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OpenWeek: Learnings zum Format & den eingesetzten Veranstaltungsformaten

Die OpenWeek ist bereits einige Tage, sogar Wochen vorbei. Doch sie wirkt noch nach bei uns. Sowohl inhaltlicher Natur, aber auch als Format an sich.

Anna veröffentlichte letztens bereits die wichtigsten Erkenntnisse der OpenWeek für uns. Im Vorlauf hatten wir einen Einblick in die eingesetzten Veranstaltungsformate der OpenWeek gegeben: Coworkation, Barcamp, MessUp Night, Lernreise, Hackathon. Wie gestalteten sich diese in der Realität? Was sind unsere Learnings aus dem Format der OpenWeek an sich?

 

Learning 1: Eine Dramaturgie ist die Basis für ein einwöchiges Veranstaltungsformat

Zum Start der OpenWeek ging es hoch hinauf zur Weltcup-Hütte (v.l.n.r. Roland Völcker, Nicole Cogiel, Ellen Kimmel, Christa Hünting)

Bereits in der Planung der OpenWeek versuchten wir, mit Hilfe der eingesetzten Formate eine Dramaturgie in die Woche zu bringen. Dies funktionierte auch in der Praxis.

  1. Gemeinsam eingrooven durch Input vom Allgäu, vor allem aber auch bereits das erste Kennenlernen der Region und der anderen Teilnehmenden.
  2. Danach den Gedankentrichter ganz weit öffnen: Beim Barcamp gingen die Diskussionen weit auseinander, strategische und eher operative Fragestellungen wechselten sich ab. An Sessions standen „Culture vs. Strategy“, „Wie machen wir Lust auf Nachhaltigkeit?“, „Neue Wege mit der Politik“ sowie die Frage „Braucht es eine Landestourismuskonzeption?“ auf dem Board. Doch auch Besucher*innen-Lenkung, neue Konzepte für Leben-Arbeiten-Urlaub oder der Knowledge Graph im Deutschland-Tourismus waren Thema.
  3. All der Input muss verarbeitet werden, deshalb: Freizeitprogramm am Folgetag. Individuell oder in Kleingruppen. Dabei wurden die angerissenen Themen des Vortages weiter diskutiert und vertieft – gleichermaßen stand das persönliche Kennenlernen im Fokus.
  4. Mittlerweile hatten wir bereits vier intensive Tage miteinander verbracht. Eine vertrauensvolle Atmosphäre war entstanden. Ein guter Zeitpunkt, um uns bei einer MessUp Night vom Scheitern von Geschäftsideen und Projekten zu berichten.
  5. Viele theoretische Diskussionen, viele praktische (individuelle) Erfahrungen kennzeichneten die bisherigen Tage. Während der Lernreise brachten wir dies zusammen: Anhand dreier konkreter Unternehmen im Allgäu konnten wir sehen, wie Theorie und Praxis denn tatsächlich zusammenpassen und was im Lebensraum Allgäu bereits in welcher Form umgesetzt wird.
  6. Noch praktischer wurde es beim Hackathon: All die Fragestellungen, Ideen und Eindrücke der vorangegangenen Tage manifestierten sich in der Beantwortung der Frage: „Wie kann man Lebensqualität messen?“ Also noch mal alle Energie zusammengenommen und konkrete Ergebnisse produziert!

 

Learning 2: Die Kombination von Formaten sorgt für Mehrwert

Eine Hand schreibt etwas auf eine Moderationskarte
Veranstaltungsformate funktionieren für sich – und im Zusammenspiel miteinander

Vorteil: Inhaltliche Kombination

Was auffiel: Wie gut Barcamp und Hackathon ineinandergreifen. Die Kombination ist ideal dafür geeignet, beim Barcamp Fragen aufzumachen, welche in einem anschließenden Hackathon aufgegriffen und beantwortet werden.

Ich war bereits auf zahlreichen Barcamps und mag sie sehr. Auch bei der OpenWeek zeigte sich die Stärke dieses Formats: Es werden Gedanken ausgetauscht und Einblicke gegeben. Vor allem aber lernt man sich  während eines Barcamps in den verschiedenen Sessions besser kennen und erhält unzählige Denkanstöße zum Weiterverfolgen. Für mich auffällig: Wie sich automatisch die Sessionthemen an dem Motto der Woche „Lebensräume neu denken“ orientierten und wir das Thema Lebensraum von verschiedensten Blickwinkeln betrachteten sowie beinahe durchgängig die Menschen im Fokus standen.

Beim Hackathon fragten wir uns im Vorhinein, ob die Fragestellung „Wie können wir Lebensqualität messen?“ nicht eigentlich zu spitz ist. Christoph präsentierte zum Einstieg den aktuellen Stand. Deutlich hierbei: Kennzahlen oder Messsysteme gibt es bereits einige. Aber so richtig glücklich machen uns diese gegenwärtig noch nicht. Um so spannender die verschiedenen Projektideen der Arbeitsgruppen: von der Hormonmessung in Abwässern bis zu einem Masterplan für die Lebensraum-Messung, von regionalen Datenhubs bis zu überregionalen emotionalen Karten, von der digitalen Besucher*innenlenkung bis hin zur Glücksmessung über Frequenz und Tonalität von Stimmen. Einfach nur wow! Und nein, die Fragestellung war nicht zu spitz.

Vorteil: Persönliche Beziehungen

Was ebenso auffiel: Wie gut eine MessUp Night tut. Und eine gemeinsame Lernreise. Und gemeinsame Wanderungen. Kurz: Wie gut im Lauf einer solchen Woche all die Formate und Möglichkeiten tun, welche die persönlichen Kontakte stärken, die Menschen zusammen bringen.

 

Learning 3: Auch wenn die generelle Dramaturgie passt – die individuelle Beurteilung kann noch einmal anders sein

Beim Barcamp: Sybille Wiedenmann & Wolfgang Wagner

Menschen sind unterschiedlich. Und entsprechend unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse. Auch und insbesondere in einem Format, welches über eine ganze Woche geht.

