 Uhr Praxisbeispiel aus Destination – Schleswig-Holstein

Nach der Mittagspause (12:15 – 13:00 Uhr) wird es immer praktischer und zum Abschluss wollen wir wieder einen Blick in die Zukunft wagen.

  • 13:00 Uhr – 13:45 Uhr Praxisbeispiel aus Destination – Kreta
  • 14:00 Uhr – 15:30 Uhr 1. Workshop: Aus den notwendigen Covid-19-Maßnahmen Chancen generieren
  • 14:00 Uhr – 15:30 Uhr 2. Workshop: Strategische Auswirkungen eines nachhaltigen Handels entlang des Tourismuszukunft-Ringmodells
  • 15:45 Uhr – 17:00 Uhr Expertengespräch: Post-Corona – Eine nachhaltigere Welt? 

Ein Überblick über unser komplettes Programm (Detail-Infos & Anmeldung –> HIER!). Die Veranstaltungen laufen alle über die Videokonferenz-Software Zoom.

Gerade wenn der Weg noch nicht ganz klar ist, gilt es ihn zu zeichnen. Foto: Greg Snell

Danke an unsere Partner und Unterstützer

Auch dieser Zukunftstag wäre ohne die Unterstützung unserer Partner sowie den verschiedenen Akteuren aus der Branche nicht möglich. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Übernahmen von Moderation, die Teilnahme an Diskussionen, die Bewerbung der Veranstaltung oder auch das Teilen der Inhalte durch Live-Streams auf eigenen Facebook-Seiten. Im Speziellen sind hier dieses Mal zu nennen: blueContec, Weitsicht – Büro für zukunftsfähige Wirtschaft und die Leuphana Universität Lüneburg.

 

Kategorien
Destinationen Dienstleister Marketing & Vertrieb

Wer über Zukunft redet, muss sich auch mit der Gegenwart beschäftigen

Vergangene Woche war ich beim Fachforum Zukunft.Tourismus.Eifel. Ich durfte hier einen Vortrag über die Zukunft der Website halten.

Google AMP & Facebook Instant Articles; Alexa, Siri & GoogleHome; Mobile only statt Mobile first; Schema.org… – all das sind sicherlich wichtige Stichwörter zum Thema Zukunft der Website. So weit, so gut.

Kristine Honig - Bloggen
Mit diesem Foto den Vortrag zur Zukunft der Website starten und direkt selbst „Fehler“ rufen! Wegen mobile only.

Andere Zielgruppe, andere Inhalte

Was aber tun, wenn der Großteil der Teilnehmer eines solchen Vortrags aus Eigentümern von Pensionen, Hotels, Attraktionen oder gastronomischen Betrieben besteht? Wie relevant sind für diese die obigen Stichworte? Der Auftrag für den Vortrag lautete klar: Was können die Eigentümer selbst im Rahmen ihrer Website tun?

Tja, und in diesem Augenblick redet man ganz schnell nicht mehr über die große, weite, visionäre Zukunft (die an sich gar nicht mehr weit weg ist, sondern bereits da). In diesem Augenblick muss man über aktuelle Entwicklungen reden und über Punkte, worüber eigentlich bereits seit Jahren gesprochen wird. Die jedoch noch immer nicht unbedingt bei jedem einzelnen Unternehmen angekommen sind.

 

Aufgaben, die vor der eigenen Website stehen

Was also können touristische Unternehmer tun, wenn es um ihre Website (bzw. ihre generellen Kommunikationsmaßnahmen) geht? Erst einmal die Grundlagen legen:

