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Fehler, Learnings und noch viel zu tun!

Dietrich Bonhoeffer hat es so gesagt: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ Im Rahmen unseres Zukunftstages #Perspektive2025 haben wir viele Fehler gemacht – aber nur wer Fehler macht, kann daraus lernen. Lernen kann man aber auch von den Kompetenzen eines starken Netzwerks – das hat der Zukunftstag ebenso gezeigt. Unsere zentralen Learnings dieses Tages findest Du in diesem Artikel.

Wenn du Prozesse veränderst, rechne mit allem.

Ja, wir haben wieder etwas Neues ausprobiert und dabei richtig „ins Klo gegriffen“. Wir hatten für unseren Zukunftstag mehr als 500 Anmeldungen; für einen Tag, der sich nicht mit der #PerspektiveJetzt oder #Überbrückungshilfe und Co. beschäftigt, sondern mit morgen, nein übermorgen! Also ein toller Erfolg, so viele Menschen für einen Zukunftstag auf Basis von #impulse4travel – unseres Manifests zur Zukunft der Tourismusbranche – zu begeistern.

Wir starteten also mit viel Elan in den Tag. Aber falsch gedacht. Vorab hatten wir uns lange Gedanken gemacht, wie wir den Anmelde- und Kommunikationsprozess rund um den Zukunftstag noch besser gestalten können. Wir haben dafür Webinarpress als Lösung identifiziert und getestet, und dieses Tool auch bereits bei anderen kleineren Kundenprojekten eingesetzt. Aber dann kam der Ansturm und unser Server mit der Webinarpress-Lösung ging in die Knie. Niemand konnte mehr auf den Teilnahmelink klicken; nicht mal mehr wir die Liste der Teilnehmenden aus Webinarpress exportieren. Dann stehst du da… mit gerade mal 70 Teilnehmer*innen, die zu Beginn via Zoom mit dabei waren. Und dann passierte etwas Wunderbares: das Tourismuszukunft-Team hielt zusammen und alle taten, was notwendig war. Die Kommunikationsmaschine wurde angeschmissen, Anmeldelisten exportiert, Newsletter aufgesetzt, auf allen Kanälen persönliche Nachrichten versandt. Das Tourismuszukunft-Team zeigte, was echte Flexibilität und Offenheit ist. Mit dem Ergebnis: mehr Teilnehmende als eigentlich angemeldet waren letztendlich dabei – laut Zoom-Statistik  des Webinars 794 Teilnehmer*innen verteilt über den Tag.

Manchmal bringt dich etwas aus dem Tritt – aber es ist eine Frage der Haltung, wie man mit dieser Krise umgeht.

Wenn du einen Zukunftstag machst, zeichne ihn auf.

Ja, wir wissen, dass nicht alle jederzeit mit dabei sein konnten. Wir haben deshalb die einzelnen Sessions zum Direktabruf im Nachgang zur Verfügung gestellt, damit jede*r auch nachträglich mit dabei sein kann. Dies gilt explizit für folgende Sessions:

  • Ein Masterplan für den Tourismus – Der gemeinsame Weg für die Branche mit Frau Mag. Ulrike Rauch-Keschmann von der Sektion V – Tourismus und Regionalpolitik des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in Österreich (Video bei Youtube).

  • Zukunftsweisende Tourismuspolitik in Deutschland mit Markus Tressel, Grüner Bundestagsabgeordneter für das Saarland und Mitglied im Ausschuss für Tourismus (Video bei Youtube).

  • Lightning Talks zu Best Practices in der Umsetzung des notwendigen Wandels im Sinn von #impulse4travel (Video bei YouTube)

Wenn Du mehr über Dich lernen willst, mach den Zukunfts-Check.

Du kannst auch die Abkürzung nehmen, indem Du unseren Zukunfts-Check im Sinn von #impulse4travel durchläufst. Damit kannst Du Dir die Frage beantworten, wie gut Dein Unternehmen für die Zukunft aufgestellt ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Wie Du siehst, es ist noch viel zu tun, um auch Dein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Wenn Du wissen willst, was wir noch gelernt haben.