  • Während die einen Teilnehmenden den Freiraum zu Beginn der OpenWeek sehr schätzten, um im Allgäu anzukommen, ein Gefühl für die Region und die anderen Teilnehmenden zu entwickeln, fehlten anderen stärkere inhaltliche Aspekte zu Beginn der Woche.
  • Während für die einen Teilnehmenden der Hackathon am letzten Tag ein perfektes Finale der Woche darstellte, es sich für diesen mehr als lohnte, alle Energiereserven noch einmal zu aktivieren, wünschten sich andere, dass dieser früher in der Woche stattgefunden hätte, um gegebenenfalls noch auf dessen Ergebnissen aufbauen zu können.
  • Während für die einen Teilnehmenden die Lernreise mit ihrem tiefen Eintauchen in die konkreten Produkte im Allgäu perfekt als kompletter Tag funktionierte, würde es für andere besser passen, Projekte oder Produkte stärker über die Woche verteilt kennen zu lernen.

Und ganz losgelöst von der Zusammenstellung der Formate: Die Teilnehmenden vor Ort hatten sich auf eine ganze Woche OpenWeek eingelassen. Für viele andere war und ist dies aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen schlicht und einfach nicht umsetzbar.

 

Learning 4: Die passende Location ist Gold Wert

Sitzhocker, Sitzsäcke, Liegestühle sowie ganz normale Stühle – für jeden gibt es das passende Plätzchen. Auch für Günter Exel.

Das Format: Eine Coworkation

Wir haben die OpenWeek von Anfang an bewusst als Coworkation geplant, als stetige Abwechslung zwischen (Er-)Arbeiten sowie (Er-)Leben & Freizeit. Dabei begeisterte mich persönlich sehr, wie sich die Teilnehmenden ihre ganz individuelle Woche zusammen bauten. Denn was für unsere internen Coworkations gilt, galt – wie oben bereits erwähnt – ebenso für eine solch größere Runde: Unterschiedliche Bedürfnisse der Teilnehmenden in Bezug auf individuellen Freiraum und gemeinsamer Zeit in der Gruppe, in Bezug auf individuelles Arbeiten und gemeinsamen Austausch.

Die Location: Offen und individuell nutzbar

Das Kurhaus Fiskina in Fischen mit seinen offen gestalteten Räumen bot hierfür die perfekte Location! Wir konnten uns sowohl während unserer geplanten gemeinsamen Formate aber auch darüber hinaus und individuell auf der oberen Etage „ausbreiten“. Ein kleinerer Raum, welcher vor allem zur Laptop-Arbeit genutzt wurde, Sitzecken zum Abstimmen und Diskutieren gemeinsamer Projekte oder auch die Sitzsäcke in unserem großen Veranstaltungsraum boten vielfältige und passgenaue Möglichkeiten. Hinzu kam der großzügige Außenbereich, welchen wir insbesondere im Rahmen des Hackathons nutzten. Dazu ein perfektes Catering von Toni Schöll von der integrierten Speisegalerie, welches insbesondere die Veganer*innen sehr glücklich machte.

Generell lässt sich sagen: Die Fiskina war ein perfekter Partner für uns, all unsere Ideen und Wünsche kreativ umzusetzen. Offen und spontan, vertrauensvoll und verlässlich.

 

Learning 5: Es braucht ein Team, um eine OpenWeek zu rocken

Gruppenbild der OpenWeek 2022 im Allgäu
Gruppenbild bei der OpenWeek

Wer schon einmal eine Veranstaltung organisiert hat, die bzw. der weiß, wieviel Aufwand hier dahinter steckt. Unsere Herausforderung: Die gesamte Woche an sich zu organisieren. Dazu die unterschiedlichen Formate mit ihren jeweils unterschiedlichen Anforderungen an die Umsetzung.

Das Orga-Team

Vielleicht einmal kurz angerissen, was vor aber auch hinter den Kulissen der OpenWeek alles passierte (und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendetwas vergesse): Konzeption, Partnersuche, Locationscouting, Abstimmungen mit der gastgebenden Region, Abstimmungen mit der Location, Abstimmungen mit externen integrierten Unternehmen, Layoutentwicklung, Kommunikation (vor, während und nachher), Websitelayout & -inhalt, Teilnehmendenakquise, Teilnehmendenmanagement, Pressearbeit (vor, während und nachher),  Teilnehmendenakquise für Einzelevents, Organisation von Locationmöblierung, Auf- und Abbau in der Location, Präsentationsvorbereitungen, Briefing von Teilnehmenden für ausgewählte Events, Abendlocationsuche & -reservierung, Busorganisation, Fotoshooting inkl. Nachbearbeitung, Cateringabsprachen, Feedbackumfrage, Abrechnungen etc. pp. Kurz: viel, sehr viel. Und so trug jede*r bei uns im Team ihren bzw. seinen Teil dazu bei, dass die OpenWeek gelingen konnte.

Das OpenWeek-Team

Wirklich wesentlich zum Gelingen waren allerdings letztlich die Allgäu GmbH und all die Teilnehmenden, welche sich auf dieses neue Format eingelassen haben, die Idee gemeinsam mit uns zur Umsetzung gebracht haben und ihre Gedanken und Erfahrungen in der Runde teilten. Einen ganz ganz herzlichen Dank hierfür!

 

Der andere Blick auf die OpenWeek

Doch genug davon, wie wir die Woche empfunden haben. Was sagen die Teilnehmenden in ihren Veröffentlichungen? (Vielen Dank für eure Worte!) Klick dich einmal durch die nachfolgenden Links, um einen noch besseren Eindruck von der OpenWeek zu erhalten.

