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Fokus – eins der schwersten Dinge bei Marketing & Produktentwicklung

Worum es in meinen Beratungsprojekten immer wieder geht: Um Fokus. Also um Reduzierung. Darum, bestimmte Marketingmaßnahmen nicht zu tun. Bestimmte Zielgruppen nicht anzusprechen. Bestimmte Themen nicht zu bedienen.

Aktuell würde ich sagen: Dieser Fokus gehört mit zu den schwersten Dingen. Denn Fokus heißt Nein zu sagen. Nein zu Aktivitäten. Damit jedoch auch – und das ist noch ungleich schwieriger – Nein zu Menschen, sowohl zu Gästen als auch zu Partnern.

 

Fokus hilft dem Gast. Und dir.

Wenn du dein Produkt auf alle ausrichtest, ist am Ende jeder unzufrieden.

  • Das Pärchen auf der Suche nach dem romantischen Candlelight-Dinner ebenso wie die Familie auf der Suche nach dem unkomplizierten Restaurant, in welchem auch die Kinder wirklich willkommen sind.
  • Die Businessreisende auf der Suche nach einem schnellen, pragmatischen Check-in und -out im Hotel ebenso wie der Urlaubsgast auf der Suche nach einem längeren Schwatz und individuellen Tipps in ebendiesem.
  • Die Kindergruppe auf der Suche nach Rutschen und Spaß und Herumtollen im Schwimmbad ebenso wie der Sportschwimmer, der einfach nur in Ruhe seine Bahnen schwimmen will.

Du kannst es nicht allen Recht machen! Ja, es wird oft versucht. Hier eine Ecke für diese Zielgruppe, da eine Ecke für die andere Zielgruppe. Aber: Wirklich glücklich macht das keinen. Eine Ecke bleibt eben nur eine Ecke. Dein Gast möchte aber das gesamte Produkt.

Fokus hilft dir, dein Produkt und deine gesamte Kommunikation hierauf auszurichten: Was ist wichtig? Was kann weg?

Fokussieren - langsam annähern
Fokussieren – langsam annähern (Foto: Snell Media)

 

Fokus hilft. Immer.

Immer öfter höre ich:

Ja, hier und da fokussieren wir uns. Aber in dem Bereich XY ist das ja etwas ganz Anderes. Da geht das nicht.

Warum nicht?

Meist, weil man damit jemanden vor den Kopf stößt.

  • Die Familien im Romantik-Restaurant.
  • Den Urlaubsgast im Businesshotel.
  • Den Sportschwimmer im Spaßbad.

Aber: gleichzeitig ist dein Produkt dann perfekt für die anderen:

  • Eben genau das verliebte Pärchen im Romantik-Restaurant.
  • Die Businessreisende im Businesshotel.
  • Die Kinder im Spaßbad.

Wenn du also letztgenannte (oder wen auch immer…) bei dir haben willst, muss zuerst einmal dein Produkt stimmen. Gleichzeitig aber auch die Kommunikation. Wenn du auf deinen diversen Kanälen wieder die Familien, den Urlaubsgast und den Sportschwimmer ansprichst und ihnen Lust auf dein Produkt machst, bekommen diese vor Ort ein Problem mit dir. Heißt: Auch in allen (!) deinen Kanälen musst du deinen Fokus durchziehen, egal ob es sich dabei um Zielgruppen oder Themen handelt. Geht bei einem Kanal nicht? Geht sehr wohl. Oder es ist kein relevanter Kanal für dich.

Aber die Leute auf Facebook wollen doch genau diese Inhalte!

Ja, sie wollen diese Inhalte, weil du sie ihnen bietest. Wenn ein Thema für dich gemäß deiner Strategie keine Rolle spielt, du dieses Thema aber immer wieder auf deiner Facebook-Seite spielst – dann bekommst du natürlich Fans, die sich für genau dieses Thema interessieren.

Auch da gilt: Beschränkung heißt, Leute erst einmal vor den Kopf stoßen.

