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New Work bei Realizing Progress – technisch und menschlich

Die Corona-Pandemie hat das Arbeitsleben vieler Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen stark verändert. In der Retrospektive haben sich Arbeitswelten quasi über Nacht gewandelt und viele dieser Neuerungen werden nach Aussagen vieler Studien und Umfragen bleiben. Das Home Office und damit ein flexibleres Arbeiten bietet viele Vorteile, schafft aber auch die ein oder andere Herausforderung – gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Speziell diese – und nicht wie vielleicht oft angenommen technische Strukturen – werden die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Die Technik ermöglicht lediglich das grenzenlose und ortsunabhängige Arbeiten. Die Menschen brauchen aber trotzdem die Gemeinschaft und müssen ihren Wert (Purpose) spüren.

Wir leben New Work seit 2013 und wissen, dass es deutlich mehr und anders ist, als  einfach nur schnelles Internet und ein chicer Laptop. Deshalb hier ein aktueller Blick hinter die Kulissen von Realizing Progress.

Kleiner Tipp, falls du statt zu lesen lieber zusehen und -hören willst: Schau gerne bei Facebook in unseren Mitschnitt des Webinars zum Thema, welches Catharina und Kristine im Rahmen der ITBdigital 2020 gehalten haben. Und ja – 2020. Klingt schon ewig her. Ist es auch. Allerdings: Wir haben schon vor Corona remote gearbeitet (wenn auch vor allem intern und weniger in Workshops mit Kund*innen). Viele der Inhalte von „damals“ passen deshalb auch heute noch perfekt.

 

New Work ist wie Büro. Nur anders.

Vieles, was in einem „normalen“ Büro stattfindet, findet sich auch in unserem Netzwerkunternehmen wieder.

Analoge Besprechungen gibt es bei uns auch, nur nicht so oft wie bei anderen. Foto: Greg Snell

  • Wir führen Büromeetings mit allen Kolleg*innen durch.
    Allerdings per Videokonferenz statt persönlich.
  • Wir sitzen {wenn wir nicht gerade bei Kund*innen vor Ort sind) an unseren Rechnern und arbeiten.
    Allerdings stehen diese Rechner nicht in einem Büro, sondern zu Hause, im Zug oder im Hotel.
    In Zeiten von Corona hat sich hier geändert, dass mittlerweile auch Termine mit Kund*innen digital stattfinden, unser Arbeitsplatz jedoch schwerpunktmäßig zu Hause, und deutlich seltener in Zügen oder Hotels ist.
  • Wir haben Kaffeeküchengespräche. Also diese zufälligen Treffen in der Kaffeeküche mit Kolleg*innen, mit welchen man gegebenenfalls keinerlei Projekte macht und deshalb wenig miteinander zu tun hat, mit denen man aber kurz in der Küche plaudert.
    Vor einiger Zeit haben wir hierfür Loszettel gezogen. Später Slack und die dortige Erweiterung „Donut“ eingesetzt, um regelmäßig Leute aus dem Team zusammenzulosen – zufällig wie beim Kaffeeküchentreff. Mittlerweile nutzen wir die automatisierte Zuordnung zu Break-out-Rooms in Zoom nach unserem Büromeeting hierfür.
    Dabei reden wir über Projekte und über Privates – eben genau wie in der Kaffeeküche.
  • Wir haben Projektteam-Meetings, also Treffen, bei denen nicht das gesamte Team dabei ist, sondern nur Kolleg*innen, die sich aktuell mit diesem spezifischen Projekt beschäftigen.
    Vor Corona fanden diese über Skype oder WhatsApp (Telefon bzw. Video) statt, heute via Zoom oder WhatsApp.
  • Und natürlich auch das: Wir reden miteinander. In der Gruppe und bilateral.
    Zu einem großen Teil via WhatsApp.

Also ist New Work einfach wie „normale Arbeit“ nur digitaler? Nein. Digitale Tools helfen uns, aber sie sind letztlich nur Mittel zum Zweck. Wirklich relevant sind die Menschen dahinter.

 

Die Menschen sind das Wesentliche.

New Work bedeutet sinnhafte Arbeit, Arbeit, die dem entspricht, was man selbst gerne tun möchte. Und New Work bedeutet Eigenständigkeit und Eigenverantwortung. Hierzu braucht es die passenden Menschen mit der passenden Einstellung.

  • Es braucht Menschen, die für ihre Arbeit, ihre Themen „brennen“.
  • Es braucht Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
  • Es braucht Menschen, die neugierig sind, Neues auszuprobieren.
  • Es braucht Führungspersönlichkeiten, die Vertrauen in ihre Mitarbeiter*innen haben.