  • Der Wandel in unserer Branche ist erst am Anfang: Es gibt viel zu tun – im Großen wie im Kleinen. Gerne wird die Verantwortung weitergereicht, aber jede*r kann bei sich selbst starten. Der Wandel ist in uns – wir sind der Wandel – und wir haben es in der Hand: day one or one day. Corona hat uns gezeigt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, Dinge anders zu machen. Heute ist dieser Tag, heute ist day one. Fangen wir an.
  • Ohne Dialog kein Wandel – Beteiligung ist das A und O: In mehreren Gesprächsrunden wurde im Zukunftstag deutlich, dass Beteiligung der zentrale Schlüssel zum Erfolg ist – egal ob man sich im Kleinen z.B. mit Führung im Unternehmen auseinandersetzen oder im Großen beispielsweise die Gestaltung von Lebensräumen angehen will. Alleine und top down ist zum Scheitern verurteilt. Umso wichtiger ist es, die richtigen Beteiligungsformate und Tools zu nutzen.
  • Routine ist unser aller Feind: Wir haben jetzt so viele Zukunftstage (20!) organisiert, dass wir uns zu sehr auf unsere Erfahrung verlassen haben. Gestern wurde uns das (fast) zum Verhängnis. An unterschiedlichen Stellen hätten wir durch ein Mehr an Kommunikation im Vorlauf das Events den gesamten Zukunftstag entspannter gestalten können. So mussten wir flexibel und kreativ werden. Können wir auch, aber muss ja nicht sein, wenn es auch anders geht. Und egal, ob die Referent*innen dir sagen, dass sie das mit Zoom jetzt schon können – nein, ein Techniktest muss sein.
  • Unser Manifest hat noch nicht genügend Unterstützer*innen: Ja, es sickert in der Branche; aber im gleichen Atemzug, wenn wir einen Zukunftstag zur #Perspektive2025 machen, blickt ein Großteil der Branche sehr kurzfristig auf morgen. Alte Logiken werden schnell wieder Einzug halten. Wir brauchen deshalb noch mehr Botschafter*innen für die richtigen und sinnvollen Ideen. Dich hat das Manifest überzeugt? Hier kannst Du Dich selbst zum Botschafter der Ideen machen.
  • Die Touristik muss in Lebensräumen denken: Viele DMOs, Hotels und auch die politischen Akteur*innen haben die Zusammenhänge und Verknüpfungen der Branche mit anderen Teilen des öffentlichen Lebens erkannt und managen diese aktiv. Es wird Zeit, dass sich auch die ewig gestrigen Akteur*innen der Branche ihrer Verantwortung bewusst werden – und ich meine nicht die Verantwortung gegenüber ihren Aktionär*innen oder Stakeholder*innen. Sondern den Menschen, Einheimischen, Mitarbeiter*innen, unserem Planeten und nicht zuletzt dem Image unserer Branche.

Wir als Tourismuszukunft – Realizing Progress nehmen das Manifest ernst. Wenn wir als Zukunfts- und Lebensraumgestalter wahrgenommen werden wollen, dann braucht es Haltung – Haltung denen gegenüber, die das nicht tun. Wir sind für eine offenere und nachhaltigere Welt und setzen uns auch dafür ein. Wir freuen uns über alle, die an unserer Seite stehen und mit uns Windmühlen bauen. Warum? Darum:

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“

(Chinesisches Sprichwort)

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Realizing Progress – wir gestalten den Wandel
Veränderung ist die zentrale Herausforderung und Chance unserer Zeit. Realizing Progress gestaltet diesen Wandel und begleitet Akteur*innen, die sich mit der Zukunft von Tourismus, Standorten und Lebensräumen beschäftigen. Als internationales Netzwerk mit Partner*innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol eint uns die Vision einer offenen, nachhaltigen Welt. Als Visionär*innen mit ganzheitlicher Perspektive setzen wir uns für die Gestaltung von Zukunfts- und Lebensräumen über den Tourismus hinaus ein.

Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Realizing Progress.. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet Akteur*innen, die sich mit der Zukunft von Tourismus, Standorten und Lebensräumen beschäftigen. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation