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Strategie verständlich machen – übersetzt, persönlich oder mit KI

Stakeholder, Stakeholdermanagement, Strategie, übersetzung, Umsetzung

Kristine Honig20. Apr. 2026

In vielen Destinationen zeigt sich das gleiche Muster: Strategien, Zielbilder und Zielgruppenprofile sind sauber erarbeitet, im Alltag der Partner*innen spielen sie aber oft kaum eine Rolle. Das eigentliche Dilemma beginnt nämlich nicht vor, sondern nach dem fertigen Strategiepapier. Denn Wirkung entsteht erst, wenn strategische Inhalte für die Akteur*innen in der Region relevant und anwendbar werden.

Genau hier entscheidet sich, ob Strategie nur gut formuliert ist oder tatsächlich etwas verändert.

Warum die Übersetzung von Strategien so wichtig ist

Nicht alle Menschen denken in strategischen Kategorien. Und das müssen sie auch nicht. Wer Angebote entwickelt, Gäste anspricht oder Produkte weiterdenkt, braucht keine abstrakten Leitbilder, sondern Klarheit und konkrete Anknüpfungspunkte.

Johannes Böhm - Grübler
Wenn eine Strategie mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt, wird es schwierig.

Bleibt diese Übersetzung aus, verharren strategische Inhalte dort, wo sie entstanden sind: in der DMO. Bzw. in der Schublade. Sie erreichen dann ausgerechnet jene Menschen nicht, welche für die Umsetzung entscheidend sind. Gute Strategiearbeit endet deshalb nicht mit der finalen Fassung. Sie beginnt stattdessen zu dem Zeitpunkt in gewisser Weise noch einmal neu, und zwar mit der Frage: Wie wird aus der Strategie eine konkrete Arbeitsgrundlage?

Was Strategieübersetzung in der Praxis bedeutet

„Übersetzung“ bedeutet in dem Kontext vor allem, die Strategie anschlussfähig zu machen, z. B. indem:

  • Zielgruppenwissen verständlich und praxisnah aufbereitet wird (immer noch mein Lieblingsbeispiel hierzu: Tourismus NRW mit Sedcards, Checklisten, Beispieltexten, Erklärvideos, Produkt-Workshops…)
  • strategische Ziele in alltagsnahe Sprache übersetzt werden
  • konkrete Fragen beantwortet werden wie: Was bedeutet diese Zielgruppe für mein Angebot? Welche Produktideen passen dazu? Wie sollte ich kommunizieren und was besser nicht? (Wunderbar hierfür geeignet: Prototyping wie in der WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg umgesetzt)
  • handhabbare Materialien entstehen, etwa kompakte Profile, Leitfäden oder Ideenlisten
  • Workshops, Barcamps oder gemeinsame Produktentwicklungen die Strategie greifbar machen (perfekt umgesetzt im Rahmen der Strategieakademie Brandenburg – mit einem Print-Handbuch sowie mehreren digitalen und persönlichen Seminaren zur Ableitung auf die eigene Region)
Landesstrategie in die regionale Ableitung gebracht – Strategieakademie Brandenburg

All diese Formate schaffen Orientierung und holen – möglichst kreativ und individuell umgesetzt – genau die Menschen ab, die später direkt mit Gästen, Produkten und Kommunikation arbeiten. Wichtig ist dabei: Nicht alle brauchen dasselbe. Die eine Person möchte einen festen Workshop-Termin, die andere lieber ein kompaktes Tool, auf das sie jederzeit zugreifen kann. Strategieübersetzung funktioniert deshalb besonders gut, wenn sie unterschiedliche Zugänge ermöglicht.

Wie KI diese Übersetzung sinnvoll unterstützen kann

KI ersetzt keine Strategie. Sie kann allerdings enorm dabei helfen, strategische Inhalte schneller und konkreter in die Anwendung zu bringen. KI kann beispielsweise…

  • erste Produktideen aus Zielgruppenmerkmalen ableiten
  • verschiedene Angebotsvarianten durchspielen
  • unterschiedliche Kommunikationsansätze formulieren
  • Fragen für Workshops aus strategischen Grundlagen entwickeln
  • bestehende Angebote auf ihre Passfähigkeit prüfen
  • neue Perspektiven eröffnen, vor allem dort, wo Teams in gewohnten Denkmustern feststecken
Rollen der KI (Realizing Progress)

Damit wird KI zu einer Art Sparringspartnerin und Perspektivwechsler. Im Rahmen unseres KInk Tanks haben wir diese und weitere Rollen der KI bereits genauer betrachtet. KI beschleunigt hierdurch Prozesse, ohne die strategische Substanz zu ersetzen. Entscheidend bleibt generell die Grundlage: Wenn die Richtung und Prioritäten unscharf sind, kann auch KI daraus keine treffsicheren Empfehlungen zaubern. Denn: Auch der klügste Prompt ist kein Ersatz für strategische Klarheit!

Woran gute Übersetzung erkennbar ist

Gute Übersetzung entsteht im Zusammenspiel aus Strategiekompetenz, methodischer Gestaltung und echter Zusammenarbeit.

Was eine gute Strategieübersetzung ausmacht:

  • Partner*innen finden sich in den Ergebnissen wieder.
  • Inhalte werden verständlich, ohne verkürzt zu sein.
  • Aus Zielgruppenwissen entstehen konkrete Handlungsoptionen.
  • Nächste Schritte werden sichtbar und umsetzbar.
  • Diskussionen verlaufen produktiver, weil nicht jedes Mal wieder bei Null begonnen wird
Produktideen via Prototyping lebendig werden lassen

Ob im Workshop, im Sparring, in einem Barcamp oder mit digitalen Tools: Übersetzung ist kein Einzelschritt, sondern ein gemeinsamer Prozess. Der Austausch darüber ist deshalb nicht Beiwerk, sondern Teil der eigentlichen Strategiearbeit.

Strategie wirkt erst dann, wenn man mit ihr arbeiten kann

Starke strategische Grundlagen sind ein wichtiger Anfang. Aber ihr eigentlicher Wert zeigt sich erst, wenn daraus nutzbare Impulse für Partner*innen entstehen. Genau dafür braucht es Formate, die Strategie übersetzen – verständlich, praxisnah und so, dass sie im Alltag wirklich weiterhelfen.

Von andersformatigen Aufbereitungen, Workshops bis zu KI-gestützten Ideenwerkzeugen gibt es dabei viele Möglichkeiten, diesen Transfer zu gestalten. Entscheidend ist, dass Strategie bearbeitbar wird. Denn erst dann kommt sie raus aus dem PDF und rein in die Praxis.

Na, hast du auch ein PDF auf dem Rechner oder ein schön gedrucktes Strategiepapier in der Schublade liegen, welchen Leben eingehaucht werden soll?

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Kristine Honig Strategin | Umsetzerin | Barcamperin

Kristine ist seit 2014 Netzwerkpartnerin und Beraterin bei Realizing Progress. Sie denkt strategisch – und spricht gleichzeitig die Sprache deiner Akteur*innen. Deshalb ist sie die perfekte Sparringspartnerin, um gemeinsam mit dir deine Strategie zu erarbeiten und diese danach ins Operative zu übersetzen. Ihre Themen sind Zielgruppen, Stakeholder und Produktentwicklung sowie Barcamps und Kreativitätstechniken.

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