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Produktentwicklung: In 6 Schritten von der Strategie in die Umsetzung

Anna hat hier letztens einen schönen LebensraumIMPULS online gestellt zum Thema, wie du deine Gäste in die Produktentwicklung einbinden kannst. Wie aber kommst du von deiner Strategie hin zur konkreten Produktentwicklung?

Generell ist die Produktentwicklung so etwas wie die Königsdisziplin im Strategischen wie Operativen. Treffen im Produkt doch idealerweise die Identität des Anbieters – also der Region, des Reiseveranstalters, des Hotels – und die Bedürfnisse der gewünschten Zielgruppe komplett aufeinander. Und ja, ich weiß, du kennst unser Ringmodell so langsam in- und auswendig. Allerdings macht dieses die zentrale Lage des Produkterlebnisses besonders eindrücklich deutlich. Deshalb hier noch einmal als kleinen Reminder:

Reailzing Progress RIngmodell
Realizing Progress Ringmodell

 

Wie funktioniert allerdings im Destinationsmanagement der Transfer von der Strategie in die operative Umsetzung? Wie entstehen aus einer Strategie heraus konkrete und hierzu passende Produkte? Bzw. wie können bereits bestehende Produkte auf die Strategie angepasst werden?

 

Schritt 1: Festlegen einer klaren Strategie

Hoch hinaus - das Ziel mit einer neuen Strategie. (Foto: Greg Snell)
Hoch hinaus – das Ziel mit einer neuen Strategie. (Foto: Greg Snell)

Eine Strategie bedeutet, der Markenkern und die gewünschte Zielgruppe müssen klar definiert werden. Also: Wer bist du und wofür stehst du? Wen willst du als Wunschgast und wie tickt dieser?

Wirf hierzu gerne auch noch einen Blick auf unsere Beiträge rund um Markenkern/Stakeholder sowie Auftritt/Ansprache. Dort sind die wesentlichen Fragen aufgeführt, die du dir im Rahmen deiner Strategie stellen solltest.

 

Schritt 2: Ableitung von Produktprinzipien

Was heißt die Strategie für die Produktentwicklung?
Gemeinsam arbeitet es sich immer besser. (Foto: Greg Snell)

Vom definierten Markenkern und den Bedürfnissen der gewünschten Zielgruppe leiten sich die konkreten Produktprinzipien ab. Wie müssen Produkte gestaltet sein, um zur eigenen Region zu passen?

Hierfür gibt es einerseits Werteprinzipien, welche auf den definierten Werten für die Region (bspw. „Kreativität“, „Heimat“) aufbauen und die Identität versinnbildlichen. Zum anderen gibt es Zielgruppenprinzipien, welche darauf abzielen, wie die Bedürfnisse der Zielgruppe (bspw. individuelle Erlebnisse, hochwertige Qualität) in den Produkten abzubilden ist. Dabei ist zu beachten, dass das Produkterlebnis aus unterschiedlichen Produktkategorien besteht; die Produktprinzipien sollten somit sowohl auf Attraktionen als auch auf Touren, Städte oder Unterkünfte anwendbar sein. Entsprechend allgemeingültig und dennoch gleichzeitig klar sind diese zu formulieren.

 

Schritt 3: Definition von Leitprodukten

Definierte Leitprodukte - die Sperrspitze der Produktentwicklung
Leitprodukte auswählen heißt einen Fokus setzen (Foto: Greg Snell)

Produkte, welche alle Produktprinzipien erfüllen, können zu deinen Leitprodukten werden. Diese Angebote werden also in die Auslage gestellt, aktiv ins Marketing integriert und kommuniziert. Sie ziehen quasi deine Gäste an, auch wenn diese letztlich vor Ort noch ganz andere Aktivitäten unternehmen.

Allerdings können nur einige Produkte Leitprodukte sein, nicht alle in der Region. Schließlich willst du deine potenziellen Gäste ja leiten und ihnen helfen und sie nicht mit einer schieren Masse überfordern.

 


Zwischenstand

Eine schöne Strategie ist erstellt und zusammengeschrieben.
Fertig.

Fertig?
Nein, noch nicht fertig.

Viele Strategien versanden allerdings tatsächlich an genau dieser Stelle: An dem Punkt, an welchem das Strategiepapier vor einem liegt.

Doch danach muss es noch weitergehen, denn die Übersetzung für die Partner in der Region und die Kommunikation mit ihnen ist essentiell für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie.


 

Schritt 4: Aufbereitung & Kommunikation der Strategie für Partner

Für die Umsetzung essentiell: Kommunikation.
Kommunikation ist essentiell – egal ob analog oder digital (Foto: Greg Snell)

Deine Partner*innen in der Region müssen verstehen, was du tust und warum. Du benötigst deshalb nicht nur ein großes, umfangreiches Strategiepapier. Sondern ebenso eine Übersetzung der relevanten Informationen für deine Partner*innen.

Erklärvideos oder Infografiken erläutern die grundsätzliche Ausrichtung, die Bedürfnisse der Zielgruppe etc.
Digitale Tourismusnetzwerke, analoge Stammtische, Digital Coaches als Vermittler*innen in der Region sowie Seminare oder die Integration der Inhalte in beispielsweise Tourismustage sind an dieser Stelle ebenso mitzudenken.

Einige weitere Ideen findest du hierzu ebenso in unserem Beitrag über die Aufbereitung von Zielgruppenprozessen.

 

Schritt 5: Aufbereitung & Kommunikation der Produktprinzipien

Für die Umsetzung essentiell: Aufbereitung & Kommunikation.
Produktprinzipien schaffen Klarheit, wie die konkrete Ausgestaltung aussieht. (Foto: Greg Snell)

Deine Partner wissen nun also prinzipiell, wie deine generelle Strategie aussieht und verstehen die Zielgruppe.

Was aber bedeutet dies ganz konkret für sie?

Eine Übersetzung der Produktprinzipien für die verschiedenen Kategorien wie Unterkünfte, Attraktionen, Touren sowie gastronomische Einrichtungen ist notwendig. Was genau heißt das Produktprinzip für diese und was können sie tun, um dies in ihrem Betrieb umzusetzen?

Auch hierbei helfen Checklisten, Infografiken, Best-Practice-Beispiele, Site-Inspections sowie die Durchführung von Seminaren oder Workshops.

 

Schritt 6: Individuelle Unterstützung bei der Produktentwicklung

Individuelle Unterstützung bei der Umsetzung der Produktprinzipien
Vor Ort bekommt man immer noch die besten Eindrücke. (Foto: Greg Snell)

Die vorherigen Punkte setzen auf die Gastgeber*innen selbst, dass sie selbst Beispiele und Anleitungen auf die Rahmenbedingungen ihres eigenen Unternehmens anpassen.

Noch besser geht dies mit individuellen Coachings. Diese können über geschulte Coaches aus der Region, die Mitarbeitenden der Tourist-Info vor Ort sowie über externe Berater*innen durchgeführt werden. Gemeinsam wird hier in 1-zu-1-Gesprächen über die individuellen Herausforderungen gesprochen oder sich das konkrete Produkt vor Ort angeschaut und direkt persönliche Lösungen und Ideen zur verbesserten Ansprache der Wunschgäste bzw. zur verbesserten Integration der Identität der Region abgestimmt.
Vor ziemlich genau einem Jahr waren Andrea und ich zusammen in Falkenberg/Elster und machten genau dies mit dem Erholungsgebiet Kiebitz: Wir schauten gemeinsam mit den Akteur*innen or Ort, was in welcher Form zur Strategie passte oder gegebenenfalls angepasst werden sollte.

 

Die DMO als Unterstützerin

Was sich anhand der obigen sechs Schritte sehr schön noch einmal zeigt: Die Rolle der DMO als Destination Management Organization. Es genügt eben nicht, als DMO eine Strategie aufzusetzen. Diese muss auch in die Breite gebracht werden, den verschiedenen Akteur*innen in ihrer Sprache und auf den von ihnen gewünschten Wegen vermittelt werden. Nur gemeinsam können die Wunschgäste erreicht und glücklich gemacht werden. Und ja, für diese Vermittlung genügt es nicht, ein einziges Seminar aufzusetzen oder einmal ein Dokument per E-Mail zu verschicken. Hierzu gehört stattdessen Regelmäßigkeit und das Knüpfen von Kontakten, als Ansprechpartner*in präsent zu sein.

An allen den Punkten der Produktentwicklung – von der Strategieentwicklung über die Schaffung konkreter Ableitungen für die verschiedenen Akteur*innen bis hin zur Aufbereitung der Ableitungen und der individuellen Beratung vor Ort – unterstützen wir euch gern. Sprich uns einfach an, wenn du Unterstützung benötigst.

 

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Marketing & Vertrieb Produktentwicklung Strategie Zielgruppen

6 Wege, um Gäste pragmatisch in die Produktentwicklung einzubeziehen

„Daten erzählen keine Geschichten“ – ein Leitspruch, den ich für die kundenzentrierte Produktentwicklung unglaublich wichtig finde.
Touristische Produkte und Services sind nah am Menschen und sollen bleibende, emotionale Erinnerungen schaffen. Und wer könnte uns mehr über Emotionen berichten als die Menschen, die die Produkte und Services in Anspruch nehmen – die Gäste selbst!

In diesem Blogartikel will ich dir daher heute 6 pragmatische Ansätze vorstellen, wie du Gäste in die Produktentwicklung einbeziehen kannst.

Ganz wichtig: Wir tauchen hier bewusst nicht in die Tiefen und Tücken der qualitativen und quantitativen Marktforschung ein. Es geht darum, die Perspektive zu weiten und Lust auf das Rausgehen zu bekommen.

Folgende Dinge stelle ich dir in diesem Beitrag vor:

  • warum es sich lohnt, Gäste einzubeziehen
  • warum man es möglichst früh tun sollte
  • 6 pragmatische Methoden für dich und dein Team
  • …und was du mit den Ergebnissen machst

Warum sollte ich Gäste überhaupt miteinbeziehen?

Gute Frage. Du hast ja schließlich ein Team aus Expert*innen beschäftigt, die Studienabschlüsse und jahrelange Berufserfahrung mitbringen! Die sollten das doch wissen, oder?

Tja, so einfach ist das leider nicht. Den erstens ist immer alles in Bewegung, Trends und Gewohnheiten verschieben sich. Was gestern im Marketing super funktioniert hat, lockt heute niemand hinterm Ofen hervor.
Und zweitens ist jedes Unternehmen und jede Destination etwas anders. Und damit auch die Kund*innen, die du begeistern willst. Bereits gemachte Erfahrung kann also nur begrenzt übertragen werden.

