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DMO in der Zukunft: Wer sich nicht selbst transformiert, wird transformiert

Finanzierungsengpässe, haushaltslose Bundesländer, politische Wechselwinde – willkommen im Tourismusmanagement 2025/26. Die Deckung der Basisfinanzierung wird vielerorts zur täglichen Herausforderung. In unseren jüngsten Gesprächen – unter anderem in einer kleinen Runde mit mehreren Geschäftsführer*innen von deutschsprachigen DMOs sowie beim Deutschen Tourismustag in Saarbrücken – wurde eines deutlich: Die operative Belastung für DMOs ist enorm. Und trotzdem – oder gerade deswegen – müssen wir über mehr sprechen als das Tagesgeschäft.

Zwischen Realität und Relevanz

Wir sehen eure täglichen Herausforderungen.

Die knappen Budgets. Die Unsicherheiten. Den Personalmangel. Die Strategien, die nicht in die Umsetzung kommen. Die mühsame Gratwanderung zwischen politischer Erwartung und marktwirtschaftlichem Anspruch.

Aber eine entscheidende Frage bleibt:

Wozu braucht man in fünf Jahren noch euch als DMO, wenn ihr heute nicht beginnt, diese Zukunft mitzugestalten?

Sonnenuntergang Baum Bruneck
Der Zukunft entgegen

Die Zukunft kommt nicht irgendwann, sie ist längst da

Die Zukunft oder die Zukünfte? Anja hat hierzu letztens eine Präsentation unter dem Titel Zukunftsfähigkeit in Destinationen – Trends und Transformationen gehalten und dabei den Blick in Richtung Klimawandel, Digitalisierung und Megatrends gerichtet (Hier zum Download). All diese Bereiche beeinflussen die vielen möglichen Zukünfte von Destinationen.

Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit sind dabei keine Add-ons für die Schublade, für „wenn mal Zeit ist“. Sie sind elementare Bestandteile einer modernen Destinationsentwicklung – strategisch, integriert, markenbasiert.

Wer Nachhaltigkeit immer noch separat denkt oder KI rein auf Tools reduziert, wird keinen Anschluss finden, sondern den Anschluss verlieren. Im Rahmen unseres KInk Tanks haben wir uns mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Zukunft des Tourismus mit KI aussieht. Die Ergebnisse stehen als Download zur Verfügung.

Unsere Empfehlung:

  • Denkt diese Themen aus sich selbst heraus. Nicht als Etikett, sondern als Treiber. Nicht kurzfristig, sondern langfristig.
  • KI braucht eine Strategie.
    Nachhaltigkeit braucht ein Narrativ.
  • Und beides muss essentieller Teil eures Geschäftsmodells sein, nicht nur ein Feigenblatt.

 

Transformation braucht Klarheit, und auch Mut

Wir wissen, dass sich vieles gerade nicht gut anfühlt.
Aber es hilft nichts: Wer nur den Status quo sichert, merkt nicht, wenn er selbst zum Auslaufmodell wird.

Veränderung ist keine Option mehr – sie ist bereits Realität.
Die Frage ist nur: Gestaltet ihr mit – oder werdet ihr gestaltet?

Wir unterstützen euch als Sparringspartner

Der erste Schritt ist der wichtigste

Was wir euch im Kontext der Transformation gerne anbieten möchten, ist ein individuelles Sparring mit euch. Unser Kick-off-Workshop bringt euch einen individuell zugeschnittenen Blick auf:

  • Wo hakt es gerade, und zwar ganz konkret bei euch?
  • Was tun andere, die in einer vergleichbaren Lage sind?
  • Welche nächsten Schritte ergeben sich daraus für euch?

Das Ziel ist somit eine Standortbestimmung mit Klarheit, Perspektive und konkreten Ansätzen zur Zukunftssicherung eurer Organisation.

Lasst uns gemeinsam ehrlich hinschauen und die Dinge anpacken.
Denn ganz ehrlich: Nur relevant zu sein, reicht nicht mehr. Ihr müsst relevant bleiben.

Gerne kannst du hier direkt einen Termin mit uns anfragen.

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Change Management Destinationen Touristische Trends

Ausblick 2026: 5 Thesen zur Zukunft des Tourismus

Der Tourismus steht an einem Wendepunkt.
Nach Jahren globaler Verwerfungen wächst ein neues Bedürfnis: Kontrolle zurückgewinnen, Räume mitgestalten, Verantwortung teilen. Aus passiven Gästen und stummen Destinationen müssen Akteure eines gemeinsamen Zukunftsprojekts werden.

Agency als Zukunftsarchitektur

Die globalen Krisen der letzten Jahre haben ein kollektives Gefühl des Kontrollverlusts hinterlassen. Ein Bruch, der das touristische System tiefgreifend verändert. Aus dieser Erfahrung erwächst eine neue Haltung: das Streben nach Gestaltungsfähigkeit. Gemeint ist damit nicht nur das individuelle Bedürfnis nach Autonomie, sondern auch der Anspruch auf Teilhabe und Mitverantwortung – sowohl von Reisenden als auch von lokalen Gemeinschaften. Tourismus wird so zum gesellschaftlichen Verhandlungsfeld, in dem Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Verantwortung neu austariert werden.

 

1. Gestaltungsfähigkeit als strategische Ressource

Die Idee der Gestaltungsfähigkeit signalisiert den Übergang von passivem Konsum zu aktiver Mitwirkung. Reisende verstehen sich zunehmend als Ko-Produzenten ihrer Erlebnisse, bereits heute organisieren sich mehr als die Hälfte ihre Aktivitäten selbstständig im Voraus. Gleichzeitig fordert die lokale Bevölkerung mehr Mitsprache: sie wollen nicht länger Kulisse sein, sondern Gestalter ihrer Lebensräume. Diese doppelte Bewegung eines gestiegenen Wunsches auf beiden Seiten nach Handlungsmöglichkeit macht deutlich: Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Gestaltungsräume bewusst eröffnet werden. Wo dies nicht gelingt, wachsen Nutzungskonflikte, Entfremdung und Widerstand.