  • Definiere erst einmal deine eigene Marke, deine Ausrichtung. Wer bist du? Wenn du nicht weißt, wer du bist und wofür du stehst, weißt du auch nicht, was auf deiner Website stehen soll.
  • Definiere deine relevanten Themen und Zielgruppen. Weil: Wenn du nicht weißt, wenn du wie ansprechen willst/musst, weißt du auch nicht, was auf deiner Website stehen soll.
  • Weiß Google überhaupt, dass es dich als Unternehmen gibt? Eine ordentlich gepflegte Präsenz bei Google My Business sehe ich als wichtiger – und auch wesentlich zeitsparender – als eine eigene Website an. Das heißt nicht, dass Google My Business die eigene Website ersetzen kann. Aber es heißt, dass deutlich mehr Leute diese Präsenz sehen werden als deine Website. Also: machen!
  • Weißt du, auf welchen ortsbasierten Diensten und Bewertungsportalen wie TripAdvisor, Yelp & Co du präsent bist? Eine eigene Website richtest du selbst ein, eine Präsenz deines Unternehmens bei den genannten Diensten kann dir jeder einrichten. Du solltest einen solchen Eintrag beanspruchen und ebenso wie Google My Business aktuell halten. Wichtig dabei: Auch wenn vielleicht nicht sooo viele Leute die diversen Apps wie Foursquare oder Yelp nutzen (bei TripAdvisor sieht das schon anders aus), laufen die dortigen Daten doch auch in verschiedene andere Systeme ein (Location-Angabe bei Twitter, Locations bei Apple Maps, Alexa…). Also: machen!

So, und wenn all die obigen Punkte abgearbeitet sind, dann kann man auch mal über eine eigene Website nachdenken. Das Gute: Die Definition von Marke/Ausrichtung sowie Themen und Zielgruppen ist nicht auf die eigene Website beschränkt, sondern gilt generell für all deine Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen. Sowohl für jetzt, als auch für die Zukunft.

Wenn eines wichtig ist, dann Fokus

Die Diskrepanz nimmt zu

In meinem Vortrag zur Zukunft der Website ging es somit zu zwei Dritteln gar nicht um die Website an sich. Sondern um den Rahmen, die generelle Ausrichtung. Denn genau das kannst – und vor allem auch musst – du als Unternehmer tun. Das kann dir kein Website-Programmierer abnehmen.

Die eingangs genannten Stichworte Google AMP, Facebook Instant Articles, Schema.org etc. sind wichtig, um diese in Richtung der umsetzenden Agentur mitzugeben, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Aber wie sagte Thorsten Dirks, CEO Telefonica Deutschland so schön:

Wenn Sie einen scheiß Prozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.

Die Digitalisierung ist nicht die Lösung. Sondern der Weg. Und jeder befindet sich an einer anderen Stelle auf diesem Weg.

Generell sehe ich bei allen Tools eine immer größere Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten zur Nutzung und der tatsächlichen Nutzung. Letztlich ist das nicht neu. Wer nutzt Excel schon wirklich zu mehr, als um ein paar Summen zu berechnen? Bei den digitalen Tools kommt jedoch als zusätzliche Herausforderung hinzu, dass die Neuerungen nahezu wöchentlich stattfinden. Instagram kann also multiple Fotos, Videos, Stories und Ads. Schön. Vielen Nutzern müssen dennoch erst einmal die Basisfunktionalitäten Locations und Hashtags erklärt werden. Facebook kann Notizen, Stories, Live und Ads. Dennoch haben viele eher die Frage im Kopf, was sie denn überhaupt da bei Facebook regelmäßig veröffentlichen sollen.

Letztlich ist genau dies auch die Aufgabe von uns als Beratern: Die Informationen in Vorträgen, Seminaren und Workshops auf die jeweiligen Zielgruppen anpassen. In einem bestimmten Rahmen passen die neuesten Funktionen, der „neueste heiße Scheiß“. In einem anderen Rahmen müssen auch wir uns auf die Basics konzentrieren.

Auch bei uns im Team finden sich diese Diskrepanzen zwischen „Überfliegern“ und „Basisarbeitern“; diskutieren wir, welche Relevanz eine bestimmte Neuerung hat. Zentral – bei uns selbst wie auch mit unseren Kunden – stehen dabei immer der offene Austausch und das Finden gemeinsamer Wege.

Kategorien
Immer wieder TZonntags Kommunikation News & Infos Social Media

Content-Lebensdauer, Influencer-Überangebot, Fotografierverbot, Snapchat Brille, A day in 2030 Hochschule München – Immer wieder TZonntags

„Immer wieder TZonntags“ - Der Wochenrückblick von Tourismuszukunft – #IWTZ

„Immer wieder TZonntags“ – der aktuelle Wochenrückblick auch an Pfingsten mit Linktipps und Leseempfehlungen aus dem Tourismuszukunft-Team.