Anders ausgedrückt: Als Besitzerin eines veganen Restaurants wirst du in deiner Kommunikation keine Fleischrezepte kommunizieren. Das erwartet auch keiner deiner Fans und deiner Gäste von dir. Noch stärker: sie wollen das auch gar nicht hören. Und: Sie kommen letztlich zu dir, eben weil du ein veganes Restaurant besitzt.

Fokussieren - noch näher ran
Fokussieren – noch näher ran (Foto: Snell Media)

 

Fokus hilft. Allen.

Zuerst einmal hilft Fokus natürlich dir selbst. Du kannst klare und schnelle Entscheidungen treffen, da deine Leitplanken sehr deutlich feststehen, du also nicht jedesmal von neuem überlegen musst.

Ebenso hilft Fokus deinen Kunden. Ein klarer Fokus zieht sich überall durch. Hierauf basieren dann auch die Erwartungen deiner Gäste an dich und dein Produkt. Eine klare Ausrichtung weckt Erwartungen, welche durch das Produkt natürlich auch tatsächlich bedient sollten.

Doch nicht nur dir und deinen Gästen hilft es, wenn du einen klaren Fokus behältst. Ebenso deinen Partnern. Wenn du heute dies machst und morgen jenes, fällt es deinen Partnern schwer, deine Ausrichtung zu verstehen. Sie wissen nicht, was du tust und was nicht, wofür du stehst. Warum deine Entscheidungen wie ausfallen („Wie, du willst kein Sportschwimmer-Event sponsoren, weil Sportschwimmen kein strategisches Thema für dich ist? Auf Facebook veröffentlichst du doch aber ständig irgendwelche Inhalte hierzu…“). Bist du konsequent, verstehen das auch deine Partner.

Fokussieren - ganz nah ran
Fokussieren – ganz nah ran (Foto: Snell Media)

 

Fokus kann ausschließen bedeuten. Muss es aber nicht.

Der Fokus auf bestimmte Zielgruppen bedeutet, dass man es diesen ganz besonders recht macht.

Der Fokus auf bestimmte Zielgruppen bedeutet jedoch nicht, dass die anderen nicht ebenso kommen dürfen. Allerdings müssen sich diese dann eben an die Gepflogenheiten in dem Unternehmen anpassen. Ja, auch Familien mit Kindern können ins Romantik-Restaurant gehen. Sie dürfen dort dann aber eben keine Kinderspielecke erwarten. Im Business-Hotel geht es meist weniger familiär als in einem kleinen, gemütlichen Urlaubshotel zu. Und im Kinder-Spaßbad darf ich nicht die perfekte ruhige Sportschwimmbahn erwarten.

Konzentrierst du dein Marketing auf bestimmte Zielgruppen, werden auch weiterhin andere kommen, aber abnehmend. Und: Diejenigen, die du gerne haben möchtest, werden zunehmen. Weil dein Produkt eben ganz genau auf diese passt. Die Anteile verschieben sich. Du bekommst mehr, wen du willst. Und es kommen mehr zu dir, zu denen dein Produkt passt. Deine Gäste werden also im Durchschnitt zufriedener. Eigentlich doch ganz wunderbar, oder?

 

Beispiele gefällig? Gerne doch!

  • Das Allgäu konzentriert sich beim Thema Wandern auf ein einziges Leitprodukt: die Wandertrilogie.
  • Das Café Frischling in Bonn konzentriert sich auf die Zielgruppe Familien, sowohl in Bezug auf die Einrichtung als das Angebot
  • Im Hotel Salzburger Hof in Leogang dreht sich alles um Aktivurlaub, zu dem gutes Essen und Wellness auf jeden Fall mit dazugehören.
  • Das Bundesland Thüringen konzentriert sich zukünftig auf ganze vier Leitprodukte mit jeweils passenden Zielgruppen, die in die Auslage gestellt werden.