 

Das Worst-Case-Szenario

Stell dir mal folgende Situation vor:

Deine neue Website für die Region ist endlich live! Monatelang hast du mit dem Team daran gearbeitet. Viel Schweiß und Nerven bei der Kommunikation mit Leistungsträger*innen vor Ort gelassen.

In der Tourist-Information lädst du Menschen dazu ein, sie auszuprobieren – schließlich wollt ihr alle Flyer abschaffen und wollt in Zukunft nur noch digital arbeiten. Und dann das! Ein müdes Zucken deines Gegenübers: „Ist schon ok, aber wo kann ich hier die Wandertouren anschauen? Und warum muss ich mich registrieren, wenn ich was auf die Merkliste packen will? Ich versteh’ es irgendwie nicht…“

Wie konnte das passieren?

Warnsignale, dass du an Kund*innen vorbei entwickelst

Alle superlauten Alarmglocken müssen anspringen, wenn im internen Workshop zur Produktentwicklung Sätze fallen wie…

  • „Ich glaube schon, dass unsere Gäste das wollen“ (Vermutung ohne Beleg)
  • „Also ich plane meinen Urlaub halt so“ (von sich auf andere schließen)
  • „Konkurrent X macht das auch so“ (kopieren ohne adaptieren)
  • „Der Chef sagt, wir sollen das so machen“ (aaaah Kopfschmerzen!)

Hand aufs Herz: Leider läuft es noch zu oft so ab. Am Ende entwickelt man ein Produkt am Markt vorbei und wundert sich, warum es nicht besser ankommt. Manchmal sind es sogar lediglich Details wie der Vertriebsweg (z. B. nicht online buchbar) oder die Ansprache (z. B. weil die Zielgruppe nicht versteht, was sie überhaupt bekommt).

Die gute Nachricht: es gibt kaum eine Branche, in der es so einfach ist, Menschen in die Produktentwicklung mit einzubeziehen wie im Tourismus! Denn deine Zielgruppe ist sprichwörtlich auf der Straße. Also musst du nur dorthin gehen, wo sie sind und die richtigen Fragen stellen.

 

Wann sollte ich Kund*innen einbeziehen?

Am besten solltest du natürlich stets ein Ohr bei den Kund*innen haben. Wie geht’s ihnen mit dem aktuellen Angebot, sind sie zufrieden, wo gibt es Potenziale?

Besonders in der Produktentwicklung gilt ansonsten die Regel: so früh wie möglich! Vielleicht hast du den Spruch “fail early and often” schon mal gehört. Bei diesem Leitspruch des Design Thinking geht es nicht um’s Scheitern sondern darum, Lernen als Teil des Prozesses zu etablieren und Dinge stetig anzupassen und zu verbessern.

Also: Wer früh fragt, kann Fehler früh erkennen und umsteuern. Um das obige Beispiel fortzusetzen: vielleicht hätte eine frühe Befragung ergeben, dass die Zielgruppe das Thema „Wandern“ weiter oben sehen will als die Unterkünfte. Und dass sie eine Merkliste nicht als Mehrwert sondern als störend und überflüssig empfindet.

 

6 pragmatische Herangehensweisen, um Gäste in die Produktentwicklung einzubeziehen

1. Zielgruppe definieren und in den Raum bringen

Hast du deine Zielgruppe schon genau definiert? Nur wenn du weißt, wen du erreichen willst, kannst du tiefer tauchen. Wichtig: Sozioökonomische Dimensionen sind nicht ausreichend (Alter, Herkunft, Einkommen, Bildungsstand)! Du brauchst weitere Eckpunkte wie Interessen, Werte, bevorzugte Marken, Verhaltensweisen oder Digitalität.

Und dann darf die Zielgruppe nicht in die Schublade, sondern muss in den Raum! Erstelle eine emotionale Darstellung, z. B. in Form eines Mood-Boards und hänge es über die Kaffeemaschine im Büro / in den Meetingraum / als Bildschirmhintergrund. Deine Zielgruppe sitzt immer mit am Tisch!

Mehr zu Zielgruppen und wie man sie ins Team und zu Stakeholdern trägt, hat Kristine hier aufgeschrieben.

2. Der Google-Maps-Hack

Auf Google Maps kannst du Listen anlegen und dort Orte markieren, die für deine Zielgruppe wichtig sind (Screenshot (c) google maps)

Eine einfache Methode, um in die Perspektive deines Kunden einzutauchen. Ich nutze sie gerne für zwei Szenarien:

  1. für Produktentwicklung und Besucherlenkung in der Destination. Dabei markiert man die Punkte der üblichen Wege in der Destination, z. B. Bahnhof, Parkplatz, wichtigste Sehenswürdigkeiten, Cafés, Selfie-Spots, Unterkunft, … Man kann die Karte dann z. B. nutzen, um von oben nach potenziellen Lücken in der Lenkung vor Ort zu schauen.
  2. man kann damit auch eine fiktive Karte für die Zielgruppe zuhause erstellen. Wo wohnt die Person vermutlich? Wie bewegt er / sie sich fort? An welchen Läden und Restaurants kommt die Person täglich vorbei? Das kann z. B. für out-of-home Kampagnen ein gutes Gedankenspiel sein. Aber auch, um einfach in die Realität der Menschen einzutauchen und Empathie zu bekommen.

Dafür legst du auf Google Maps via „meine Orte“ eine Liste an und markierst die relevanten Punkte.

 

3. Teilnehmende Beobachtung

Genau hinschauen statt Vermuten: die teilnehmende Beobachtung eignet sich super dafür

Du hast nun die Vorarbeit gemacht. Also ab nach draußen! Du hast im Idealfall ein Gefühl, wie die Personen aussehen bzw. wie sie sich verhalten vor Ort. Und du hast eine Landkarte, wo du sie triffst.
Also kannst du einfach mal beobachten, am besten zu einer bestimmten Fragestellung (z. B. wo und wann die Menschen das Handy in die Hand nehmen / Ob wirklich jemand die QR Codes scannt, die ihr auf dem Boden aufgeklebt habt / ob es Frust beim Parkautomaten gibt.)

Aktiviere deinen “Special Agent Modus”, nimm dir einen Block und setzt dich möglichst unauffällig auf eine Bank. Mach dir Notizen, Fotos, Videos. Halte alles fest, was du in dem Moment wahrnimmst! Sind die Leute entspannt oder gestresst. Ist es laut oder leise? Wie ist das Wetter?

 

4. Guerilla-Interviews

Du bist mutig? Gut! Denn aus der Teilnehmenden Beobachtung kann man schnell auch eine Guerilla-Befragung machen. Dafür sprichst du Personen aus dem Kontext heraus höflich an. Z. B. so: „Hey, ich befasse mich mit dem Thema Orientierung und habe gerade gesehen, dass ihr das Handy recht lang in der Hand hattet. Darf ich euch was fragen?“

Die meisten Menschen lieben es, wenn sie interessiere Zuhörer*innen haben. Also plaudere nett und bring deine Fragen unauffällig unter. Wichtig: Fragen wie „was würdest du tun?“ eher aussparen. Stell offene Fragen („wie orientiert ihr euch vor Ort?“) oder frag nach tatsächlichem Verhalten („wie habt ihr das bei eurem letzten Urlaub getan?“). Die Qualität der Ergebnisse steigt dadurch stark!

Die Herausforderung dabei: die richtigen Leute finden! Baue daher Qualifizierungsfragen ein, die dir zeigen, ob du wirklich deine Zielgruppe vor dir hast oder daneben liegst. Damit es wirklich funktioniert, braucht es zudem viel Erfahrung in Konversationstechniken und eine gute Portion Offenheit.

5. Fokusgruppen bilden

Spontan geht nicht immer und ist nicht für jeden Anwendungsfall sinnvoll. Es kann also helfen, eine Art „Kund*innenrat“ zu haben – besser bekannt als Fokusgruppe. Du rekrutierst eine Runde von 5-8 Personen aus deiner Zielgruppe und führst eine moderierte Diskussion anhand eines vorbereiteten Fragebogens durch, z. B. um Wünsche und Bedürfnisse herauszuarbeiten.

Der Vorteil: Man kann die Personen gegebenenfalls immer wieder einladen und so schnell hochwertiges Feedback zu neuen Ideen bekommen. Die Challenge: Die Gruppe muss wirklich passend zur Zielgruppe zusammengestellt werden, damit die Ergebnisse funktionieren. Je häufiger man sich trifft, desto mehr entwickelt sich persönliche Sympathie – und das Feedback wird vielleicht weniger kritisch.
Und bitte: nicht aus dem direkten Freundes- und Familienkreis rekrutieren, wenn möglich. Denn diese Menschen mögen dich und werden daher eher etwas Nettes als die kritische Wahrheit sagen. (bekannt als social desirablity bias)

 

6. Prototypen bauen und in die Hand geben

Prototyp des „Reisekumpels“, mehr dazu in diesem Beitrag

Ziel eines Protoyps: Dinge anfassbar und damit begreifbar zu machen. Einrichtungshäuser sind beispielsweise Prototypen für unser Zuhause. Wir schlendern rein und wollen nur eine Couch kaufen. Beim Probesitzen entdecken wir aber auch diese tollen Kissen, eine Pflanze und eine neue Lampe und merken „das passt zu mir“.

Genau das sollte man bei allen anderen Produkten auch tun. Im digitalen Bereich arbeitet man dabei mit Clickdummys, die so aussehen wie eine programmierte Website aber eben nur animierte Bilder sind.
Damit kann man echtes Feedback auf konkrete Features bekommen (wieder das Beispiel Merkliste).

Diesen Prototyp sollte man dann wiederum mit echten Nutzern verproben. Z. B. in einer Fokusgruppe, auf der Straße oder richtig „im Labor“. Das tut man auch beim fünften Tag des Design Sprint. Übrigens gibt es dazu deutschlandweit ein tolles Event: das Usabilty-Testessen. Ein Community-Event der Digitalszene, bei dem Teams ihre Produkte testen lassen können.

…Noch nicht genug?

Wie versprochen: das war nur ein schneller Ritt durch den User-Research-Garten! “User Research” ist vielfältig, komplex und eher ein bunter Werkzeugkoffer als ein “one size fits all”. Es gibt über Methoden, kognitive Verzerrungen und Berührungsängste vieles, womit man sich in diesem Kontext beschäftigen sollte.