Snapchat Spectacles
Die Snapchat-Brille: Quelle: spectacles.com

So bekommst Du die Snapchat-Brille

Empfohlen von Florian

Nun ist er da – der Verkaufsstart der Snapchat-Brille Spectacles in Deutschland – dieser Beitrag zeigt, wie Ihr die Brille auch in Deutschland bekommt.

Die Österreich Werbung hat die Brille schon für den touristischen Einsatz getestet. Dennis Pregesbauer, Team Strategie Digitale Medien, beschreibt die ersten Erfahrungen so:

Mein persönliches Fazit von den Snapchat spectacles ist, das sie super innovativ und handlich sind! Alleine die Verpackung ist schon ein Erlebnis für sich selbst, da es nicht nur die Aufbewahrungshülle ist sondern auch ein Akku-Pack zum Aufladen für unterwegs der Brille!

Zeit wieder was Neues zu testen, oder?

Instagram © Pixabay

Influencer Marketing ist kaputt – lasst es uns reparieren!

Empfohlen von Günter

Das Influencer Marketing ist kaputt, befindet André Krüger alias @bosch diese Woche in einem lesenswerten Kommentar auf wuv.de. Zum einen ist ein gewisser Ermüdungseffekt angesichts der wachsenden Zahl an Bikini- und Salatblatt-Superinfluencern festzustellen. Zum anderen schaden Tricksereien auf Instagram Auftraggebern wie seriösen Influencern, die auf organisches Wachstum und Interaktionen setzen.

Trotz Influencer-Doping und einem „Überangebot an Mid-Range-Influencern“ sieht Krüger die Chance auf eine Klärung nach dem Hype: „Influencer Marketing geht nicht wieder weg. Also, lasst es uns reparieren. Wenn sich alles wieder etwas beruhigt hat, besteht die Chance für Unternehmen, bevorzugt mit ausgewählten wahren Influencern zu kooperieren, für die sie eine wirkliche Love Brand sind. Wir werden dann hoffentlich weniger kopflose Kampagnen sehen, sondern verstärkt nachhaltige Relations und Ansätze, kreativen Content von Influencern für das Unternehmen nutzbar zu machen.“

A day in 2030 an der Hochschule München

Empfohlen von Catharina

Letzte Woche am Montag war ich zu Gast bei der Hochschule München. Dort hielt ich zwei Workshops für Studenten des 5. Semesters im Studiengang Tourismusmanagement. Worum ging es? Um ihre Zukunft und damit um „A day in 2030“. 

Es war spannend zu hören, wie sich die Touristiker von morgen die Zukunft vorstellen und besonders, was sie kritisch sehen und welche Fragen sie beschäftigen. Diskutiert haben wir vor allem verschiedene Technologien, die in nur 13 Jahren höchstwahrscheinlich unseren Alltag und damit auch das Reiseverhalten beeinflussen werden.

Im Rahmen des Projektes „A day in 2030“ ist es uns besonders wichtig die noch lernende bzw. studierende Generation stark mit einzubeziehen. Aus meiner Sicht werden aktuelle Fragestellung im Kontext der Digitalisierung noch viel zu wenig in die regulären Lehrpläne mit aufgenommen. Das muss sich ändern!

Fotoverbot in Schweizer Bergdorf

Empfohlen von Pascal

Ihr habt richtig gelesen – diese Woche verkündete das Schweizer Bergdorf Bergün ein „herzliches Fotografierverbot“ mit folgender Begründung:

Schöne Ferienfotos können Menschen auf Social Media unglücklich machen die gerade nicht vor Ort sein können.