 

Es geht um die Menschen. (Foto: Greg Snell)

Entsprechend suchen wir bei Realizing Progress Netzwerkpartner*innen nicht basierend auf deren Fähigkeiten oder Kompetenzen aus, sondern darauf basierend, dass sie zu uns passen. Gemeinsame Werte sind wichtig, ein gleiches gemeinsames Grundverständnis.
(A propos neue Netzwerkpartner*innen: unseren beiden neuesten Neuzugänge Anna und Christoph kennst du schon, oder?)

Gleichzeitig merken wir, dass eine Mischung im Team wichtig ist. Wenn es nur Kreative im Team gibt, wer macht dann die Verwaltungsarbeit? Wenn es nur Strukturmenschen im Team gibt, wer sorgt dann dafür, das Netzwerk nach vorn zu bringen, neue kreative Ideen zu entwickeln? Wenn alle genau die gleichen Erfahrungen habe, wie soll dann hieraus etwas Neues entstehen?

Perfekt also: Gemeinsamkeit und gleichzeitig Individualität.

Das Netzwerkunternehmen bietet uns dabei viele Vorteile. Als Selbstständige*r bist du normalerweise für alles in deinem Unternehmen selbst zuständig – selbstständig eben. In unserem Netzwerkunternehmen haben wir demgegenüber die Möglichkeit, einen Teil unserer Selbstständigkeit gegebenenfalls an andere „auszulagern“, sei es einen Teil des Vertriebs, der Produktentwicklung oder der Kommunikation. Das hilft enorm. Gleichermaßen ist aber natürlich ebenso jede*r Netzwerkpartner*in nicht nur für sich selbst, sondern ebenso für Realizing Progress als Ganzes mitverantwortlich.

 

Was kann Technik – und was kann sie nicht?

Wir nutzen Google Drive und Trello, wir nutzen WhatsApp und Zoom. Doch all diese Tools sind nur eine Momentaufnahme – in einem halben Jahr kann das schon wieder anders aussehen (zu Zeiten der ITB 2020 nannten wir hier beispielsweise auch Slack und Skype, die mittlerweile aus unserem internen Berufsalltag komplett verschwunden sind). Du musst die für dich passenden Tools finden, denn Technik kann dich grundsätzlich nur bei dem unterstützen, was du tust, aber keine tatsächlichen Probleme lösen.

Michael mit Laptop, Smartphone und Smartwatch

Auf allen Kanälen unterwegs (Foto: Greg Snell)

 

Ein paar Beispiele zum Thema Technik:

  • Anfang 2020 haben wir einen neuen internen WhatsApp-Kanal etabliert: TZ Stories. In diesem liefern wir intern, also rein innerhalb des Teams, Einblicke in unsere aktuelle Arbeit, aber auch in Privates. Wir erhalten hierdurch ein tieferes Verständnis füreinander, wie die aktuellen Rahmenbedingungen bei dem- oder derjenigen so sind. Der Kanal geht reihum und wird jeweils zwei Wochen lang von einer Person befüllt.
  • Was digital oft fehlt: Emotionen. Beziehungsweise: Gestik und Mimik, welche Emotionen ausdrücken. Reiner Text ist oft missverständlich und kommt aufgrund der Reduktion teilweise falsch an. Ein Emoji hilft dabei auch nicht unbedingt immer. Deshalb heißt es bei uns: Video an bei Büromeetings, damit wir uns sehen können. Und wenn Diskussionen auf WhatsApp tatsächlich aus dem Ruder laufen – telefonieren!
  • Kanäle sind entscheidend: Eine WhatsApp-Nachricht wird von einigen als sehr „pushy“ wahrgenommen, eine E-Mail demgegenüber als deutlich entspannter. Eine WhatsApp-Nachricht kann leicht missverständlich sein, ein Telefonat könnte dieses Missverständnis aus dem Weg räumen. Für einen ist die E-Mail-Inbox die aktuelle To-do-Liste, für andere ist dies nur ein Kanal von vielen. Es gilt, die individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen zu erkennen und zu akzeptieren. Welcher Kanal ist tatsächlich der richtige und welche Form die richtige für diese Information und diesen Empfänger?

Technik kann strukturieren und bündeln und automatisieren. Doch persönliche Treffen braucht es, um für den sinnvollen Einsatz der Technik eine Basis zu schaffen.

Deshalb treffen wir uns mindestens einmal im Jahr alle gemeinsam – wie gerade erst vor kurzem in Hamburg. Deshalb gibt es kleinere Projekttreffen zwischen einzelnen Netzwerkpartner*innen sowie Colivings und Coworkations. Deshalb machen wir Projekte gemeinsam.

 

Wie realisiert man gemeinsame Projekte?

Auf jeden Fall nicht über WhatsApp oder Slack!

Ein perfektes Beispiel für Zusammenarbeit bei uns im Team lieferte im März 2020 die #ITBdigital, aus welcher heraus sich unsere späteren Zukunftstage entwickelten. Micha hat in diesem Beitrag wunderbar dargestellt, wie die Abläufe bei der #ITBdigital hinter den Kulissen waren.

Gemeinsam statt allein (Foto: Greg Snell)

Allgemeiner formuliert und auch auf Projekte unserer Kund*innen heruntergebrochen sieht das dann so aus:

  • Definition eines klaren Leads: Wer ist zuständig? Wer ist Kontakt nach außen und nach innen?
  • Klare Aufgabenverteilung: Wer macht was im Team? Bis wann?
  • Gute Selbsteinschätzung: Was kann ich leisten? Was können andere gegebenenfalls besser? Wo brauche ich Unterstützung?
  • Zeitliche Planung: Projekte laufen meist länger. Wie sieht es mit Urlaubszeiten aus? Wie mit anderen zeitgleich laufenden Projekten? Was ist tatsächlich realistisch?
  • Gegenseitige Wertschätzung: Gemeinsame Projekte brauchen Vertrauen in den anderen. Und sie brauchen, dieses Vertrauen auch wert zu sein. Also Absprachen entsprechend einzuhalten. In gemeinsamen Projekten prallen oft unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander, von „Wochen vorher“ bis „kurz vor knapp“ – hier muss man sich gegenseitig annähern, tolerieren und akzeptieren.

 

Wesentlicher Part: Wandel

Ein Teil des Realizing Progress-Teams im Watt. hintereinander laufend.

Kleine Anschubser sind für den Wandel manchmal nicht verkehrt. (Foto: Greg Snell)

Was wir – auch im Verlauf unserer doch noch recht kurzen Unternehmensgeschichte – immer wieder sehen: Wandel ist ein wesentlicher Bestandteil von New Work. Und dieser kann über unterschiedliche Einflüsse kommen:

  • Einflüsse von außen: Ob neue Technologien, neue Projektkonstellationen, die Absage einer ITB oder in einem deutlich größeren Rahmen die Corona-Krise – es braucht Neugier und Offenheit, sich regelmäßig auf Neues einzulassen und Neues auszuprobieren.
  • Neben den Einflüssen von außen nicht zu vergessen: die Einflüsse von innen. Neue Netzwerkpartner*innen verändern das Netzwerk nicht nur extern in Richtung unserer Kund*innen, sondern auch intern. Eine veränderte Zahl an Netzwerkpartner*innen macht Anpassungen in unseren Strukturen notwendig. Neue Lebenssituationen, wie beispielsweise eigene Kinder, erfordern ebenso Neustrukturierungen und einen anderen Umgang miteinander.

Der immerwährende Wandel, das immerwährende Hinterfragen und Anpassen unseres Netzwerks – bis hin zur Anpassung unseres etablierten Namens Tourismuszukunft in Realizing Progress – ist deshalb essentieller Bestandteil von uns und damit dem Thema #NewWork. Wobei die gegenseitige Wertschätzung für veränderte Rahmenbedingungen bei den einzelnen Kolleg*innen unabdingbar ist.

 

Wie bedeutet New Work für dich? Ist diese Form des Arbeiten für dich möglich und hast du Lust darauf – oder eher nicht? Was gefällt dir an New Work? Wir freuen uns auf deine Antworten.
Catharina & Kristine

 

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Realizing Progress – wir gestalten den Wandel
Veränderung ist die zentrale Herausforderung und Chance unserer Zeit. Realizing Progress gestaltet diesen Wandel und begleitet Akteur*innen, die sich mit der Zukunft von Tourismus, Standorten und Lebensräumen beschäftigen. Als internationales Netzwerk mit Partner*innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol eint uns die Vision einer offenen, nachhaltigen Welt. Als Visionär*innen mit ganzheitlicher Perspektive setzen wir uns für die Gestaltung von Zukunfts- und Lebensräumen über den Tourismus hinaus ein.

Kristine Honig

... ist seit Mai 2014 Netzwerkpartnerin und Beraterin bei Realizing Progress. Sie denkt strategisch – und spricht gleichzeitig die Sprache deiner Akteur*innen. Deshalb ist sie die perfekte Sparringspartnerin, um gemeinsam mit dir deine Strategie zu erarbeiten und diese danach ins Operative zu übersetzen. Ihre Themen sind Zielgruppen, Stakeholder & Produktentwicklung sowie generelle Strategieprozesse und Barcamps.