Ich verspreche dir: es lohnt sich, praktisch in das Thema einzusteigen, z. B. durch einlesen, üben, ausprobieren! Und einkalkulieren, dass es nicht immer sofort Spaß macht, sondern auch mal frustet.

Wie du die Ergebnisse einarbeitest

Eine Sache können dir deine Gäste nicht abnehmen: die Entwicklung des Produktangebots! Das ist genau der Job deines Teams (und dafür haben sie studiert und ihre Berufserfahrung gesammelt): die vielen Puzzleteile zusammenzufügen.

Ihr geht also zurück in diesen Workshop-Raum, wo zuvor Phrasen statt Fakten herumgereicht wurden. Dort sprecht ihr neben Stakeholder-Interessen, Technologie, Budget, interne Organisation und Co. nun auch über Kundenmeinungen und -verhalten. Heraus kommt dann im Idealfall ein tolles Angebot, das zu dir UND deinen Kund*innen passt!

PS: liebe Grüße und herzlichen Dank an die Teilnehmerin beim Tourismuscamp in Magdeburg die mir den notwendigen Schubs gab, die Quintessenz meiner Session aufzuschreiben.

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Change Management Destinationen Dienstleister Gesellschaftliche Trends Nachhaltigkeit im Tourismus

Das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus: Einsteigen, anfangen und vorankommen

Nachhaltigkeit. Uff. Wenn wir mal ehrlich sind, begleitet uns das Thema ja schon sehr lange. Es existieren viele Erkenntnisse und viel Wissen in Form von zahlreichen Positionspapieren, Handbüchern oder Checklisten, die einem helfen sollen, das Thema auf die Straße zu bringen. Dankenswerterweise hat Corona – wie bei einigen anderen Themen – hier zusätzlich Bewegung in den Austausch und teilweise auch die Umsetzung gebracht.

Auffällig ist dabei, dass wir verschiedene Begrifflichkeiten verwenden, die im Kern alle auf einem nachhaltigen Denken und Agieren aufbauen, ohne dass wir das Wort explizit erwähnen. So zum Beispiel beim Thema Lebensraum, bei der Resillienz oder auch beim Gemeinwohl. Was alle gemeinsam haben? Im Kern geht es um eine zukunftsfähige Entwicklung der Lebens- und Erlebnisqualität von Einwohner*innen und Reisenden. Das Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit bildet dafür die Grundlage. Auch und im Speziellen für Organisationen und Unternehmen im Tourismus.

Diese Verzahnung bzw. das Zusammenspiel der Nachhaltigkeit mit vielen Themen und Bereichen, macht es durchaus manchmal etwas undurchsichtig sowie herausfordernd.

Daher kommen natürlich viele Fragen auf: 

  • Wie soll man mit dem Thema anfangen?
  • Macht es überhaupt Sinn, sich Teilbereiche vorzunehmen?
  • Was bedeutet Nachhaltigkeit für unsere Zielgruppen, für unsere Produkte und für unsere Kommunikation?
  • Braucht es nicht erstmal eine übergreifende Strategie?
Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Wie und wo fängt man nun an? Foto: Greg Snell

 

Wir helfen Dir einzusteigen, anzufangen und voranzukommen

Um es schon einmal vorwegzunehmen: Eine Strategie ist richtig und wichtig, muss aber nicht den Einstieg in das Thema bedeuten. Uns begegnen derzeit verschiedene – nennen wir es mal Entwicklungsstufen – in Organisationen/Unternehmen.

Es gibt viele, die in das Thema gerade einsteigen und sich erstmal einen Überblick verschaffen wollen. Andere haben vielleicht schon ein Basiswissen und das ein oder andere nachhaltige Angebot am Standort/in der Region/im Hotel, das es nun zu vermarkten gilt. Wieder andere konzentrieren sich derzeit explizit auf die Entwicklung nachhaltiger Produkte und starten mit ersten Prototypen. Und dann gibt es auch Akteur*innen die sich mit einer eigenen Strategie beschäftigen, um das Thema ganzheitlich in der Vision, Organisation und damit dem Tun zu verankern.

Bei all diesen Stufen gibt es kein richtig oder falsch, denn sie führen alle in kleineren oder größeren Schritten zum Ziel. Und ganz wichtig, sie führen alle über kurz oder lang dazu, dass verschiedene Stakeholder beteiligt werden und das Thema damit aus dem Inneren heraus aktiv entwickelt wird. Unbedingt notwendig für eine – und da haben wir es wieder – nachhaltige Entwicklung.

Auf Basis unseres Ringmodells sind verschiedene Einstiegspunkte möglich und kurz skizziert:

Übergreifend immer möglich: Genereller Einstieg in das Thema – Globale, internationale und nationale Veränderungen, Entwicklungen und Trends zum Thema Nachhaltigkeit (Webinar/Workshop/Coaching)

  1. Kern und Stakeholder – Blauer Bereich: Spezifische Weiterbildung zum Thema (z.B. Was bedeutet Klimaneutralität?, Energieeffizienz im Unternehmen, die SDGs (Sustainable Development Goals) und ihre Anwendung im Unternehmen etc.), Erarbeitung neue Strategie bzw. Anpassung der vorhandenen, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und/oder -bereiche, Aufbau einer Organisationseinheit etc.
  2. Produktebene: Genereller Einstieg – Was sind nachhaltige Produkte? (Konzepte, Kriterien etc.), Entwicklung eines Prototypen, Anpassung Produktportfolio und/oder neue Produkte optimal integrieren etc.
  3. Außenauftritt und Ansprache – Gelber Bereich: Marketingideen für bestehende Angebote/Regionen/Standorte, Kampagnenkonzepte für bestehende Angebote/Regionen/Standorte, Zielgruppenanalyse zum Thema Nachhaltigkeit, Anpassung Kommunikationsstrategie etc.

 

Tourismuszukunft Ringmodell
Entlang unseres Ringmodells gibt es verschiedene Einstiegspunkte beim Thema Nachhaltigkeit

Wie kann eine Umsetzung konkret aussehen?

Lass uns noch genauer hinschauen, um zu verdeutlichen, wo wir Dir helfen können:

  1. Basiswissen, Inspiration und Trends vermitteln

    • Im Rahmen des Reisebüro-Clubs bieten wir z.B. monatlich kleine interaktive Workshops zu verschiedenen Themen an. So auch zum Thema Nachhaltigkeit bzw. hier explizit zum Thema Slow Travel (ja, da steckt auch wieder die Nachhaltigkeit drin). In diesen anderthalbstündigen offenen Runden geht es um ein erstes Einsteigen in das Thema. Wir bieten den Zuhören*innen nicht nur Basiswissen, sondern auch Inspiration, wo und wie man weitermachen könnte. Ähnlich verhält es sich bei Workshops, bei welchen wir zentrale Trends und Entwicklungen zum Thema Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche beleuchten und erste Ableitungen für die eigene Organisation/Unternehmen treffen.
  2. Nachhaltige Produkte schaffen und kommunizieren

    • Schauen wir mal auf das Produkt. Wie oben beschrieben, steigen wir durchaus auch direkt beim Produkt ein. Hierbei beantworten wir z.B. folgende Fragen: Was ist ein nachhaltiges Produkt? Welche Kriterien greifen und sind ausschlaggebend? Wie kann ich es entwicklen? Wie entwickle ich einen Prototypen, der als Beispiel dienen kann? Letzteres realisieren wir u.a. in sogenannten Design Sprints – in 5 Tagen zur vertesteten Produktidee. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag. Bei Akteur*innen die schon ein nachhaltiges Produkt haben (und oft auch einen nachhaltigen Marken-Kern), helfen wir u.a. dieses zu vermarkten. An dieser Stelle fragt man sich vielleicht, was ist in diesem Zusammenhang anders, als bei anderen Produkten? Durchaus die Zielgruppe, die Kanäle sowie die Ansprache. Derzeit helfen wir u.a. dem Hotel Sterndem ersten klimaneutralen Hotel Österreichs und Pionier in Sachen Nachhaltigkeit – seine Positionierung sowie Ansprache und Reichweite durch ausgewählte Influencer zu stärken.
  3. Eine Strategie entwicklen

    • Kommen wir zur Strategie. Natürlich unterstützen wir Dich bei deiner Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei arbeiten wir, wie bei anderen Strategieprozessen, auf Basis unseres Ringmodells. Denn auch im Kontext der Nachhaltigkeit geht es um Fragen wie: Wer bin ich und wofür stehe ich? Was ist unser Marken-Kern? Hier finden sich die Werte, natürliche Voraussetzungen und die Vision. Mal eben komplett nachhaltig sein, geht halt nicht und muss auf strategischer Ebene von innen heraus gedacht werden. Das hört sich an dieser Stelle vielleicht ganz logisch an, wird aber in der Praxis oftmals umgekehrt gemacht. Salopp gesprochen steht oft der Punkt „Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie“ auf der Agenda und man versucht, das Thema von außen der Organisation/dem Unternehmen überzustülpen.

Du merkst, es gibt viele Einstiegspunkte, immer abhängig davon wo man steht. Und ja, ein authentisches nachhaltiges Produkt kann langfristig nicht losgelöst wie ein Satellit um einen nicht nachhaltigen Marken-Kern schweben. Es kann aber ein Einstieg sein, der wertvolle Erkenntnisse für einen nachhaltigen Marken-Kern liefert und den Weg hin zu Strategie eröffnet.

Denn wie immer gilt: der erste Schritt ist der wichtigste! Also trau dich, loszulaufen – auch wenn vielleicht nicht alles direkt perfekt läuft.

Das Thema Nachhaltigkeit: Einsteigen, anfangen und vorankommen. Foto: Greg Snell

Du möchtest loslegen?

