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Web2.0 mal kritisch

Jaron Lanier stellt sich im Interview mit Spiegel Online (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,448818,00.html) einigen Fragen zum Thema: Internet und Web2.0 Entwicklungen. Im Gegensatz zum aktuellen Trend, sieht Lanier die Entwicklungen kritisch und glaubt nicht an die „Weisheit der Massen“. Dementsprechend sieht er Entwicklungen wie Wikipedia skeptisch. Nicht in allen Kontexten funktioniere der Gedanke der Demokratie, so seine Meinung.

Ein zweiter bemerkenswerter Gedanke bezieht sich auf technologische Entwicklungen, die keinen evolutionären Prozess unterliegen, sondern „eingeschlossen“ werden. Als Beispiel führt er die Entwicklung des Musikstandards MIDI an, der für etwas ganz anderes entwickelt wurde, heute aber als genereller Standard im Musikbereich verwendet wird. Seiner Meinung nach gehe es soweit, dass dieser Standard sogar die Art der heutigen Musik präge. „Midi ist einer der Gründe dafür, dass sich unsere Musik heute so mechanisch anhört: Club-Music, HipHop und so weiter – das ist genau das, was Midi gut kann. “

Die Reisebranche beinhaltet ebenfalls solche „Midi“ Produkte. Begriffe wie Lastminute sind aus rechtlichen Gründen eingeführt worden, prägen heute aber einen ganzen Produktbereich. Auf technologischer Seite werden viele Internet Booking Engines auf CRS Systemen aufgebaut, welche ursprünglich für den Counterbereich gedacht waren. Somit kommt es zu komplizierten und umständlichen Bestellungsabläufen, die mitunter fehlerhaft sein können.

Spannend bleibt in dem Kontext, welche Reiseprodukte aus dem „MIDI“ Format der Urlaubsbewertungsseiten entspringen. Wie wird Dynamic Packaging unser Reiseverhalten verändern? Welche „Hip Hop“ Reise wird aus den Navigationsgeräten entspringen? Auch für die Reisebranche gilt es, frühzeitig die Entwicklungen zu beobachten und daraus Rückschlüsse zu ziehen auf die Reiseentwicklung der Kunden.

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Jens