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Immer wieder TZonntags: Künstliche Intelligenz, Augmented Reality Gaming, Social Walls im Tourismus, Blogger-Vernetzung, Google+ am Ende, Mobile schläft stationär

Immer wieder TZonntags: Künstliche Intelligenz, Augmented Reality Gaming, Social Walls im Tourismus, Blogger-Vernetzung, Google+ am Ende

Heute mit Social Walls im Tourismus, dem Ende von Google+, Social Gaming im Tourismus, Google’s künstlicher Intelligenz, vernetzten Bloggern und wachsender mobiler Internetnutzung.

Heute auch neu bei Immer wieder TZonntags: Unsere Veranstaltungs-Tipps. Konferenzen, Tagungen und BarCamps, die relevant für den Tourismussektor sind bzw. wo du uns triffst. Direkt zu unseren Veranstaltungs-Tipps.

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User Generated Content im Tourismus: Es geht doch!

Empfohlen von Günter

Über folgende E-Mail von Clemens Leiner aus Leogang habe ich mich diese Woche besonders gefreut:

Sehr geehrter Herr Exel, ich bin ein begeisterter Leser/Follower Ihres Blogs sowie diverser Social Media Channels. Hinsichtlich User Generated Content (toller Beitrag von Ihnen hierzu von der ITB!) habe ich für das Hotel Salzburger Hof Leogang eine #-Kampagne vor kurzem gestartet mit #homeofsports (www.homeofsports.at). (…) Vielleicht haben Sie einmal ein paar Minuten Zeit und sehen sich das an.

Was Clemens hier gestaltet hat, finde ich richtig gut: Das Hotel Salzburger Hof in Leogang ermuntert seine Aktivurlauber, Beiträge mit dem Hashtag ?#?homeofsports? zu posten. Was dabei zusammen kommt, wird auf der Seite www.homeofsports.at mit einer Seejay Social Wall kuratiert und attraktiv aufbereitet – like it!
#homeofsports - Salzburger Hof Leogang
Ein weiteres aktuelles Beispiel zur Kuratierung von User Generated Content liefert Rhomberg Reisen: Der Vorarlberger Reiseveranstalter hat auf seiner Website und in seinen Themenblogs (wie korsika.com) Social Walls für jedes Rhomberg-Reiseziel eingerichtet. So werden z.B. auf www.rhomberg-reisen.com/meinkorsika Postings mit dem Hashtag ?#?MeinKorsika? gesammelt. Auch diese Social Wall ist mit Seejay erstellt – Disclaimer: An der Entwicklung war ich nicht unbeteiligt …

Google entwickelt künstliche Intelligenz

Empfohlen von Florian

Ob dies künstliche Intelligenz ist oder einfach nur selbstlernende künstliche Agenten, darüber kann man streiten. Eines ist aber klar… dieser vielbeachtete Artikel in der Nature (herzlichen Dank an Marc Boeckler für den Tipp im Rahmen der AkTf-Tagung in Eichstätt)  und der darin vorgestellte DQN-Algorithmus stellt eine Revolution dar.  Google schreibt dazu in ihrem Blogbeitrag:

This kind of technology should help us build more useful products—imagine if you could ask the Google app to complete any kind of complex task (“Okay Google, plan me a great backpacking trip through Europe!”).

 

Am Beispiel von 49 Atari-Spielen beweist die Technologie ihre Leistungsfähigkeit. In 43 Spielen erreicht der Algorithmus bereits 75 % der Leistung professioneller Computerspieler – in einigen Spielen erzielt er sogar deutlich bessere Ergebnisse. Technik wird immer autonomer und „intelligenter“… das Beispiel von Google zeigt nur eine mögliche Anwendung im Tourismus. Selbstlernende Technik wird Teil unseres Alltags werden…wir freuen uns drauf.

Google trennt sich von seinem Plus

Empfohlen von Bastian

Ohne großes Tamtam machen zu wollen, scheint sich Google von seinem Plus zu trennen. Nachdem zunächst der Manager zurückgetreten war und der Chef-Designer mit einem aussagekräftigen „Google Chefdesigner gibt auf“ das Handtuch warf, entfernt Google nun nach und nach die Hinweise auf sein Social Network.

Die Plattform, gegründet im Jahr 2011, hat sich als riesen Reinfall erwiesen und den Konzern Milliarden von  Dollars gekostet. Google selbst distanziert sich bisher von einer Schließung des Dienstes.

Weitere Informationen findet ihr in diesem Artikel. Wie sich die Schließung, sobald vollzogen, auf das Thema SEO auswirkt, bleibt abzuwarten.

Ich persönlich trauere der Plattform zumindest keine Träne nach.