Online-Schnupper-Workshops mit konkreten Umsetzungsschritten

Du hast jetzt vielleicht einige Anhaltspunkte mitgenommen, bist Dir aber immer noch nicht ganz sicher, wo Du anfangen sollst und wie? Dann melde Dich für unsere kostenlosen Online-Schnupper-Workshops an, in denen wir Dir erste konkrete Umsetzungsschritte an die Hand geben. Wir – ich und Andrea – beleuchten u.a. folgende Bereiche und beantworten Dir folgende Fragen:

  1. Der Faktor 🧏🧏‍♂️Mensch – Wir allen partizipieren am Tourismus. Sei es als Anbieter, als Gast, als Mitarbeitenden und als lokale Bevölkerung. Welche konkreten Auswirkungen hat das Thema Nachhaltigkeit auf die verschiedenen Anspruchsgruppen intern wie extern? Wie ermöglichen wir den verstärkten positiven Austausch zwischen Gästen und lokaler Bevölkerung? Welche Massnahmen braucht es, dass sich die Tourismusbranche zu einem ganzheitlich attraktiven Arbeitgeber entwickelt?
  2. Das ⛺️🚣🏾Produkterlebnis – Das Erleben und Genießen steht im Mittelpunkt der Urlaubsreise. Aber was ist genau ein nachhaltiges Produkt? Was muss getan werden, damit einheimisches Handwerk und regionale Produkte stärker in den Fokus rücken? Welche Angebote fördern das länger Bleiben und tiefer Eintauchen? Wie können wir unser Produkte-Portfolio Schritt für Schritt entwickeln, ohne uns selbst zu überfordern?
  3. Die 📲👨‍💻Kommunikation – Lasst uns über Nachhaltigkeit sprechen. Oft leichter gesagt als getan. Wie muss nachhaltiger Content aussehen und wie die Kommunikationskanäle, damit unsere Anspruchsgruppen Nachhaltigkeit verstehen? Müssten wir zukünftig vermehrt Gäste, Mitarbeitende und die lokale Bevölkerung sprechen lassen und wie könnte uns dies gelingen? Wie informieren wir transparent über unser Engagement und animieren Gäste zu einem bewussten und rücksichtsvollen Verhalten?

 

Haben wir dich neugierig gemacht? 

Wir möchten es dir einfach machen. Alles was du brauchst, sind 90 Minuten Zeit. Was du aus den Mini-Workshops mitnehmen wirst? Ganz konkrete Handlungsansätze und viel Motivation für dein Tun.

Bist du dabei?

Austauschgespräch mit uns

Kontaktiere uns, wenn Du Fragen zum Thema hast oder gerne einfach loslegen möchtest. Meine Kolleginnen Anna und Andrea sowie ich, stehen Dir gerne Rede und Antwort, stellen nette (und kritische) Nachfragen und unterstützen dich auf deinem Weg. Auf Basis unserer langjährigen Erfahrungen, unserem Netzwerk (auch an externen Expert*innen) sowie Tools und Methoden, können wir dich optimal auf den Weg in eine nachhaltigere Zukunft begleiten. Lass uns loslegen!

Komm auf uns zu! Wir unterstützen dich gern und finden den richtigen Einstieg. Foto: Greg Snell
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Change Management Produktentwicklung Workshops

Design Sprint im Tourismus – nur 5 Tage vom Problem zum konkreten Ergebnis?

Es ist Freitagnachmittag. Du und dein Team sind ausgelaugt. Aber glücklich. Am Montag erst haben wir noch darüber diskutiert, wo die Destination 2025 im Bezug auf Mehrtageswandern stehen soll. Und jetzt hältst du ein Post-it in der Hand. Darauf steht: „Ja, mit dieser neuen Kampagnen-Website können wir unsere Zielgruppe für das Thema Mehrtageswanderung begeistern.“

Du lässt den Blick noch mal schweifen: Da drüben hängt der Prototyp dieser neuen Website, den wir gestern gebastelt und erst heute Vormittag mit echten Vertreter*innen der Zielgruppe getestet haben. Und das alles in fünf Tagen??

So oder so ähnlich spielt sich der Freitagnachmittag des Design Sprints ab. Aber fangen wir mal ganz vorne an.

 

Der Design Sprint – in 5 Tagen vom Problem zur vertesteten Produktidee

Ganz allgemein gesprochen ist der Google Design Sprint ein fest definiertes Workshop-Format, das von Google Ventures ins Leben gerufen wurde, um Start-ups möglichst schnell auf ihre Marktfähigkeit zu testen.

Die Workshop-Methode konzentriert sich darauf, in fünf Tagen die wichtigsten Elemente eines Design-Prozesses zu durchlaufen.

Schematischer Ablauf des Design Sprints (anklicken, um in großer Ansicht zu betrachten)

Das Schaubild oben zeigt den Ablauf im Detail. Kondensiert:

  1. Am Montag setzen wir strategische Leitplanken und entscheiden das Ziel der Woche,
  2. am Dienstag entwickeln wir Ideen und Lösungsansätze,
  3. am Mittwoch treffen wir eine Entscheidung für einen Lösungsansatz, der vertestet werden soll.
  4. Diese Lösungsidee wird am Donnerstag in einem Prototyp umgesetzt,
  5. der am Freitag mit echten Vertreter*innen der Zielgruppe getestet wird.

Am Freitagnachmittag kann man dann die Frage beantworten: erreichen wir mit dieser Idee unser langfristiges Ziel?

Fünf Tage klingen erstmal viel. Sind aber extrem knapp, wenn man bedenkt, dass an jedem Tag andere Aufgaben und Ziele gesteckt sind. Und das ist Absicht.

Du kennst das vielleicht: je mehr Zeit man hat, desto länger brauchen Aufgaben. Aber am Tag vor dem 2-wöchigen Urlaub sind wir alle fix, die Aufgaben vom Tisch zu bekommen. (Das nennt sich übrigens Parkinson’s Law). Genau das ist das „Geheimrezept“ der Methode: Die relativ kurze Zeit zwingt Teams dazu, konzentriert zu arbeiten und schnell Entscheidungen zu treffen. Anstatt also das nächste Meeting mit einem „ja da schauen wir dann mal“ enden zu lassen, bekommt man im Design Sprint jeden Tag klare Ergebnisse.

Und dieser Ablauf eignet sich wunderbar für Fragestellungen im Tourismus! So haben wir z.B. mit der Ruhr Tourismus GmbH in einer Sprint-Woche einen digitalen Reiseführer entworfen und mit echten Vertreter*innen der Zielgruppe vertestet.

Miteinander sprechen statt an den Kund*innen vorbei

Der Design Sprint packt damit eine zentrale Idee des Lean Startup-Prozesses in einen Workshop: Ideen zuerst mit Kund*innen testen, bevor man Geld in die Entwicklung steckt. Wenn also am Freitagnachmittag also die Erkenntnis ist „unsere Idee passt nicht, um unser Ziel zu erreichen“ ist das ebenso ein hervorragendes Ergebnis!

(Beispiel Kampagnen-Website: da kann es in der Entwicklung schnell mal in die Zehntausenden gehen, die man möglicherweise falsch investiert hätte.)

Um das zu erreichen, entwickelt man einen einfachen, aber prägnanten Prototyp der Idee, den man am Workshop-Freitag von Vertreter*innen der Zielgruppe unter die Lupe nehmen lässt. So ein Prototyp ist bei digitalen Produkten meist ein Clickdummy. Der sieht aus wie ein echtes Produkt, ist aber nicht programmiert sondern nur eine Fassade. Im oben erwähnten Sprint mit der Ruhr Tourismus GmbH haben wir z.B. eine täuschend echte Progressive Web App erstellt.

Prototyp eines digitalen Reiseführers – entwickelt im Design Sprint mit der Ruhr Tourismus GmbH

Was ich besonders liebe: den direkten Kontakt mit der Zielgruppe über Marktforschungsdaten hinaus. Das ungeschönte Feedback eröffnet ganz neue Perspektiven und hilft damit oft auch an anderer Stelle, z.B. bei der Gestaltung anderer Produkte oder der Kommunikation.

 

Eine emotionale Achterbahn – „Hat dein Team Bock?“

Die Methode sieht vor, dass man ein interdisziplinäre Team einsetzt. Es braucht Strateg*innen, Kreative, Techies. Es braucht Leise und Laute. Optimisten und Bedenkenträger. Und die werden in den fünf Workshop-Tagen ganz schön gefordert und geraten manchmal auch in gezielten Diskussionen aneinander. Bisweilen eine emotionale Achterbahn!

Ich reduziere es gerne auf die Frage: „Hat dein Team Bock?“ Denn wenn das Team sich komplett agilen Methoden verwehrt, wird es schwierig. Die andere Seite der Medaille: Hat das Team richtig Lust auf die Woche, schweißt der Prozess oft enger zusammen und kann durchaus ein Beschleuniger für neues Arbeiten sein.

Das Gefühl, gemeinsam eine große Aufgabe in kurzer Zeit gelöst zu haben, ermutigt nämlich ungemein.

 

Wann der Design Sprint (k)einen Sinn macht

Die zentrale Frage: kennst du deine Zielgruppe? Der Design Sprint ist ein Gestaltungsprozess, der sich auf die Schnittstelle mit der Zielgruppe fokussiert. Er ersetzt keinen Strategieprozess – kann aber in einen solchen eingebettet oder daran angeschlossen werden.

Über die Jahre habe ich nun viele Design Sprints begleitet und viele Learnings generieren dürfen. Kondensieren kann ich es auf…

5 Erkenntnisse, wann du lieber KEINEN Sprint machen solltest

  1. Du hast noch keinerlei Marktforschung gemacht.
    Ein Design Sprint ersetzt keine saubere Marktforschung sondern ergänzt sie. Führe also davor z.B. schon Gespräche mit Kund*innen oder mache eine Marktanalyse.
  2. Dein Problem ist weder dringend noch wichtig.
    Muss das Problem in 4-12 Wochen gelöst werden? Und gibt es auch Budget für die Lösung? Dann ist es dringend und wichtig.
  3. Die Stakeholder / Entscheider lehnen das Thema komplett ab.
    Ist dies der Fall, läuft ein möglicherweise erfolgreicher Sprint anschließend eventuell ins Leere.
  4. Du willst einfach nur „schnell was zum anfassen“, aber kein Nutzerfeedback.
    Dann kann ein Hackathon oder 2-3 Tage konzentrierte Arbeit sinnvoller sein.
  5. Du bist nicht bereit, Ideen zu beerdigen.
    „Die Idee fliegt nicht“ ist ein gutes und mögliches Ergebnis! Das muss man aber auch emotional akzeptieren können (und gegenüber den Stakeholdern ggf. argumentieren können). Sieh es so: jede verworfene Idee bringt dich näher an die richtige Lösung.

…und wann ein Design Sprint genau das Richtige für dich sein kann

  • Du hast eine Challenge mit klarem Nutzerbezug?
  • Es ist dringend und wichtig, dass dieses Problem gelöst wird?
  • Du und dein Team haben Bock auf eine dynamische Woche?

Dann kann der Design Sprint genau für dich passen!

Rahmenbedingungen für einen Design Sprint passen? Dann go!

Ich hab noch soooo viele Fragen!

Geht das auch als remote Workshop? (Ja, sogar hervorragend) Wie kann so ein Prototyp noch aussehen? Was, wenn wir nur ein kleines Team haben? Wo bekommt man diese Nutzer*innen her, die am Freitag befragt werden sollen? Und welche Probleme kann man damit wirklich anpacken?

Gute Fragen! Schau gerne mal in das offizielle Design Sprint Buch oder auf den offiziellen Blog mit Sprint-Geschichten aus aller Welt. Oder lass uns einfach quatschen, ich berichte gerne aus der Erfahrung von vielen digitalen und analogen Sprints mit ganz unterschiedlichen Teams und Challenges.

 

Epilog. Wie es nach dem Sprint weitergeht…

Zurück in den Workshop-Raum vom Anfang. Du hast gerade dein Post-it angeheftet. Genauso wie der Rest des Teams bist du auf Basis der Nutzer-Interviews davon überzeugt, dass die Idee euch langfristig weiterbringt.

Kommende Woche wirst du die Ergebnisse intern vorstellen, um Budget dafür zu gewinnen. Schließlich ist da noch dieser Fördertopf für Digitalisierung… Mit dem Prototyp und ein paar Zitaten aus den Kundeninterviews kannst du die Idee anschaulich präsentieren! Später könntest du das alles sogar in die Ausschreibung packen, um eine Agentur für die Umsetzung zu finden.

Also gar nicht so unwahrscheinlich, dass die Seite in wenigen Monaten live geht.

Und jetzt ist es erstmal Zeit, mit dem Team auf die tolle Woche und ihre Ergebnisse anzustoßen und das Wochenende einzuläuten.

 

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Destinationen Dienstleister Produktentwicklung

Aus der Praxis: Produktentwicklung für Regionen und Einzel-Anbieter

Oftmals werden wir für Workshops zu Storytelling für Websites, Blogs und Social Media angefragt. Und immer stellt sich dann sehr schnell die Frage: Habt ihr denn eure Produkte so entwickelt, dass sie zu euren Werten und zu den Bedürfnissen eurer Gäste oder Kund*innen passen? Oder andersrum gesagt: Gute Geschichten sind einfach, wenn das Produkterlebnis eben stimmt.

Unser Ringmodell macht die Zusammenhänge so schön sichtbar, das Produkterlebnis steht im Mittelpunkt, wo es auch hingehört. Im Produkterlebnis vereinen sich idealerweise die Anforderungen, welche aus der eigenen Identität und der Positionierung kommen und anderseits die Bedürfnisse der Zielgruppe. Spiegelt das Produkterlebnis die perfekte Einheit von Identität und Zielgruppenbedürfnis wider, ist meist auch das Dreieck aus Einheimischen, Gästen und Wirtschaftlichkeit in Balance. Und es kann getrost eine vielversprechende, nachhaltige Zukunft gestaltet werden.

Weil dieser idealtypische Fall eher selten zufällig entsteht, der rote Faden oftmals fehlt, beschäftigt sich Tourismuszukunft – Realizing Progress, regelmäßig mit dem Thema Produktentwicklung. Insbesondere das durch die Pandemie geprägte 2020 hat so manche Ungereimtheit schonungslos an den Tag gebracht. Bei Regionen, als auch bei Einzelanbietern. Weil Beispiele so schön anschaulich wirken, haben Dir Kristine und Andrea nachfolgend ein paar Beispiele und Einblicke zusammengestellt, welche das Thema greifbarer machen und als Inspiration für die eigene Produkterlebnis-Entwicklung stehen sollen.

 

Ein neuer Blick auf das Erholungsgebiet Kiebitz in Falkenberg/Elster, Brandenburg

Der Kiebitzer See
  • Ausgangssituation: Als man uns rief, gab es für das Erholungsgebiet Kiebitz viele Ideen und auch tatkräftige Akteure, die bereit waren, etwas zu wagen. Was fehlte, war eine gemeinsame Richtung, ein gemeinsames Ziel.
  • Am Prozess Beteiligte: Sämtliche Betroffene des Erholungsgebiets: der Bürgermeister der Stadt Falkenberg/Elster, Vertreter*innen der Stadtverwaltung, der Campingplatzbetreiber, ein Vertreter der Gastronomie, die Verantwortliche für die Unterhaltung von Kindern, ein Teenager als Vertreter der örtlichen Jugend und sogar ein Rettungsschwimmer. Und ja klar, die Möglichmacher*innen der Entwicklungssinitiative, zwei Vertreterinnen der Tourismus-Marketing Brandenberg und eine Vertreterin der regionalen Tourismusorganisation waren mit dabei.
  • Vorgehen:
    1. Gemeinsam skizzierten wir eine riesige Karte vom Erholungsgebiet Kiebitz an die Wand des großzügigen Raums und umrundeten den gesamten See gedanklich miteinander. Was gibt es bereits rund um den See – an natürlichen Voraussetzungen, aber auch an Infrastruktur? Was befindet sich wo? Was steht in Planung? Wo hakt es? Ergebnis: Ein ganzheitliches Blick auf den Status Quo inklusive der diversen vorherrschenden Problemstellungen. Sowie hiervon abgeleitet bereits erste generelle To do’s und Handlungsfelder, die sich einzig aus der ganzheitlichen Sichtwiese ergaben. Dieser Prozessschritt war dicht und intensiv, so dass sich Kristine und Andrea die Aufgaben der Moderation und des Aufnotierens aufteilten.
    2. In der Gruppe diskutierten wir, für welche Zielgruppe, welchen Wunschgast, das Erholungsgebiet Kiebitz am besten funktioniert resp. zukünftig funktionieren soll. Denn wir wollen ja in die Zukunft denken und diese auch nachhaltig gestalten. Dabei wurden ebenso die Identität des Erholungsgebiets wie auch die vorab diskutierten generellen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Ergebnis: Wir haben eine idealtypische Familie als Wunschgast: Astrid und Martin mit ihren beiden Kindern.
    3. Was macht die Familie von Astrid und Martin denn glücklich, war unsere nächste Frage? Wir tauchten ein und fassten ihre zentralen Bedürfnisse zusammen:
      • Sie sind ausgesprochen naturverbunden. Weniger ist also mehr.
      • Authentisches und Regionalität ist ihnen wichtig. Es muss also nicht perfekt sein.
      • Der achtsame Umgang mit sich, der Natur und der Gesellschaft ist selbstverständlich.
      • Sie übernehmen gerne Verantwortung.
      • Und sie sind wissbegierig. Lernen gerne über Fauna, Flora…
    4. Mit dieser richtungsweisenden Charakteristika im Gepäck führten wir eine gemeinsame Begehung vor Ort mit den Teilnehmenden durch. Dabei sind wir die ganze Kundenreise durchgegangen, begonnen von der Anfahrt und dem Ankommen auf dem Gelände, dem Check-In…  Dabei begleiteten uns die Fragen: Wie können wir an welcher Stelle den Bedürfnissen von Astrid und Martin besser entsprechen? Was müssten wir anpassen oder entwickeln? Was muss weg? Dabei einmal mehr sehr deutlich: Die Liebe geht durch den Magen. Verpflegungsmöglichkeiten sind zentral – und ist doch oftmals wie auch an unserem Beispiel noch mit viel Potential versehen. Daneben sind es oftmals Kleinigkeiten, die anzupassen sind. Sei es eine passendere Farbgebung (denn unser Gehrin reagiert unbewusst sehr schnell auf die falsche Farbe, Stichwort limbisches System) oder eine aufschlussreichere und stimmigere Ausschilderung. Wichtig sind immer Quick Wins, Veränderungen, die schnell umsetzbar sind, damit sich erste Erfolgserlebnisse rasch einstellen können. Gleichermaßen wurden hier jedoch auch größere „Baustellen“ deutlich, insbesondere infrastruktureller Art waren. Und auch wenn die Hürden hier größer sind, müssen auch diese angegangen werden, um zukünftig ein  gesamtheitlich positives Produkterlebnis zu bieten.
    5. Viele Punkte, viele Ideen. Gemeinsam sammelten wir noch einmal die verschiedenen To do’s und setzen Prioritäten. Und gemeinsam wurde geschaut, wer sich für welchen Part zukünftig „den Hut aufsetzt“ und die Verantwortung übernimmt.
  • Fazit: Aus individuell umtriebigen Akteuren konnte ein Team geformt werden, welches mit gebündelten Kräften nun in eine gemeinsame Richtung geht. Dabei hat die Visualisierung durch die Experience Design Methodik maßgeblich unterstützt.

 

Dornum/Dornumersiel: Produktprinzipien als Schlüssel

Dornumersiel Strand
  • Ausgangssituation: Die Strategie für das Nordseebad Dornumersiel inklusive der beiden Orte Dornum und Neßmersiel sollte konkretisiert werden. Inklusive konkreter Ableitungen für die touristischen Partner vor Ort, in welcher Form diese die Strategie für sich umsetzen können.
  • Am Prozess Beteiligte: Die gesamte Tourismus GmbH Gemeinde Dornum. Außerdem waren Gastgeber*innen zur Beteiligung eingeladen. Vertreter*innen der Kommune und Vertreterinnen der Partneragentur des Auftraggebers haben ebenfalls interaktiv mitgestaltet.
  • Vorgehen:
    1. Gemeinsam wurden anhand der Natürlichen Voraussetzungen und der Werte der Region das grundsätzliche Fundament für die Strategie gelegt: Was auch immer zukünftig angeboten wird, es sollen die Begriffe „Natur & Ostfriesisch, Auszeit & Entdecken“ erlebbar sein.
    2. Passend hierzu erfolgte die Auswahl einer geeigneten Zielgruppe, des Wunschgastes für die Region: Das Milieu der Sozialökologischen des Sinus-Instituts bzw. als Persona sehr konkret: Nicole und Michael. Hier noch wichtig zu erwähnen, dass die Beteiligten vorher mit einer zusätzlichen Zielgruppe liebäugelten. Während der Erarbeitung der Persona für diese Zielgruppe wurde aber allen klar: Ist viel zu anstrengend, der hält sich hier ja nicht an die Vorschriften, nein, passt nicht.
    3. Basierend auf der Identität und der Zielgruppe leiteten wir nun gemeinsam Produktprinzipien ab, welche als Orientierungshilfe dienen für die Produktentwicklung und welche – ihr wisst was kommt – sowohl die eigene Identität als auch die Bedürfnisse von Nicole und Michael widerspiegeln: Das Umweltbewusst-Prinzip, das Naturnah-Prinzip, das Verwöhnen-von-Körper-und-Geist-Prinzip, das Persönliche-Moin-Prinzip, das Regionale-Produkte-Prinzip sowie das Wissenswertes-und-Geschichten-Prinzip.
    4. Alle Prinzipien wurden in zwei Sätzen beschrieben, die richtungsweisend sind für die täglichen Arbeit. Die Sätze bestehen jeweils aus einerseits den Anforderungen der Zielgruppe Nicole & Michael sowie andererseits der hieraus resultierenden Anforderung an die Produkte und Angebote. Beispiel: Wissenswertes-und-Geschichten-Prinzip: „Unsere Wunschgäste Nicole und Michael sind an tiefergehendem Wissen über die Region – vor allem in Bezug auf die Natur und das Ostfriesische – interessiert. Über passende Geschichten sind diese Informationen in Produkte und Angebote zu integrieren.“
    5. Um das Verständnis sowie die konkrete Übersetzung der Prinzipien für die Akteure zu erleichtern, wurden verschiedene Punkte zusammengestellt, wie das entsprechende Prinzip innerhalb von Unternehmensbereichen und Branchen umgesetzt werden können – jeweils heruntergebrochen für Unterkünfte, gastronomische Anbieter, Attraktionen / Museen, Veranstaltungen, Routen, Erlebnisse, Tourist-Informationen sowie Marketingaktivitäten. Damit entstanden eine Art Checklisten, welche nicht nur für die Produktentwicklung nützlich sind, sondern auch als Argumentarium oder Briefing-Unterlage bei Gesprächen mit lokalen Akteuren oder Partnern dienen.
  • Fazit: Durch die strategische Herleitung konnten auf effiziente Weise die konkrete, handfeste Übersetzung von Produktprinzipien für touristische Akteure geschaffen werden.

 

Brandenburg: Gemeinsame regionale Produktentwicklung

  • Ausgangssituation: Im von der Pandemie geprägten Jahr 2020 unterstützte die Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) gemeinsam mit dem Clustermanagement Tourismus ihre Regionen mit diversen Online-Workshops. Einige Regionen nutzten diese Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Akteuren an konkreten Produktideen für ihre Region zu arbeiten.
    Themen waren hier beispielsweise der Rundwanderweg „Rund um die Schorfheide“ im Barnimer Land, das Thema „Mobiler Genuss – Essen unterwegs“ für Potsdam und das Havelland oder in der Prignitz „Reine Geschmacksache – Radlerparadies Prignitz to go“, um nur drei von unzähligen spannenden Initiativen zu nennen.
  • Am Prozess Beteiligte: Neben Vertreter*innen der TMB waren ebenso Vertreter*innen der jeweiligen Reiseregion sowie konkrete touristische Akteure der Region dabei, sowie oftmals auch Vertreter der Wirtschaftsförderung, von IHKn oder Branchenverbänden.
  • Vorgehen:
Teilergebnis eines Online-Workshops, entstanden durch Experience Design Methodik

 

    • Das Vorgehen wurde jeweils individuell auf das jeweilige Thema, die Rahmenbedingungen sowie die teilnehmenden Akteure zugeschnitten.
    • Generell immer digital und interaktiv über die Videokonferenz-Software Zoom sowie das Online-Whiteboard Mural. Hat wunderbar funktioniert, die Teilnehmenden konnten sich nicht nur ohne Maske anlachen, auch das Lesen der Notizzettel war jederzeit für alle möglich (was häufig in physischen Räumen nicht der Fall ist).
    • Ein wichtiges, verbindendes Thema über alle Akteure hinweg: Die gewünschte Zielgruppe. Wer ist unser Wunschgast? Wie ticket er? Was benötigt dieser eigentlich, um happy zu sein? Und schließlich sein Erlebnis weiterzuerzählen und wiederzukommen.
  • Fazit: Vernetzung der Akteure miteinander, Konkretisierung und Schärfung bereits bestehender Produktideen. Indem kontinuerlich die Perspektive des Gastes eingenommen wird.

 

Brandenburg: individuelle Produktentwicklung für Einzel-Anbieter

Erfolgsgarant: Immer den Wunschgast im Blick
  • Ausgangssituation: Neben den hierüber genannten konkreten Produktideen für einzelne Regionen, nutzten einige Brandenburger Reiseregionen die von der TMB angebotenen Online-Workshops, um ihre Akteure individuell nach vorn zu bringen. Rahmen jeweils: entweder ein gemeinsames Thema oder eine gemeinsame Zielgruppe.
  • Am Prozess Beteiligte: Neben Vertreter*innen der TMB waren ebenso Vertreter*innen der jeweiligen Reiseregion sowie konkrete touristische Akteure der Region dabei.
  • Vorgehen:
    • Jeweils individuell auf das jeweilige Thema, die Rahmenbedingungen sowie die teilnehmenden Akteure zugeschnitten.
    • Und auch hier: digital über die Videokonferenz-Software Zoom sowie das Online-Whiteboard Mural.
    • Ebenso immer ein Thema: Die gewünschte Zielgruppe. Was benötigt diese eigentlich?
    • Darüberhinaus wesentlich: Was bedeutet das gemeinsame Thema bzw. die gemeinsame Zielgruppe für die jeweils eigenen Angebote und Produkte? Welche Anforderungen gibt es in Bezug auf Unterkünfte, Gastronomie, Touren oder Erlebnisse? Was heißt das ganz konkret für mich?
    • Wichtig hierbei: Die ständigen Querverweise. Was eine Unterkunft für sich bereits umsetzt, kann – leicht abgewandelt – für einen gastronomischen Anbieter ebenso sinnvoll sein und umgedreht.
  • Fazit: Vernetzung der Akteure miteinander, Konkretisierung und Schärfung individueller Produkte und Angebote. Darüber hinaus Synergienutzung unter den Akteuren mit z.B. wechselseitiger Promotion der Angebote.

 

Das Erfolgsprinzip überall: gemeinsames Gestalten

Durch alle Projekte zieht sich eines: Nur gemeinsam schaffen wir es! Ziehen alle an einem Strang, haben alle den Blick in die gleiche Zukunftsrichtung, kommt es gut. Und wir finden, dazu braucht es gar nicht so viel. Außer eben gemeinsam und motiviert an einem Tisch zu sitzen, die gemeinsame Basis zu finden und sich von dieser aus auf den Weg zu machen. Und wenn der gemeinsame Tisch derzeit nicht möglich ist, geht dies auch wunderbar mit Zoom als virtuellem Tisch.

Hast du Fragen zu den erwähnten Referenz-Cases? Oder beschäftigt dich ein ganz spezielles Projekt für deine Region oder dein Unternehmen? Kristine und Andrea kommen gerne mit dir ins Gespräch.

 

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Destinationen Dienstleister Hotel Produktentwicklung

Eintauchen in unser Ringmodell: das Produkterlebnis in der Mitte

Vor kurzem haben wir dir in zwei Blogbeiträgen unser Tourismuszukunft Ringmodell etwas genauer vorgestellt: zum einen die inneren Ringe, Kern und Stakeholder, zum anderen die äußeren Ringe, Auftritt und Ansprache. Zwischen innen und außen liegt jedoch noch ein nicht ganz unwichtiger Kreis: das Produkterlebnis. Und um genau dieses geht es heute.

Ringmodell von Tourismuszukunft – Realizing Progress, 2020

 

Die zentrale Lage des Produkterlebnisses in der Mitte des Ringmodells hat natürlich ihren Grund! Siehst du die kleinen blauen und orangefarbenen Pfeile in der Grafik? Diese sagen folgendes aus:

  • Die inneren Ringe – Kern und Stakeholder – werden vorrangig nach der eigenen Identität und internen Bedürfnissen gestaltet. Diese Inhalte wirken sich aber ebenso auf das Produkterlebnis und – in kleinerem Maße – auch auf den Auftritt und die Ansprache aus und beeinflussen diese.
  • Die äußeren Ringe – Auftritt und Ansprache – sind vorrangig nach den Anforderungen und Wünschen der Kunden und Partner zu gestalten. Diese Inhalte wirken sich wiederum ebenso auf das Produkterlebnis aus und – erneut in kleinerem Maße – auch auf den Kern und die Stakeholder.

Das Produkterlebnis ist somit die ultimative Schnittstelle: Es muss sowohl der eigenen Markenidentität und den internen Bedürfnissen als auch den Wünschen der Zielgruppe entsprechen. Ziemlich anspruchsvoll, dieses Produkterlebnis, oder? Und diese Aufmerksamkeit verdient der Punkt auch. Denn das Produkterlebnis – im Tourismus also das Erlebnis während der Reise vor Ort –  ist der wichtigste Teil des Kundenerlebnisses. Nirgendwo sonst kommen Kund*innen bzw. Gäste so intensiv mit der Marke in Berührung wie in der direkten Interaktion. Die konsequente, umfassende Gestaltung des Erlebnisses zieht somit die eigenen Wunschgäste an und macht diese glücklich, sodass sie dein Produkt gerne weiterempfehlen.

Anders gesagt:

Die beste (Kommunikations-)Strategie nützt dir nichts, wenn diese für deine Gäste nicht in deinen Produkten erlebbar ist. Die wahrgenommene Erlebnisqualität vor Ort ist und bleibt der wichtigste Schlüssel und die Basis für jegliche erfolgreiche touristische Entwicklung.

 

Was zählt alles zum Produkterlebnis?

Johannes Böhm - Grübler
Was zählt alles zum Produkterlebnis? Da kommt einiges zusammen.

Bei dem Wort „Produkt“ denken einige zuerst einmal an Pauschalen oder buchbare Angebote. Oft wird der Begriff „Produkt“ auch im Tourismus für Unterkünfte, gastronomische Anbieter, Attraktionen und Routen verwendet.

Wir arbeiten mit einem ganzheitlichen Produktbegriff. In unserer Denkweise umfasst das Produkterlebnis alle materiellen und immateriellen Facetten, aus welchen Kundennutzen resultieren kann. Dabei ist es wichtig, neben dem rein funktionalen auch andere Nutzenkategorien zu berücksichtigen, z. B. emotionalen und sozialen Nutzen.

Beispiele für Produkte sind somit:

  • Touristisch buchbare Produkte wie z. B. Erlebnispakete, Hotels oder Freizeiteinrichtungen
  • Nicht buchbare Produkte wie z. B. Radwege, Naturerlebnisse
  • Intangible Produkte wie z. B. die Atmosphäre eines Ortes
  • Digitale Produkte wie z. B. Anwendungen, Apps oder Portale

 

Und wie kannst du passende Produkte entwickeln?

Fokussieren - ganz nah ran
Produkte müssen für beide Seiten passen: für dich und für deine Gäste

Wie bei den anderen Kreises unseres Ringmodells helfen dir auch hier die in dem Ring integrieren Aspekte:

  • Leitprodukte: Die obige Übersicht, was alles zu Produkten zählt, zeigt bereits: Das ist nicht wenig. Aber welches dieser Produkte solltest du denn nun in die Auslage stellen? Diejenigen, welche zu 100% zu deiner eigenen Markenidentität sowie den Bedürfnisse deiner definierten Zielgruppen passen.
  • Service: Zum Service gehört der gesamte Umgang mit den Gästen. Das ist beispielsweise die Kleidung des Personals (bspw. Uniform oder leger), die Ansprache der Gäste (bspw. du oder Sie), der Umgang mit den Gästen (bspw. unterwürfig oder gleichwertig), der Kontakt mit den Gästen (bspw. persönlich oder digital).
  • Produkt: Hierzu gehört das gesamte Produktdesign, die konkrete Produktgestaltung. Denke hierbei beispielsweise an verwendete Materialien (bspw. Holz vs. Metall), die generelle Ausrichtung (bspw. modern oder traditionell), die geweckten Emotionen (bspw. entspannt oder herausfordernd) oder die allgemeine Gestaltung (bspw. bekannt oder überraschend).
  • Qualitätskriterien: Welche Kriterien können wir festlegen, um Produktprinzipien für die Auswahl passender Leitprodukte zu schaffen? Welche Prinzipien stehen für unseren Markenkern? Welche für die Bedürfnisse unserer Zielgruppe? Welchen Prinzipien decken unsere Anforderungen an den Service ab, welche an das Produkt?

Auf unserer Seite zur Produktentwicklung stellen wir dir einige Beispiele und unser Vorgehen vor. Prinzipiell benötigst du für gute und passende Produkte definierte Anforderungen und hiervon abgeleitete Produktprinzipien. Aus diesen sind operative Handlungsempfehlungen für deine Partner aufzubereiten, um die Produktprinzipien auch in die Breite kommunizieren zu können. Gemeinsame Workshops oder Begehungen vor Ort sorgen für ein noch tieferes Verständnis bei allen Akteuren.

Ansonsten gilt auch bei dem Ring Produkterlebnis: Alle Aspekte und alle Ringe hängen voneinander ab und beeinflussen sich gegenseitig. Veränderst du einen Aspekt, so ändern sich oft automatisch auch andere Aspekte bzw. müssen entsprechend angepasst werden. Speziell eine genaue Definition und ein gutes Verständnis der eigenen Zielgruppen sind an dieser Stelle essentiell.

 

Jetzt bist du wieder dran:

  • Sind dir die Produktanforderungen basierend auf deiner Marke und basierend auf den Bedürfnissen deines Wunschgastes deutlich?
  • Welche deiner Produkte entsprechen bereits perfekt diesen Anforderungen bzw. welche deiner Produkte kannst du in die gewünschte Richtung entwickeln?
  • Nimmst du deine Stakeholder auf diesem Weg mit? Verstehen diese, was deine Strategie für ihre eigenen Produkte und Angebote bedeutet?

Komm gerne auf uns zu! Für ein Gespräch über tolle Produkte (oder solche, die es werden wollen) sind wir jederzeit zu begeistern!

 

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Allgemein Destinationen Immer wieder TZonntags Live-Kommunikation News & Infos Reiseveranstalter Veranstaltungen

Immer wieder TZonntags: 19.6.16 #MauritiusLive, Christo überall?, Facebook Panorama, Horizont erweitern, #Change4Destination

Tzonntags-Vorschaubild-2016_16-06-19

Auch heute gibt es wieder die Empfehlungen vom Tourismuszukunft-Team:

Tipp von Florian: Inszenierung und die Folgen · Tipp von Günter: Tweets & Snaps aus dem Indischen Ozean · Tipp von Catharina: #Change4Destination · Tipp von Ben: Facebook Panorama · Tipp von Kristine: Horizont erweitern

Veranstaltungs-Tipps: Konferenzen, Tagungen und BarCamps, die relevant für den Tourismussektor sind bzw. wo du uns triffst.

Inszenierung und die Folgen

Empfohlen von Florian

Iseosee – schon mal gehört? Ja, aber sicher erst seit drei Tagen, oder? Genau seitdem Christo einen See mit schwimmenden Kunststoffwürfeln inszeniert hat. 15 Millionen Euro soll das Projekt gekostet haben. Ist es das wert? Nur bis zum 3. Juli können Menschen übers Wasser laufen. Rentiert sich das? Der Medienwert der Berichterstattung ist zwar noch nicht berechnet; aber ich tippe, dass der Medienwert außerordentlich hoch sein wird (die ganze Welt berichtet seit Tagen über das Projekt (265.000 Google News Ergebnisse sagt alles).

Beim #Change4Destination haben wir exakt über dieses Thema gesprochen. Ich bin mir sicher: Egal wie kurz oder langfristig eine Inszenierung touristischen Raums umgesetzt wird – d. h. dass Marketing-Mittel in eine markenkonforme Inszenierung des Produkts gesteckt werden – es zahlt sich aus, nicht nur am Iseosee.

 

#MauritiusLive

Tweets & Snaps aus dem Indischen Ozean

Empfohlen von Günter

Heute melde ich mich von der anderen Seite des Äquators: Noch bis Dienstag twittere ich live aus Mauritius von der Präsentation des TUI Winterprogrammes! Der Sonntag steht ganz im Zeichen einer B2B-Reportage auf @guenterexel mit der Pressekonferenz von TUI Deutschland, Studien und Expertengesprächen.

Davor und danach schalte ich in den Reiseblogger-Modus um: Auf @TravelLiveCC werde ich vier Tage lang #MauritiusLive Reiseeindrücke von der subtropischen Insel in Echtzeit verpacken – Fotos, Videos, Livestreams und Podcasts. Die komplette Reportage (Hashtag: #tuipk) findet ihr auf www.TravelLive.cc.

Neben dem ganzen Twittern wird sich sicherlich auch der eine oder andere Snap aus dem Indischen Ozean ausgehen … Neugierig? Ihr findet mich auf Snapchat unter ???? TravelLiveCC!

 

#Change4Destination

Empfohlen von Catharina

Am Donnerstag und Freitag letzter Woche haben wir im Rahmen des Think Tanks #Change4Destination über die Zukunft des öffentlich finanzierten Tourismusmarketings diskutiert. Experten aus der Reiseindustrie sowie Mitarbeiter von Innovation Norway waren vor Ort oder auch per Live-Schaltung mit dabei. Die Vielfalt der Perspektiven sowie Expertisen ermöglichte uns eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema und damit auch einen sehr marktfähigen Blick in die Zukunft.

#Change4Destination Think Tank
#Change4Destination Think Tank: v.r.n.l. Prof. Julia Peters, Catharina Fischer, Michael Frischkorn, Tina Fraune, Ulrich Kastner, Florian Bauhuber, Martin Soutscheck, Michael Buller, Manuel Kliese, Nicholas Montemaggi, Maximilian Waldmann, Stein Ove Rolland

In den nächsten Wochen werden wir gemeinsam ein Thesenpapier erarbeiten, welches in Deutsch und Englisch erscheinen wird. Mit dem Thesenpapier möchten wir nicht nur einen notwendigen offenen Austausch anstoßen, sondern schwerpunktmäßig Chancen für das öffentlich finanzierte Tourismusmarketing aufzeigen.

Facebook Panorama

Empfohlen von Ben

Auf meinen Artikel der Woche bin ich durch ein Facebook-Posting von Günter gestoßen. Seit kurzem kann man Panorama-Fotos als 360°-Bilder bei Facebook veröffentlichen. Funktioniert wunderbar. Aber was muss man beachten und welche Tricks gibt es?

  • Wie lädt man Facebook Panoramen am Desktop hoch?
  • Welche mobile Apps unterstützen Facebook’s 360 Grad Panorama?
  • Welche Fehler sollte man vermeiden?
  • Wie kann man Panorama-Bilder nachbearbeiten, ohne dass die Metadaten verloren gehen?
  • Mit welchem Hack kann man ein 360° Panorama Video erstellen?
  • Wie können Panoramas gut auf der Website dargestellt werden?
  • Wie lassen sich Metadaten editieren?
  • Welche Software erlaubt das Erstellen von 360° Panoramas?
  • Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen 360° Kameras?

Definitiv eine absolute Leseempfehlung: How to post your Panorama 360 Photos.

Horizont erweitern

Empfohlen von Kristine

Mein Tipp ist heute ganz kurz und knapp:

Genau deshalb gehe ich gerne auf BarCamps. Genau deshalb mag ich Social Media, und die Leute, die ich hierüber kennenlerne. Genau deshalb arbeite ich gerne mit den Kollegen von Tourismuszukunft. Genau deshalb arbeite ich gerne mit euch.

 

Veranstaltungs-Tipps

Damit ihr zukünftig keine wichtigen Veranstaltungen wie eine Tagung oder ein Barcamp mehr verpasst, gibt es in jedem „Immer wieder TZonntags“ eine aktuelle Liste anstehender Events. Immer mit dabei: Wen aus unserem Tourismuszukunft-Team ihr dort – auf der Bühne oder als Teilnehmer – antrefft.

Immer wieder TZonntags: Kristine Honig-Bock, Florian Bauhuber, Bastian Hiller, Catharina Fischer, Günter Exel, Roland Trebo, Benjamin Gottstein, Michael Faber, Catherina Langhoff, Johannes BöhmIWTZ Teaser

 

 

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Allgemein Destinationen Hotel Immer wieder TZonntags Kommunikation Live-Kommunikation MaFo/ Marktentwicklung Marke Marketing & Vertrieb News & Infos Social Media

Immer wieder TZonntags: Social Media im Krisenfall, Facebook Live im Museum, Marktforschung & Kultur, Travel und YouTube, Max Richters „Sleep“, News zu Tay, Nik & Norwegen

IWZT 27.3.2016

Auch an Ostern gibt es natürlich ein Immer wieder TZonntags von Tourismuszukunft. Heute mit dem Mangel an Vertrauen in die eigene Marke von Johannes, der Veränderung der Kommunikation durch Social Media in Krisenfällen von Günter, einer Infografik zum Thema Travel und YouTube von Catharina, dem Einsatz von Facebook Live im Van Gogh Museum von Kristine, der Verknüpfung von Inszenierung von Industriekultur und gesellschaftlichen Bedürfnissen von Basti, gleich mehrere Linktipps von Roland und der Frage, ob der kulturelle Hintergrund in der Marktforschung eine Rolle spielt, die meine Empfehlung der Woche beantwortet.

