Kategorien
Destinationen Strategie

Lebensraumentwicklung gut und schön – aber wie umsetzen?

Von der Lebensraumperspektive haben wir hier im Blog schon öfter geschrieben. Dabei ging es einmal um die Utopie vom Lebensraum, der uns alle glücklich macht, ein andermal haben wir dir verschiedene Fragen zum Thema Lebensraum mit auf den Weg gegeben. Aber wie setzt man dies nun um? Wo fängt man an?

Gerne möchten wir dir hierbei helfen und skizzieren dir deshalb in diesem Beitrag ein mögliches Vorgehen, wie du zu ganz konkreten Maßnahmen für deine eigene, individuelle Lebensraumperspektive kommst.

In zwei offenen Workshops „What the Lebensraum?“ im März und April haben Anna & Andrea sowie Christoph & ich uns den Fragen gemeinsam mit euch gewidmet. Hierauf baut dieser Beitrag auf. In den Workshops hatten wir nur anderthalb Stunden Zeit. Um ganz konkret deine eigene Perspektive und deine eigenen Maßnahmen zu entwickelt, musst du definitiv tiefer eintauchen.

 

1. Klarheit bekommen: Was bedeutet Lebensraumperspektive?

Fragt man einmal, welche Stichworte Menschen im Tourismussektor beim Thema Lebensraum einfallen, fallen in erster Linie folgende Begriffe (Klick auf diese und alle weiteren Grafiken für eine größere Anzeige):

Workshop 1 „What the Lebensraum?“
Workshop 2 „What the Lebensraum?“

Auf den ersten Blick sind hier viele allgemeine und eher emotionale Begriffe zu finden: Wohlfühlen, Lebensqualität, Freude, Authentizität, Heimat, Akzeptanz, Miteinander. Du brauchst dies konkreter. Bevor du dich damit beschäftigst, was die Lebensraumperspektive für dich und deine Arbeit bedeutet, ist es notwendig, tiefer in diese Materie einzutauchen.

Frag dich:
Verstehe ich den Begriff Lebensraumperspektive
und seine Bedeutung?

Auf unserer Seite zum Lebensraum-Management haben wir einige vertiefende Informationen für dich aufbereitet, inklusive diverser relatierter Blogposts. Schau hier einmal ganz in Ruhe durch.

 

2. Handlungsfelder identifizieren

In unserem Workshop haben wir die Teilnehmenden unsere impulse4travel Lebensraum Map gezeigt und sie gebeten, grüne Punkte auf die für sie relevanten Themen und Handlungsfelder zu verteilen und schwarze Punkte auf die irrelevanten.

Das Ergebnis:

Workshops „What the Lebensraum?“ – relevante Handlungsfelder

Was deutlich wird: nahezu alle Themenfelder werden als relevant identifiziert. Die schwarzen Punkte wurden zum Teil im Sinne von „irgendwo muss ich ja auch noch einen schwarzen Punkt platzieren“ gesetzt (beispielsweise bei der „Globalisierung“ als direktem Gegenpart zur als überaus relevant bestimmten „Regionalität“). Der Megatrend „Gendershift“ wurde stark mit genderneutraler Sprache assoziiert. Letztlich geht es hierbei jedoch ebenso um das Aufbrechen tradierter Rollen, um mehr Diversität in Wirtschaft und Politik sowie gendergerechte Kommunikation und Angebote. Liest man dies, wird der Part plötzlich ebenso relevant.

Kurz: Letztlich spielen tatsächlich alle Megatrends und Perspektiven eine Rolle. Allerdings sind diese je nach Stadt bzw. Region und den bestehenden Rahmenbedingungen unterschiedlich ausgestaltet.

Frag dich:
Wie ist der aktuelle Status für die einzelnen Themenfelder bei mir
und welche Zielvorgaben sehe ich für diese?

Geh in Ruhe all die Punkte auf der impulse4travel Lebensraum Map durch – die großen wie die kleinen. Notiere dir alles, was dir hierzu einfällt: Aktuelle Maßnahmen und Projekte. Offene Fragen. Ideen. Beispiele anderer.

Definiere jeweils ein oder mehrere Ziele für die verschiedenen Handlungsfelder: Wie sollen diese im Sinne der Lebensraumperspektive zukünftig gestaltet sein?

 

3. Bewusstsein für die Chancen entwickeln

Um andere von der Lebensraumperspektive überzeugen zu können, musst du erst einmal selbst von dieser überzeugt sein.

Die Ergebnisse unserer Workshops, welche Chancen sich in dieser Ausrichtung verbergen, siehst du hier. Findest du dich selbst hierin wieder? Welche weiteren Chancen nimmst du diesbezüglich wahr?

Frag dich:
Was sind konkrete Chancen
für meine bereits definierten Handlungsfelder?

Erweitere am besten deine eigene Übersicht der Handlungsfelder und ihrer Ziele mit jeweils hieran gekoppelten Chancen.

 

4. Bewusstsein für die Herausforderungen entwickeln

Die Lebensraumperspektive ist allerdings nicht nur eitel Sonnenschein. Und so stehen den Chancen – gerade zum derzeitigen Zeitpunkt – ebenso noch viele Herausforderungen gegenüber:

Aspekte, welche hier besonders auffallen:

  • Der Zeitfaktor: Wie schaffe ich es, mich regelmäßig weiterzubilden und über all diese Handlungsfelder zu informieren? Wie nehme ich die Zeit zum Austausch mit allen her?
  • Der Gemeinsamkeitsfaktor: Wie schaffe ich es, tatsächlich die externen Akteur*innen einzubinden? Wie schaffe ich es, dass alle Gehör finden? Großes Stichwort hierbei: Tourismusakzeptanz.

Zu ersterem Punkt fällt mir direkt ein Satz ein, den ich oft im Zusammenhang mit dem Thema Fokus verwende: „Es ist nicht nur wichtig, was du tust. Fast noch wichtiger ist, was du nicht mehr tust.“ Wenn du mehr Zeit für etwas aufwenden willst, muss diese Zeit woanders herkommen. Was kann reduziert werden (bspw. innerhalb der Marketingaktivitäten)? Was ist eigentlich gar nicht deine Aufgabe, sondern liegt an sich eine Organisationsebene über oder unter dir?

Frag dich:
Was sind konkrete Herausforderungen
für meine bereits definierten Handlungsfelder?

Erweitere deine Übersicht der Handlungsfelder und ihrer Ziele wie bereits mit den Chancen ebenso mit jeweils hieran gekoppelten Herausforderungen.

 

5. Entwicklung konkreter Maßnahmen

Du bist die verschiedenen Handlungsfelder durchgegangen. Hast ihren aktuellen Status, Chancen und Herausforderungen zu ihnen notiert. Welche konkreten Maßnahmen ergeben sich hieraus? Vermutlich sind dir bereits bei den obigen Arbeitsschritten ganz viele Ideen gekommen.

Frag dich:
Welche ganz konkrete Maßnahmenideen
ergeben sich hieraus?

Was im Rahmen unserer Workshops auffiel: Es müssen nicht immer die riesengroßen Maßnahmen sein. Auch kleine Schritte bringen das Thema voran. Beispiele gewünscht?

  • Berührungspunkte schaffen zwischen Gästen und Einheimischen: Das kann eine Tourist-Information sein, die über ein attraktives Café verfügt. Das kann ein offener Coworking-Space sein. Oder angebotene Rundgänge mit Einheimischen.
  • Dank an die Einheimischen: Führe eine Lange Nacht oder einen Offenen Tag der Tourist-Info für die Einheimischen durch. Biete Einheimischen die Möglichkeit, sich kostenlos die touristischen Angebote vor Ort anzuschauen, sodass sie diese selbst besser verstehen können. Feiere ein gemeinsames Abschlussfest nach der stressigen Saison.
  • Feedback der Einheimischen einholen: Führe eine Umfrage durch, damit nicht nur die Lauten zu Wort kommen. Sorg für die öffentliche Information über geplante Maßnahmen – sowohl online über Website und Social-Media-Kanäle der Stadt und Region, aber auch offline, über Aushänge oder Informationsveranstaltungen auf dem Marktplatz.
  • Naturschutz: Schaff Wegekonzepte und ein Management der Besuchenden, welche Einheimischen, der Natur und den Gästen gleichermaßen zu Gute kommen. Kommuniziere Mehrwerte („dieser Weg ist kürzer und sicherer“) statt Verbote („auf diesem Weg störst du die brütenden Vögel“).
  • Aufgaben klar aufteilen: Neue Funktionsbeschreibungen für die Mitarbeitenden in touristischen Organisationen sind wichtig. Ebenso eine engere Kooperation mit Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung (längerfristig gesehen vielleicht sogar in Form einer gemeinsamen Organisationsstruktur?).

 

6. (bzw. 1.) Austausch & Zusammenarbeit

Viele Ideen stehen auf deinem Papier. Aber ging es nicht um das Gemeinsame? Den Austausch? Genau. Eine Lebensraumperspektive für deine Stadt oder deine Region entwickelst du nicht alleine am Schreibtisch. Dies hilft dir vor allem, selbst mehr Klarheit für das Thema zu finden.

Um eine Lebensraumperspektive tatsächlich in die Umsetzung zu bringen, brauchst du alle Akteur*innen mit am Tisch. Was hierfür notwendig ist:

  • Klarheit über die wesentlichen Akteur*innen: Die Lebensraumperspektive geht deutlich über deine gewohnten Partner hinaus. Weißt du beispielsweise, welcher Verkehrsverbund und Bürgerverein, welche Mitarbeitenden der Wirtschaftsförderung und welche ehrenamtlichen Helfer*innen bereits in relevanten Themenbereichen aktiv sind? Genau diese musst du mit an den Tisch holen, um eine tragbare Lebensraumperspektive zu entwickeln.
  • Hol dir Inspiration: Schau dir an, was andere machen. Nimm an entsprechenden Angeboten und (Online-)Präsentationen oder Tagungen teil. Tausch dich mit Vereinen und Verkehrsunternehmen aus.
    Natürlich möchten wir dich an dieser Stelle gerne auch noch mal auf unsere Open Week (28.5.-4.6.22 in Fischen im Allgäu) hinweisen. Denn Inspiration und Know-how rund um die Lebensraumperspektive bekommst du hier auf jeden Fall.

Und dann geht die richtige Arbeit erst los. Gemeinsam gilt es, konkrete Handlungsfelder zu identifizieren, Ziele festzulegen, Chancen und Herausforderungen ebenso wie relevante Akteur*innen zu benennen sowie ganz konkrete Aufgaben und Maßnahmen hiervon abzuleiten. Und dabei auf keinen Fall vergessen: Es sind immer auch die vielen kleinen Schritte, die wichtig sind. Fang am besten schon morgen damit an.

Wir sind sicher: Der Aufwand lohnt sich.

Und vielleicht sehen wir uns ja tatsächlich auch bei der Open Week und können dies miteinander weiter diskutieren?

In unserer OpenWeek diskutieren wir mit Euch über Lebensraum-Konzepte.
Open Week (CC BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler)

 

Kategorien
Change Management Destinationen Gesellschaftliche Trends Nachhaltigkeit im Tourismus Strategie

Von der DMO zur LMO – aber anders als gedacht!

Touristische DMOs sind im Wandel. Das M für Marketing wird immer unwichter, Management wird immer wichtiger. Nichts Neues, für alle, die sich mit der Destinationsmanagement beschäftigen – ABER: Nicht nur das M ist im Wandel, auch das D. Das Erkenntnisobjekt und der Fokus unserer Arbeit verändert sich. Nicht mehr die Destination sollte in unserem Fokus stehen, sondern der Lebensraum – für Gäste wie auch für Einheimische. DMOs machen sich auf den Weg zur LMO – zur Lebensraum Management Organisation (LMO). Warum?

Darüber hat unser Netzwerkpartner Christoph Aschenbrenner mit der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (BayTM) gesprochen. Und macht damit die Tür auf für Diskussionen, die wir auch in unserer OpenWeek im Allgäu führen wollen. Hier könnt Ihr das Interview mit freundlicher Genehmigung der BayTM lesen.

BayTM: Immer häufiger geht es in touristischen Konzepten um Lebenswelten. Was genau versteht man darunter?

Christoph: Ich nenne es lieber Lebensraum. Es ist die Summe an Personen, Infrastruktur und – im weitesten Sinne – Kultur, mit der ich als Mensch im täglichen Leben in Kontakt bin. Die Idee dahinter kommt aus der Stadtentwicklung. Da überlegt man sich ja schon länger, was einen lebenswerten Ort wirklich ausmacht. Der Klimawandel, die Suche nach Nachhaltigkeit und auch Corona triggern jetzt einen Wandel, auch im Tourismus. Dieser Wandel muss gestaltet werden, und zwar umfassend. Tourismus kann nicht mehr als abgeschlossener Sektor betrachtet werden. Lebensraumkonzepte sind integrativ, sie betrachten die ganze Region, die Gäste ebenso wie die Einheimischen.

Warum ist der Lebenswelten-Ansatz für eine nachhaltige Entwicklung wichtig?

Wir durchleben gerade große Veränderungen und brauchen soziale Nachhaltigkeit für eine stabile Gesellschaft und Demokratie. Dafür ist eine gewisse Grundzufriedenheit der Menschen nötig. Eine Saturierung nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im sozialen Bereich. Das Thema Lebensqualität wird extrem wichtig werden – und die Grundlage dafür, dass wir den Wandel, der auf uns zukommt, gut hinkriegen.

Christoph setzt sich für ganzheitliche Lebensraumkonzepte ein (Foto: Christoph Gabler)
Christoph setzt sich für ganzheitliche Lebensraumkonzepte ein (Foto: Christoph Gabler)

Für welche Destinationen funktionieren diese Konzepte?

Überall dort, wo Gäste und Einheimische miteinander in Berührung kommen. Es geht nicht mehr nur darum, Werbebroschüren zu drucken; ich muss die ganze Destination gestalten. Es geht um Infrastruktur, die immer von beiden Seiten genutzt wird – denen, die in einem Ort zu Hause sind, und denen, die ihn besuchen. Es geht um Arbeitsmarkt, Schulen und ärztliche Versorgung, denn eine Stadt oder Region muss auch in dieser Hinsicht attraktiv sein, sonst ziehen die Menschen weg. Besonders wichtig aber sind die weichen Standortfaktoren. Also Freizeit- und Kultureinrichtungen, lebendige Innenstädte, Plätze, an denen man nett einen Kaffee trinken kann. Wo man sich nicht nur als Konsument fühlt, sondern echten Menschen begegnet. Jeder Ort sollte das Ziel haben, zum „Happy Place“ für beide Gruppen zu werden. Wo sich Touristinnen und Touristen wohlfühlen, gefällt es auch Einheimischen. Natürlich nur so lange, wie es nicht zum Overtourism kommt. Der ist das eklatanteste Beispiel für die Kluft, die zwischen Einheimischen und Gästen entstehen kann. Und zugleich der Beweis dafür, dass beide Welten nicht getrennt voneinander betrachtet werden können.

Wie erarbeiten Sie ein Lebensweltkonzept für eine DMO?

Bei „Realizing Progress“ haben wir dafür ein Ringmodell entwickelt, einen systemischen, ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz, bei dem die Identität einer Destination über das Produkterlebnis mit Angebot und Auftritt verbunden ist. Beide Seiten beeinflussen sich gegenseitig. Erstaunlich ist, dass es vielen Regionen – wir sprechen beim Lebensraumkonzept von Regionen, weil der Begriff Destination rein touristisch geprägt ist – an Klarheit über die eigene Identität fehlt. Aber die ist die Basis für jedes Konzept. Die Orte müssen sich als Erstes fragen: Was haben wir für Voraussetzungen? Wo wollen wir hin? Wo liegen unsere Stärken, was ist unser Profil? Daraus ergeben sich dann fast von allein die Zielgruppe und die Maßnahmen, die getroffen werden sollten. Man muss auch die Bevölkerungsstruktur einer Region kennen und die Probleme dahinter: Gibt es zu wenig junge Leute? Will man Familien zur Ansiedlung bewegen? Wen will man überhaupt ansprechen?

Wie wichtig ist Lebensqualität in Lebensweltkonzepten?

Lebensqualität spürt der Mensch dort, wo er ein gutes Umfeld hat, wo er in Resonanz treten kann und sich als Mensch wohlfühlt. Das Problem liegt in der Messung von Lebensqualität, denn die wird höchst subjektiv empfunden. Es gibt auch objektive Faktoren, die zur Lebensqualität beitragen. Infrastruktur zum Beispiel. Natürlich bekommen wir bei der Arbeit mit unseren Kunden ein Gefühl dafür, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist. Aber eigentlich würde ich gerne vom Gefühl wegkommen und hin zu verlässlichen Indizes, die allerdings über Übernachtungszahlen und BIP hinausgehen müssten. Aber das zu entwickeln, ist Sache übergeordneter Ebenen. Da kann man nicht als einzelne Stadt anfangen.

Bei Lebensraum-Prozessen ist es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen.
Bei Lebensraum-Prozessen ist es wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen. (Foto: Greg Snell)

Welche Rolle spielt Partizipation für Lebensweltkonzepte?

Beteiligungsprozesse sind auch bei touristischen Projekten absolut sinnvoll. Die Bürger müssen gefragt werden, und zwar in einem möglichst frühen Stadium. Das Problem ist, dass oft kleine, gut organisierte Gruppen solche Meinungsbildungsprozesse kapern. Bürgerbeteiligung heißt aber nicht, dass man denen nachgibt, die am lautesten schreien, sondern dass man den Prozess möglichst professionell und strukturell angeht. So ein Vorgehen findet heute aber noch relativ selten statt. Oft fehlt es in den öffentlichen Verwaltungen schlicht am Know-how, an Zeit und Ressourcen. Aber auch touristische Einrichtungen sind hier in der Pflicht, wenn sie ihre Arbeit zukunftsfähig ausrichten wollen.

Sind Lebensweltkonzepte unsere Zukunft? Und wo liegen ihre Grenzen?

Wir stehen großen Herausforderungen gegenüber. Wir müssen die Autos aus den Städten rausbekommen, die Flüge reduzieren, nachhaltig produzieren, uns bis 2030 komplett dekarbonisieren. Das kann nicht funktionieren, wenn wir uns immer nur Einzelbereiche ansehen. Und das funktioniert auch nicht durch das Predigen von Verzicht und Askese, sondern durch ganz andere Ansätze wie Cradle-to-Cradle statt Wegwerfgesellschaft oder neue Mobilität. Wir müssen da also systemisch ran. In der Praxis stoßen wir auf Probleme, wenn wir sehen, dass in den Institutionen oft noch so ein Silo-Denken herrscht. Da gibt es dann unklare Zuständigkeiten, die Kommunikation ist schlecht. Es muss sich erst die Erkenntnis durchsetzen, dass das Leben in einer Region ganzheitlich angesehen werden muss und dass es dafür dann auch die entsprechenden Strukturen braucht.

Das ganze Interview findest Du auf der Website von der Bayern Tourismus Marketing GmbH.

Open Week CC-BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler
Die OpenWeek – ein kleiner Sprung für Dich, oder? (CC-BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler)

Du möchtest mit Christoph und dem Team von Realizing Progress über Lebensraum-Konzepte und Lebensqualität diskutieren und Ideen für Deine Stadt oder Destination mitnehmen? Dann komm zu unserer OpenWeek.

 

Kategorien
Change Management Gesellschaftliche Trends Nachhaltigkeit im Tourismus Touristische Trends

Bundestagswahl – Programme im Check – Teil 2

Nachdem wir uns letzte Woche in Teil 1 um die Bereiche Wandel und Tourismuspolitik gekümmert haben, folgt jetzt Teil 2 unserer Analyse der Wahlprogramme. Dabei schauen wir uns die Bereiche Nachhaltigkeit / Klimaschutz und Lebensraum / Regionalentwicklung an.

Nachhaltigkeit / Klimaschutz

Echte Nachhaltigkeit ist wahrscheinlich DAS Gebot unserer Zeit und sollte für unser aller Handeln gelten. Dafür braucht es Rahmenbedingungen. Und eine ganzheitliche Sichtweise auf soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. Wobei die dringendsten Weichenstellungen wohl im Bereich ökologischer Nachhaltigkeit bzw. Klimaschutz nötig sind. Darum legen wir den Fokus hier auf diesen Teil.

Im Wahlprogramm der Union kommt das Thema Klimaschutz vor allem in der Verbindung mit (Sozialer Markt-)Wirtschaft vor. Intensiv werden die wirtschaftlichen Leistungen der Vergangenheit gelobt. Für Unternehmen soll es keine neuen Belastungen geben. Die Klimaneutralität bis 2045 ist zwar als Ziel genannt (mit dem Zwischenziel einer Treibhausgasreduzierung von 65% bis 2035), allerdings sind kaum konkrete Maßnahmen beschrieben. Auch auf die Kritik der Wissenschaft (und der Gerichte), dass die aktuellen Klimaziele nicht ausreichend sind, um unsere Umwelt zu retten, scheint das Programm nicht einzugehen. Ein früherer Kohleausstieg zum Beispiel ist nicht geplant. Auch ein eigenes Kapitel zum Klima- und Umweltschutz sucht man im Wahlprogramm von CDU und CSU (wie leider in einigen anderen Wahlprogrammen auch) vergebens.

Das ist auch bei der SPD nicht anders, auch wenn die „Zukunftsmission Klimaneutrales Deutschland“ immerhin das wichtigste Element im Kapitel „Lebenswerte Zukunft“ ist. Ansonsten scheint sich die SPD mit der Union bei den Klimaanstrengungen für die nächste Wahlperiode genauso einig zu sein wie in der aktuellen Klimapolitik. Zwar wird die 65%-CO2-Minderung auf 2030 vorgezogen, der Kohleausstieg allerdings nicht. Genauere Maßnahmen, wie das 1,5-Grad-Ziel erreicht werden soll, bleibt das Programm schuldig. Bis auf ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, das zumindest ein schnell umzusetzende Maßnahme für unser Klima ist.

„Der Markt regelt das.“ Das scheint zumindest die Prämisse zu sein, mit der die FDP auf den Klimawandel reagiert. Klima und Umweltschutz durch Innovation ist das Schlagwort der Liberalen, als politisches Instrument fällt der Parte nur der Emissionshandel ein. Dafür gibt es dann aber ein schönes Schaubild.

Die Linke ist die erste Partei in unseren Check, der der Klimawandel zumindest ein eines Kapitel im Wahlprogramm wert ist – auch hier wiederum verknüpft mit einer starken sozialen Komponente. Schon 2035 soll das „System der fossilen Energien“ ersetzt werden. Das ist ambitioniert, aber die Zeit ambitionsloser Klimapolitik sollte nun auch wirklich der Vergangenheit angehören. Die genannten Maßnahmen sind umfassend und reichen von reduzierten Geschwindigkeiten auf allen Straßen über eine Verdoppelung der ÖPNV-Nutzer*innen bis zur Installation von 10 Gigawatt Solarenergie und 9 Gigawatt Windenergie pro Jahr.

Die Grünen stellen mit ihrem Programm unter Beweis, dass sie nicht zu Unrecht als Klimapartei gelten. Schon das erste Kapitel heißt „Lebensgrundlagen schützen“ und allein dieser Teil ist fast so lang wie die Wahlprogramme einiger anderer Parteien. Entsprechend detailliert und fundiert fallen dann auch die beschriebenen Ziele und Maßnahmen aus. Was uns gut gefällt: Auch Zukunftsbereiche wie Digitalisierung, cradle to cradle und Lebensraumentwicklung werden beim Thema Umweltschutz mitgedacht.

Unser Fazit: eine gesellschaftliche Transformation Richtung Nachhaltigkeit ist unbedingt erforderlich und Klimaschutz muss in den kommenden Jahren an erster Stelle stehen. Das wird nicht von selbst passieren, dazu braucht es uns alle! Unter Fachleuten und Wissennschaftlern ist dies unumstritten. Darum hat es uns doch etwas überrascht, wie schwer sich manche Parteien tun, dieser Tatsache Rechnung zu tragen.

Manche Pateien stehen schon in den Startlöchern für mehr Klimaschutz, andere haben die Dringlichkeit leider noch nicht erkannt. (Foto: Snell Media)
Manche Pateien stehen schon in den Startlöchern für mehr Klimaschutz, andere haben die Dringlichkeit leider noch nicht erkannt. (Foto: Snell Media)

Lebensraum / Regionalentwicklung

„Wir gestalten die Zukunft von Lebensräumen.“ Das ist unser Anspruch als Realizing Progress und das ist auch unsere innere Haltung als Netzwerkunternehmen. Darum haben wir uns natürlich auch angesehen, was die Parteien zu diesem komplexen Themenfeld zu sagen haben.

Die Union widmet dem Thema erfreulicherweise ein ganzes Kapitel. Unter dem Schlagwort „aus Liebe zu unserer Heimat“ geht es um Lebensqualität für Städte und Regionen. Klassische Themen wie die viel postulierte Gleichwertigkeit von Stadt und Land und der Traum vom Eigenheim kommen hier genauso vor wie spannende Zukunftsthemen wie smart cities, den Umbau von Innenstädten und Ortskernen und eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur. Und auch der Tourismus als Chance für ländliche Regionen wird genannt.

Bei der SPD finden sich entsprechende Ziele und Forderungen nicht gebündelt in einem Kapitel, aber dafür mitgenannt in vielen anderen Bereichen des Wahlprogramms. Zum Beispiel regionale Energiegenossenschaften, das „modernste Mobilitätssystem Europas“ oder die digitale Verwaltung. Ein roter Faden oder moderne Entwicklungskonzepte fehlen uns allerdings.

Die FDP fordert vereinzelt sinnvolle Maßnahmen wie MakerSpaces an Schulen, digitale Bürgerservices, sichere Radwege oder eine Anhebung der Übungsleiter-Freibeträge. Einen Willen, Lebensräume aktiv und zukunftsgerichtet zu gestalten, haben wir dem Wahlprogramm der Liberalen allerdings nicht entnommen.

Die Linke will „Städte zukunftsfest machen – Leben in die Dörfer bringen„. Hier werden öffentliche Räume der Begegnung ebenso gefordert wie Investitionsprogramme für den Stadtumbau, smart cities und soziale Zentren. Alles in allem Forderungen, die wir aus unserer Praxis unterstützen können. Eine „neue Ausrichtung von Regionalpolitik und Städtebauförderung“ wünschen wir uns sehr. Ob allerdings Forderungen wie ein Verbot gewerblicher Außenwerbung in Innenstädten wirklich sinnvoll sind, wagen wir zu bezweifeln.

Die Grünen sind in ihren Ausführungen zum Thema Lebensraum nicht so ausführlich wie im Bereich Klima, aber auch hier lassen sich gute Ansätze finden. Die neue „Gemeinschaftsaufgabe regionale Daseinsvorsorge“ klingt zwar etwas unsexy, aber was sich dahinter verbirgt, klingt nach guten Maßnahmen für „happy places“, also lebenswerte Städte und Orte. Von der kreativen Umnutzung von Leerstand über Smart-City-Projekte bis zu Regionalbudgets zur selbstbestimmten Gestaltung von Gemeinden ist vieles dabei, was wir auch gerne in unseren Projekten anstoßen würden.

Unser Gesamteindruck

Wir haben uns die Wahlprogramme der politischen Parteien mit den Schwerpunkten Wandel, Tourismus, Nachhaltigkeit/Klima und Lebensraum angeschaut und mit unseren beruflichen Erfahrungen sowie den Werten und Zielen unseres Netzwerkunternehmens abgeglichen. Dabei konnten wir nicht annähernd alles in den beiden Blogposts thematisieren, was wir uns vorgenommen hatten. Trotzdem hoffen wir, dass wir dir einen Einblick in die Wahlprogramme aus unserer Sicht geben konnten. Auch wenn wir natürlich auch intern kontrovers diskutieren und nicht immer einer Meinung sind – davon lebt unser Netzwerk genauso wie unsere Gesellschaft – wünschen wir uns doch alle eine offene, zukunftsgerichtete Politik. Darum haben wir dir hier nochmal unseren Gesamteindruck zu den Wahlprogrammen zusammengefasst:

Die Union weiß, was sie in den letzten Jahrzehnten geschaffen und geschafft hat. In den letzten 40 Jahren war sie über 30 in Regierungsverantwortung und hat unser Land entscheidend mitgeprägt. Diese Muster sieht man auch deutlich im aktuellen Wahlprogramm. Aktuell leben wir aber in Zeiten, in denen Wandel in vielen Bereichen dringend nötig ist. Und diese Notwendigkeit scheint bei den Macher*innen des Unions-Wahlprogramms nicht den Stellenwert gehabt zu haben, den wir und wünschen. Gerade beim Klimaschutz bräuchten wir hier mehr Ambitionen. Das „Programm für Stabilität und Erneuerung“ hat unserer Meinung nach zu viel Fokus auf Stabilität und zu wenig auf Erneuerung.

Auch der SPD merkt man an, dass sie in der Vergangenheit andere Schwerpunkte gesetzt hat als sie in der Zukunft wohl nötig sein werden. Die Erhaltung von Arbeitsplätzen zum Beispiel kann unserer Meinung nach kein Selbstzweck sein, wenn sie der Zukunft eher schaden als nutzen (Stichwort Braunkohle). Zwar erkennt die SPD in ihrem Programm „Aus Respekt vor der Zukunft“ an, dass große Änderungen bevorstehen und das Programm wirkt auch so, als ob die Partei diese Änderungen auch mittragen würde, allerdings haben wir nicht das Gefühl, dass Wandel und Lust auf Zukunft wirklich zur DNA der Partei gehören.

Die FDP gibt sich in ihrem Wahlprogramm angriffslustig und zukunftsorientiert. Wir finden hier einiges an Begriffen aus unserer eigenen Lebenswelt. Allerdings wirkt das Programm sehr vordergründig und dünn. Die Partei setzt auf den Markt, auf Innovationen und auf den schlanken Staat. Ob sich damit wirklich die Herausforderungen, vor denen wir stehen, regeln lassen? Darüber kommen uns bei der Lektüre des Programms „Nie gab es mehr zu tun.“ Zweifel – trotz des ambitionierten Titels.

Die Linke postuliert „Zeit zu handeln!“ – und das ist unsere Zeit definitiv. In einigen Bereichen wie der ambitionierten Klimapolitik sehen wir daher auch große Schnittmengen zu unseren Werten und Grundsätzen, in anderen wie der Tourismuspolitik überhaupt nicht. Außerdem fiel uns beim Lesen des Programms immer wieder auf, wie oft das Programm ein Gefühl von Geschlossenheit und fast Zwang vermittelt, mit dem unsere Offenheit, unsere Neugier auf neue Möglichkeiten und unsere Lust auf Veränderung oft kollidieren.

Das Wahlprogramm der Grünen heißt „Deutschland. Alles ist drin.„. In unseren vier untersuchten Bereichen ist es die Tourismuspolitik, die uns am wenigsten überzeugt hat, der Klimaschutz am meisten. Die inhaltliche Detailfülle und Schwerpunktsetzung des Programms finden wir richtig. Wir treten als Realizing Progress für eine offenere nachhaltige Welt ein – die Grünen werden mit ihrem Wahlprogramm in den vier untersuchten Bereich diesem Anspruch am ehesten gerecht. Auch wenn auch hier noch viel Luft nach oben ist, wenn wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen.

Disclaimer

Wir haben uns für diesen Blogartikel die Wahlprogramme aller Parteien angesehen, die aktuell im Bundestag vertreten und in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verankert sind. Die Nennung der Parteien erfolgt nach der Anteil ihrer Sitze im aktuellen Bundestag.

Die Links zu den Wahlprogrammen findest du hier:

Kategorien
Change Management Gesellschaftliche Trends Nachhaltigkeit im Tourismus Touristische Trends

Bundestagswahl: Programme im Check – Teil 1

An der Bundestagswahl 2021 kommt aktuell niemand in Deutschland vorbei. Der Ausgang ist offen und spannend wie nie! Fest steht aber jetzt schon: Es wird eine richtungsentscheidende Wahl (Stichwort Klimaschutz). Und auf das neue Parlament und die von ihm gewählte Bundesregierung kommen große Herausforderungen zu. Mit unserem neuen Ansatz „Wir gestalten den Wandel von Lebensräumen“ haben wir natürlich einen Gestaltungsanspruch. Und ganz allgemein vertreten wir den Standpunkt, dass gesellschaftliches Engagement wichtig wie nie ist. Darum haben wir uns die Programme der Parteien aus unserer Sicht angesehen. Hier ist der erste Teil unserer Analyse.

Wandel

Wandel war schon immer das Herzstück unseres Netzwerks. Und in der nächsten Wahlperiode wird unser aller Fähigkeit zu positiver, aktiver Veränderung in sämtlichen politischen Bereichen gefragt sein. Darum haben wir uns gefragt: Wie stehen die Parteien in ihren Wahlprogrammen dazu?

Im Wahlprogramm der Union finden sich schon in der Einleitung Begriffe wie „Modernisierungsjahrzehnt“ und „Wandel gestalten“. Allerdings scheinen sich CSU und CDU hier selbst nicht ganz zu trauen. Jeder verbale Schritt nach vorne wird gleich eingeschränkt, zu sehr scheint auch der Wunsch durch, den aktuellen Status quo zu halten. Ganz deutlich zeigt sich das im Ziel, „zurück zu einer Normalität zu gelangen, die uns Liebgewonnenes und Vermisstes zurückgibt“.

Das Programm der SPD heißt „Zukunftsprogramm“ und lässt daher vom Namen her schon einiges an Wandel erhoffen und auch in der Einleitung ist von einer „neuen Normalität“ die Rede. Dass wir nicht zurück in eine Vor-Corona-und-Klimawandel-Zeit können, wird hier anerkannt. Allerdings haben wir den Eindruck, dass hier auf Wandel eher reagiert werden soll und eine aktive Gestaltung nicht das Ziel kommender SPD-Politik ist.

Die FDP hat Lust auf Wandel. Das zeigt sich im Wahlprogramm schon im Titel und die Partei legt den Finger in viele Wunden vergangener Versäumnisse. Um nicht in der Vergangenheit zu bleiben, zeigen die Liberaldemokraten allerdings gleich ihren Gestaltungsanspruch und sprechen von Deutschland als „Vorreiter der Modernisierung„, von einer „innovation nation“ und von technischen Neuerungen als Treiber des Wandels. Der Fokus liegt hier ganz eindeutig auf Wandel durch Offenheit.

Die Linke spricht von „Mut zur Veränderung„, von einer „sozialökologischen Transformation„. Im Gegensatz zur FDP denkt die Linke Wandel aber eher aus einer egalisierenden, normierenden Perspektive. Der Wandel, den der fortschreitende Klimawandel unbedingt nötig macht, wird hier verknüpft mit sozialen Themen wie Steuergerechtigkeit und wirtschaftlichem Strukturwandel.

Die Grünen benennen den Wandel in ihrem Wahlprogramm vergleichsweise wenig, auch wenn sie von einer „Zeit des globalen Ausnahmezustands“ sprechen, in dem wir uns gerade befinden. Hier muss man schon genauer lesen, um zu erkennen, welche gesellschaftlichen und politischen Veränderungen die Partei anstrebt. Wenn man das getan hat, haben es die Vorschläge der Grünen allerdings in sich. Ein „weiter so“ scheint es mit den Grünen nicht zu geben.

Unser Fazit: wir sind uns sicher – zurück zur alten Normalität können und wollen wir nicht. Wichtig ist es, die aktuellen Herausforderungen anzunehmen und unser „new normal“ so nachhaltig, frei und lebenswert wie möglich zu gestalten. Und zwar proaktiv und nicht erst dann, wenn uns die Umstände endgültig dazu zwingen.

Jetzt ist die Zeit für nachhaltige Tourismuspolitik. (Foto: Greg Snell)
Jetzt ist die Zeit für nachhaltige Tourismuspolitik. (Foto: Greg Snell)

Tourismus

Natürlich ist der Tourismus für uns eines der wichtigsten Themen, auch in den Wahlprogrammen für die Bundestagswahl. Leider hatte Tourismuspolitik in der Vergangenheit nicht immer den Stellenwert in der Bundespolitik, den wir uns gewünscht hätten. Wird sich das jetzt ändern?

Im Wahlprogramm der Union gibt es nur einen kurzen Absatz über Tourismus. Dort will man die nationale Tourismusstrategie weiterentwickeln, den Tourismus bei der Förderung für strukturschwache Räume berücksichtigen und das Auslandsmarketing der DZT stärken. Alles in allem weisen diese sieben Zeilen nicht darauf hin, dass es CSU und CDU ernst ist mit der Stärkung unserer Branche.

Die SPD fertigt den Tourismus noch knapper ab. In den 66 Seiten Wahlprogramm kommt der Begriff genau ein Mal vor. Allerdings wird hier immerhin das Ziel formuliert, „diesen zentralen Wirtschaftszweig nachhaltig, klimabewusst und modern auszurichten“. Dieses Ziel unterstützen wir, auch wenn wir uns deutlich mehr Input dazu gewünscht hätten.

Die FDP hat sich da ein paar Gedanken mehr gemacht. Sie spricht von einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Tourismus, von Digitalisierung im Tourismus und von Innovationen für die gesamte touristische Wertschöpfungskette. Genaue Wege oder Ziele werden allerdings auch hier nicht benannt.

Die Linke benutzt den Begriff Tourismus auch genau ein Mal, und zwar als Negativfaktor für „Mietwahnsinn und Verdrängung“. Hier finden wir überhaupt kein Bewusstsein für unsere Branche und die Chancen, die sich durch Nachhaltigkeit und Strukturentwicklung ergeben.

Die Grünen wollen der „Tourismuswirtschaft nachhaltig auf die Beine helfen“ – und zeigen damit in ihrem Wahlprogramm gemeinsam mit der FDP das meiste Engagement für uns. Die Grünen sprechen sich gegen Massentourismus aus und für nachhaltigen Tourismus, der auch Bereiche wie Müllproduktion und Ressourcenverbrauch mitdenkt. Durch die Verbindung mit Rad- und Bahnverkehr wird hier auch eine Brücke zu Infrastrukturthemen geschlagen, die nach unserem Verständnis zentral für zukünftige Politik sein müssen.

Etwas enttäuscht sind wir schon, welchen Stellenwert der Tourismus in den meisten Wahlprogrammen eben nicht hat. Gerade weil wir wissen, wie viel Gedanken sich die Branche um ihre Zukunftsfähigkeit macht (hier nennen wir gerne nochmal unser impulse4travel-Manifest, das es immerhin auch auf die Website des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes geschafft hat). Wir sind überzeugt: Nachhaltigkeit und der Schutz von Ressourcen sind für unsere Branche in Zukunft ebenso wichtig wie die Einbindung in die Weiterentwicklung von Lebensräumen und in die Gestaltung zukunftsfähiger Verkehrsinfrastruktur.

Bald geht’s weiter mit Teil 2 unserer Analyse zur Bundestagswahl 2021

Wandel und Tourismuspolitik sind natürlich nicht die einzigen Bereiche, die uns an den Wahlprogrammen der Bundestagsparteien interessieren. Darum gibt’s hier bald Teil 2 unserer Analyse.

Disclaimer

Wir haben uns für diesen Blogartikel die Wahlprogramme aller Parteien angesehen, die aktuell im Bundestag vertreten und in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verankert sind. Die Nennung der Parteien erfolgt nach der Anteil ihrer Sitze im aktuellen Bundestag.

Die Links zu den Wahlprogrammen findest du hier:

Der DRV hat zur Bundestagswahl die tourismuspolitischen Positionen der Parteien abgefragt und dabei Antworten erhalten, die über die Positionen der Wahlprogramme hinausgehen. Die Antworten darauf findest du hier.

Kategorien
Change Management Destinationen Marke News & Infos Team Touristische Trends

Coliving Hamburg – Realizing Progress wird unsere Marke und bleibt unser Anspruch

Fast alle mit vollständigem Impfschutz und mit großer Vorfreude auf ein reales Treffen aller jetzt 15 Netzwerkpartner*innen – so kamen wir Mitte Juli in Hamburg an. Nach den positiven Erfahrungen aus Berlin hatten wir uns wieder für ein Hotel in einer Großstadt und nicht für ein gemeinsames Ferienhaus entschieden. Und wir wussten, dass wir weitreichende Entscheidungen treffen würden.

Ein lebendiges Umfeld schafft neue Eindrücke

Doch zuerst zum Flair der Stadt – egal, wie gut viele von uns Hamburg schon kannten, die Lebendigkeit der Elbmetropole inspirierte uns alle. So machten sich viele von uns schon am zweiten Tag auf, die vielen Stadtviertel und unterschiedlichen Kieze zu erkunden. Unser Hotel war in der Hafencity, unweit der Elbphilharmonie, dem noch recht jungen Wahrzeichen Hamburgs. Und in diesem Stadtviertel konnten wir auch ganz direkt beobachten, wie Quartiersentwicklung funktioniert und welche Auswirkungen Stadtplanung auf das Verhalten und die Lebensqualität von Bevölkerung und Gästen haben kann.

Hamburg inspirierte uns auf vielfältige Weise.
Hamburg inspirierte uns auf vielfältige Weise.

Die neue Marke erblickt das Licht der Welt

Unser nach außen hin wichtigstes Thema war sicher unser Rebranding: Aus Tourismuszukunft wurde Realizing Progress. Für uns war das ein konsequenter und logischer Schritt aus der Entwicklung und der Diskussionen der letzten Monate und Jahre. Aus der Tatsache, dass Tourismus und Lebensraum immer weiter zusammenwachsen. Und aus unserem Anspruch, dass wir (nicht nur) die Tourismusbranche bei der dringend notwendigen Weiterentwicklung hin zu nachhaltigeren, resilienteren und zukunftsfähigen Strukturen und Geschäftsmodellen begleiten wollen. Realizing Progress eben – ab sofort nicht nur als Anspruch, sondern auch als sichtbare Marke. Wenn du weitere Hintergründe erfahren willst – Florian hat hier mehr dazu geschrieben.

Daneben gab es viele Themen, die nach außen nicht so sichtbar, für uns als menschenzentriertes Netzwerkunternehmen aber genauso wichtig waren. Von den ersten Grundsätzen für einen neuen Code of Conduct über einen internen Happyness Index bis zum Austausch über den Einsatz von Tools wie den Sinus-Milieus hatten wir die ganze Woche viele Themen, die wir in einem äußerst wertschätzenden und konstruktiven Umfeld diskutieren und erarbeiten konnten. Ein Interview zu den Grundsätzen unserer Existenz als Netzwerkunternehmen findest du übrigens hier.

Und nicht zuletzt – es tat uns einfach allen unglaublich gut, zu lachen, gemeinsam zu essen, zu trinken und die Stadt zu erkunden und die emotionale Nähe zu Menschen mit den gleichen Visionen und dem gleichen Wertegerüst zu spüren. Natürlich immer vor dem Hintergrund geltender Corona-Bestimmungen, dafür aber umso dankbarer für die Möglichkeit der Impfung und hoher Hygienestandards.

Konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit - die Essenz des Realizing-Progress-Teams.
Konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit – die Essenz des Realizing-Progress-Teams.

Lübeck zeigt uns gelungene Destinationsentwicklung

Viel zu schnell war die Woche um. Wir hatten unglaublich viele Ideen ausgetauscht, neue Eindrücke gesammelt und konnten in den sechs Tagen doch nur einen Bruchteil von dem wahrnehmen, was uns unser Umfeld und die Gedanken und Impulse unserer Netzwerkpartner*innen in dieser Zeit boten. Trotzdem verließen wir am letzten Morgen Hamburg Richtung Lübeck, um uns dort mit Christian Martin Lukas zu treffen, den wir bei der strategischen Neuausrichtung „seiner“ Lübeck und Travemünde Marketing GmbH begleiten durften. Von der konsequenten Orientierung an der Leitzielgruppe über die Ausgestaltung der Touristinfo bis zum unglaublichen Flair, das die Stadt bei einer Fahrt mit dem Elektroboot durch die wunderschönen Kanäle versprüht – wir waren beeindruckt und glücklich zu sehen, wie gut hier die Destinations- und Lebensraumentwicklung funktioniert. Unser Kollege Günter Exel hat unsere Eindrücke in einem kurzen Clip festgehalten.

Lübeck ist wirklich ein perfektes Beispiel für gelungene Destinationsentwicklung.
Lübeck ist wirklich ein perfektes Beispiel für gelungene Destinationsentwicklung.

Was wir mitgenommen haben

So eine intensive Woche hinterlässt bei uns allen Spuren – und genau das ist unser Ziel und unser Anspruch. Folgende Learnings haben wir dabei mitgenommen:

  • Mutig voran: Der Wechsel unserer Marke fühlt sich nach all den Planungen und Diskussionen einfach nur gut an. Es war konsequent und notwendig, diesen Schritt zu gehen. Wenn wir ihn nach außen erklären mussten, haben wir Zustimmung erfahren und wurden in unserer Entscheidung bestärkt.
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt: Je größer und vielfältiger unser Netzwerk wird, desto mehr müssen wir uns um unsere interne Kommunikation und Zusammenarbeit kümmern. Damit wir bei zentralen Entscheidungen alle mitnehmen, damit wir weiterhin konstruktiv und produktiv arbeiten können und damit unser Netzwerk so lebenswert bleibt, wie es ist. Das schöne daran: Wir alle haben dazu die richtigen Werte und Einstellungen und jede Weiterentwicklung bei uns selbst ist es wert. Realizing Progress eben.
  • Strategisches, wertorientiertes Denken wirkt: Nicht nur beim lange vorbereiteten Launch unserer neuen Marke, sondern auch bei unserem Kunden Lübeck zeigt sich – unser Ringmodell und die Orientierung an den eigenen Werten und Bedürfnissen sowie eine konsequente Einbindung der Stakeholder schaffen außergewöhnliche Ergebnisse. Schön zu sehen, dass wir mit guten Tools und offenen, neugierigen Menschen solche Ergebnisse erreichen können!
  • Nach dem Coliving ist vor dem Coliving: So intensiv und ergebnisreich wir auch gearbeitet haben, wir sind alle mit mehr Fragen als Antworten nach Hause gefahren. Und das ist gut so! Die nächsten Monate werden wir uns weiter in kleineren Gruppen zu verschiedenen Colivings treffen und auch das nächste große Treffen im Sommer 2022 ist schon geplant (vielleicht dieses Mal wieder in einem Ferienhaus). In diesem Sinn: Lasst uns weiter an unserer eigenen Entwicklung und der attraktiver Lebensräume und erfolgreicher touristischer Akteure arbeiten.
Unser Lieblingsfotograf Greg Snell war auch wieder bei unserem Coliving dabei.
Unser Lieblingsfotograf Greg Snell war auch wieder bei unserem Coliving dabei. Hier findet ihr ein Behind-the-scenes-Video von ihm

 

Kategorien
Reisevertrieb

Digitale Verkaufsförderung: Webinare, Online-Kurse, digitale Kundenabende & mehr

Wie verändert sich B2B-Marketing in Zeiten von Corona? Wie erreiche ich den Reisevertrieb und die Expedienten heute am besten? Welche Verkaufsförderung ist zeitgemäß und kommt an?

Diese Fragen haben wir uns gestellt und Konzepte für die Digitale Verkaufsförderung für Fremdenverkehrsämter, Destinationen, Hotels, Reiseveranstalter und andere Leistungsträger entwickelt. Diese wollen wir Euch in diesem Beitrag und in unserem Webinar „Digitale Verkaufsförderung“ und dem Webinar „Digitale Kundenabende“ am 28. Mai im Rahmen des Zukunftstags für den Reisevertrieb vorstellen.

Ziele & Zielgruppe der Verkaufsförderung

Um die richtigen Kunden zu erreichen und Buchungen zu generieren, wollt Ihr mit dem Reisevertrieb zusammenarbeiten und diese regelmäßig erreichen und mit aktuellen Informationen versorgen. Ihr wollt die Reiseverkäufer*innen mit Wissen rund um Eure Destination, Eure Hotels, Eure Reederei, Euer Produkt und/oder Eure Leistungen informieren. Expedienten sollen als Experte, Fürsprecher und Botschafter für Euch auftreten. Gemeinsam mit den Reisebüros wollt Ihr Endkunden erreichen. Ihr wollt Lust auf Euer Produkt machen und somit mehr Kunden mit Eurem Angebot begeistern.

Als Zielgruppe wollt Ihr Inhaber, Geschäftsführer, Büroleiter und Mitarbeiter von Reisebüros (stationäre, digitale und mobile) in Deutschland, Österreich und Schweiz erreichen.

Da ist die Digitale Verkaufsförderung ein passender Ansatz, um Eure Zielgruppe zeitgemäß zu erreichen.

Digitale Formate für Eure Verkaufsförderung

  • Persönliche Termine über Online-Meetings
  • Sales Coaching
  • Webinare für Reisebüros
  • eLearning für Expedienten
  • Online-Kurse für Reisebüros
  • Digitale Events/Kongresse
  • Digitaler Kundenabend
  • Digitale Roadshow
  • Digitale Stammtische
  • Digitale Werbeformate
  • Social Media Kampagne
  • Social Media Info Reisen
  • Videos
  • Video-Reisen
  • Podcasts
  • Erklärvideos & Animationsfilme
  • Newsletter Marketing
  • B2B-Marketing über Social Media

Unsere Unterstützung

Gerne unterstützen wir Dich bei der Umsetzung Deiner digitalen Verkaufsförderung, planen und setzen Dein individuelles Konzept um.

Freu mich auf Deine kostenlose Anmeldung zu unserem Webinar „Digitale Verkaufsförderung“ am 28. Mai, dem Webinar „Digitale Kundenabende“am 28. Mai und/oder Deine Nachricht an m.faber@tourismuszukunft.de.

Viele Grüße

Michael

Kategorien
Change Management Destinationen Veranstaltungen Webinare

Zusammenfassung 1. Zukunftstag für Destinationen

Unser 1. Zukunftstag für Destinationen am 20. April sollte Orientierung bieten und Austausch zwischen den Akteuren ermöglichen.

Nur gemeinsam können wir diese Krise bewältigen.

 

Was sind die Haupt-Erkenntnisse des Tages?

  • Destination Management Organisation statt Destination Marketing Organisation: Ja, das ist nicht neu. Darüber reden wir seit Jahren. Aber gerade jetzt in der Corona-Krise zeigt sich noch einmal ganz klar: Wer bereits vor Corona diese Rolle für sich angenommen hat, kommt jetzt besser durch die Krise. Kanäle, Plattformen und vor allem auch das beiderseitige Vertrauen ist bereits vorhanden. Für die Noch-Marketing-Organisationen ist es demgegenüber deutlich schwieriger zu wissen, was ihre Partner eigentlich brauchen und ihnen dies auch geben zu können. Deshalb unser klarer Aufruf hin zu mehr Stakeholder Management.
  • Produktentwicklung: In der aktuellen Zeit, aber auch für die Zeit des Reisens mit Corona und auch danach ist deutlich mehr Kreativität in der Produktentwicklung gefragt. Flexibilität, Digitalisierung, Individualisierung, Produkte unkompliziert vergrößern und verkleinern können, ausweiten und beschränken. Kurz: Anders denken. Dies hilft zum einen, besser durch die Krise zu kommen. Und nach Corona, sich von anderen abheben zu können. Nutzt die aktuelle Zeit des Ausprobierens – natürlich im Digitalen, aber ebenso darüber hinaus.
  • Fit für die Zukunft? Was Corona gerade sehr deutlich macht: Wie es um die Kompetenz in Sachen Digitalisierung im Deutschland-Tourismus so bestellt ist. Welche Produkte sind auch virtuell erlebbar? Welche Organisationen haben die technische Soft- und Hardware für ein funktionierendes Homeoffice? Wie fit sind die Organisationen darin, ihren Partnern digitale Hilfestellungen zu geben? Und wie fit sind wiederum die Partner darin, diese auch nutzen zu können? Was wir hier sehen, stimmt uns zum einen sehr froh. Die Digitalisierung erhält aktuell einen riesigen Schub nach vorn, der definitiv auch nach Corona noch anhalten wird. Zum anderen stimmt uns, was wir hier sehen, auch sehr nachdenklich. Denn sehr oft liegen Infrastruktur und Knowhow noch sehr deutlich hinter den Möglichkeiten und Notwendigkeiten.

 

Nachfolgend ein Überblick über die Inhalte unseres 1. Zukunftstags für Destinationen, nebst allen Verlinkungen zu Aufzeichnungen, Präsentationen etc.

1. Strategische Fragestellungen

Kick-off-Diskussion: Wie verändert Corona unsere Destinationen?

Diskussionsteilnehmer*innen:

Moderation: Christian Leetz (TN Deutschland)

Ergebnisse:

Kick-off-Diskussion via Zoom zum Einstieg in die Zukunftstage für Destinationen.
Kick-off-Diskussion via Zoom zum Einstieg in die Zukunftstage für Destinationen.

 

Webinar: Orientierung für Destinationen

Neues für DMOs aus dem dwif-Corona-Kompass:

  • Was sie derzeit verlieren?
  • Wie sie wiederkommen können?
  • Worauf sie sich vorbereiten müssen?

Referenten: Markus Seibold & Lars Bengsch (dwif)

Ergebnisse:

Hilfreiche Erkenntnisse für Destinationen boten die Kollegen vom dwif.
Hilfreiche Erkenntnisse für Destinationen boten die Kollegen vom dwif.

 

Webinar: Change4Destination – Die Rolle von DMO’s mit & nach Corona

Die Krise verändert die Aufgaben von DMOs sowohl in der Krise, aber auch danach. Wir ordnen die Entwicklungen aus der Corona-Roadmap in die Change4Destination-Thesen ein. Welche Bereiche werden jetzt noch wichtiger? Wo werden Versäumnisse offensichtlich? Wie kommt man als DMO gestärkt aus der Krise? Wir diskutieren die Veränderungen und schauen gemeinsam nach vorne!

Referent*innenJohannes Böhm & Andrea Schneider (Tourismuszukunft – Realizing Progress)

Ergebnisse:

Unsere Change4Destination-Thesen bilden einen zentralen Ausgangspunkt für wichtige Veränderungen während dieser Krise.
Unsere Change4Destination-Thesen bilden einen zentralen Ausgangspunkt für wichtige Veränderungen während dieser Krise.

 

Webinar & Diskussion: Einfluss von Corona auf die Reiseintentionen der SINUS-Milieus?

Wie wirkt sich Corona generell auf die Gesellschaft und die SINUS-Milieus aus? Und was bedeutet dies für die Reiseintentionen der SINUS-Milieus? Gemeinsam mit dem SINUS-Institut werden Empfehlungen für Destinationen zum zukünftigen Umgang mit Zielgruppen entwickelt.

Referent: Manfred Tautscher (SINUS Institut)
DiskutantinnenKristine HonigAndrea Schneider (Tourismuszukunft – Realizing Progress)

Ergebnisse:

  • Aufzeichnung
  • Foliensatz  – Gerne könnt ihr euch beim Download auch für den E-Mail-Newsletter vom SINUS-Institut anmelden, um regelmäßig aktuelle Informationen zu bekommen.
Das SINUS-Institut stellte die Einflüsse von Corona auf die SINUS-Millieus vor.
Das SINUS-Institut stellte die Einflüsse von Corona auf die SINUS-Millieus vor.

 

2. Operative Fragestellungen für Natur- und Outdoor-Destinationen

Diskussion & Best Practices: Wie komme ich am besten durch Schock & Verwirrung?

DMO-Vertreter stellen in 5 Minuten Slots ihren Weg durch die erste Phase der Krise dar. Im Anschluss wird gemeinschaftlich diskutiert, was andere Destinationen daraus lernen können.

Diskussionsteilnehmer:

Moderation: Reinhard Lanner (Österreich Werbung)

Ergebnisse:

Interessante Einblicke von Natur- und Outdoor-Destinationen rund um die Bewältigung der ersten Krisenwochen.
Interessante Einblicke von Natur- und Outdoor-Destinationen rund um die Bewältigung der ersten Krisenwochen.

Interaktiver Workshop: Szenarien für Natur- und Outdoor-Destinationen

Interaktiver Workshop mit dem Online-Kollaborationstool Mural zur Erarbeitung von Szenarien und Lösungsstrategien für Natur- und Outdoor-Destinationen.

Moderation: Tilman Sobek (absolutGPS), Johannes Böhm (Tourismuszukunft – Realizing Progress)

Ergebnisse:

 

Webinar: Besucherlenkung in Zeiten von Crowding: Erfahrungen aus der Overtourism Diskussion

Reisen mit Corona bedeutet zu vermeiden, dass sich zu viele Personen zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufhalten. Eine Herausforderung, vor welcher auch Destinationen mit Overtourism standen. Welche der dort gemachten Erfahrungen können Natur- & Outdoor-Destinationen heute helfen?

Referent*innen:

Ergebnisse:

Wie können uns Erfahrungen aus der Overtourism Diskussion in der Coronakrise helfen?
Wie können uns Erfahrungen aus der Overtourism Diskussion in der Coronakrise helfen?

 

3. Operative Fragestellungen für Städte-, Kultur- und MICE-Destinationen

Diskussion & Best Practices: Wie komme ich am besten durch Schock & Verwirrung?

DMO-Vertreter stellen in 5 Minuten Slots ihren Weg durch die erste Phase der Krise dar. Im Anschluss wird gemeinschaftlich diskutiert, was andere Destinationen daraus lernen können.

Diskussionsteilnehmer*innen:

Moderation: Matthias Burzinski (Destinet)

Ergebnisse:

Spannender Austausch rund um die Herausforderungen für Städte-, Kultur- und MICE-Destinationen.
Spannender Austausch rund um die Herausforderungen für Städte-, Kultur- und MICE-Destinationen.

 

Interaktiver Workshop: Szenarien für Städte-, Kultur- und MICE-Destinationen

Interaktiver Workshop mit dem Online-Kollaborationstool Mural zur Erarbeitung von Szenarien und Lösungsstrategien für Städte-, Kultur- und MICE-Destinationen.

Moderation: Florian Bauhuber (Tourismuszukunft – Realizing Progress), Lars Dünker (DERAG Livinghotels)

Ergebnisse:

 

4. Die menschliche Komponente

Webinar & Diskussion: Der Faktor Mensch & das Stakeholder-Management in der DMO

Menschen gehen unterschiedlich mit Veränderungen um. Corona macht dies aktuell sehr deutlich. Wie sieht die ideale Teamzusammenstellung für DMOs aus? Wer sind die Stakeholder der DMOs – sowohl nach innen als auch außen – und wie können diese gemeinsam erfolgreich die Destination entwickeln?

ReferentinnenAndrea SchneiderKristine Honig (Tourismuszukunft – Realizing Progress)

Ergebnisse:

Der Faktor Mensch im Mittelpunkt des letzten Webinars bei unserem ersten Zukunftstag.
Der Faktor Mensch im Mittelpunkt des letzten Webinars bei unserem ersten Zukunftstag.

 

Dankeschön!

 

P.S.: Der 2. Zukunftstag für Destinationen findet am Montag, 4. Mai 2020 statt. Das Programm folgt!

 

Kategorien
News & Infos Technologie Trends Touristische Trends

Infografik Digitalisierung im Tourismus 2020 – Evolution der Kundeninteraktion

Seit dem Jahr 2014 aktualisieren wir unsere Infografik zum Digitalen Wandel im Tourismus kontinuierlich im Rahmen der ITB Berlin (#ITBberlin). Der Ausfall der ITB Berlin hält uns natürlich auch 2020 nicht davon ab, im Rahmen von #ITBdigital – unser digitales Alternativevent – unsere Infografik zu publizieren. Auch in diesem Jahr hat sich einiges getan – die Digitalisierung im Tourismus schreitet kontinuierlich voran. Wir haben eine neue Entwicklungsstufe integriert:  Evolution der Kundeninteraktion!

Evolution der Kundeninteraktion – Von Automatisierung bis hin zur Künstlichen Intelligenz!

Neue Phasen in der Infografik – warum?

Generell integrieren wir neue Phasen in unsere Grafik, wenn wir denken, dass es relevante Entwicklungen bzw. Startpunkte für Entwicklungen gibt, die nachhaltig die soziotechnischen Konstellation im Tourismus verändern.

Beispielsweise sahen wir im Jahr 2017 einen Wendepunkt in der Digitalisierung im Tourismus durch den Verkaufsstart von Alexa / Amazon Echo. Im diesem Jahr veränderte sich dadurch die Präsenz von Digitalen Assistenten massiv. 2019 sahen wir beispielsweise den Startpunkt für Digital Payment in der Einführung von Apple Pay in Deutschland.

Warum jetzt eine Evolution der Kundeninteraktion?

Im Gegensatz zu allen vorherigen Phasen gibt es in diesem Jahr keine expliziten technologischen Trigger, keine Markteinführung einer Technologie oder gar neue Akteur*innen im Markt. Ganz im Gegenteil – wir erleben eine schleichende Emergenz der Kundeninteraktion – eine Evolution statt einer Revolution, dabei ohne große signifikante Impulse. Das Ergebnis hingegen ist so prägend für die soziotechnischen Konstellationen im Tourismus und darüber hinaus, das wir uns entschieden haben, dieser Evolution ein eigene Phase zu widmen. Kurz zusammengefasst: die Interaktion mit unseren Kunden wird sukzessive durch Maschinen gestützt und gar ersetzt – dabei unterstützen unterschiedliche Techologien und Techniken – die Grenzen zwischen den einzelnen Technologien verschwimmen.

Drei Entwicklungsschritte der Evolution!

Wir sehen drei große Entwicklungsschritte, die die Evolution beschreiben – wie gesagt, die Entwicklungen sind nicht per se nicht neu. Oft kann von außen auch nicht beurteilt werden, ob es sich um vermeintlich banale Automatisierung von Prozessen handelt oder intelligente Logiken (Maschine Learning, Natural Language Processing = NLP, Deep Learning, etc.) im Kontext von Künstlicher Intelligenz Anwendung finden. Neu ist, dass diese Evolution der Kundeninteraktion nicht nur von Global Playern (Google, Booking, Tencent, etc.) ausgerollt wird, sondern die Technologien und daraus resultierende Techniken großflächig, auch bei etablierten Akteur*innen im Markt Anwendung finden. Global Player können aufgrund anderer finanzieller Mittel und einer höheren Anzahl von Trainingsdaten andere Daten- und damit auch Servicequalitäten anbieten. Grundsätzlich sind diese Entwicklungen aber über alle Anwendungen und Lösungen nicht nur im Tourismus zu beobachten.

1.) Antworten statt Ergebnislisten (Wissensbasierte Systeme & Musteranalyse)

Anwendungen entlang der Customer Journey konzentrieren sich auf konkrete Antworten statt langer Ergebnislisten. Bei Googles Suchmaschine ist dies Veränderung schon so nachhaltig, dass bereits mehr als 50 % aller Suchanfragen kein weiterer Klick des Nutzers mehr durchgeführt werden muss (Zero Click Searches), da die Suchmaschine bereits die Antwort auf die Frage direkt ausgeliefert hat. Solche Antwortmaschinen sind bei Chatbot-Lösungen und Sprachassistenten ebenso im Einsatz, wie bei Buchungsportalen bzw. OTAs (Stichworte: Instant Trip Planning; Recommender Systeme).

2.) Predictive statt aktive Suche (Mustervorhersage)

Die Technologien und Erfahrungen im Kontext von Data Science, Smart Data und Co. erlauben es mittlerweile vielen Akteuren, bereits im Vorhinein ein Nutzerverhalten vor, während und nach der Reise vorwegzunehmen. In Folge können Antworten auf Fragen gegeben werden, die noch nicht gestellt sind – viele kennen das z.B. aus der Google Maps-Welt, wenn man aufgefordert wird, früher loszufahren, da ein Stau auf der alltäglichen Strecke zur Arbeit unerwartet die Fahrzeit verlängert, ohne dass ein aktives Routing vorgenommen wurde. Muster im Kundenverhalten zu erkennen bildet hierfür die Grundlage – der letztendliche Kundendialog erfolgt oft automatisiert (Push-Nachrichten, Emails, etc.).

3.) Handelnde Assistenten statt händischer Eingaben (Transaktive Systeme)

Die Entwicklung geht mittlerweile sogar noch einen Schritt weiter, in dem die Lösungen sich von klassischen interaktiven Systemen, d.h. Multiagentensysteme, die sich mittels wechselseitiger Abstimmung für eine Lösung der Aufgabe koordinieren, in Richtung von transaktiven Systeme verändern. Das heißt, es werden intelligente Systeme geschaffen, die im Hinblick auf die Wechselwirkung von Eigenaktion, Fremdaktion und Gesamtaktion Ziel-Mittel-Relationen selbstständig reflektieren und verändern. Hört sich komplex an: in der Praxis bedeutet das, dass Technik, z.B. digitale Assistenten, selbstständig handelt. Das bekannteste Beispiel kommt hier auch aus dem Google Kosmos: Google Duplex. Mit dieser Technologie können komplexe Telefonate, z.B. Tischreservierungen oder komplexe Buchungsprozesse z.B. von Mietwägen an den digitalen Assistenten übergeben werden.

Neue Zahlen und Fakten zur Reisebranche

Dank des Verband Internet Reisevertrieb (VIR) und der Reiseanalyse (RA), die uns bereits vor der eigentlichen Veröffentlichung Marktforschungsdaten zur Verfügung gestellt haben (hier könnt Ihr den kompletten Zahlen & Fakten 2020 des VIR downloaden), konnten wir auch die aktuellen Zahlen zum Verhältnis von digital und analog gebuchten Urlaubsreisen integrieren. Zusätzlich haben wir Daten vom World Economic Forum (WEF) ergänzt, die die Verschiebung der Arbeitsleistung in Richtung Maschine verdeutlichen: der Trend ist offensichtlich: Maschinen übernehmen unsere Arbeit – in der Kundeninteraktion, aber auch darüber hinaus – schleichend aber stetig!

Die Infografik

Infografik Digitalisierung im Tourismus 2020
Kategorien
Destinationen Kommunikation MaFo/ Marktentwicklung Marketing & Vertrieb

Was Service Design ist und was es leisten kann

Wir sind neugierig. Deshalb steht der enge Austausch im Team bei uns sehr zentral. Doch auch der Austausch mit anderen Unternehmen und Menschen, der Besuch von Veranstaltungen oder Barcamps sowie natürlich die generellen Weiten des Internets mit all seinen Alerts, Webinaren, Newslettern und Whitepapern. All dieser Input kommt uns selbst und letztlich natürlich auch unseren Auftraggeber*innen zugute.

Letztens waren Andrea und Kristine ganz „oldscool“ bei einem dreitägigen Seminar. Thema: Service Design. Durchgeführt wurden diese sogenannten Service Design Essentials von Marc Stickdorn, Adam Lawrence und Markus Hormess.

Die Zielstellungen für uns für diese drei Tage waren:

  • Das uns bekannte Vorgehen in Service-Design-Projekten hinterfragen und optimieren.
  • Ideen für neue sinnvolle Service-Design-Maßnahmen erhalten – sowohl für uns bei Tourismuszukunft intern, als auch natürlich mit Blick auf unsere Auftraggeber*innen und deren Gäste/Kund*innen.

Ein paar Punkte möchten wir gerne direkt auf diesem Weg mit dir teilen.

Oft wird Service Design hierauf reduziert: Post-its schreiben, kleben, sortieren
Wesentlicher Part von Service Design: Post-its schreiben, kleben, sortieren

Tipps rund um Service Design

Was ist Service Design eigentlich?

Bei Service Design geht es darum, Services zu designen, also Dienstleistungen zu gestalten. Das Produkterlebnis gestalten – das geht deutlich über die Größe des Bettes in einem Hotelzimmer hinaus.

Verschiedene Begriffe schwirren hierfür durch die Gegend: UX-Design, Design Thinking, Experience Design… Aber ganz ehrlich: Letztlich ist der Begriff selbst egal. Es kommt auf die Inhalte, die Umsetzung an. Das gilt auch, wenn du intern in deinem Unternehmen Service-Design-Methoden einsetzen möchtest – manchmal sind diese einfacher umzusetzen, ohne das Wort Service Design nur einmal in den Mund zu nehmen. Einfach machen.

Was sind Merkmale von Service Design?

Zu beachten sind die folgenden Rahmenbedingungen für Service-Design-Prozesse:

  • User-centered: Bedingungslose Orientierung an Kund*innen/Gästen.
    Es geht nicht darum, was du als Unternehmen möchtest oder kannst. Es geht immer darum, was deine Kund*innen möchten.
  • Co-creative: Gemeinsamer Prozess mit den Kund*innen/Gästen.
    Um zu wissen, was die Kund*innen möchten, fragt man sie am besten selbst. Beobachtet sie. Lässt sie neue Dinge austesten.
  • Sequencing: Service als Sequenz vieler einzelner Berührungspunkte.
    Es geht nicht nur um das Hotelzimmer und wie dieses gestaltet ist oder darum, wie ich als Gast an der Rezeption empfangen werde. Vielmehr beginnt das Produkterlebnis damit, wie sich mir die Destination bei der Ankunft präsentiert. Und gehen wir noch ein paar Schritte zurück, dann sind wir bei der Inspirationsphase und der gezielten Informationssuche vor der Buchung. Kurz: viele einzelne Kontaktpunkte, die sich wiederum in viele kleine einzelne Kontaktmomente aufschlüsseln lassen. Und in jedem steckt das Potential, die Kund*innen zu begeistern.
  • Evidencing: Schaffung physischer Evidenzen für nicht greifbaren Service.
    Der Klassiker hier: Wie wird dem Hotelgast gezeigt, dass das Bad geputzt wurde? Indem das Toilettenpapier zu einem Dreieck gefaltet wird. Service, Dienstleistungen also sichtbar machen.
  • Holistic: Ganzheitlicher Blick statt zu kleiner Fokus.
    Du kannst einzelne Produkte nicht losgelöst vom Umfeld betrachten: Wenn du einen Tisch verkaufen willst, solltest du das Wohnzimmer kennen, in welchem dieser Tisch stehen soll, die Anwendungsmöglichkeiten für den Tisch etc. Es geht beim Thema Ganzheitlichkeit immer auch um Pre-Service (die Erwartungshaltungen), den Service selbst (das tatsächliche Erlebnis) sowie den Post-Service (Ist der Gast zufrieden oder nicht? Wie gehen dieser und ich als Unternehmen hiermit um?).

Was sind Methoden von Service Design?

Die Kund*innen bzw. Gäste stehen, wie du siehst, im Mittelpunkt dieser Arbeitsweise. Eine Methode aus dem Service Design, die Persona, macht dies besonders gut deutlich: ein idealtypischer Vertreter der Zielgruppe wird anhand eines Art Steckbriefs persönlich mit all seinen Werten und Einstellungen, seinem Konsum- und Informationsverhalten gestaltet. Bei neu zu entwickelnden Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen sowie Produkten kann dann immer geschaut werden: Was genau ist für diesen Gast wichtig?

Dieser Persona-Steckbrief macht noch einen wesentlichen Bestandteil von Service Design deutlich: Die Visualisierung. Ob Visualisierung mittels Post-its, mittels Steckbriefen, mittels Canvas, mittels Prototyping… – beim Einsatz von Service Design entstehen jede Menge Daten, welche strukturiert und aufbereitet werden müssen.

Base your customer journey on f***ing research
Base your customer journey on f***ing research

Tipps für deine Service-Design-Prozesse

  • Daten sind die Basis für alles. Es geht nicht darum, sich beispielsweise als Persona eine Wünsch-dir-was-Person zusammen zu basteln. Alles gilt es, mit Daten zu hinterlegen, idealerweise mit Daten aus mindestens drei verschiedenen Quellen bzw. Marktforschungsmethoden. Hier heißt es dann auch: Geh raus und sprich mit deinen Gästen! Sie wissen am besten, was für sie wichtig ist. Hinterfrage so lange, bis du nichts Neues mehr erfährst. Und hinterfrage gut. Die richtige Antwort ist nicht unbedingt die erste.
  • Service Blueprint für den Blick hinter die Kulissen. Oft beschäftigen sich Projekte rein mit der Außenwirkung. Tolle Maßnahmen und Aktivitäten in Richtung der Gäste werden entwickelt. Was bedeuten diese aber für das Unternehmen inklusive seiner Partner und Dienstleister? Konkrete Ableitungen für die verschiedenen Abteilungen sind notwendig, egal ob die Produktentwicklung, die Informationsabteilung, die Presseabteilung oder auch die Buchhaltung. Wer muss was konkret tun? Wer muss mit wem worüber reden? Wer benötigt ein Lager? Was passiert also überall da, wo die Kunden nicht hinschauen können?

Soweit nur zwei erste Tipps. Mehr gibt es sicherlich in unseren anstehenden Projekten sowie in unseren Erfahrungsberichten über diese.

 

Für uns als stark digital organisiertes Unternehmen war generell die Teilnahme an einem Offline-Seminar sehr spannend. Sehr schön, mal auf der anderen Seite im Seminar zu stehen – rein als Teilnehmerin, nicht als Referentin. Einige Ideen für Moderationstechniken haben wir hiervon ebenso mitnehmen können. Und für dich haben wir noch ein paar Tipps für deinen nächsten Seminarbesuch zusammengestellt.

Tipps für deine nächste Seminarteilnahme

Prototyping: Ideen konkretisieren und testen - wesentlicher Bestandteil im Service Design
Prototyping: Ideen konkretisieren und testen

Was nehmen wir von unserem dreitägigen Seminar mit – losgelöst vom Inhalt?

  • Wenn du an einem Seminar teilnimmst (egal, wie lange dieses dauert), dann sorg dafür, dass du tatsächlich an diesem teilnehmen kannst, Du also nicht von laufenden Projekten abgelenkt bist, sondern dich voll und ganz auf das Seminar konzentrieren kannst.
  • Falls du mit Kolleg*innen zusammen an dem Seminar teilnimmst, dann werdet in  verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv. Wenn jeder an einem anderen Arbeitstisch steht, lernt ihr mehr Leute kennen, lernt mehr andere Sicht- und Herangehensweisen kennen und bekommt so auch mehr Input.
  • Falls du mit Kolleg*innen zusammen an dem Seminar teilnimmst, dann nehmt euch am Abend die Zeit, das am Tag Gelernte gemeinsam zu besprechen und hinterfragen zu können: Was bedeutet das für uns? Was können wir wie damit anfangen? Gerade dieser Part hat uns beiden sehr viel gebracht und trägt sicherlich auch zur Nachhaltigkeit des Seminars bei. Deshalb auch direkt die folgende Empfehlung:
  • Wenn jemand aus deinem Team an einem Seminar teilnehmen möchte, schau, für wen dieses außerdem interessant sein könnte. Denn das Erlebte direkt austauschen zu können und gemeinsam Ableitungen und Konsequenzen für die zukünftige Arbeitsweise im Unternehmen zu entwickeln, bringt nicht nur frischen Wind, sondern macht außerdem viel Spaß.

 

Du hast Fragen zu Service Design oder auch zu unserem besuchten Seminar? Dann gerne her damit!
Andrea & Kristine

 

Kategorien
News & Infos Technologie Trends Touristische Trends

Infografik Digitalisierung im Tourismus 2019 – Digital Payment

Seit dem Jahr 2014 aktualisieren wir unsere Infografik zum Digitalen Wandel im Tourismus kontinuierlich im Rahmen der ITB Berlin (#itbberlin). Auch in diesem Jahr hat sich einiges getan – die Digitalisierung im Tourismus schreitet kontinuierlich voran. Wir haben eine neue Entwicklungsstufe integriert: Digital Payment.

Digital Payment

Neue Phasen in der Infografik – warum?

Generell integrieren wir neue Phasen in unsere Grafik, wenn wir denken, dass es relevante Entwicklungen bzw. Startpunkte für Entwicklungen gibt, die nachhaltig die soziotechnischen Konstellation im Tourismus verändern.

So sahen wir im Jahr 2017  einen Wendepunkt in der Digitalisierung im Tourismus durch den Verkaufsstart von Alexa / Amazon Echo. Im Jahr 2017 veränderte sich die Präsenz von Digitalen Assistenten massiv.

Warum jetzt Digital Payment?

Im Jahr 2019 sehen wir den Startpunkt für Digital Payment in der Einführung von Apple Pay in Deutschland, dessen Start Ende 2018 bereits als Erfolg bezeichnet wird. In anderen Märkten (v.a. in den asiatischen Märkten) ist das Thema Mobile Payment bereits Alltag. Dienste wie AliPay oder WeChat Pay sind gelebte Realität im gewerblichen Umfeld und werden nicht nur von einer Minderheit der Bevölkerung genutzt. Durch die zunehmende individuelle Reisetätigkeit asiatischer Gäste sehen sich touristische Akteure in Europa zusehends genötigt, diese Bezahldienste auch in ihr Dienstleistungsspektrum zu integrieren. Wir sind fest davon überzeugt, dass 2019 ein Wendepunkt für das mobile Bezahlen v.a. im deutschsprachigen Raum darstellen wird.

Formen von Digital Payment

Mobile Payment (also das direkte Bezahlen am Point of Sale mit Smartphone oder anderem Wearable) ist auf dem Vormarsch, bereits etablierter ist Online Payment. Letzteres wird durch die zunehmende Verbreitung mobiler Kaufprozesse (siehe auch die unten genannten Zahlen & Fakten zur Reisebranche) noch relevanter werden.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch einen weiteren Digital-Payment-Prozess, der 2019 an Relevanz gewinnen wird: Social Payment! Wir verstehen darunter explizit nicht nur die freiwillige Kleinabgabe für meist immaterielle Güter im Internet (z.B. Flattr, womit Nutzer einen monatlichen Betrag auf Websites und Plattformen aufteilen können, um Geld an die Urheber von Veröffentlichungen zu spenden). In diesem Sinn wurde der Begriff auch vor allem zu Beginn verwendet. Stattdessen geht es hier jedoch ebenso um Bezahlprozesse zwischen Menschen ohne IBAN und TAN – d.h. peer-to-peer sowie Splitting-Dienste unter Menschen, um Bezahlprozesse aufzuteilen (z.B. gemeinsame Fahrt- und Gastronomiekosten).

Letztendlich basieren diese Social-Payment-Dienste auf den identen Technologien und rechtlichen Rahmenbedingungen wie Mobile Payment und Online-Payment-Prozesse. Neu ist allerdings, dass soziale Medien und Messenger-Dienste mit einer massiven Verbreitung – wie z.B. WeChat oder WhatsApp – diese Funktionen integrieren. Hierdurch gewinnen diese massiv an Sichtbarkeit und automatisch an Relevanz.

Zudem gehen wir davon aus, dass in Zukunft alternative Dienste, basierend auf Distributed Ledger Technologien (Blockchain, Tangle, etc.), die in diese sozialen Medien integriert werden, bisherige Zahlungsdienstleistungsketten in Frage stellen.

Neue Zahlen und Fakten zur Reisebranche

Dank des Verband Internet Reisevertrieb (VIR) und der Reiseanalyse (RA), die uns bereits vor der eigentlichen Veröffentlichung Marktforschungsdaten zur Verfügung gestellt haben, konnten wir auch die Zahlen zum (Digitalen) Reisemarkt integrieren:

  • Buchungswege bei allen Urlaubsreisen
  • Verhältnis von digital und analog gebuchten Urlaubsreisen
  • Zwecke der Nutzung des mobilen Internets im Tourismus

Spannend ist, dass sich die Buchungswege weiter ins Digitale verschieben, auch im Vergleich zum Vorjahr:

  • Verschiebung der Buchungswege zu Lasten des Telefons (minus 3 %) und des persönlichen Gesprächs (minus 1 %).
  • Lange Urlaubsreisen: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zahlen der rein online gebuchten langen Urlaubsreisen von 40 % auf 44 %.
  • Kurzreisen: Hier stiegen die Zahlen der rein online gebuchten Reisen von 72 % auf 76 %.
  • Die Nutzung des mobilen Internets im Tourismus schreitet ebenso voran. Hier wird in den kommenden Jahren v.a. durch das Thema Mobile Payment eine neue Dynamik in den Markt kommen.

Um den Status quo beim Thema Digital Payment zu integrieren, haben wir ebenso Zahlen aus dem Globalwebindex in die Infografik integriert. Womit wir schon bei unserer neuen Entwicklungsstufe in der Digitalisierung des Tourismus sind.

Die Infografik