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Crowdfunding im Tourismus

Letzte Woche durfte ich zum Thema Crowdfunding auf der TourNatur in Düsseldorf sprechen. Ein sehr spannendes Thema, speziell für den Tourismus, dass in den letzten Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit und Akzeptanz gewonnen hat. Die sogenannte „Schwarmfinanzierung“, eine Finanzierung durch viele Kleininvestoren, ist besonders für kleinere bis mittelgroße Projekte interessant und damit auch für eine breite Zielgruppe.

Was ist Crowdfunding?

Die Idee des Crowdfunding ist gar nicht so neu. Eines der bekanntesten, historisch dokumentierten Crowdfunding-Projekte, ist die Finanzierung des Podests der Freiheitsstatue in New York. Der Herausgeber der Zeitung „New York World“, Josef Pulitzer, rief im März 1885 eine Spendenkampage über 100.000 US-Dollar ins Leben. Alle die sich mit einer Spende in beliebiger Höhe an der Finanzierung beteiligten, wurden in der Zeitung erwähnt. 120.000 Menschen nahmen teil und finanzierten so den Sockel der Freiheitsstatue. Durchschnittlich beteiligten sie sich mit weniger als einem US-Dollar.

Vereinfachter Crowdfunding-Prozess

Vereinfachter Crowdfunding-Prozess

Formen des Crowdfunding

Heutige Crowdfunding-Kampagnen laufen natürlich nicht off-sondern online auf diversen Crowdfunding-Plattformen ab. Eine gute Übersicht findet Ihr hier. Die Art und Weise dieser Kampagnen unterscheidet sich hauptsächlich hinsichtlich der verschiedenen Formen der Vergütung. Demzufolge unterscheidet man vier verschiedene Arten von Crowdfunding. Unten stehende Infografik zeigt diese im Überblick.

Formen des Crowdfunding

Formen des Crowdfunding

Das Crowdsponsoring, ein Investment für ein materielles-oder immaterielles Dankeschön, ist wohl die bekannteste und im Tourismus am häufigsten genutzte Form. Hier sind Projekte wie das Auerworld Festival oder der Welcome Goodbye – Dokumentarfilm zu nennen. Das Crowdinvesting, eine tatsächliche Beteiligung am Unternehmen, ist bisher im touristischen Sektor noch wenig anzutreffen und Leuchtturm-Projekte wie das Hotel „Weissenhaus“ an der Ostsee sind Ausnahmen.

Warum Crowdfunding?

Für einen Gründer oder Ideengeber ist es eine einmalige Möglichkeit relativ kurzfristig eine Finanzierung zu realisieren. Die eigene Idee oder ein Prototyp eines zukünftigen Produktes erfahren durch die Crowd quasi einen ersten Marktest und oftmals baut man sich durch die Crowdfinanzierung einen ersten Kundenstamm auf. Erfolgreiche Projekte haben zudem eine Signalwirkung für Investoren und Multiplikatoren außerhalb der Crowdcommunity, dich sich in der Weiterentwicklung des Startups bzw. der Idee auszahlen kann.

Nicht erfolgreiche Projekte, daher Projekte die ein gesetztes Fundingziel nicht erreicht haben, stellen für den Initiator sowie Investor kein direktes Risiko dar. Das Projekt wird nicht realisiert und die investierten Gelder gehen zurück an alle Geldgeber.

Chancen und Risiken des Crowdfunding

Mit den genannten Vorteilen sind aber auch Risiken verbunden, die man vor dem Start einer Crowdfunding-Kampagne kennen sollte. Die unten stehende Abbildung zeigt beide, Chancen und Risiken, im Überblick auf.

Chancen und Risiken des Crowdfunding

Chancen und Risiken des Crowdfunding

Wir bei Tourismuszukunft unterstützen Crowdfunding-Projekte speziell im Hinblick auf eine erfolgreiche Vermarktung und damit Realisierung. Ein durchdachtes Kommunikationskonzept und damit verbunden die Integration von Social Media-Kanälen sind entscheidend für den Erfolg. Letztlich steht und fällt eine Kampagne durch die Beteiligung der Crowd und die erreicht man hauptsächlich über die sozialen Medien.

Zu weiteren Fragen zu diesem spannenden Thema stehen wir Euch gerne jederzeit zur Verfügung.

 

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Catharina Fischer

....Beraterin und Netzwerkpartnerin bei Realizing Progress. Seit 15 Jahren ist sie rund um die Digitalisierung im Tourismus unterwegs. Sie baute das internationale Social Media Marketing der Deutschen Zentrale für Tourismus auf und realisierte zahlreiche Online- und Social Media Kampagnen. Darüber hinaus entwickelte Sie bereits verschiede Content-Marketing-Strategien und befasst sich seit den Anfängen des Social Media Marketings intensiv mit einem zielgerichteten Monitoring und der Analyse von Social Media-Plattformen sowie crossmedialen Kampagnen. Mit dem Einstieg bei Realizing Progress beschäftigt sich Catharina vielfach mit strategischen Fragestellungen und realisierte verschiedene Digital-Strategien sowie die Think Tanks Change4Destination und impulse4travel. Ihr Herzensthema ist die Nachhaltigkeit im Tourismus. Hier im Speziellen die resilienten Geschäftsmodelle, die eine zukunftsgerichtete Tourismusbranche dringend braucht.