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Ohne tourismusbewusste Wähler keine Zukunftchancen für DMOs?

Nicht oft, aber hin und wieder begegnet uns in unserer strategischen Betreuung von Destinationen das Problem, dass die Mitarbeiter und Entscheider einer DMO genau wissen, was sie wollen, strategisch fit sind und einen Plan vor Augen haben. Einen guten Plan. Diese Organisationen versuchen sich im Bereich digitale Strategien nicht gegen die großen Haie des touristischen Internets zu positionieren, sondern ihre eigene Position in diesem Haifischbecken zu finden. Eine Position, die vielleicht oftmals sehr ungewohnt ist für Leistungsträger und Lokalpolitik einer Tourismusregion. Und damit nicht auf Akzeptanz stößt. Und folglich keine Budgets zur Umsetzung vorhanden sind, oder es viele Reibungsverluste zum Durchsetzen eines deutlich abgesteckten und damit teils nicht mehr sinnvollen Maßnahmenpaketes gibt.

Bremsend, und das ist beileibe kein Vorwurf, sind an dieser Stelle Lokalpolitiker und Entscheider der öffentlichen Hand, die kein touristisches Fachwissen besitzen und zudem mit einer Fülle an zu betreuenden Branchen in ihrer Region schwer inhaltlich sinnvolle Entscheidungen treffen können. Zumeist ist diesen Personen nicht einmal wirklich bekannt welche krasse Bedeutung der Tourismus mancherorts hat, wenn man die direkte UND die indirekt induzierte Wertschöpfung (ein Schreier der ein Hotel ausstattet…) berechnet. Nicht einmal die Bewohner Wiener Region wissen um diese Bedeutung des Tourismus für das gesamte wirtschaftliche Funktionieren ihres Umfeldes. Genau diese Einwohner sind es aber, welche über Wahlkampf und politische Diskussion den Gang politischer Entscheidungen beeinflussen, beeinflussen, was ueberhaupt zum Wahlkampfthema avanciert.

Und wenn es beispielsweise um die Qualifikation hunderter touristischer Leistungsträger durch Ausbildungsoffensiven geht (Onlinebuchbarkeit, Servicedesign, …), dann ist dies alleine aufgrund der hohen erforderlichen Budgets kein reines Tourismusthema mehr, sondern ein teilweise politisches Thema.

Nun gibt es in einigen, im deutschsprachigen Bereich führenden Destinationen bereits tolle Bestrebungen politische Leistungsträger durch entsprechende Wissensvermittlung zu qualifizieren. Dies ist ein guter und lobenswerter Schritt, der sehr viel Geduld und Kommunikationsarbeit benötigt, Fingerspitzengefühl ist dabei unabdingbar.

Ein anderer Ansatz wäre jedoch, wenn eine DMO durch entsprechende Informationskampagnen innerhalb ihrer Region den wählenden Bürgern die Bedeutung des Tourismus klar macht. Sobald der Tourismus und bestimmte touristische Strategien dann ein Wahlkampfthema sind, sieht die Lage ganz anders aus – plötzlich steht die Politik dann in der Notwendigkeit, Tourismus mehr zu würdigen, mehr Fachleute anzuhören und entsprechende Schritte zu ermöglichen.

Dies ist natürlich eine sehr vereinfachte Sichtweise, aber dennoch steckt ein Kern Wahrheit darin, Tourismuspolitik von DMO Seite als Bürgerthema aufzufassen. Was denkt ihr?

Viele Grüße,
Daniel

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Daniel Amersdorffer

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