Du siehst: Egal, ob kleines Café, Hotel, Region oder ganzes Bundesland, egal, ob Fokus bei Zielgruppen, Themen oder Produkten – es geht. Eine klare Auswahl von Zielgruppen und Themen, auf welche du dich zukünftig konzentrieren willst, stellt das wesentliche Fundament für deinen Fokus dar.

 

Deshalb hier mein Wunsch

(Darf man sich im Februar eigentlich noch etwas für das Jahr 2019 (und darüberhinaus) wünschen? Ach egal. Einfach machen.)

Mehr Fokus von Gastgebern und Tourismusorganisationen.
Mehr Mut wagen, Dinge (Themen, Zielgruppen, Marketingaktivitäten) nicht mehr zu machen.
Mehr Profil und dadurch mehr Profit!

Wir helfen mit unseren Marken– und Zielgruppen-Prozessen auch sehr gern beim Fokussieren.

 

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Immer wieder TZonntags: Periscope forever, Google Ads & Analytics News, Firma ohne Menschen, Zielgruppenprozess Rheinland-Pfalz, #macheseinfach

Immer wieder TZonntags, 29.5.2016: Periscope forever, Google Ads & Analytics News, Firma ohne Menschen, Zielgruppenprozess Rheinland-Pfalz, #macheseinfach

Jakobsweg, Limousin, Mittelmeer, Nordsee, Berlin … Viele aus dem Tourismuszukunft-Team waren in der Feiertags-Woche zu Land, zu Wasser oder in der Luft unterwegs. Trotzdem haben wir wieder etliche empfehlenswerte Stories gesammelt:

  • Florian ist auf ein ebenso simples wie beängstigendes Geschäftsmodell einer Firma ohne Menschen gestoßen.
  • Kristine verleitet ein Blick in den Himmel über Lyon zu Gedanken über die zielgruppenspezifische Ansprache im Tourismus.
  • Roland hängt einmal mehr Google an den Lippen, das beim GPS 2016 Neuigkeiten zu Google Ads und Analytics verkündete.
  • Ich bin vor Freude aus dem Häuschen, weil die 24-Stunden-Haltbarkeitsfrist von Periscope Livestreams endlich gekübelt wurde.
  • Und Basti befindet in einem Anfall von feiertäglicher Besinnung: #macheseinfach.

Viel Spaß bei der Lektüre unserer Lesetipps – Euer Günter!

Veranstaltungs-Tipps: Konferenzen, Tagungen und BarCamps, die relevant für den Tourismussektor sind bzw. wo du uns triffst.

Empfohlen von Florian

Firma ohne Menschen

Gibt es das? Und nebenbei noch das größte Crowdfunding-Projekt der Geschichte, die Investment-Firma DAO. Wenn das mal keine Disruption ist? Investment-Banker zittern, Staaten haben die Gefahr noch nicht erkannt und im Tourismus? Undenkbar? Wir glauben nicht – Blockchain bietet hier unglaubliche neue Möglichkeiten, der Artikel bei der Zeit beschreibt diese wunderbar – Lesepflicht.

Empfohlen von Günter

Periscope forever – Schluss mit der 24-Stunden-Haltbarkeitsfrist!

Vor drei Wochen habe ich über den anstehenden Philosophie-Wechsel bei Periscope berichtet – jetzt ist es so weit: Mit dem jüngsten Update seiner App ermöglicht Periscope das unbegrenzte Speichern aller neu gestreamten Live-Videos! Die Zwischenlösung, einen Stream mit dem Hashtag #save als permanent sichtbar zu markieren, ist damit also hinfällig.

Die unbegrenzte Haltbarkeit von Periscope Videos ist mit dem Update standardmäßig aktiviert. Einzelne Videos können natürlich jederzeit gelöscht werden; außerdem ist es über die App-Einstellungen auch möglich, die generelle Sichtbarkeit eigener Livestreams wieder mit 24 Stunden zu begrenzen.

Ebenfalls neu im iOS Update (Android folgt): Aktuelle Periscope Livestreams können über die Karte und nach Orten durchsucht werden.

Periscope Livestream-Speicherung

Empfohlen von Bastian

#macheseinfach

Meine Leseempfehlung diese Woche ist ein kleines Editorial der aktuellen Ausgabe des brandeins Magazins mit dem Titel „Warum nicht“!

Ich finde, das kleine aber sehr feine  Editorial von Chefredakteurin Gabriele Fischer trifft genau den Punkt, wegen dem wir beipsielsweise in puncto Digitalisierung so weit hinten dran sind:

Weil wir doch eher den Hang haben, alles zu zerdenken und große Angst vor Widerständen haben. Und das ist schade, denn das Gefühl, wenn die eigene Idee langsam erste Früchte trägt entschädigt für jede geleistete „Überstunde“.

Schaut gerne in die aktuelle Ausgabe und versteht sie — wie ich — als Plädoyer für den Mut, etwas einfach einmal anders zu machen, auszuprobieren oder einmal ein paar Stunden oder Euro zu investieren! 

Empfohlen von Kristine

Zielgerichtete Ansprache statt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen

Diese Woche sah ich in Lyon folgendes am Himmel:

Ein großes „Oui“ in den Himmel zu schreiben, mag zwar irgendwie romantisch rüberkommen. Der Streuverlust ist jedoch enorm. Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis ebenso. Und wird die Zielgruppe, also die eine entsprechende Person, überhaupt mit dieser Aktion erreicht? (Im Zweifelsfall fühlen sich noch hundert weitere Personen angesprochen – was zu einiger Verwirrung führen könnte…)

Das könnte man deutlich einfacher und direkter haben.

Wie bei vielen Marketingaktivitäten auch.

Statt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, ist es doch wesentlich sinnvoller, eine passende Botschaft im passenden Layout im passenden Umfeld im passenden Moment an die passende Zielgruppe auszuspielen. Sehen dann zwar weniger, aber diese fühlen sich umso stärker tatsächlich auch angesprochen. Genau dieser Gedanke spielte eine große Rolle beim Zielgruppenprozess der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, den wir mit begleiten durften. Wo erreichen wir die einzelnen Zielgruppen? Wie wollen diese angesprochen werden? Was ist ihnen wichtig? All dies Fragen stellten wir uns — und vor allem den Zielgruppen selbst. Die Ergebnisse werden im Juni in mehreren Info-Veranstaltungen präsentiert. Informationen zum Prozess und den Zielgruppen gibt es hier.

Empfohlen von Roland

Neues von Google

Letzte Woche gab es schon einiges an News von Google, diese Woche geht es damit munter weiter. Am GPS 2016 (Google Performance Summit) wurden jede Menge Neuigkeiten rund um die eigenen Produkte angekündigt. Es sind dies weitreichende Veränderungen, die vor allem Adwords und Analytics betreffen und die dem „Mobile first“ Gedanken folgen. Damit geht Google auch bei diesen strategisch wichtigen Produkten den Weg, den man Website-Betreibern und Entwicklern schon seit langem gibt, und zwar den Focus auf mobile Geräte zu legen. Diese Änderungen sind relativ umfangreich und eröffnen wieder neue Möglichkeiten das Zielpublikum zu erreichen.

Veranstaltungs-Tipps

Damit ihr zukünftig keine wichtigen Veranstaltungen wie eine Tagung oder ein Barcamp mehr verpasst, gibt es in jedem „Immer wieder TZonntags“ eine aktuelle Liste anstehender Events. Immer mit dabei: Wen aus unserem Tourismuszukunft-Team ihr dort – auf der Bühne oder als Teilnehmer – antrefft.

Immer wieder TZonntags: Kristine Honig-Bock, Florian Bauhuber, Bastian Hiller, Catharina Fischer, Günter Exel, Roland Trebo, Benjamin Gottstein, Michael Faber, Catherina Langhoff, Johannes Böhm