 

Das Medienecho über das Fotoverbot ließ nicht lange auf sich warten und die heftigen Kommentare auf Social Media ebenfalls. Zwei Tage später wurde das Verbot wieder aufgehoben. Millionen von Menschen wurden durch diesen PR-Gag von Graubünden Ferien erreicht. Was diese Aktion dem Feriendorf nachhaltig bringt wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist nun das Bergdorf Bergün auch Euch ein Begriff 😉

Fotoverbot in Bergün
Busse fürs Fotografieren: Bergün verbietet Ferien-Fotos

Bist du auch schon am Überlegen mit welcher skurrilen Idee du Aufmerksamkeit für deine Region oder Produkt erzielen könntest? Hier drei (alte) Beispiele zur Inspiration:

Content „verlängern“

Empfohlen von Kristine

In meiner Twitter-Timeline landet diese Woche dieser Tweet von Daniel Rehn:

Hast du dir einmal bewusst gemacht, wie schnell dein Content auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen verschwindet? Bei t3n gibt es aktuell den von Daniel Rehn geteilten Artikel, wie du deinen Inhalten eine längere Lebensdauer verpassen kannst.

Das Ganze ist nicht super neu, aber einerseits sehr schön als Infografik aufbereitet, und andererseits schadet ein kleiner Reminder ab und zu ja auch nichts. Oder nutzt du beispielsweise bereits angeheftete Tweets auf Twitter?  Nicht? Dann hier entlang zum entsprechenden Artikel.

Veranstaltungs-Tipps

Damit ihr keine wichtigen Veranstaltungen wie eine Tagung oder ein Barcamp verpasst, gibt es in jedem „Immer wieder TZonntags“ eine aktuelle Liste anstehender Events. Immer mit dabei: Wen aus unserem Tourismuszukunft-Team ihr dort – auf der Bühne oder als Teilnehmer – antrefft.

 

Kategorien
Allgemein Destinationen Touristische Trends

Interview André Kretzschmar: „Es braucht sehr spezialisierte Fachkra?fte.“

Nach Tobias Woitendorf konnten wir André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund, zu den 13 Thesen zur Zukunft des öffentlichen Tourismusmarketings befragen. 

bildschirmfoto-2016-11-16-um-10-10-27

 

Herr Kretzschmar sieht die DMO als Visions-Entwickler, Werte-Schu?tzer und Marken-Fu?hrer mit dem Bewusstsein, dass noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist, um diese Rolle zu schärfen. Für ihn steht momentan der Aufbau einer zukunftsgerichteten Arbeitsorganisation im Mittelpunkt aller Überlegungen.

 

Tourismuszukunft: Was war Ihr erster Gedanke nach Durchsicht der 13 Thesen?

André Kretzschmar: Beim Lesen des Titels dachte ich: „Ach bitte nicht noch mehr Thesen zur U?berflu?ssigkeit von Tourismusorganisationen in dieser scho?nen neuen digitalen Welt.“ Bei der Auseinandersetzung mit dem Inhalt war aber schnell zu erkennen, dass es bei diesen Thesen glu?cklicherweise nicht darum geht, nur den Spiegel vorzuhalten und Defizite aufzuzeigen. Man spu?rt vielmehr die Intention Antworten auf neue An- und Herausforderungen zu geben.

Tourismuszukunft: Welche angesprochenen Punkte innerhalb der Thesen sind fu?r Sie im Hinblick auf eine zukunftweisende Entwicklung die relevantesten?

André Kretzschmar: Es sind die Punkte 1, 6, 9, 11 und 7/8. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Denn diese Punkte beantworten in meinen Augen die Frage nach der essentiellen Aufgabe der DMO recht pra?zise. Reduziert man diese Punkte auf ihre Kernaussage, erha?lt man folgende Funktionsbeschreibung: Die DMO ist Visions-Entwickler, Werte-Schu?tzer und Marken-Fu?hrer, die mit einer digitalen Dateninfrastruktur authentische – also mehr auf Identita?t als Image basierende – Qualita?tsprodukte distribuiert. Als Kernaufgabe ku?nftigen (und eigentlich bereits jetzigen) Destinations- oder auch Standortmarketings ist das fu?r mich absolut plausibel.

Natu?rlich ko?nnen und werden sich, aus horizontaler oder vertikaler Distribution ergebende, Aufgaben daran angliedern. Dies und das WIE wird in den anderen Thesen gut umrissen.

Tourismuszukunft: Was ist nach Ihrer Meinung entscheidend, damit ein zukunftsgerichteter Wandel u?berhaupt stattfinden kann?

