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Erfahrungsbericht Camp & Work (Teil 1 Workation Serie)

Mit Blick auf die Berge aufwachen. Erstmal Kaffee auf dem Campingkocher anstellen. Mails checken. Meetings absolvieren. Auf den Berg wandern. Beim Grillieren abends noch mit einem Startup austauschen.
Klingt utopisch? Nennt sich Workation und ist heute schon Realität!

Workation auf dem TCS Camping in Interlaken

Weil wir es super spannend finden haben wir für dich eine kleine Workation-Serie vorbereitet:

  • In diesem 1. Teil gebe ich dir heute einen Einblick in unsere eigene Workation “Camp & Work”, die wir Mitte August 2021 in Interlaken durchgeführt haben.
  • Im 2. Teil der Serie steigen wir dir dann tiefer ins Thema Workation ein und zeigen Potenziale des Trends auf für Regionen, Hotels, Reiseveranstalter*innen und Leistungsträger*innen.

Camp & Work – unser Workation Experiment

Der Workation-Trend selbst interessiert uns sehr und wir experimentieren stetig mit neuen Arbeits- und Lebensformen. Grund genug also, Mitte August 2021 kurzerhand selbst eine offene Workation ins Leben zu rufen. Dabei wollten wir es möglichst flexibel halten und haben über diesen Blogartikel im Juni 2021 sowie LinkedIn Posts eingeladen.

Kurz zusammengefasst: es lief besser als erwartet! Das lag rückblickend unter anderem an den folgenden Dingen:

  • Der Ort hat perfekt gepasst: Interlaken ist per Bahn und Auto gut erreichbar. Es gibt genug Erlebnisse in der Umgebung, man hat aber auch genug Ruhe zu arbeiten. Und dass unsere Netzwerkpartnerin Andrea Schneider in Interlaken lebt und uns daher mit in ihren Alltag genommen hat, war definitiv die Kirsche auf der Torte!
  • Die Unterkunft (in unserem Fall ein Campingplatz) brachte das mit, was wir brauchten: Zum Arbeiten gutes WLAN und entspannte Aufenthaltsräume aber eben auch die unmittelbare Nähe zur Innenstadt und Naturerlebnissen.
  • Die teilnehmenden Personen konnten sich super auf das Format einlassen. Der Ansatz: wir nennen Ort & Zeit, jede*r organisiert sich aber ansonsten selbst. So haben wir zwar jeden Tag abgesprochen, was wir tun und hatten gemeinsame Treffen, es gab aber kein Pflichtprogramm.
    Gekommen sind z.B. das Schweizer Startup parknsleep aber auch andere Selbständige, mit denen wir inspirierende Sessions verbracht haben.
  • Die Mischung aus Laptop und Bewegung. Morgens waren eher Calls und Focus Time angesagt, Mittags beim Wandern haben wir über mögliche Projekte diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Der Mehrwert der Workation liegt für uns definitiv in der Kombination der verschiedenen Bausteine. Arbeiten und Erholen gleichzeitig geht nicht nur sondern bringt uns insgesamt weiter! Wir selbst sind vom Format so begeistert, dass wir direkt das nächste Abenteuer starten wollen. Als Idee steht aktuell zum Beispiel eine Woche im Coconat direkt nach dem Tourismuscamp im September im Raum.

Vormittags Arbeiten, Nachmittags Wandern und über Projekte austauschen – so z.B. auf einer Wanderung auf die Schynige Platte.

Unsere wichtigsten Workation-Learnings

Die größte Erkenntnis der Woche: Workation geht eigentlich immer und überall! Die Basisfaktoren: Unterkunft, Strom und WLAN. Bekommt man beinahe überall, oder?

Die eigentliche Frage also: Warum ist Workation noch nicht Gang und Gäbe? Darüber haben wir viel diskutiert und Ansatzpunkte besprochen. Wir wollen dich nämlich ermuntern, selbst was zu starten, wenn du jetzt neugierig bist!

Unsere Workation Learnings und Empfehlungen:

  • Eine solche Workation lebt von Selbstorganisation und Selbstverantwortung der teilnehmenden Personen. Wer mehr Organisation braucht ist mit fest buchbaren Paketen wie der Work.Life.Week. Ende August 2021 im Engadin (Schweiz) möglicherweise besser aufgehoben, bei der Coworking und Outdoorsport verbunden werden.
  • Komm mit einer beinahe leeren ToDo-Liste in die Woche! Einige Aufgaben bekommt man sicherlich unter, manches bleibt aber einfach liegen. Sei es, weil du gerade doch lieber mit der Coworking-Gruppe wandern gehen magst oder weil dich die Umgebung zu einem neuen Projekt inspiriert, dass du JETZT anpacken möchtest.
  • Eine Art “Leitfaden” kann helfen, damit man sich die Woche besser planen kann. Z.B. „leg dir nur auf den Vormittag Termine und besser weniger als mehr – die Zeit füllt sich von allein“ oder “mach dir vorab Gedanken, was du eigentlich aus der Woche mitnehmen magst.” Anna wollte z.B. möglichst viel Sport machen und ist dafür dann auch mal früher aufgestanden, um zu joggen.
  • Menschen zu treffen ist ein echter Mehrwert der Workation. Halte dir Zeit und den Kopf offen, unerwartet Leute zu treffen. Offen einzuladen (“wir sind an diesem Ort zu diesem Datum”) kann sich also lohnen! Man lernt IMMER was von ihnen!
  • Kommunikation gegenüber der Gruppe ist zentral. Egal, ob du eine so offene Workation machst wie wir oder mit deinem Team ein paar Tage los ziehst. “Was bekomme ich als Workationist” ist eine Frage, die du auf jeden Fall beantworten musst! Denn die Verbindung von Arbeit und Urlaub ist für viele neues Terrain.

Austausch im Living Room vom Camping mit anderen Teilnehmenden vom Camp&Work

Wohin die (Arbeits-)Reise geht

Der Workation-Trend ist erst in den Startlöchern aber er wird sicherlich eine feste Größe sowohl im MICE als auch im Individualbereich. Für eine Workation gibt es neue Anforderungen an die Services vor Ort (nur Hotelzimmer reicht nicht – es braucht richtig gutes WLAN und im Idealfall weitere Extras wie Bildschirme zum Ausleihen). Und natürlich muss die Positionierung und Kommunikation gegenüber Interessierten aufgebaut werden.

Angebote wie die Workation-Pakete in Sölden oder Workplayz welche Arbeitsorte in der Natur anbieten machen uns auf jeden Fall neugierig und stimmen uns zuversichtlich.
Mehr über Workation und die Potenziale erfährst du also bald hier im zweiten Teil der Serie!

PS: wenn du einen perfekten Ort für unsere nächste Workation kennst freue ich mich auf deine Tipps per Mail oder LinkedIn-Nachricht. Ganz egal ob Hotel, Campingplatz oder Berghütte. Gerne kannst du deine Tipps für Workation Locations auch unten in den Kommentaren erwähnen, damit möglichst viele davon profitieren!

 

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Pascal Gebert

... ist der Digital-Experte von Realizing Progress. Der Online-Spezialist mit seiner langjährigen Praxis in Destinationsmarketing und Vertrieb kennt die aktuellen technologischen Herausforderungen von Destinationen, Hotels sowie touristische Leistungsträger besser als sein Schweizer Taschenmesser. Als gelernter Programmierer und dipl. Tourismusfachmann konnte er die Destination Zermatt – Matterhorn mit dem E-Fitness Projekt erfolgreich fürs digitale Zeitalter positionieren. Als Speaker & Digital-Coach ist er heute bei touristischen Destinationen für Seminare, Workshops oder Vorträgen im Rahmen der "Digitalisierung im Tourismus" vor Ort oder bei virtuellen Events im Einsatz. Er liebt neue Technologien und insbesondere Daten - oder wie er sagt: "Es geht in Zukunft nicht um BigData sondern um SmartData. Die richtigen Entscheidungen werden zukünftig im Tourismus aufgrund von intelligenten Datenauswertungen getroffen."