Natürlich dürfen auch unsere Veranstaltungs-Tipps nicht fehlen: Konferenzen, Tagungen und BarCamps, die relevant für den Tourismussektor sind bzw. wo du uns triffst, findest du unter unseren Veranstaltungs-Tipps.

Viel Spaß und noch ein schönes restlichen Oster-Wochenende!

Empfohlen von Johannes

Eieiei… Verantwortliche haben kein Vertrauen in die eigene Marke

Wie in einem W&V Artikel nachzulesen ist, ergab eine kürzlich durchgeführte Studie, dass viele Markenverantwortliche in Deutschland kein Vertrauen in ihre eigenen Marken besitzen. Viele scheitern an der Herausforderung, die vielfältigen Einflussfaktoren vom Webauftritt, über die Unternehmenskultur, bis hin zum Kernelement, dem Produkt, erfolgreich abzustimmen.

Daran sollte aber dringend gearbeitet werden, denn Marken, die in sich nicht konsistent sind und nicht von innen heraus gelebt werden, sind mittelfristig zum scheitern verurteilt! Ein paar Hintergründe und Informationen zu den Zusammenhängen findet ihr auch im Artikel zu unserem Markenmodell.

Empfohlen von Günter

„Don’t call. Use texting or social media.“

In den tragischen Ereignissen der Brüsseler Anschläge wurde einmal mehr klar, wie sehr soziale Medien die Kommunikation in und um Krisen verändert haben. „Don’t call. Use texting or social media.“ Diese Aufforderung des CrisisCenter Belgium brachte es auf den Punkt: Telefonieren ist in Krisensituationen zu störungsanfällig.

Wie WhatsApp, Twitter & Facebook während der Brüsseler Anschläge das Telefon als Kommunikationsmittel Nr. 1 ablösten, fasste CNBC in einem lesenswerten Artikel zusammen – hier die Kernaussagen:

  • Mobilanbieter und Krisenstellen forderten zur Verwendung von SMS und Social Media auf.
  • WLAN-Hotspots wurden für jedermann ohne Anmeldung freigeschaltet.
  • Facebook aktivierte sein „Safety Check“ Tool, über das man sich als „safe“, „unsafe“ oder „not in the area“ markieren konnte.
  • Auf Twitter wurde mit den Hashtags #OpenHouse, #PorteOuverte und #ikwelhelpen Unterstützung angeboten.
  • Quer durch alle Netzwerke zeigten User mit Hashtags wie #PrayForBrussels, #WeerbaarBelgie und #JeSuisBruxelles ihre Solidarität mit der belgischen Hauptstadt.

Empfohlen von Catharina

Travel und YouTube

Video (Marketing) ist eines meiner Schwerpunktthemen und innerhalb eines zeitgemäßen Marketings nicht mehr wegzudenken. Insofern beschäftige ich mich nicht nur mit neuen Formaten, Techniken oder Plattformen, sondern auch mit verschiedenen Studien zum Thema. Eine sehr spannende, speziell im Hinblick auf den Gebrauch von Video im Reisebereich, hat Google UK schon letztes Jahre herausgebracht bzw. beim World Travel Market präsentiert. Die wichtigsten Zahlen habe ich in unten stehender Infografik zusammengefasst.

Travel&YouTube

Empfohlen von Ben

Marktforschung braucht kulturellen Rahmen

Wer sich mit (internationaler) Marktforschung beschäftigt, der kommt auch immer wieder zu der Frage: „Funtioniert Marktforschung eigentlich in jedem Land anders“ – spielt der kulturelle Hintergrund also eine Rolle in der Durchfühung von Marktforschungsprojekten? In meinem Artikel der Woche, der dieses mal von der Gesellschaft für innovative Marktforschung kommt, wird dieser Frage auf den Grund gegangen. Und die Antwort ist so einfach wie kompliziert: Jein! Warum das so ist, könnt ihr im Artikel nachlesen: „Internationale Marktforschung: Culture Matters!

Empfohlen von Bastian

„Sleep“

Mein Favorit der Woche ist einmal nicht zu meinem Steckenpferf elearning, sondern ein tolles Beispiel für die Verknüpfung von Inszenierung von Industriekultur und gesellschaftlichen Bedürfnissen:

Eine Nacht mit acht Stunden Schlaf ist für Viele mittlerweile purer Luxus. In Berlin konnten nun 400 Leute für 50 EUR pro Person wirklich zur Ruhe kommen. Im ehemaligen Heizkraftwerk Mitte hat der Komponist Max Richter jetzt sein Musikstück „Sleep“ aufgeführt. Das Besondere dabei: Das Konzert begann erst um Mitternacht und ging bis acht Uhr morgens. Statt den üblichen Stühlen konnten es sich die Besucher in Betten bequem machen.

Quelle: http://www.universal-music.de/max-richter/bilder

Für mich ist das eine tolle Geschichte, die viele Bereiche unserer täglichen Arbeit wiederspiegelt: Bedüfrnisse, Inszenierung, Produktentwicklung. Tolle Geschichte.

Für den Hausgebrauch gibt es das Stück ünbrigens auch als CD .

 

Empfohlen von Kristine

Einsatz von Facebook Live im Van Gogh Museum

Oft berichten wir hier bei Immer wieder TZonntags von neuen Möglichkeiten, die verschiedene Social-Media-Kanäle oder Apps bieten. Doch wie werden diese konkret im Tourismus eingesetzt?

Ein schönes Beispiel, das mir diese Tage untergekommen ist: Das Van Gogh Museum in Amsterdam führte letztens einen Rundgang durch das Museum mit Hilfe von Facebook Live durch.

Persönlich. Direkt. Gefällt mir.

Den entsprechenden Facebook-Post samt ca. 25minütigem Video – ja, das ist das Schöne bei Facebook Live, dass diese Videos auch im Nachhinein noch da sind – findet ihr hier.

Und, nach dem Anschauen Lust bekommen, die Sonnenblumen von Van Gogh auch mal im Museum zu besuchen?

Gefunden habe ich diese tolle Aktion übrigens im Blog von Daniel Rehn, der regelmäßig verschiedene Aktionen und Kampagnen vorstellt. Ein Reinschauen lohnt sich!

Empfohlen von Roland

Ein Chatbot sieht rot, Google spielt Osterhase, Norwegen und Samsung ändern alles

Meine Linktipps in dieser Osterwoche sind:

Veranstaltungs-Tipps

Damit ihr keine wichtigen Veranstaltungen wie eine Tagung oder ein Barcamp mehr verpasst, gibt es in jedem „Immer wieder TZonntags“ eine aktuelle Liste anstehender Events. Immer mit dabei: Wen aus unserem Tourismuszukunft-Team ihr dort – auf der Bühne oder als Teilnehmer – antrefft.

 

Immer wieder TZonntags: Kristine Honig-Bock, Florian Bauhuber, Bastian Hiller, Catharina Fischer, Günter Exel, Roland Trebo, Benjamin Gottstein, Michael Faber, Catherina Langhoff, Johannes Böhm

 

 

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Hotel Technik/ Web & Tech Technologie Trends Touristische Trends

Hotel Experience Co-Creation: Warum wir auch digital im Produkt werden müssen?

Im Tourismus beschäftigen wir uns mit digitaler Veränderung in der Distribution, im Pricing und in der klassischen Vermarktung. Was wir leider nur viel zu oft verschlafen, ist die Veränderung im Produkt!

 

4 Ps

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Dienstleister Marketing & Vertrieb News & Infos Reiseveranstalter Termine Touristische Trends Veranstaltungen

Service als neues Marketinginstrument!? – Service Design Praxisworkshop für die Reisebranche am 21. Februar 2013 auf der f.re.e Messe München

Viele Menschen schätzen guten Service und für viele ist dieser mittlerweile wichtiger als ein günstiges Angebot oder ein Schnäppchen. Produktentwicklung und –qualität werden für immer mehr Unternehmen zentrale Bestandteile ihrer Arbeit. Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht das Produkt. Gefällt einem Gast oder Kunden ein Service oder ein Produkt, ist dieser auch in vielen Fällen bereit darüber aktiv in Sozialen Medien zu berichten. Das gleiche gilt natürlich, wenns ihm nicht gefällt ;). Dies tut er nicht nur auf Bewertungsplattformen, wie Holidaycheck und Co, sondern auch über das posten von Fotos, kommentieren oder liken von Beiträgen.

Für Unternehmen, die alles richtig machen und die sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, wie sich ihren Kunden oder Gast „glücklich und zufrieden machen können“, kann Kundenservice ein exzellentes Marketinginstrument sein. Stimmt die Qualität, wird auch automatisch darüber im Netz gesprochen. Der Kunde übernimmt sozusagen das Marketing für den von ihm in Anspruch genommenen Service.

Wir haben ja hier schon  mehrfach darüber berichtet, wie man sich schon im Vorfeld aktiv darüber Gedanken machen kann, damit der Verbraucher in jedem Fall mit einem Lächeln nach Hause geht – Das Zauberwort heißt Service Design.

Am 21. Februar 2013 bringe ich den Teilnehmern auf der Freizeit und Reisemesse f.re.e in München in einem zweistündigen Workshop (14:30 – 16:30 Uhr) zum Thema Service Design bei, wie  Reisebüros das hilfreiche Set von Service-Design-Methoden und –Tools sinnvoll und effizient einsetzen können? Im Fokus stehen Trends, Potenziale und Methoden aus dem Bereich Service-Design für Reisebüros sowie Best-Practice-Beispiele aus der Branche.  Ein Zentraler Bestandteil ist dabei, wie Reisebüros und Veranstalter ihr Marketing kunden- und praxisorientiert planen können und Service Design als Weg zu einem kosteneffizienten und wirksamen Marketing auf neuen und alten Wegen nutzen können.

Vielleicht sieht man sich ja auf der f.re.e 😉

Viele Grüße

Daniel S.