André Kretzschmar: Tourismusorganisationen sind – wenngleich mit unterschiedlicher regionaler Auspra?gung – recht stark vertriebsorientiert ausgerichtet. Oft basieren Finanzierungsstrategien zu einem hohen Grad auf, von der Organisation selbst erwirtschafteten, Eigenmitteln. Dies schafft Abha?ngigkeiten, la?uft Gefahr zum Selbstzweck zu werden und fu?hrt durch die rasante Digitalisierung des touristischen Marktplatzes dazu, dass Konkurrenzsituationen entstehen, denen diese Organisationen nicht gewachsen sind. Die aus den Thesen abgeleitete Kernaufgabe aus Frage 2 la?sst sich mit einem solchen Finanzierungshintergrund schlichtweg nicht erfu?llen.

Und selbst wenn Touristiker dieses Problem la?ngst ausgemacht haben, wird das nicht automatisch auch von den Akteuren wahrgenommen, die politische Verantwortung fu?r o?ffentlich finanziertes Tourismusmarketing tragen. Es ist also neben der eigentlichen Aufgabenstellung Standortmarketing viel Aufkla?rungsarbeit zu leisten, um Tourismusmarketing mit dieser „neuen“ Ta?tigkeitsbeschreibung als freiwillige kommunale Leistung zukunftsfa?hig auszurichten und zu finanzieren.

Tourismuszukunft: Welche Ableitungen aus den 13 Thesen ergeben sich unmittelbar fu?r Ihre Organisation?

André Kretzschmar: Als o?rtliche Tourismuszentrale sind wir neben der Vermarktung der Destination natu?rlich intensiv mit der Ga?stebetreuung bescha?ftigt. Tatsa?chlich nimmt diese Ta?tigkeit den gro?ßten Raum ein. Umso wichtiger ist es, uns im Bereich des Destinationsmarketing effektiv aufzustellen.

Wir stellen die Frage: Welche Aufgaben kann, muss, oder sollte ich im Unternehmen selbst wahrnehmen und welche erbringe ich unter Zuhilfenahme von Partnern wie zum Beispiel u?bergeordneten Tourismusorganisationen oder Agenturen und Freiberuflern. Denn um den Herausforderungen der Digitalisierung auf Augenho?he begegnen zu ko?nnen braucht es sehr spezialisierte Fachkra?fte. Profis, die nicht nur zum Zeitpunkt Ihrer Einstellung auf der Ho?he der Zeit sind, sondern es auch bleiben.

Das stellt große Anforderungen nicht nur an die Mitarbeiter, sondern auch und vor allem an das Unternehmen. Es gibt Aufgaben die zwingend vor Ort erledigt werden mu?ssen – bei denen lokales Wissen und Handeln den entscheidenden Vorsprung ausmacht – und es gibt Aufgaben, bei denen es u?berhaupt keine Rolle spielt wo sie erledigt werden. Vor diesem Hintergrund steht fu?r uns aktuell also die Frage nach der Arbeitsorganisation (und natu?rlich der Finanzierung dieser Aufgaben) im Mittelpunkt aller U?berlegungen.

Tourismuszukunft: Wie sieht nach Ihrer Meinung die Standortvermarktung 2020 aus?

André Kretzschmar: Nun, 2020 ist in ziemlich genau 3 Jahren. Mir fehlt der Glaube an eine vollsta?ndig vera?nderte Situation des o?ffentlich finanzierten Tourismusmarketings in so kurzer Zeit. Doch es wird mehr Orte und Regionen geben, die sich mit zukunftssicherer Finanzierung und effektiven Netzwerken an die sich vera?ndernden Rahmenbedingungen angepasst haben. Je erfolgreicher diese Orte und Regionen in der Vermarktung ihres touristischen Produktes bis dahin sind, desto schneller werden andere diese Strukturen und Aufgaben fu?r die eigene Organisation u?bernehmen.

Zur Person:

André Kretzschmar leitet seit 2010 die Tourismuszentrale Stralsund. Vorherige Stationen waren die Usedom Tourismus GmbH sowie der Tourismusverband Vorpommern. 

André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund
André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund