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Warum die Wissenschaft sich ändern muss, um Social Media zu verstehen! Bericht von der ersten Conference on Social Media and Tourism in Verona

Conference on Social Media and Tourism, Konferenz, Social Media, Social Media Conference Verona, technologische Entwicklung, Verona

Florian Bauhuber29. Okt 2011

Dieser Artikel basiert auf einem Konferenzbericht in der Zeitschrift für Tourismuswissenschaft von Eric Horster, Promotionsstipendiat Leuphana Universität Lüneburg, und von mir Florian Bauhuber, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Am 21. und 22. Oktober 2011 fand die erste wissenschaftliche und internationale Konferenz zum Thema „Social Media and Tourism“ in Verona statt. Ziel der Konferenz war es, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die sich durch die neuen Formen der Vernetzung durch Social Media ergeben. Die Konferenz wurde organisiert von John C. Crotts vom College of Charleston, Vincent Magnini vom Pamplin College of Business at Virginia Tech und Anita Zehrer vom Management Center Insbruck (MCI). Neben einer Vielzahl spannender Vorträge und Projekte, war mit Verona ein besonderer Veranstaltungsort gewählt. Das italienische Ambiente konnten die Konferenzteilnehmer bei einem hervorragenden Abendessen in der Stadt, sowie bei einem Nachmittagsausflug am zweiten Konferenztag genießen.

Die Fokussierung der Konferenz auf das allgegenwärtige Thema „Social Media“ erwies sich als Erfolgsgarant, vor allem aufgrund der internationalen Zusammensetzung der Teilnehmer (Spanien, Indonesien, Australien, USA, etc.). Dennoch wurde deutlich, dass die Forschung in diesem Bereich sehr heterogen erfolgt. Die unterschiedlichen Zugänge zeigten, dass es sich beim Social Web nicht nur um eine technologische, sondern vor allem um eine soziale Innovation handelt.

Die technologischen Entwicklungen sind mitunter so rasant, dass Studien schnell veraltet wirken können, wenn sie sich auf das Untersuchen von Internetseiten konzentrieren. Denn diese haben sich bis zur Präsentation der Forschungsergebnisse meist weiterentwickelt, so dass der Kontext neu definiert werden müsste. Das Social Web ist viel mehr als Technik. Es ist vor allem geprägt durch soziale und psychologische Prozesse. Die klassische eTourismus-Forschung kann deren Ergebnisse allenfalls in Ansätzen darstellen. Die Ursache-Wirkungs-Komplexe erschließen sich ihr jedoch nicht.

Hier helfen vor allem ethnographische Methoden, die auf das Internet übertragen werden können (Netnographie). Fragen in Bezug auf neue Formen von Diskursen und deren räumliche Verortung im Netz stellen sich dabei genauso wie die Entwicklung von Regeln zu diesen Unterhaltungen. Dieser Bereich ist bisher kaum erforscht und beschreibt eben diese Metaebene, in der die Wissenschaft ihre Stärke hat.

Positiv auffällig war bei der Konferenz deshalb, dass viele Vorträge neue methodische Ansätze in den Mittelpunkt stellten. Durch die Partizipation des Konsumenten im Internet entsteht eine regelrechte Datenflut. Klassische Erhebungen erscheinen im Kontext des Social Web daher fast schon absurd. Die Frage die sich folglich stellt ist, wie es gelingt die Masse an Daten zugänglich und auswertbar zu machen. Dies bezieht sich auch auf die Medien Foto und Video. Im textuellen Bereich bot die Konferenz eine Vielfalt an neuen Herangehensweisen.

Kommunikation ist Handeln, Handeln ist Kommunikation – dies gilt auch für das Reisen im und mit Hilfe des Social Web. Es gilt diese Weiterentwicklung der kommunikativen Praxis und deren Einfluss auf unser gesellschaftliches Schaffen zu verstehen. Fans zählen ist Erbsenzählerei. Wünschenswert für zukünftige Konferenzen im Social Media Bereich wäre daher eine weiterführende Auseinandersetzung mit den soziologischen und psychologischen Vorgängen, dem medialen und kulturellen Wandel, der Veränderung von Reisen und der entsprechenden Produktion und Reproduktion von Imaginationen.

Wir von Tourismuszukunft durften einen Artikel einreichen und unsere Herangehensweise vorstellen. Unsere Präsentation ist bei Slideshare verfügbar:

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Florian Bauhuber Geschäftsführer | Change Maker | Mentor

Florian Bauhuber ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Realizing Progress. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kolleg*innen unzählige Akteur*innen, die sich mit der Zukunft von Tourismus, Standorten und Lebensräumen beschäftigen. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #Change #Nachhaltigkeit #DigitalStrategie #OpenData #Innovation

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