Google’s Social Augmented Reality Gaming in Linz

Empfohlen von Michael

Ingress ist ein Augmented Reality Game, das vom Google Tochterunternehmen Niantic Lab entwickelt wurde. Die realen Plätze werden über die Smartphone-App virtualisiert und die Spieler navigieren mit dem Smartphone durch die reale Welt. Die Spieler werden dabei in zwei Teams aufgeteilt, die gegeneinander antreten. Ziel des Spieles ist es durch den Besuch der realen Orte möglichst viele Plätze unter die Kontrolle einer Mannschaft zu bekommen. Im April diesen Jahres fand dazu der Ingress Mission Day in Linz statt, bei dem 250 Spieler aus aller Welt die österreichische Stadt besuchten und auf spielerische Weise kennenlernten.Screenshot Ingress APP
Durch die Verschmelzung virtueller und realer Welt entstehen somit ganz neue Attraktionen in einer Destination.

Blogparade: Vernetzung mit Bloggern

Empfohlen von Kristine

Daniela von bloggerabc hat eine Blogparade unter dem Titel „Vernetzung von Bloggern: Wie und warum alle davon profitieren“ ausgerufen. Diese läuft noch bis zum 01. Juli und eignet sich meiner Meinung nach auch gut für einen Beitrag auf eurem eigenen touristischen Blog – sofern ihr dort generell auch einen Blick hinter die Kulissen bietet.

Fragestellungen können dabei beispielsweise sein, welche Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Blogs ihr nutzt. Welche Vorteile einer Vernetzung mit anderen Blogs/ Bloggern ihr seht.

Spannend finde ich dabei sowohl die Vernetzung unter touristischen Blogs (also das Destinationsblog mit dem Hotelblog), aber ebenso die Vernetzung von touristischen Blogs mit Themenblogs (bspw. das Destinationsblog mit Regional- oder Reisebloggern). Im Rahmen der Blogparade könnt ihr somit einerseits eure eigenen Erfahrungen teilen und euch andererseits ebenso ein bisschen profilieren. Und einfach lesen, was andere so machen, könnt ihr dort selbstverständlich auch.

Mobil killt Stationär – oder doch nicht?

Empfohlen von Johannes

Dass die mobile Internetnutzung den stationären PC für die breite Masse mittelfristig obsolet machen wird, darüber besteht heute in weiten Kreisen ein Konsens. Ein Blogbeitrag der Wirtschafts Woche lässt daran aber Zweifel aufkommen. Die Online verbrachte Zeit mit mobilen Geräten hat sich in den letzten beiden Jahren tatsächlich fast verdoppelt, die Online-Zeit am stationären PC ist aber immerhin konstant geblieben. Die User verbringen schlicht insgesamt mehr Zeit online!

Doch woran liegt es, dass wir immer noch am stationären Rechner im dunklen Kämmerlein sitzen, anstatt mit Laptop, Tablet oder Phablet ins Grüne (oder ins Café um die Ecke) zu wandern? Ist es die Screengröße, die Performance, Akkulaufzeit, Connectivity, oder doch einfach nur die Gepflogenheiten der Arbeitswelt? Wie und wo surft Ihr und warum?

Veranstaltungs-Tipps

Damit ihr zukünftig keine wichtigen Veranstaltungen wie eine Tagung oder ein BarCamp mehr verpasst, gibt es in jedem zukünftigen „Immer wieder TZonntags“ eine aktuelle Liste anstehender Events. Immer mit dabei: Wen aus unserem Tourismuszukunft-Team ihr dort – auf der Bühne oder als Teilnehmer – antrefft.

 

Immer wieder TZonntags

 

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MaFo/ Marktentwicklung News & Infos

Die Essenz von Social Media – Google Plus reduziert soziale Beziehungen auf Handlungen

Google hat ein neues Netzwerk geschaffen, das schon innerhalb kürzester Zeit ein enorme Wachstumsgeschwindigkeit erreicht hat (aktuell im 20 Mio. User). Heute will ich Google Plus mal ein wenig beleuchten…

Einordnung von Google Plus in den Gesamtkontext

In unserem Eröffnungsartikel des Buches Social Web im Tourismus (Springer Verlag) haben wir eine Entwicklung des Internets skiziert die das touristische Internet in den nächsten Jahren noch massiv beeinflussen wird. Angelehnt an eine alte Forrester Studie haben wir darin mehrere Evolutionsstufen des Internets erarbeitet, die letztendlich hin zu einer Auflösung der Monopolstellung der klassischen Suche im Internet führen – zugunsten von Curation, ortsbasierten Filtern und lernenden Browsern bzw. individualisierten Fenstern zum Internet. Mein Artikel zum Thema Curation erklärt diesen Prozess sehr ausführlich.

Die Grafik fasst die letzte Evolutionsstufe, die wir im Artikel des Buches und im Curation Artikel beschreiben, anschaulich zusammen:

Nun kommt plötzlich Google und schmeißt das soziale Netzwerk Google Plus auf den Markt. Der Bereich der Curation, ehemals vor allem Google Reader, Twitter und Facebook vorbehalten, wird nun erweitert durch eine weitere Größe: Google Plus.

Was unterscheidet Google Plus von seinen Mitbewerbern?

