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Nachlese Praxistag Zukunftsfähiger Tourismus – Teil 3 „Nachhaltigkeit kommunizieren“

Realizing Progress08. Jul 2024

Praxisnahe Sessions mit Impulsen in den Schlüsselbereichen Führung, Produkt und Kommunikation auf der digitalen Bühne – das war der Praxistag „Zukunftsfähiger Tourismus: Konkrete Schritte für nachhaltige Lösungen“ am 27. Juni 2024. 

In diesem und 2 weiteren Beiträgen wollen wir mit dir eine Rückschau auf den Tag wagen und dich in die Ansätze und Erkenntnisse mitnehmen. 

Dies ist der dritte und letzte Beitrag der Serie. Wir tauchen gemeinsam ein in den Themenblock 3 – Nachhaltigkeit kommunizieren. 

Gute (Nachhaltigkeits-)Kommunikation ist zielgruppengerecht statt beliebig

Die Daten machen den Unterschied – mit künstlicher Intelligenz ist schon vieles möglich, die hohe Qualität entsteht aber erst durch einen soliden Unterbau. Catharina Fischer zeigte zum Einstieg, wie wichtig die Klarheit über die Kommunikationsanforderungen der Zielgruppen hinsichtlich der Nachhaltigkeit ist.

Mithilfe der Sinus-Milieus zeigte sie auf, dass allein die Wahrnehmung des Wortes “Nachhaltigkeit” je Milieu total unterschiedlich ist. Das reicht von sehr positiv über neutral zu stark ablehnend. 

Aber was bedeutet das für die Kommunikation? Einige Beispiele in Bezug auf die Milieus: Das Adaptiv-Pragmatische Milieu (die sogenannte “neue bürgerliche Mitte”) bevorzugt in Bezug auf die Reise einfache Informationen, die persönliche Vorteile des nachhaltigen Verhaltens in den Vordergrund rücken. Konsumdebatten sollen bitte außen vor bleiben, ebenso wie zu komplexe Inhalte oder die Argumentation, dass hohe Kosten ja gerechtfertigt seien. 

Künstliche Intelligenz als Unterstützer für zielgruppengerechte nachhaltige Kommunikation

Wie man das übersetzt in gute Kommunikation? Hier kommt die KI ins Spiel. Günter Exel zeigte interaktiv mithilfe eines ChatGPT-basierten Tools direkt auf, wie man Zielgruppeninformationen in nachhaltige Kommunikation übersetzen kann.

So können bestehende Texte mithilfe der KI stärker für eine bestimmte Zielgruppe neu formuliert werden. Gleichfalls kann KI per Analyse unterstützen und aufzeigen, für welches Milieu der aktuelle Text besonders ansprechend ist. Und natürlich kann ein solches Tool auch dabei helfen, neue Produktansätze zu finden (und diese anschließend in geeignete Kommunikation zu übersetzen). 

Ein Pionierprojekt der touristischen Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz: VisitKölnGPT

 

Müssen wir jetzt alle eine eigene KI aufsetzen, um im Bereich Nachhaltigkeit voranzukommen? Wir müssen nicht, aber wir können. Roland Trebo regte an, erstmal die Prozesse zu analysieren und gerne auch mit der KI rumzuspielen, bevor man eigene Lösungen entwickelt. Anschließend darf eine genauere Zielsetzung definiert werden, bevor es dann in die Wahl oder die Umsetzung des Produktes geht. Dabei ist es in dieser schnelllebigen Zeit wichtig, eine zukunftssichere Lösung anzustreben. Ein Beispiel  für eine solche Anwendung durften wir mit VisitKölnGPT übrigens schon für Köln Tourismus aufsetzen. Abschließend gab er noch mit, das Thema KI nicht als Projekt sondern als Prozess zu sehen.

Weg von Naturbildern, hin zur ganzheitlichen Kommunikation

In der anschließenden Talkrunde vertieften unsere Expert*innen das Thema nachhaltige Kommunikation und Künstliche Intelligenz. 

Unsere Talk-Runde zum Thema Nachhaltigkeit kommunizieren in der Praxis: Catharina Fischer, Erik Hoffmann, Armin Brysch und Kerstin Dohnal

 

Armin Brysch (Professor of Service Management and Digital Marketing at Kempten University, Germany) teilte seine Erkenntnisse aus der Forschung. Gerade auf Social Media wird immer noch stark über Natur und intakte Tierwelt kommuniziert. Die Soziale Nachhaltigkeit und das Ökonomische wird aber kaum thematisiert.

Best Practices sind aus seiner Sicht Veranstalter wie Studiosus, die auch Aspekte wie CO2-Faktoren aufzeigen – was für die entsprechende Zielgruppe aber eben gut passt und nicht als Störfaktor aufgefasst wird, sondern eher als Qualitätsmerkmal. 

Erik Hoffmann (Tourismus Zentrale Saarland GmbH) zeigte die konzeptionelle und operative Herausforderung in der Bildsprache auf: klassische “grüne” Motive sind einfacher herzustellen und sprechen für sich. Bildsprache, die alle Facetten der Nachhaltigkeit aufgreift, erfordern dagegen mehr Kreativität und neue Perspektiven.

“Es gibt eine große Scheu über Dinge zu sprechen, die noch nicht perfekt sind”, merkt Kerstin Dohnal (Conscious Tourism Group) an. Ihre Empfehlung: Transparenz schaffen, über Herausforderungen und Ziele sprechen. Denn “perfekt” gibt es in diesem Thema ohnehin nicht. 

Worin sich alle in der Runde einig waren: Es braucht eine differenzierte Ansprache, um Gäste von nachhaltigen Angeboten zu überzeugen. Künstliche Intelligenz kann dabei auf vielen Wegen unterstützen, sei es bei der Erstellung von Inhalte oder das bessere Verständnis von Anforderungen von Gästen und Stakeholdern. 

Die ganze Serie

Das war Teil 3 von 3 der Nachlese zum Praxistag „Zukunftsfähiger Tourismus: Konkrete Schritte für nachhaltige Lösungen“ am 27. Juni 2024. Einen Überblick, was an diesem Tag alles geboten war, findest du nochmals auf unserer Fokusseite.

Einen Rückblick auf Themenstrang 1 „Sustainable Leadership – Nachhaltigkeit ist Chefsache“ findest du hier.

In Teil 2 haben wir das Thema „Nachhaltige Produktentwicklung in der Praxis“ besprochen. Den Beitrag findest du hier.

Loslegen

Du willst nicht nur reden sondern machen. Wir auch. Insbesondere zum Thema zielgruppengerechte Nachhaltigkeits-Kommunikation und Künstliche Intelligenz haben wir dafür praxistaugliche Einstiegsformate.

Schau dafür einfach mal in unserem Bereich „Seminare und Workshops“ vorbei.

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Wir sind Realizing Progress. Wir gestalten den Wandel und begleiten Akteur*innen, die sich mit der Zukunft von Tourismus, Standorten und Lebensräumen beschäftigen.

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