  • Ellen Kimmel und Christa Hünting vom Kreativquartier – Coworking & Meeting Space in Volkach resümierten:
„Denn wir verstehen unter Coworking keine Bürogemeinschaft, sondern viel mehr einen Ort der Vernetzung, der Kommunikation und des Wachstums. Zwischen Arbeitnehmern, Selbstständigen, Teams und auch Einheimischen. Dies alles unter dem Konzept von Lebensräumen mit Experten und Expertinnen aus dem Tourismusbereich zu diskutieren, war eine außergewöhnliche Erfahrung!“ (Facebook)
  • Wolfgang Wagner von der BayTM Bayern Tourismus Marketing GmbH stellte fest:

„Die Menschen und deren Umgang miteinander sind ein zentraler Erfolgsfaktor. Wertschätzung, Augenhöhe und geistige Offenheit ermöglichen Diskussionen, die uns wirklich weiterbringen und in die Zukunft führen.“ (Tourismus.Bayern)

  • Markus Garnitz, ebenfalls von der BayTM, fasst seinen Eindruck so zusammen:

„Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Einheiten des Destinationstourismus neue Wege beschreiten müssen. Sie werden sich daran messen müssen, welchen Anteil sie zum Gemeinwohl beitragen können, um unseren Lebensraum nicht nur für Gäste, sondern auch für Einheimische lebenswert zu gestalten.“ (Tourismus.Bayern)

  • Jan Hoffmann von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH stellt fest:

„Sicherlich ist sie [die OpenWeek] nicht für jeden und jede das richtige Format. Wer aber die Aufgabe oder die Zeit hat strategisch-gestaltend zu arbeiten, für den ist die openweek ,the place to be’“ (Tourismusnetzwerk Brandenburg)

 

 

All euer Feedback nehmen wir mit in die Planung der OpenWeek V2. Denn eines ist für uns aktuell deutlich: Es wird in jedem Fall eine zweite Ausgabe der OpenWeek geben.

 

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OpenWeek – Nachlese der Woche zur Zeitenwende im Tourismus

„Was meinen wir denn nun genau mit Lebensraum? Und was heißt das für uns?“ Hast du dich das auch schon gefragt? Dann geht es dir wie den Pionier*innen, die Ende Mai bei der ersten OpenWeek dabei waren.

Über das Format haben wir an vielen Stellen bereits berichtet (zum Beispiel in diesem Beitrag oder auf der Website der OpenWeek). In diesem Beitrag wollen wir also auch die inhaltlichen Erkenntnisse der Woche mit dir teilen.

Adios Destinationsmanagementkonzept. Hello Lebensraumkonzept!

Im ZukunftIMPULS zu diesem Thema hatten wir im Januar bereits darüber gesprochen, was es für eine ganzheitliche Lebensraum-Betrachtung braucht. Die OpenWeek haben wir nun genutzt, um das zu vertiefen.

„Der Gedanke lautet: Weg von der reinen Fokussierung auf die Bedürfnisse der Gäste, hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Region, welche die Bedürfnisse der Einheimischen, aber auch der Umwelt und Natur berücksichtigt“, fasst Kristine Honig es so schön zusammen.

Kristine Honig beim Barcamp der OpenWeek
„Die Tourismuskonzeption als solche kann es nicht mehr geben“ – eine der Kernerkenntnisse von Kristine Honig in der OpenWeek (Foto: Christoph Aschenbrenner / Realizing Progress)

Das bedeutet auch: Ein Tourismus-/ Destinations- /Lebensraumkonzept muss in Zukunft zu diesen Aspekten Überlegungen und konkrete Maßnahmen beinhalten! Ansätze hierfür sind beispielsweise:

  • Zielgruppen: Diese enthalten nicht nur Gäste-Personas, sondern auch eine genaue Betrachtung der Einheimischen (und eine Definition, was wir mit „Einheimisch“ eigentlich meinen).
  • Naturräume und die wechselseitige Beziehung zu ihnen. Wie profitieren wir von der umgebenden Natur? Wie beeinflussen wir sie durch unser Verhalten? Welche Maßnahmen unternehmen wir, um eine Verträglichkeit herzustellen?
  • Und das wohl Wichtigste: Jede Region muss für sich definieren, was sie unter Lebensraum-Management versteht. Welche Aufgaben fallen darunter? Was liegt in der Verantwortung anderer Institutionen?
    Das ist insbesondere wichtig, weil Lebensraumgestaltung nur im Zusammenspiel mit anderen Organisationen gelingen wird. Der Begriff wird allerdings ganz unterschiedlich verstanden! Naturschützer*innen denken dabei vielleicht zuerst an Habitate seltener Tiere und Pflanzen. Die lokale Politik zählt dazu auch Daseinsvorsorge wie Bushaltestellen, Einkaufsmöglichkeiten oder ärztliche Versorgung.

Die Frage ist also: Wie können in einem neu gedachten Management-Konzept alle ihre Stärken einbringen, sodass ein ganzheitlich gut gestalteter Raum entsteht? Unerlässlich dafür ist, eine bunte Mischung aus Personen in der Konzeption einzubinden. Und eben nicht nur Tourismusakteur*innen aus Hotellerie, Freizeitwirtschaft und Verbänden.

 

Innovative Lebensraum-Ansätze im Allgäu live und in Farbe

Einer der Hauptgründe, warum wir die OpenWeek ins Leben gerufen haben: Zukunftsgedanken brauchen Zeit, um zu reifen. Klar hätten wir uns auch nur drei Tage vor Ort treffen können – und die Allgäu GmbH hätte einen schnellen Impuls zum Lebensraum-Konzept gemacht. Aber das reicht einfach nicht, wenn man wirklich verstehen will! Dafür muss man anschauen, sich austauschen, nachfragen, unzählige Male zu jeder Tageszeit durch den Kurgarten gehen.

Drei Personen wandern oberhalb von Ofterschwang in der OpenWeek
Eintauchen in den Lebensraum: ein zentrales Anliegen der OpenWeek (Foto: Christoph Aschenbrenner / Realizing Progress)

Wir haben uns bewusst Zeit genommen, einzutauchen und spannende Ansätze im Lebensraum Allgäu zu entdecken. Einige sind mir besonders hängen geblieben, diese möchte ich mit dir teilen:

  • Zusammenarbeit und neue Synergien. Bei unserer Lernreise durften wir regionale Wertschöpfung entdecken. Mein Aha-Moment: Eine Kita, die über die Hotelküche versorgt wird. Damit hat ein Hotelier eine verlässliche Einkommensquelle und die Kinder profitieren von hochwertiger Küche. Natürlich mit regionalen Produkten – die Landwirtschaft freut sich über gesicherte Abnahme, die Natur über kurze Lieferwege.
  • Besucher*innenlenkung muss (auch) menschlich sein. Im Naturpark Nagelfluhkette lernten wir die Ranger kennen, die nicht nur Lieblings-Testimonials in der Presse sind, sondern ganz konkret vor Ort wirken. Als Expert*innen sind sie für Besucher*innen ansprechbar und entschärfen durch ihre zugängliche Art Konflikte im Gelände. Sie geben der Natur eine Stimme und können damit viel besser auf manche Aspekte hinweisen als unpersönliche Schilder.
  • Marken brauchen eine wertebasierte Zusammenarbeit. Das Allgäu ist vor allem ein starker Wirtschaftsstandort für Industrie und Gewerbe; Tourismus ist nur einer von vielen Zweigen hier. Die Allgäu GmbH möchte alle unter einem Dach bündeln und mithilfe einer Markenpartnerschaft die Identität nach Innen leben und nach Außen zeigen. Aber nicht jedes Unternehmen kann einfach so Partner werden! Nur wer nachhaltige Aspekte lebt und die Werte der Marke teilt, darf sich mit dem Allgäu-Logo schmücken.
    Dieses bewusste Wirken nach innen ist – wie oben erwähnt – unverzichtbar für einen funktionierenden Raum und die Glaubwürdigkeit der Organisation!

Wir müssen also über die Grenzen touristischer Betriebe und eingefahrener Muster hinausdenken. Wie kann ein touristischer Betrieb Wert für die Bevölkerung schaffen? Brauchen wir überall Lebensraum-Botschafter*innen, die ansprechbar sind – auf dem Marktplatz, am Wanderweg, in den Partyvierteln der großen Städte?

Außerdem nehme ich mit, dass wir alle viel mehr Zeit für Gespräche und das Erkunden einer Region einplanen sollten. Das gilt für uns als Berater*innen, aber letztlich für alle, die Räume gestalten. Egal ob es die Pause auf dem Marktplatz, der Ausflug auf dem Radweg oder das Gespräch mit Einheimischen im Eiscafé ist. Also raus mit euch und ab ins Gespräch!

 

Eine CoWorkation macht was mit den Menschen

„Und wie wars für dich persönlich?“ Eine Frage, die mir reichlich gestellt wurde. Und die ich an andere Teilnehmer*innen gerichtet habe. Persönlich kann ich sagen: Es war wunderbar! Extrem anstrengend und extrem schön und wertvoll. Ein Teil dessen ist sicher der Corona-Situation geschuldet. Eine Woche unter so vielen Leuten zu sein ist schon besonders.

Eine Hand schreibt etwas auf eine Moderationskarte
Leben, Arbeiten, neue Perspektiven. Das ist macht eine gelungene Coworkation aus! (Foto: Christoph Aschenbrenner / Realizing Progress)

Aber ich habe so unendlich viel mitgenommen! Die Woche war wunderbar, um gemeinsam tief in Inhalte rein zu denken. Insbesondere der Hackathon, der am letzten Tag der Woche stattfand, war hierfür eine Schatzkiste. Fragen, denen sich die Teams widmeten, waren etwa:

  • Wie beziehen wir die Perspektive der Natur endlich konsequent mit ein und machen nicht nur „grünes“ Marketing?
  • Können wir über Hormonmessung im Abwasser feststellen, wie glücklich Einwohner*innen sind?
  • Können Daten aus Sensoren eine Indikation für Lebensqualität liefern?

Für mich waren die Menschen in der Woche einfach der größte Mehrwert. Ich durfte individuelle Lebenswege kennenlernen. Durfte in die Perspektive meines Gegenübers eintauchen. Sei es bei einer Wanderung im Naturpark Nagelfluhkette, beim Abendessen oder beim Plausch mit unserem Gastgeber Toni (der in der Fiskina überragend für unser leibliches Wohl gesorgt hat – geht hin, wenn ihr mal in der Ecke seid!).

Und es ging, glaube ich, nicht nur mir so. Ich bin mir sicher: Diese Coworkation hat was mit den Menschen gemacht. Kein Barcamp, keine Konferenz, kein Seminar kann das leisten. Die Mischung aus festen Formaten und frei verplanbarer Zeit zusammen mit interessanten Köpfen stellt vieles auf den Kopf, das unseren Alltag ausmacht. Denn wann haben wir mal so viel Zeit, um Dinge sacken zu lassen und sie dann ganz in Ruhe weiter zu denken und zu vertiefen?

Und das bringt mich zu meinem abschließenden Gedanken.

Zukunft gestalten geht nur, wenn man sich Zeit für die wichtigen Dinge nimmt

Catharina Fischer von Realizing Progress hält eine OpenWeek-Fahne in der Hand vor dem Kurhaus in Fischen
Die Zukunft fest im Blick: manchmal muss man sich Zeit nehmen, um Gedanken zu Ende zu denken. (Foto: Christoph Aschenbrenner / Realizing Progress)

Wir haben große Aufgaben vor uns. Das Lebensraum-Thema wird zentral in den kommenden Jahren. Als Gesellschaft stehen vor der Phase des „Degrowth“, also der bewussten Verkleinerung. Das braucht systemisches Denken. Das braucht ein tiefes Verständnis für Themen wie Ökosysteme, Soziales Gefüge und neue Ansätze für lebenswerte Städte und Regionen.

Zeit ist das Wertvollste, das wir haben – denn wir bekommen sie nie wieder zurück. Sowohl auf persönlicher Ebene als auch als Gesellschaft. Ich frage mich nach der Woche also: „Wofür investiere ich in Zukunft mehr Zeit, um danach mit viel Energie und Fokus die richtigen Dinge richtig gut zu tun?“


Noch mehr Eindrücke der Woche

Ein ganz besonderer Dank gilt abschließend Christoph Aschenbrenner und Alexander Mirschel, die für hervorragende Bilder und Videomaterial gesorgt haben. Und was wäre die OpenWeek gewesen ohne den rasenden Live-Reporter Günter Exel!

Spätestens an Tag 2 hatten sich, glaube ich, alle daran gewöhnt, ständig von Günter vor die Linse gebeten zu werden. Das Ergebnis? Eine hervorragende Live-Reportage! Schau doch mal in diese Links, wenn du inhaltlich noch mehr zu den einzelnen Tagen erfahren magst, inklusive vieler Videos sowie Stimmen der Teilnehmer*innen.

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OpenWeek: Eure Fragen, unsere Antworten

Die OpenWeek vom 28.05.-04.06.2022 ist ein neues Format. Sowohl für uns, als auch für dich. Absolut verständlich also, dass nicht alles direkt 100% klar und deutlich ist und es Fragen gibt. Auf der OpenWeek-Website haben wir deshalb einen FAQ-Bereich eingerichtet, wo wir die bei uns gelandeten Fragen beantworten. Der Bereich wird regelmäßig aktualisiert. Hier aber für dich schon mal alle aktuellen Fragen und Antworten im direkten Überblick.

 

Geht es dort nur um das Allgäu?

Nein.

Open Week CC-BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler
Open Week CC-BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler

Die OpenWeek findet in Fischen im Allgäu statt. Dabei dient uns das Allgäu als Beispiel, an welchem wir uns konkrete Umsetzungen, Herausforderungen sowie Ideen anschauen. Hiervon leiten wir allerdings ebenso ab, was das für andere Regionen bzw. Lebensräume bedeutet. Du wirst also auf jeden Fall auch Input ganz konkret für dich bekommen. Gleichzeitig kannst du in der Woche natürlich auch einfach Urlaub machen oder individuell arbeiten und dabei die inspirierende Umgebung genießen.

 

Kann ich kürzer bei der OpenWeek dabei sein?

Die OpenWeek funktioniert am besten als gesamte Woche vom 28.05.-04.06.2022: vom gemeinsamen Einstieg und den Diskussionen beim Barcamp, über das Sammeln von Erfahrungen bei MessUp Night und Lernreise bis hin zum Suchen von Lösungen beim Hackathon. Falls du erst ein oder zwei Tage später kommen kannst oder eher gehen musst, bedauern wir das deshalb sehr, können das aber natürlich auch gut verstehen. Bleib einfach, so lange es möglich ist!

 

Muss ich bei allen Formaten dabei sein?

Nein.

Ein Format? Alle Formate? Du entscheidest. (Foto: Greg Snell)

Die OpenWeek ist bewusst auf allen Ebenen offen gehalten. Bau dir ganz flexibel deine eigene perfekte Woche zusammen. Natürlich freuen wir uns, wenn du bei allen Formaten dabei und aktiver Teil von diesen bist. Falls du allerdings an einem Tag etwas anderes planst, ist dies deine freie Entscheidung.

 

Hackathon – das ist nur für Technik-Nerds, oder?

Nein, nicht unbedingt.

Bei einem Hackathon geht es darum, sich mit einem konkreten Problem auseinanderzusetzen. In interdisziplinären Gruppen werden hierfür – nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch – Lösungen entwickelt und als Prototyp aufgesetzt. Programmierer*innen und Entwickler*innen können sehr gerne Teilnehmende sein, aber ebenso sind alle anderen überaus willkommen.

 

Was passiert in der freien Zeit zwischen den Events?

Was du willst.

Bloggen Corporate Blogs Beratung Tourismuszukunft
Spielen? Arbeiten? Quatschen? Alles kann, nichts muss. (Foto: Greg Snell)

Schau dir alleine Fischen an. Oder geh mit anderen zusammen wandern. Oder sitze im Kurhaus Fiskina und arbeite dort. Oder tausch dich mit anderen Teilnehmenden über Ideen oder gemeinsame Projekte aus. Oder spinne Themen aus dem Barcamp weiter. Oder – was fällt dir noch ein?

 

Wer kommt überhaupt?

Natürlich gibt es – es ist ja schließlich eine OpenWeek – auch eine Liste der aktuell Angemeldeten.
Diese ist auch auf der OpenWeek-Website auf der Ticket-Seite verlinkt. Direkt bei der Übersicht landest du hier.

 

Gibt es einen zentralen Ort?

Die Fiskina – das Kurhaus in Fischen im Allgäu.

Ja.

Das Kurhaus Fiskina in Fischen ist eine Woche lang unser „Hub“. Sowohl als Location für Formate wie Barcamp, Hackathon oder MessUp Night. Jedoch ebenso darüber hinaus als offen zugänglicher Raum. Nutze die Wiese mit den vielen Stühlen vor der Fiskina, setz dich in das integrierte Restaurant oder schau, wer sich von den anderen Teilnehmenden auf der oberen, frei durch uns zu nutzende Etage herumtreibt.

Fiskina: Außenbereich mit Blick auf Grün und Wasser.

 

Wie läuft das mit Anreise und Mobilität vor Ort?

Unsere Location ist bewusst so gewählt, dass du entspannt per ÖPNV anreisen kannst. Fischen hat einen Bahnhof, der genau gegenüber des Kurhauses Fiskina liegt, wo unser zentraler Treffpunkt sein wird. Für Aktivitäten vor Ort sind wir mit dem ÖPNV unterwegs oder organisieren Shuttle Services, wo nötig.

 

Gibt es auch veganes Essen?

Ja.

Vegan? Aber klar! (Foto: Greg Snell)

Bei allen zentral durch uns organisierten Verpflegungsangeboten gibt es immer vegane Angebote. Gleichermaßen achten wir darauf, dass regionale und Bio-Angebote grundsätzlich bevorzugt werden.

 

Wo übernachte ich am besten?

Fischen bietet eine Vielfalt an Unterkünften für die unterschiedlichen Anforderungen. Egal ob Ferienwohnung mit Blick auf die Berge, Urlaub auf dem Bauernhof, hochklassiges Wellnesshotel…  hier wirst du fündig! Übrigens steht es dir frei, ob du deine Familie mitbringen willst oder allein anreist. Den Teilnehmenden schicken wir eine Liste mit Unterkünften in Laufweite zur Location. Falls du selbst suchen magst, nutze am besten die Suche auf www.hoernerdoerfer.de.

 

Welche Kosten kommen auf mich zu?

  1. Teilnahmebeitrag (brutto) für die Woche: € 1.106,70 (ohne Stornomöglichkeit bzw. € 1.178,10 inkl. Stornomöglichkeit
  2. Deine individuellen Kosten für Anreise & Unterkunft.
  3. Dein eigener Verzehr beim OpenStammtisch, der Lernreise sowie darüber hinaus.
  4. Kosten für individuelle Freizeitaktivitäten.

Tipp: Die Verpflegung bei folgenden Formaten ist im Teilnahmbeitrag inklusive: Eröffnungsveranstaltung, Vorstellung des Lebensraum-Konzepts, Barcamp, Hackathon, MessUp Night.

 

Und was ist mit Corona?

Wir sind davon überzeugt trotz Corona ein tolles Event realisieren zu können. Für uns ist eine vollständige Impfung (2G) bzw. Booster selbstverständlich. Details zu den Voraussetzungen zur Teilnahme werden wir noch ergänzen. Wir orientieren uns dabei an den geltenden Corona-Schutzverordnungen, wobei wir uns offen halten, diese strenger zu interpretieren, um vor Ort mehr Freiheit und Lebensfreude leben zu können.

 

Du hast noch eine ganz andere Frage?

Dann immer her damit! Wir sind uns sicher, irgendjemand anders stellt sich in diesem Moment genau die gleiche Frage.

 

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Weltpremiere: Anmeldung zur OpenWeek ist offen!

Nun ist es soweit – die Anmeldung zur OpenWeek im Allgäu vom 28. Mai bis 4. Juni 2022 ist offen! Wir freuen uns auf Euch und haben deshalb Tickets für 50 Pionier*innen der Standortentwicklung, Wirtschaftsförderung und des Tourismus vorbereitet. Bist Du ein*e kreative*r und mutige*r Vorreiter*in einer offenen und nachhaltigen Welt sowie ein*e Gestalter*in der Zukunft unserer Lebensräume? Dann ist das dein Format, versprochen.

Über die Website zur OpenWeek kannst Du ab sofort dein Ticket für eine Woche gemeinsamen Lebens, Arbeitens, Essens und Erlebens buchen. 

An dieser Stelle noch einmal kompakt zusammengefasst:

  • Zeitraum: 28. Mai bis 4. Juni 2022
  • Ort: Fiskina in Fischen im Allgäu
  • Alle Infos und Details zum Ticketverkauf: www.openweek.de/tickets/

Aufgepasst! Tue Gutes für andere Pionier*innen

Bei der OpenWeek gibt es auch Community Tickets. Was ist das genau? Mit dem Kauf eines Community Tickets ermöglichst du die Teilnahme an der Open Week jemand anderem, dem es aus individuellen Gründen nicht möglich ist, das Ticket selber käuflich zu erwerben. Interessenten für diese Tickets können sich bis zum 1. Mai 2022 bewerben.

Das Miteinander ist groß geschrieben bei der OpenWeek (Foto: Greg Snell)
Das Miteinander ist groß geschrieben bei der OpenWeek (Foto: Greg Snell)

Tue Gutes und lade jemanden zur OpenWeek ein – neugierig, was mit deinem Community-Ticket passiert. Wir binden auch dich gerne in die Entscheidungsfindung mit ein, wenn Du willst.

Was erwartet mich bei der OpenWeek?

Dir ist noch nicht ganz klar, was dich bei der OpenWeek erwartet? Das können wir offen gesprochen auch nicht genau sagen. Alles kann, nichts muss. Mit einer kontrastreichen Serie an Einzelveranstaltungen sorgt die OpenWeek für eine Vielfalt an neuen, mutigen Impulsen. Die flexible Programmgestaltung ermöglicht den Teilnehmenden darüber hinaus viel Zeit für ein gemeinschaftliches oder auch individuelles Erkunden der Region. Folgende Programmpunkte sind aber schonmal als Eckpunkte gesetzt:

  • Gemeinsame Eröffnungs- und Abendveranstaltung – Wir wollen uns doch alle gut kennenlernen.
  • Vorstellung des Lebensraum-Konzepts durch die Allgäu GmbH – Die OpenWeek steht unter dem Motto „Lebensräume neu denken“. Insofern dreht sich alles um das Lebensraum-Konzept.
  • OpenStammtisch – Der direkte Austausch wird bei der OpenWeek nicht zu kurz kommen. Dafür ist genug Raum da – und beim OpenStammtisch auch genug Zeit. Speziell hier erwarten wir auch Besucher*innen aus dem Allgäu.
  • Barcamp – So ganz verabschieden wir uns dann doch nicht vom Barcamp und integrieren es als ein Format des Austausches und der Wissensvermittlung auch bei der OpenWeek.
  • MessUp Night – Beim Neudenken von Themen braucht es definitiv auch ein neues Denken in Bezug auf Misserfolge. Wir halten eine fehlerfreundliche Kultur essentiell für Erfolge und Innovationsfähigkeit.
  • Lernreise ins Allgäu – Lebensräume neu denken heißt Lebensräume auch selbst zu erfahren. Dafür ist die geplante Lernreise zu Orten der Transformation wie geschaffen.
  • Hackathon – Wir wollen nicht nur über Neues sprechen, sondern auch Neues schaffen. Inhaltlich dreht sich der Hackathon um das Rahmenthema „Neue Verträglichkeit – das Spannungsfeld zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung.“

Das alles erwartet dich in deiner OpenWeek-Woche!

Weitere Informationen zur OpenWeek und zum Programm findest Du hier: www.openweek.de oder auch in unserem letzten Blogbeitrag zur OpenWeek.

Unser Lebensraum auf Zeit - das Allgäu (CC-BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler)
Unser Lebensraum auf Zeit – das Allgäu (Foto: CC-BY-SA Allgäu GmbH, Christiane Glöggler)

Überzeugt? Worauf wartest Du noch?

Die OpenWeek ist eine Weltpremiere. Gemeinsames Leben, Arbeiten, Essen, Entdecken und Erfahrungen Sammeln – die OpenWeek ist vom Coworkation-Gedanken geprägt, aber auch vom lebensfrohen, begeisternden Austausch mit der gastgebenden Region. Ein solches Format hat es bisher nicht gegeben. Geprägt vom Coworkation-Gedanken bietet die OpenWeek eine einzigartige Gelegenheit, sich mit engagierten Vordenker*innen zum Lebensraum-Konzept auszutauschen und einen der fortschrittlichsten Lebensräume – das Allgäu – zu erfahren.

Hier geht es zur Anmeldung: www.openweek.de/tickets/

Wir sehen uns Ende Mai!

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Lebensraumperspektive: Lass uns zusammen tiefer eintauchen

Wir von Realizing Progress wünschen euch ein frohes neues Jahr und einen guten Arbeitsstart! Auch wir starten hier wieder aktiv durch, wollen euch durch das Jahr  2022 begleiten, euch Impulse geben und euch unterstützen.

2021 war ein verrücktes Jahr. Für uns bedeutete dies das Ende von Tourismuszukunft und den Neubeginn als Realizing Progress. Ein zentraler Grund dieses Rebrandings: Die Perspektive auf den Tourismus ändert sich. Denn Tourismus muss in Zukunft deutlich breiter und systemischer gedacht werden als nur mit Fokus auf die kerntouristischen Bereiche wie Unterkünfte, Gastronomie und Attraktionen. Deshalb ist bereits jetzt klar, dass uns die Lebensraumperspektive auch in diesem Jahr sehr oft begleiten wird.

Am Donnerstag, dem 13.1.2022, starten wir direkt mit einem ZukunftsIMPULS zu diesem Thema. In diesem wollen wir gemeinsam mit euch etwas tiefer in diesen Themenbereich eintauchen. Hier schon mal die Kernfakten für Eilige:

Lebensraum? Was soll das?

Lebensraum bedeutet, dass im Rahmen des Tourismusmanagements nicht mehr rein die Gästefokussierung im Mittelpunkt steht, sondern stattdessen ganzheitlich gedacht wird. Hierzu zählt die Natur gleichermaßen wie die einheimische Bevölkerung.

Einflüsse kommen von innen und von außen, von Megatrends und gesellschaftlichen Entwicklungen. Die impulse4travel Lebensräume-Map, die Florian hier im Blog im August vorgestellt hat, stellt diesen ganzheitlichen Blick auf Tourismus- und Wirtschaftsräume wunderbar dar und zeigt die Komplexität, die hier dahinter steckt:

impulse4travel Lebensräume-Map (Realizing Progress)

Auch in unseren Gedankenstartern zum Jahresabschluss spielte die Lebensraumperspektive bereits eine wesentliche Rolle: 24 sich hierauf beziehende Impulsfragen haben Christoph, Roland, Johannes und Kristine dir im Dezember für die Zeit zwischen den Jahren mitgegeben. Hast du diese schon für dich beantwortet?

Das Allgäu: Raus aus der Theorie, rein in die Praxis

Eine Region, die die Lebensraumperspektive bereits seit Jahren verfolgt, ist das Allgäu. Nicht nur kommunikativ, sondern auch organisatorisch-strukturell werden ganzheitliche Entscheidungen getroffen und haben sich auch die Rolle und die Aufgaben der Allgäu GmbH verändert. Ein wahres Best-Practice-Beispiel, von welchem wir alle einiges lernen können.

(CC BY-SA: Allgäu GmbH, Christiane Gloeggler)

Deshalb wird auch unsere erste OpenWeek genau dort stattfinden. Denn bei der OpenWeek geht es genau darum: Einen Lebensraum erkunden, Einblicke hinter die Kulissen in das Zusammenspiel der verschiedenen Stakeholder*innen zu erhalten und die Zukunft gemeinsam zu gestalten. (Übrigens: die Anmeldung für die OpenWeek wird jetzt im Januar geöffnet. Auf unseren Social-Media-Kanälen und hier im Blog/Newsletter bekommst du die entsprechenden Informationen.).

Unser ZukunftsIMPULS Lebensraum am 13.1.2022, 11.30 Uhr

Gemeinsamer Austausch – so wichtig

Weil die OpenWeek erst Ende Mai 2022 startet, nehmen Kristine und Christoph sich die Lebensraumperspektive gemeinsam mit Stefan Egenter von der Allgäu GmbH bereits im Rahmen unseres ersten diesjährigen ZukunftsIMPULSES vor.

Was wir gemeinsam mit dir in maximal anderthalb Stunden vorhaben:

  • Verständnis: Gemeinsam verstehen, was alles hinter der Lebensraumperspektive steckt.
  • Praxisbeispiel: Einblicke von Stefan Egenter, Allgäu GmbH, wie sowohl Gäste als auch Bevölkerung von der Lebensraumperspektive profitieren und welche Herausforderungen es gleichzeitig zu bewältigen gilt.
  • Interaktives Erarbeiten: Gemeinsames interaktives Eintauchen & Austauschen: Was bedeutet das für dich selbst, deine eigene Destination bzw. dein eigenes Angebot?

Interessiert? Dann hier noch mal alle Rahmenbedingungen:

Wir freuen uns schon, dich zu sehen!

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OpenWeek – Lebensräume neu denken

Vielleicht erinnerst du dich noch an unseren Artikel „Goodbye #TCamp21 – das war das letzte Tourismuscamp aller Zeiten“, den wir im Herbst hier geteilt haben. Heute sagen wir dafür aus vollem Herzen und mit viel Vorfreude „Hello“. Hello OpenWeek – Lebensräume neu denken. Neugierig, wohin es geht?

OpenWeek: Eine Woche, eine Region, fünfzig Teilnehmende und tausende Impulse

Das ist unser neues Konzept, das wir 2022 für dich an den Start bringen. Das Ziel: Pionier*innen der Standortentwicklung, Wirtschaftsförderung und des Tourismus,  Kreative und mutige Vorreiter*innen einer offenen und nachhaltigen Welt und Gestalter*innen der Zukunft unserer Lebensräume zusammenbringen, um den Tourismus und Lebensräume gemeinsam neu zu denken.

Geleitet vom „Workation“-Gedanken wird es mehr als nur fachlicher Austausch unter Gleichgesinnten. Die OpenWeek ist der Ort für gemeinsames Leben, Arbeiten, Essen und Erleben – und natürlich für den  lebensfrohen, begeisternden Austausch mit der gastgebenden Region.

Als Premiere bietet die OpenWeek Allgäu vom 28. Mai bis 4. Juni 2022 die Gelegenheit zur Begegnung mit engagierten Vordenker*innen, die den Wandel im Allgäu mit Leidenschaft verkörpern und vorantreiben.

Die Website openweek.de ist live!
Die Website openweek.de ist live!

Neue Gedanken brauchen neue Veranstaltungsformate

In der OpenWeek wollen wir Lebensräume in ihrer Gesamtheit offen, anders und wegweisend denken. Wir sind überzeugt: Dafür müssen wir auch neue Veranstaltungsformate schaffen. Denn neue Gedanken entstehen, wenn wir die Grenzen des Bekannten verlassen und neue, kreative und vor allem unkonventionelle Art des Zusammenkommens für uns öffnen.

Einer der wichtigsten Aspekte dafür: die Woche findet nicht nur in einer Veranstaltungslocation statt, sondern bietet einen Blumenstrauß an Erlebnissen in der ganzen Region. Nur so können wir intensiv in den Lebensraum eintauchen und die großen Fragestellungen dazu weiterdenken.

 

Agenda für die Woche – „alles kann, nichts muss“

In der Woche darfst du dich auf eine kontrastreichen Serie an Einzelveranstaltungen freuen, die eine Vielfalt an neuen, mutigen Impulsen sorgen. Die flexible Programmgestaltung ermöglicht den Teilnehmenden darüber hinaus viel Zeit für ein gemeinschaftliches oder auch individuelles Erkunden der Region.

Entsprechend dem Coworkation-Gedanken gilt vor allem auch „alles kann, nichts muss“. Jede*r kann und soll sich die Räume schaffen, die es in diesem Moment braucht. Dein Laptop für fokussiertes Arbeiten in unserem Coworking-Space sind also ebenso willkommen wie Wanderschuhe, um mit anderen Teilnehmenden in die Gipfel der Allgäuer Alpen aufzubrechen.

Unser Lebensraum auf Zeit: Willkommen im Allgäu

Unser Lebensraum auf Zeit: Das Allgäu (CC BY-SA: Allgäu GmbH, Christiane Glöggler)

Für die Premiere konnten wir das Team der Allgäu GmbH begeistern, mit uns diesen mutigen Schritt zu gehen. Wir finden: ein perfect match! Die Organisation fasst gleich drei Aufgaben unter einem Dach zusammen: Tourismusmanagement, Standortmanagement und Markenmanagement.

Lebensräume stehen im Spannungsfeld von Wertschöpfung und Wertschätzung für Mensch und Naturraum – genau das wollen wir im Allgäu in der Begegnung mit Akteur*innen vor Ort gemeinsam erkunden und neue Ansatzpunkte entdecken. Wir sind gespannt, mit den Teilnehmenden den Wandel einer traditionellen Tourismusregion hin zu einem zukunftsfähigen Lebensraum hautnah zu erleben.

Unser Ort für diese Woche wird Fischen im Oberallgäu sein. Als „Bilderbuch-Lebensraum“ ist Fischen ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge und daher perfekt, um die Region kennen zu lernen. Fischen bietet zudem abwechslungsreiche Unterkünfte für alle Pionier*innen im Rahmen der OpenWeek und ist hervorragend mit der Bahn erreichbar.

In Fischen haben wir auch gleich den perfekten „OpenWeek Hub“: das Kurhaus Fiskina. Moment – ein Kurhaus? Genau! Denn diese auf den ersten Blick traditionelle Umgebung ist der perfekte Ort, um den Wandel von Lebensräumen mittendrin zu erleben. Wie werden Flächen in Zukunft anders genutzt? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für traditionelle Konzepte? Wie können Begegnungsräume entstehen, in denen man gemeinsam Dinge voranbringt?

Das Wichtigste im Überblick

Wir sind schon voller Vorfreude für die OpenWeek 2022 und zählen die Tage, bis wir uns dort treffen! Damit du schon mal den Kalender überprüfen kannst, gibt’s hier die kompakten Infos im Überblick

  • Zeitraum: 28. Mai bis 4. Juni 2022
  • Ort: Fischen im Allgäu
  • Alle Infos und Details zum Ticketverkauf und Programm: www.openweek.de

Preview: ZukunftsIMPULS zur OpenWeek am 13. Januar 2022

Wenn du neugierig bist mehr zu erfahren, darfst du nicht unseren ZukunftsIMPULS verpassen, den wir Anfang 2022 eingeplant haben. In unserem Live-Format werden wir am 13.1.2022 von 11:30-13 Uhr weitere Details zu Woche verraten und gemeinsam mit der Allgäu GmbH in das Lebensraum-Konzept des Allgäus eintauchen.

Das Update zum Termin bekommst du wie immer über unsere Social Media Kanäle sowie per Newsletter.