  • Google Plus ist sehr einfach aufgebaut. In Circles werden die Freunde einsortiert und damit Inhalte gezielt von einzelnen Gruppen konsumiert oder an einzelne Gruppen gepostet. Jemanden in einen Circle einzusortieren ist nicht mehr als eine Liebesbekundung – der andere muss diese erwidern, in dem er ebenfalls eine Circle-Zuordnung vornimmt. Sonst bleibt es bei der Liebesbekundung und dem damit verbundenen einseitigen Zuhören. Die eigentliche Beziehung wird aber auch durch das Einsortieren in den Circle nicht wirklich fester – erst durch Kommunikation bzwl Aktivität besteht die Chance auf Sichtbarkeit ergo auf die tatsächliche soziale Beziehung zu jemand anderem… Es funktioniert auch nicht mehr jemanden durch das Hinzufügen als Freund aktiv um seine Freundschaft zu bitten.
  • Google Plus definiert soziales Netzwerk anhand der Essenz einer sozialen Beziehung – der Wechselseitigkeit von Handlung. Man kann nur zuhören, man kann nur zu anderen sprechen, wenn sich beide zuhören und zueinander sprechen ergibt sich automatisch eine soziale Beziehung. Altmodisches „ich will dein Freund sein“ fällt hiermit völlig heraus.
  • Google schafft es durch die Circles, das Prinzip der sozialen Beziehung im Internet zu revolutionieren und auf das tatsächliche Handeln zu verdichten. Jemanden als Freund zu markieren ergibt keine soziale Beziehung mehr. Hier stellt sich die Frage, ob das Konzept zu sehr auf das Handeln verdichtet ist und zu wenig auf Ansätze wie peripheral vision oder weak ties Rücksicht nimmt. In einer Welt, in der Handlungen als Grundlage der Aufmerksamkeit verwendet werden, prägen sich Trampelpfade noch schneller als sowieso schon. Randdetails und schwache User könnten dabei „drauf“ gehen…
  • Oder anders ausgedrückt: der Zwang zur Medialisierung der Gesellschaft, der Druck digital zu kommunizieren steigt, denn Google Plus manifestiert durch seine Logik den Sinnspruch „Ich kommuniziere also bin ich“ als Leitmotto für die neue Plattform. Jemand der offline kommuniziert bleibt auf der Strecke, denn seine Kommunikation zählt hier erst einmal nichts.
  • Nachrichten / Mailfunktionen rutschen in Google Plus stark nach hinten (es gibt sie ja bereits durch Gmail) – Chatfunktionen, auch Gruppenchats, werden dagegen stark nach vorne gepusht. Echtzeitkommunikation wird also nochmals wichtiger. Always in Touch – zugleich it vielen many-to-many zu kommunizieren wird noch zentraler und prominenter dargestellt.
  • Google Plus stellt zudem für Themen Sparks bereit. Diesen kann ich folgen, dort werden mir aktuell viele Einträge zu meinem Interesse aus Google News zusammengetragen. Eine thematische Diskussion findet noch nicht statt – hier ist Facebook klar im Vorteil. Noch wirkt Google Plus damit ingesamt auch noch eher wie Twitter als wie Facebook.
  • Google Plus spielt aber aufgrund seiner Geolokalisierungsfähigkeiten und der Macht die in diesem Zusammenhang von Google Places ausgeht eine große Rolle. Facebook musste sich erst „künstlich“ die Places besorgen – Google hat ein hochwertiges Branchenbuch mit guter Datenqualität.Für Werbetreibende ist damit natürlich der Zusammenhang von geocodierten Google Plus Inhalten zu ihren Places bzw. entsprechend kontextsensitiven Werbeformen spannend.
  • Google Plus prägt eine neue Richtung von Design, sehr kahl, sehr kalt. Mal sehen, ob das reicht für ein Social Network.
  • Google Plus hat unglaubliche Erfahrung im Anzeigengeschäft, mit Bietmodellen und Werbeinhalten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Nutzerdaten und angepasste kontextsensitive zielgruppenorientierte Werbeformen Google Plus einholen und Nutzerdaten zur attrakiven Währung in der Onlinebranche werden – so vermute ich persönlich mal.
  • Damit aber nicht genug – Google Plus ist auch wegen der restlichen Google Umwelt als äusserst mächtige Entwicklung zu sehen.Google arbeitet konsequent daran, viele Funktionen, die aktuell auf Rechnern laufen, in das Web zu migrieren – Officeanwendungen, Groupware, Mailing, … Google Plus hönnte sich so neben dem Hub für soziale Beziehungen zum Web-Desktop des Users weiterentwickeln…
  • Das Wissen, das Google aus Google Plus und zugleich aus seiner klassischen Suchmaschine ziehen wird, wird Suche und Informationsauffindung im Netz grundlegend revolutionieren.
  • Die mobile Webseite ist super. DieApp in Android werde ich dieser Tage testen.
  • Gefühlt kann Facebook zu machen. Irgendwie strahlt Google durch so einen Wurf mal wieder aus, wieviel Macht der Konzern eigentlich im Internet hat.

Was bedeutet das für den Tourismus?

Welche Folgen all das für den Tourismus hat? Was meint ihr? In den kommenden Tagen werde ich mich damit noch ein wenig beschäftigen…

Viele Grüße,

Daniel